Loading presentation...

Present Remotely

Send the link below via email or IM

Copy

Present to your audience

Start remote presentation

  • Invited audience members will follow you as you navigate and present
  • People invited to a presentation do not need a Prezi account
  • This link expires 10 minutes after you close the presentation
  • A maximum of 30 users can follow your presentation
  • Learn more about this feature in our knowledge base article

Do you really want to delete this prezi?

Neither you, nor the coeditors you shared it with will be able to recover it again.

DeleteCancel

Make your likes visible on Facebook?

Connect your Facebook account to Prezi and let your likes appear on your timeline.
You can change this under Settings & Account at any time.

No, thanks

Günter Grass: Im Krebsgang

No description
by

Julia Herrmann

on 2 December 2014

Comments (0)

Please log in to add your comment.

Report abuse

Transcript of Günter Grass: Im Krebsgang

Repräsentant der deutschsprachigen Literatur in der Gegenwart
Geb. 16. Oktober 1927 in Langfuhr/Danzig
Schriftsteller, Graphiker und Maler
Mit 16 in Krieg eingezogen > amerik. Kriegsgefangenschaft
Düsseldorf als Inkubationszeit
Berlin als anschließende Experientierphase
Reist mit Frau Anna nach Paris und erfasst "Die Blechtrommel" (Teil 1 der Danziger Triologie)
Bietet 1961 Willy Brandt Formulierungshilfe an
Setzt sich als Bürger für die SPD ein
Grafiker oder Schriftsteller?
Werke: Danziger Triologie, Der Butt, Aus dem Tagebuch einer Schnecke
Günter Grass lebt bis heute (87 Jahre alt)
Autor: Günter Grass
Entstehungszeit
Veröffentlichung 2002 > Gegenwartsliteratur
Themen eher Kriegs-/Nachkriegsliteratur
Nazi-Diktatur und zweiter Weltkrieg
Günter Grass half bei Neuorientierung (Gruppe 47)
Gustloff-Schiff fungierte nach Machtergreifung Hitlers (1933) als KdF-Schiff
23. März: Jungfernfahrt
später Lanzaretschiff, dann Flüchtlichgschiff
Untergang der Gustloff am 30.01.1945
Nazis gelang es Katastrophe geheim zu halten
Inhaltsangabe
Im Krebsgang ist eine 2002 erschienene Novelle des deutschen Schriftstellers Günter Grass. Er thematisiert darin den Untergang des deutschen Flüchtlingsschiffes »Wilhelm Gustloff« im Januar 1945 vor der pommerschen Küste, welcher geschätzte 9000 Menschenleben forderte. Der Mittelpunkt der Novelle ist diese Katastrophe am Ende des 2. Weltkrieges. Außerdem wird zusätzlich ein privates Unglück aufgegriffen. Paul Pokriefke, ein Journalist, recherchiert um der Internetseite www.blutzeuge.de auf die Spur zu kommen. Er stößt auf historische Persönlichkeiten, wie Wilhelm Gustloff, David Frankfurter und Alexander Marinesko. Nach mehreren Sprüngen durch die Zeit, Ergebnisse zu Gustloff und Co., findet Paul heraus, dass hinter dem vermeintlichen, propagandistischen "Wilhelm", eine Chatfigur im Internet, kein geringerer steckt, als sein Sohn Konrad. Später treffen sich Konrad und sein Rivale "David". Doch diese Begegnung eskaliert, denn Konrad erschießt "David" aus entfernter Rache an David Frankfurter. Er bekommt eine Freiheitsstrafe.


Titel - Text
- Ich-Erzähler (Paul Pokriefke) erzählt die Geschichte "[...] nach der Art der Krebse, die den Rückwärtsgang seitlich ausscherend vortäuschen, doch ziemlich schnell vorankommen(d)" (S.8f)










- Geschichte = Novelle (Neuigkeit): kürzere Erzählung in Prosaform
--> keine rein historische Geschichte
eine Novelle
Günter Grass: Im Krebsgang
Gliederung
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Blick auf den Autor
2.2 Entstehungszeit
2.3 Inhalt des Romans
2.4 Über den Roman
2.4.1 Erzählperspektive und Erzählsituation
2.4.2 Sprache
2.4.3 Themen
2.5 Figuren
2.5.1 Personenkonstellation
2.5.2 Charakterisierung
2.6 Schauplätze
2.7 Interpretation
2.7.1 Seite 28/29
2.7.2 Seite 174/175
3. Schluss

