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Der Vorleser

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by

Lena Smith

on 16 March 2015

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Transcript of Der Vorleser

Der Vorleser
Allgemeines
Evakuierungsmärsche
Wortfeld Schuld
Bernhard Schlink
Der Vorleser (1995)
* 6. Juli 1944 in Großdornberg bei Bielefeld

Deutscher Jurist und Schriftsteller

Stammt aus Akademikerfamilie

Jurastudium an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und an der Freien Universität Berlin

Dissertation: Abwägung im Verfassungsrecht (1976)

Zunächst Autor verschiedener Kriminalromane

Der Vorleser
als erster Nicht-Kriminalroman
von Bernhard Schlink
Dominant (v.a. am Anfang der Beziehung, Abschwächung gegen Ende des ersten Teils)
Abrupte Stimmungsschwankungen (angeeignet zur Vertuschung ihres Analphabetismus)
Teilweise zärtlich/leidenschaftlich gegenüber Michael
Gründlich, konzentriert
Pflichtbewusst / starkes Ordnungsbewusstsein
Plötzliche Brutalität
Bedürfnis nach Zuneigung
Scham aufgrund ihres Analphabetismus
Charakter
Sonstige Merkmale/ Besonderheiten
Der unteren Mittelschicht angehörig
Analphabetin (!) nimmt aufgrund ihres Schams eine unnötig strenge Freiheitsstrafe bei der Gerichtsverhandlung (Teil2) in Kauf
Verschweigt ihrem Umfeld ihre Vergangenheit
Gezielter Einsatz von angedrohten Zurückweisungen (von Liebe/Zärtlichkeiten) zur Provokation von Michaels Kapitulation
Übertrieben starker Drang zur Reinlichkeit Schuld "von sich waschen"
Durch Gelbsucht Lernrückstand in der Schule (droht sitzen zu bleiben)
Lernaufforderung Hannas bestandenes Schuljahr
Nach Trennung von Hanna: Abitur und Jurastudium
Später: Im Rahmen verschiedener Tätigkeiten
Erforschung der Rechtsgeschichte
Entschied sich bewusst gegen den Beruf eines Richters oder (Staats-)Anwalts, da negative Prägung dieser Berufe durch Gerichtsprozess (Teil2)
Akt der Vermeidung (?)
12. Januar 1945: Große Winteroffensive der Roten Armee "Fall A" (Deckname)
Seit Sommer 1944: Vorbereitung der Evakuierung des wichtigsten aller SS-Lager durch die SS- und NSDAP-Verantwortlichen in Schlesien
SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamt: Verzicht auf Häftlinge unmöglich Zusammenbruch der deutschen Rüstungsindustrie
Sommer 1944: Beginn erster Abtransporte von Arbeitssklaven und Fabrikanlagen von Auschwitz und seinen Nebenlagern an Standorte im Deutschen Reich
Januar 1945: Geplante Verlegung von ca. 67.000 Häftlingen binnen weniger Tage, aber: Gleisverbindungen zum KZ ungeeignet für solche Massentransporte
Zurücklegen von 55-63 Kilometern zu Fuß und unter unmenschlichen Bedingungen
Offene Güterwaggons (Gleiwitz, Loslau)
Antreiben der Häftlinge auf den Marschrouten (Gruppen zu jeweils 1000 bis 1500 Menschen)
Am Ende jeder Gruppe: "Exekutionskommando"
Am Ende der Marschkolonne: Gruppen aus SS-Männern und noch arbeitsfähigen KZ-Häftlingen ("Verscharren" der Verstorbenen/ Ermordeten)
Schule/ Karriere
Hanna Schmitz
Michael Berg
Gefängniswärterin
um Hannas Zukunft besorgt
Gertrud
spätere Frau von Michael
Sophie
Freundschaft
Familie
anfangs engere später distanziertere Beziehung
Personenkonstellation
Inhalt
Erster Teil
Zweiter Teil
Dritter Teil
Michael übergibt sich auf dem Weg nach Hause
Hanna kommt ihm zu Hilfe
Michael besucht Hanna, um sich zu bedanken
Er beobachtet Hanna, während sie sich in der Küche umzieht und rennt nach Hause als er sieht, dass Hanna dies bemerkt
Michael wartet im Treppenhaus vor Hannas Wohnung, bis sie schließlich nach Hause kommt
Sie schickt Michael in den Keller, noch zwei weitere Koksschütten zu holen - ihm stürzt der Koksberg ein
Hanna lässt Michael ein Bad ein
Danach schlafen sie mit einander
Michael erzählt Hanna, dass er jeden Tag die sechste Stunde schwänzt um sie zu treffen

