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5. PK Fokale Dystonie - Schumann // Ha Mi Le & Andreas Pietrucha

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by

Andi Pietrucha

on 20 April 2015

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Transcript of 5. PK Fokale Dystonie - Schumann // Ha Mi Le & Andreas Pietrucha

Leistungsdruck Ehrgeiz Fokale Dystonie - Wie Ehrgeiz und Leistungsdruck einen Musiker schädigen kann am Beispiel Robert Schumanns Klavierstudium Schumann erweist sich als strebsamer Schüler
täglich 6-7h Üben, hoher Selbstanspruch

systematische Fingerübungen zur Verbesserung der Technik

auffällige Tagebucheinträge zur körperlichen Verfassung widersprechen Briefkorrespondenz

Fingerübungen nicht erfolgreich

erste kompositorische Versuche
Toccata opus 7 "Mein betäubter Finger" 26.01.1830 Tagebucheintrag "Der Dritte Finger ist vollkommen steif." Das Ende vom Lied Uneingeschränkte Leistungsfähigkeit Auftrittsangst Perfektionsdruck Übeverhalten ZIEL:
Musiker Glanzseiten des Musikerdaseins 21. März 2013
Ha Mi Le & Andreas Pietrucha permanenter Vergleich
Perfektion als Grundvoraussetzung
höchstes Maß an Kontrolle
schon kleinste Schwächen führen zu spür-/hörbaren Einbußen
Musizieren bedeutet Arbeiten unter Extrembedingungen
ausgedehnte Übezeiten
schnelle, repetitive Bewegungen
psychischer Stress führt zu exzessiven
Übezeiten Arbeit am Limit
Hintergrund: ergonomisch ungünstig geformte Instrumente Wiederholung: körperliche Einbußen sind fatal
Musiker = Künstler ≠ physisch arbeitend
Musikerdasein wird nicht als Krankheitsauslöser gesehen
Krankheit bewirkt Stigmatisierung
Arztbesuche deshalb selten Aufregung vor dem Auftritt Lampenfieber Auftrittsangst biologische Ursachen: Noradrenalin und Adrenalin
Steigerung von Blutdruck, Herzfrequenz, Atemfrequenz
höhere Konzentration emotionale Färbung: positiv
Selbstwert steigernde Gedanken
Leistungsoptimierung emotionale Färbung: negativ
kontraproduktive Selbstzweifel
Leistung eingeschränkt/nicht mehr zu erbringen
Symptome:
Black-Outs: Konzentrations-/Gedächtnisausfälle
Zittern: Ansatzstörungen bei Bläsern, Atemdruckprobleme bei Sängern, Fußzittern bei Pianisten Robert Schumanns Leben in Kürze * 08. Juni 1810 in Zwickau

Vater: Schriftsteller
Literatur-/Musikinteresse

1817 Erster Klavierunterrricht

1825 übersteigt Robert die Lehrfähigkeit seines Lehrers Leipzig Schumann kommt nach Leipzig für sein Jurastudium

Ab August 1828 Unterricht bei Friedrich Wieck

es fallen technische Mängel in Schumanns Klavierspiel auf

1831 Entscheidung für Musikstudium bei Wieck Voraussetzung: systematische Technikübungen
24.01.1830 erster öffentlicher Auftritt Schumanns bleibt sein letzter gefeiert, Selbstkritik überwiegt dennoch

Wieck stellt ihm ein 6 monatiges Ultimatum, in dem er sich beweisen muss, ansonsten Rückkehr in die Jurisprudenz

Mutter gibt ihre Einwilligung zum Musikerberuf, Familie missbilligt Berufswahl Fokale Dystonie Antike: Zusammengehörigkeit von Musik, Schönheit und Heilkraft

alle Gesellschaften/Kulturen besitzen eigene Musik

hohes gesellschaftliches Ansehen

soziale Eingliederung

Musizieren gilt allgemein als gesundheitsfördernd Schumanns Diagnose fokale Dystonie
"Musikerkrampf"

Tagebucheinträge
1. Dokumentation dieser Krankheit

Robert Schumann: typisches Profil eines Risikopatienten Krankheitsbild:
feinmotorische Routine wird unterbrochen durch Zucken, Zittern, Krampfen

tätigkeitsspezifischer Kontrollverlust

vergleichbar: Vielschreiber, Uhrmacher, Zahnärzte

am häufigsten betroffen: Musiker Fokale Dystonie Risikogruppe:

klassische Musiker auf Solisten-Niveau, männlich und unter 40, Angststörungen/Perfektionismus

einer von 100-200 Musikern erkrankt an Musikerdystonie Ursachen & Therapie Ursachen Tagebucheintrag 14. Juni 1832 Wieck scheint für Clara ambitioniertere Pläne zu haben als für Schumann

Enttäuschung vonseiten Schumanns

periodische Verschlechterung seiner Feinmotorik

Entwicklung "Cigarrenmechanik"

Umdisposition: Pianist Komponist Therapiemöglichkeiten Schumann beschäftigt sich mit Bach, um Kompositionstechniken zu erlernen

1834 gründet er u. a. mit Friedrich Wieck '' Neue Zeitschrift für Musik''
Robert Schumann als Musikkritiker und Komponist