3.1 Rezensionen

3.2 Quellen
KDF-Schiff Wilhelm Gustloff
Wilhelm Gustloff
David Frankfurter
Alexander Marinesko
Paul Pokriefke
Tulla Pokriefke
Konrad
Gabi
Jenny
Wolfgang Stremplin
-NSDAP-Mitglied
- jüdischer Herkunft
- U-Boot- Kommandant
Blutzeuge.de
Internet Webseite
"Feindfreundschaft"
betreibt Webseite
seine "Ehemalige"
"Versager"
Wilhelm
versenkt Schiff am 30.01.45
erschießt
ihn
lebte bei ihr, genoss diese Zeit
Schulfreunde
David
erschießt ihn am 20.04
Themen
- Nationalsozialismus
- gescheiterte Eltern-Kind-Beziehungen
- Untergang der Wilhelm Gustloff
- Zweiter Weltkrieg

Tag Fakt Fiktion
Vergleich Faktum-Fiktion
20.März 1889: Geburt Hitlers 1997: Wolfgang wird
von Konny erschossen
30.Januar 1895: Geburt Gustloffs 1945: Pauls Geburt
1933: Hitlers Macht-
ergreifung
1945: Untergang der
Gustloff
Robert Ley
"Als 19-Jähriger begann ich zu ahnen,
welch eine Schuld unser Volk wissend
und unwissend aufgehäuft hatte, welche
Last und Verantwortung meine und die
folgende Generation zu tragen haben würde"
"Ich zeichne immer, auch wenn ich
nicht zeichne weil ich gerade schreibe
oder konzentriert nichts tue. Und auch
beim Zeichnen schreiben sich Sätze fort,
die angefangen auf anderem Papier stehen."
"Oft sind die Graphiken gezeichnete Gedanken
und viele Gedichte umschreiben Konturen,
stufen Grautöne ab."
"[...]schwimmendes Erlebnis"
Interpretation Seite 28-29
[...] Er betrat das Arbeitszimmer ohne seine Frau. Stramm und gesund, weil seit Jahren jenseits seiner Tuberkulose, ging er zivil gekleidet auf den Besucher zu, der sich nicht aus dem Sessel erhob, sondern sitzend schoss, kaum hatte er den Revolver aus der Tasche des Wintermantels gezogen.
Gezielte Schüsse machten in der Brust, im Hals, im Kopf des Landesgruppenleiters vier Löcher. Der brach vor den gerahmten Bildern seines Führers ohne Schrei zusammen. Gleich darauf stand seine Frau im Zimmer, sah zuerst den noch in Schussrichtung gehaltenen Revolver, dann ihren Mann,der, während sie sichüber ihn beugte, aus allen Wundlöchern zu verbluten begann.
David Frankfurter, der Reisende ohne Rückfahrkarte, setzte den Hut auf un verließ, ohne von den aufgestörten Mitbewohnern des Hauses gehindert zu werden, den Ort seiner vorbedachten Tat, irrte einige Zeit im Schnee umher, fiel dabei mehrmals, hattedie Notrufnummer im Kopf, bezichtigte sich in einer Telefonzelle als Täter, fand schließlich das nächstgelegene Wachlokal und stellte sich der kantonalen Polizei . . .

(Seite 175)
Gleich danach fielen die Schüsse. Trotz des sonnigen Tages trug Konny einen Parka. Aus einer der geräumigen Taschen, der rechten, zog er die Waffe und schoß viermal. Es war eine Pistole russischer Herkunft. Der erste Schuß traf den Bauch, die folgenden Kopf, Hals und Kopf. David Stremplin stürzte wortlos rücklings. Später legte mein Sohn Wert darauf, genauso oft getroffen zu haben wie einst in Davos der Jude Frankfurter, wenn auch mit keinem Revolver. Und wie dieser hat er von der nächsten Telefonzelle aus sich selbst angezeigt, nachdem er 110 gewählt hatte. Ohne an den Tatort zurückzukehren, machte er sich auf den Weg zur nächsten Polizeiwache, wo er sich mit den Worten „Ich habe geschossen, weil ich Deutscher bin“ gestellt hat.
Auf dem Weg dorthin kamen ihm bereits ein Streifenwagen und ein Sanitätsauto, beide mit Blaulicht, entgegen. Doch Hilfe kam für David Stremplin zu spät.
(Seite 174)
[…] Anfangs sei es spannungsfrei zugegangen. David Stremplin habe die Aussicht auf den See gelobt. Hätten auf der Tischtennisplatte vor der Jugendherberge Schläger und Ball gelegen, wäre es vielleicht zu einem Match gekommen; Konny und David waren leidenschaftliche Tischtennisspieler und hätten eine sich bietende Gelegenheit kaum versäumt. Womöglich wäre eine schnelle Partie übers Netz entspannend gewesen und hätte dem Nachmittag einen anderen Verlauf gegeben.
Dann standen sie auf sozusagen historischem Grund. Doch selbst die vom Moos überzogenen Granitbrocken und das Fragment des Findlings mit dem eingemeißelten Runenzeichen und dem restlichen Namen gaben keinen Anlaß zum Streit. Beide haben sogar zweistimmig über ein Eichhörnchen gelacht, das von Buche zu Buche sprang. Erst als sie auf dem Fundament der ehemaligen Ehrenhalle standen und als mein Sohn seinem Gast erklärt hatte, wo genau der große Gedenkstein gestanden habe, nämlich hinter der damals nicht vorhandenen Jugendherberge, dann erst, als er die Sichtachse auf den Granit angedeutet, daraufhin den Namen des Blutzeugen auf der Vorderseite des Steins und denn die drei gemeißelten Zeilen der Hinterseite Wort für Wort deklamiert habe, soll David Stremplin „Als Jude fällt mir nur soviel dazu ein“ gesagt und dann dreimal auf das vermooste Fundament gespuckt, also den Ort des Gedenkens, wie mein Sohn später aussagte, „entweiht“ haben.
Interpretation Seite 174/175
-Erzähler
*am 30.01.45
überlebt hochwanger das Schiffsunglück
Quellen
Typisch Roman
- Ich-Erzähler; auktorial
- Fokus beim Erzähler
- viele Perspektivwechsel
- Aufeinandertreffen fiktiver und wirklichkeitstreuer Aussagen