Er las Hanna sehr viel vor, danach liebten sie sich und duschten zusammen (
Ablauf der Treffen
)
Wenn die beiden streiten, lässt sich Michael zu einer Entschuldigung erniedrigen und gibt so Dinge zu, die er niemals getan hat
Erster Streit
Die beiden unternehmen eine
Fahrradtour
:
- Hanna lässt Michael den Weg bestimmen
- Eines Morgens legt Michael ihr einen Zettel hin, dass er gleich wieder zurück kommt
- Sie schlägt ihm mit ihrem Gürtel die Lippen blutig und weint (Sorgen
Zettel "verschwunden"
)
neues Schuljahr: Wechsel von der Unter- in die Obersekunda nicht mehr nur Jungen sondern nun auch Mädchen lernt Sophie kennen
Nachmittags nach der Schule geht er regelmäßig mit Freunden ins Schwimmbad
Er hatte Hanna noch nie zuvor zufällig irgendwo gesehen, bis zu diesem Tag als er sie erkennt verschwindet sie
Hanna kündigte ihren Job als man ihr eine Ausbildung zur Fahrerin anbietet sie zieht am selben Tag aus
Michael hat
Schuldgefühle
wegen Hannas Verschwinden, verarbeitet diese aber nach einiger Zeit und vergisst Hanna langsam
Während seinem Studium (Rechtswissenschaft) besucht Michael auch einen
Gerichtsprozess
, in dem KZ-Wächter verurteilt werden sollen
- Er sieht Hanna als Angeklagte wieder
- Hanna hat früher bei Siemens gearbeitet und wechselte dann zur SS
- Sie war in zwei verschiedenen Lagern eingesetzt worden
- Er nimmt an allen Verhandlungstagen teil
- Er denkt darüber nach, ob und wie man Jemanden, der in Auschwitz tätig war, verurteilen kann
In Kapitel sechs des zweiten Teils wird dem Leser im Gerichtsprozess deutlich, dass Hanna Analphabetin ist
Die Verteidiger der anderen Angeklagten schieben alle Schuld auf Hanna
Hanna hatte in den Lagern Schützlinge, die ihr vorlesen mussten (
Analphabetismus
)
Michael beschreibt das Buch, einer Jüdin die mit ihrer Mutter den Brand in der Kirche auf einer kleinen Empore überlebt jeden Monat wurden sechzig Frauen selektiert und nach Auschwitz gebracht
Richter fragt Hanna nach ihrer Handschrift Hanna gibt zu, dass sie den Bericht geschrieben hätte
Michael weiß von Hannas Analphabetismus
Er überlegt, ob er zum vorsitzenden Richter gehen soll, und ihm erzählen soll, dass Hanna eine Analphabetin ist
Tag- und Nachtträume Michaels von ihm & Hanna
wenig Informationen und Anschauungsmaterial zu Konzentrations-Lagern für seine Generation
Besuch eines KZs
Hannas Urteil: lebenslänglich
SS-ähnliches Kostüm Hannas erregt Aufsehen und Empörung im Gerichtssaal
Michael beendet sein Studium und wird Referendar
Er lernt während eines Skiurlaubs Gertrud kennen - heiratet sie - bekommt eine Tochter mit ihr - lässt sich scheiden als diese 5 Jahre alt ist
Er nimmt einen Job als Rechtshistoriker an
Michael beginnt, Bücher auf Kassetten vorzulesen und schickt diese Hanna ins Gefängnis
nie etwas Persönliches nur Text und Autor
Nach vier Jahren: Brief von Hanna - Dankesworte
Er schreibt ihr nie
Brief der Gefängnisleitung:
- möglicher Gnadenausschuss und Entlassung
Hannas aus dem Gefängnis nach 18 Jahren Haft
- Bitte sich um Hanna zu kümmern
- Er sucht ihr eine Wohnung und einen Job in einer Schneiderei
Er besucht Hanna nicht im Gefängnis bis kurz vor ihrer Entlassung
Am Morgen ihrer Entlassung bringt sich Hanna um
Testament: Hanna vermacht 7000 DM der Mutter und der Tochter, die den Brand in der Kirche überlebten
Michael fährt nach New York Geld in Hannas Namen an eine
jüdischen Einrichtung für Analphabeten
Er fragt sich, ob er für Hannas Tod verantwortlich sei - beginnt er die Geschichte aufzuschreiben um Frieden mit ihr zu schließen