Clara Schumann (Wiecks Tochter Heirat mit Robert 12.9.1840) wird Starpianistin Robert wird zur Begleitung auf Tournee degradiert

Schumanns Komponisten- und Dirigentenkarriere ist ein ständiges Auf und Ab

viele Rückschläge machen Robert zu schaffen, er verfällt in Depressionen

stirbt allein am 29. Juli 1856 in einer Nervenheilanstalt genetisch bedingte Prädisposition
Schmerzvorgeschichte
Präzision und Komplexität des Bewegungablaufs
psychologische Vorbelastung
chronische Überbelastung Ziel: stark fixierte dystone Bewegungen lockern und durch nicht dystone Bewegungen ersetzen

pharmakologische Therapien: z.B. Botulinumtoxin
symptomatische Therapien
ergonomische Maßnahmen Was sollte sich ändern? Verbesserung der Prävention erforderlich

Musikermedizin als Wissenschaft

gesellschaftliche Komponente:
Verbesserung der Arbeitsbedingungen
Absicherung der Arbeitsplätze
Abkehr vom Perfektionswahn Quellen Erwartungshaltung: Ziel: langfristige Verbesserung der gesundheitlichen Situation von Musikern Bücher

Biografien

Arnfried Edler
Robert Schumann
Verlag C. H. Beck oHG, München 2009
ISBN 978 3 406 56274 7

Irmgard Knechtges
Robert Schumann im Spiegel seiner späten Klavierwerke
1985 Gustav Bosse Verlag Regendburg
ISBN 3 7649 2309 1

Martin Demmler
Robert Schumann und die musikalische Romantik. Eine Biografie
2010 Patmos Verlag GmbH&Co. KG
ISBN 978 3 538 07299 2

Med. Aspekte

Claudia Spahn, Bernhard Richter, Eckart Altenmüller
MusikerMedizin. Diagnostik, Therapie und Prävention von musikerspezifischen Erkrankungen
2011 by Schattauer GmbH, Hölderlinstraße 3, 710174 Stuttgart, Germany
ISBN 978 3 7945 2634 5


Christoph Wagner
unter Mitarbeit von Ulrike Wohlwender
Hand und Instrument : Musikphysiologische Grundlagen, praktische Konsequenzen. Ein Handbuch für Musiker, Instrumentalpädagogen, Instrumentenhersteller, Ärzte und Physiotherapeuten im Bereich Musikermedizin
2005 by Breitkopf & Härtel, Wiesbaden
ISBN 3 7651 0376 4 Schumann - Krankheit

Peter Ostwald
Schumann - The Inner Voices of a Musical Genius
Boston: Northeastern University Press 1985
ISBN 0 930350 57 x

Dagmar Hoffmann-Axthelm
Robert Schumann: Eine musikalisch-psychologische Studie
2010 Philip Reclam jun. GmbH&Co. KG, Stuttgart
ISBN 978 3 15 020201 2

Artikel

Eckart Altenmüller
Das Ende vom Lied: Robert Schumanns Verstummen am Klavier.
erschienen in: Ch. Seither (ed.) „Tacet – non tacet. Zur Rhetorik des Schweigens.
Pfau-Verlag Saarbrücken 2004
Seiten 90-104

Jutta Hartmann
Krank nach Noten - Mediziner wollen ein rätselhaftes Musikerleiden mit einem Nervengift heilen
19.09.1997 - 14:00 Uhr
Copyright: DIE ZEIT 39/1997

Vorträge

Eckart Altenmüller
“Musiker-Neurologie. Bewegungsstörungen und chronische Schmerzen. Zu adaptiver und maladaptiver Hirnplastizität”
im Rahmen: Auftaktveranstaltung des Kompetenzzentrums Musikermedizin und Musikergesundheit der Charité Berlin am 04.12.2012

Personen

Prof. Dr. med. Eckart Altenmüller MD, MA, PhD
Direktor des Instituts für Musikphysiologie und Musikermedizin
Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover
Emmichplatz 1
D-30175 Hannover
Büro: Schiffgraben 48
Tel. +49 (0)511 31 00 552
eckart.altenmueller@hmtm-hannover.de http://www.nmz.de/files/Schumann_4.jpg http://kennethwoods.net/blog1/wp-content/uploads/2012/06/Robert_Schumann_1839.jpg Musikermedizin s. 207 Abb. 8-4 Musikermedizin s. 209 Abb. 8-5 Musikermedizin S. 210 frei nach Abb. 8-6 http://3.bp.blogspot.com/_yzCWL90pX5E/SxL_cIV6SPI/AAAAAAAAAN8/WAWtTxJfiSs/s800/spritze.jpg http://www.mz-web.de/halle-saalekreis/halle-folter-fuer-die-fingerfertigkeit,20640778,17679508.html Bilderquellen
geordnet nach Erscheinen in der Präsentation Aktualität aller Internetquellen überprüft am 19.03.13 Symptome der Dystonie bei verschiedenen Instrumenten Visitenkarte Prof. Eckart Altenmüller Schulorchestertreffen 17.02.13 Copyright Rittershaus Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
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