Perspektive/Blickwinkel/ Art und Weise der Repräsentation des Geschehens:
hauptsächlich: berichtendes Erzählen ( z.B. Geschichtliches über Gustloff, Schiff, Frankfurter, ...
szenisches Erzählen (z.B. Erzählung über das Leben mit der Mutter/ bei Jenny, ...)
... Den folgenden Satz hat er zuerst dem wachhabenden Beamten zu Protokoll gegeben und später vor Gericht wiederholt, ohne ihn zu variieren: "Ich habe geschossen, weil ich Jude bin. ich bin mir meiner Tat vollkommen bewusst und bereue sie auf keinen Fall."
Danach wurde eine Menge Papier bedruckt. Was bei Wolfgang Diewege "eine feine Mordtat" hieß, geriet dem Romanautor Emil Ludwig zum "Kampf Davids gegen Goliath". Bei dieser gegensätzlichen Bewertung ist es bis in die digital vernetzte Gegenwart geblieben. Schon bald ließ alles, was danach, den Prozess eingeschlossen, geschah, den Täter und das Opfer hinter sich und gewann Bedeutung. Dem Helden von biblischen Zuschnitt, der mit schlicht begründeter Tat sein gepeinigtes Volk zum Widerstand aufrufen wollte, stand der Blutzeuge der nationalsozialistischen Bewegung gegenüber. Beide sollten überlebensgroß ins Buch der Geschichte eingehen. Der Täter jedoch geriet bald in Vergessenheit; auch Mutter hat, als sie ein Kind war und Tulla gerufen wurde, nie etwas von einem Mord und dem Mörder, nur Märchenhaftes von einem Schiff gehört, dass weiß schimmerte und beladen mit fröhlichen Menschen lange und kurze Seereisen für einen Verein machte, der sich "Kraft durch Freude" nannte.
Textquellen:
http://www.literaturschock.de/component/content/article/11-literatur/belletristik/gegenwartsliteratur/9257-im-krebsgang
https://www.ph-ludwigsburg.de/fileadmin/subsites/2b-dtsc-t-01/user_files/weissenburger/Dateien/Seminardateien/Referat-Im_Krebsgang_I-1.pdf
http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Krebsgang
http://www.abipur.de/referate/stat/648035293.html








Bildquellen:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e1/Gruppe_47_Haus.jpg
http://flavorwire.files.wordpress.com/2014/01/gunter_grass.jpg
http://www.ndr.de/kultur/geschichte/chronologie/wilhelmgustloff105_v-contentgross.jpg
http://www.historyinanhour.com/wp-content/uploads/2011/12/Wilhelm-Gustloff2.jpg
http://compunews.com/s13/marin-main-400.jpg
http://sunday-news.wider-des-vergessens.de/wp-content/uploads/2013/02/Prozess-gegen-David-Frankfurter-1936.jpg
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f9/Bundesarchiv_Bild_183-2008-0922-501,_Robert_Ley.jpg


Bewertungen
Celina
Julia
»Grass spielt virtuos mit literarischen Formen, Selbstzitaten, Perspektivwechseln. Sein Buch ist Katastrophenreportage, Kriminovelle und engagiertes Plädoyer gegen Rechtsradikalismus.«
Jobst-Ulrich Brand, Focus
Full transcript