Zwischen 1963 und 1965 (Frankfurt am Main) Prozesse gegen Aufseher und die Verwaltung des KZs Auschwitz
Ahndung der Beteiligung am nationalsozialistischen Völkermord an den europäischen Juden (größtes Strafverfahren
Vierjährige Prozessvorbereitung: Sammeln von 1.300 Zeugenaussagen
Eigentlicher Prozess: Vernehmen von 359 Zeugen aus 19 Nationen
Offenlegung sowohl der grausamen Realität der NS- Vernichtungsmaschinerie als auch Frage nach der Unterstützung Hitlers durch weite Kreise der deutschen Bevölkerung (Verhalten und Motive der Täter)
Nach zwanzigmonatigem Prozess: Urteilsverkündung am 19. August 1965
Sechs Angeklagte : Lebenslange Haftstrafen
Elf Angeklagte: Zuchthausstrafen zwischen drei und 14 Jahren
Drei Angeklagte: Freispruch
niedriges Strafmaß: Große Empörung in der internationalen und Teilen der deutschen Öffentlichkeit
Verfolgung ausschließlich nachweisbarer Verbrechen von einzelnen Tätern durch die Gerichte
Verdeutlichung der Grenzen der Justiz in der Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit
Aufarbeitung

"
Wenn ich heute an die Jahre damals denke, fällt mir auf, wie wenig Anschauung es eigentlich gab, wie wenig Bilder, die das Leben und Morden in den Lagern vergegenwärtigten
." (S.142)
Nach Ende des zweiten Weltkrieges: Vergleichsweise wenig Anschauungsmaterial bezüglich der unter dem NS-Regime verübten Grausamkeiten
Erhöhtes Konfliktpotential innerhalb der Familien begründet in der Frage nach der Rolle der älteren Generation zur Zeit des NS-Regimes
Jüngere Generation als "
Avantgarde der Aufarbeitung. [Sie] rissen die Fenster auf, ließen die Luft herein, den Wind, der endlich den Staub aufwirbelte, den die Gesellschaft über die Furchtbarkeiten der Vergangenheit hatte sinken lassen
" (S. 87)
Aufseherinnen:
Zwei Rekrutierungsformen: Dienstverpflichtung in der Rüstungsindustrie oder Melden aus eigenem Antrieb
Bewachung weiblicher Gefangener in verschiedenen Frauenlagern
Zeitungsannoncen, Arbeitsvermittler im Arbeitsamt zum Verweis auf freie Stellen im Konzentrationslager
Auschwitz:
Größter Nationalsozialistischer Lagerkomplex des Deutschen Reichs
Vernichtungslager Birkenau, Stammlager sowie Arbeitslager Monowitz
Nachkriegszeit: „Auschwitz“ als Symbol für den Holocaust
27. Januar 1945: Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee; seit 1996 in Deutschland, seit 2005 international Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.
Auschwitz-Prozesse
Orte der Handlung
Heidelberg (Baden-Württemberg):
Kindheit und Studienzeit Michaels
Wichtige Orte innerhalb Heidelbergs: Haus Michaels, Haus Hannas, Schule,
Schwimmbad
, ein
Straßenbahnwagen
und die Universität (
Erscheinen Michael/Hanna im Raum des jeweils anderen, so ergeben sich Konflikte
)
Wimpfen, Amorbach, Miltenberg
:
Viertätige Fahrradtour Michaels mit Hanna über Ostern (Kapitel 11)
Frankfurt:
Stattfinden der großen Auschwitz-Prozesse
Gerichtsprozesses in dem Hanna wegen ihrer NS-Vergangenheit angeklagt wird und an dem Michael als Student teilnimmt
Wichtige Orte: Gerichtssaal, Zimmer des Richters
KZ Struthof (Elsass, Nordosten Frankreichs):
Aufsuchen des KZs während des Gerichtsprozesses gegen Hanna
Suchen nach Verständnis für Hannas Vergangenheit und für ihr Verhalten
Skiurlaub:
Während des Studiums (nach dem Gerichtsprozess)
Aufgrund von Selbstüberschätzung Einlieferung ins Krankenhaus
Kennenlernen Gertruds (spätere Ehefrau)
Gefängnis
:
Inhaftierung Hannas nach dem Gerichtsprozess (Ort unbekannt)
Suizid Hannas
Orte innerhalb des Gefängnis: Hannas Zelle, freie (bewachte) Außenfläche (Gespräch von Michael und Hanna), Krankenstation (Hannas Leiche).
New York:
Überbringung einer Geldspende von Hanna durch Michael an die Tochter (Opfer der NS-Zeit und Opfer von Hannas Verhalten)

Hannas Schuld
Michaels Schuld
kollektive Schuld
Prozess vor Gericht
Schuld vor dem Gesetz
wegen Liebe
Im Gefängnis
Aufgabe 1
Analysieren Sie anhand des gezeigten Filmmaterials und des vorliegenden Textes (Kapitel 9 - Teil 2) Hannas Umgang mit ihrem Analphabetismus und ihre Reflexion der Bombennacht. Beziehen Sie sich dabei auf das Wortfeld Schuld und versuchen Sie Charakterzüge herauszuarbeiten.
Viel beachteter internationaler Bestseller

In drei Teile gegliedert

In über 50 Sprachen übersetzt

Amerikanische Ausgabe Platz 1 der Bestsellerliste der New York Times

Verfilmung 2008 unter der Regie von Stephen Daldry

Erhielt
Hans-Fallada-Preis
(1998), italienischen Literaturpreis
Grinzane Cavour
(1997) und
Prix Laure Bataillon

(1997)
Stil und Sprache
Aufgabe 2
Interpretation der Träume Michael Bergs
Traum von Hannas Haus (vgl. S.8ff.): Stellenwert, den Hanna in Michaels Leben einnimmt
Traum von Hanna als kalte, grausame Aufseherin auf der einen Seite und als die ihn liebende Hanna auf der anderen Seite (vgl.S.140ff.): Das Vermischen dieser beiden Seiten als Ausdruck des inneren Durcheinanders Michaels sowie Frage nach der Rechtfertigung seiner Liebe zu Hanna


Erschließen Sie den vorliegenden Text (Erster Teil, Kapitel 12, S.59-61) hinsichtlich sprachlich-stilistischer Besonderheiten, des Perspektivwechsels und unter Berücksichtigung der charakterlichen Züge der beiden Figuren Hanna und Michael.
Perspektivwechsel und damit verbundene Zeitsprünge( jugendlicher und erwachsener Michael Berg)
Teils philosophische, teils selbstkritische Reflexionen
Analytischer Stil: Erst nach und nach Erschließung des Werkes durch den Leser (bspw. Auflösen der Vergangenheit Hannas und ihres Analphabetismus)
Vorausdeutungen
Oftmals nüchterne und juristische Schreibweise, im Allgemeinen eher einfach gehalten
Gezielter Einsatz metaphorischer Formulierungen zur Veranschaulichung
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