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Basel III

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by

Adolf Tritzenmulche

on 6 March 2012

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Transcript of Basel III

Die Entwicklung des Baseler Eigenkapitalakkordes - Der Schritt von Basel II zu Basel III
Wie kam es zu den Baseler Eigenkapitalvorschriften?
Spektakulärste Bankenpleite der Nachkriegsgeschichte
Privatbank Herstatt
Erkenntnis: Bankenpleiten und Krisen bleiben nicht national!
Folgerung:
Regeln aufstellen, die für alle gelten!
Kommission aus den Chefs der Bankenaufsicht der G10
1988
Erste Empfehlung für die Mindestanforderung für die Kapitalausstattung der Banken
Das war die Antwort auf die Frage, wieviel Geld ein Institut besitzen muss, um selbst noch Geld verleihen zu dürfen!
Grundgedanke von Basel:
Sicherung einer angemessenen Kapitalausstattung der Banken
Schaffung einheitlicher Wettbewerbsbedingungen für die Kreditvergabe
Säule I - Mindestkapitalanforderungen
Basel II
1. Kreditrisiko
Adressenausfallrisiko
Bonitätsrisiko
Bewertung des Kreditrisikos mittels Ratings
Grundsatz I der BaFin schreibt vor, "dass das haftende Eigenkapital mindestens 8% => Basel III 10,5% <= der nach ihrem Risiko gewichteten Aktiva (Risikoaktiva) betragen muss!
Keine Differenzierung der Kundenbonität innerhalb
eines Kundensegments unter Basel I
Bernd Schnüviak
Adolf Tritzenmulch
10.000,- EUR
10.000,- EUR
Scoring 1
Scoring 15
Zinssatz 6,00%
Zinssatz 9,50%
EK-Unterlegung 500,- EUR
EK-Unterlegung 500,- EUR
Mit Basel II wird jedem Kreditnehmer ein ratingabhängiger Bonitätsgewichtungsfaktor zugeordnet
Berücksichtigung der verschiedenen Bonitäten
bei der Unterlegung mit Eigenkapital

Standardansatz
Externe Ratings
Basisansatz
Ausfallwahrscheinlichkeit: PD Probability of Default
Ausfallrate: LGD Loss given Default
Forderungsbeträge bei Ausfall EAD Exposure at Default
Restlaufzeit M Maturity
Kreditinstitute verwenden eigene Ratings
zur Bestimmung der Bonitätsgewichte
Das eigene Rating muss eine hohe Sicherheit in der Prognose der Ausfallwahrscheinlichkeit besitzen
Marktrisiko
Risiko finanzieller Verluste aufgrund von Änderungen der Marktpreise
Operationelles Risiko
Neue Risikoform seit Basel II
"Die Gefahr von unmittelbaren oder mittelbaren Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder von externen Ereignissen eintreten!"
IRB-Ansatz
Basisansatz
Fortgeschrittener
Ansatz
- KI errechnet nur die
Ausfallwahrscheinlichkeit
- Die anderen Parameter
werden von der
Bankenaufsicht bezogen
- Alle Parameter werden
vom KI errechnet
Ermittlung des operationelles Risikos mithilfe des internen Bemessungsansatzes
Erfahrungswerte des Kreditinstitutes mit den jeweiligen Ausfällen
Säule II - Bankenaufsichtlicher Überprüfungsprozeß
Kurze Verschnaufpause

Ertrag
Sicherheit
Risikotragfähigkeit
• Eigenkapital besteht ab 01.01.2013 nur noch
aus Kernkapital und Ergänzungskapital

• Drittrangmittel werden nicht mehr als
Eigenkapital anerkannt

Ziel:
verbesserte Fähigkeit zur Verlustabsorption im laufenden Geschäftsbetrieb (Kernkapital) und im Liquidationsfall (Ergänzungskapital)
Qualitative Eigenkapitalanforderungen
Hartes Kernkapital:
• AG:
ausgegebenen Aktien, Aufgeld und
einbehaltene Gewinne

• Genossenschaft:
Genossenschaftsanteile und einbehaltenen
Gewinne.

• Sparkasse:
offene Rücklagen und einbehaltenen Gewinne.

• Hartes Kernkapital muss einem 14 Punkte
umfassenden Kriterienkatalog genüge tun.

• Die Stillen Vorsorgereserven nach § 340 f HGB
erfüllen den Kriterienkatalog (im Gegensatz zu
den offenen Rücklagen nach § 340 g HGB) nicht.
Die wesentlichen Kriterien des Katalogs sind:

effektive Kapitaleinzahlung
Nachrangigkeit und unbeschränkte Verlustteilnahme
Dauerhaftigkeit der Kapitalbereitstellung
keine Rückzahlung außerhalb der Liquidation
keine obligatorischen Ausschüttungen
Flexibilität der Zahlungen
Kapitalerhaltungspuffer

• Aufbau in 'guten Zeiten'.

• Der Kapitalerhaltungspuffer ist in Kernkapital
zu halten.

• Ganzes oder teilweises abschmelzen in
'schlechten Zeiten' möglich.

• Bei einem Verzehr des Kapitalerhaltungspuffers
verhängt die Bankenaufsicht Restriktionen
bzgl. Ausschüttungen und Bonuszahlungen.
Zusätzliches Kernkapital

• Bisheriges nicht innovatives, hybrides Kernkapital, welches
grundsätzlich den gleichen Kriterien wie hartes Kernkapital
unterliegt.

• Abweichung:
Kündigung bzw. Rückzahlung nach 5 Jahren und
Zustimmung der Aufsicht möglich.
Diesbezüglich dürfen keinerlei Erwartungen bei Investoren
geschürt werden.

• Nachrangigkeit gegenüber Einlegern, Kreditgebern und
anderen nachrangigen Gläubigern der Bank.

• Innovative (zeitlich befristet, oder mit Anreizen zur
Rückzahlung versehene) Kernkapitalinstrumente entfallen.
Sie erfüllen die Kriterien der uneingeschränkten
Verlustteilnahme bzw. der dauerhaften Verfügbarkeit
nicht.
Ergänzungskapital
• Deutlich geringere Rolle in der Zukunft.

• Einige Instrumente wie zum Beispiel Genussrechte werden
nicht mehr angerechnet.

• Das Ergänzungskapital muss einen 9 Punkte umfassenden
Kriterienkatalog erfüllen:

ausdrückliches Verbot von Anreizmechanismen
z. B. Step-up-Klauseln (Stufenzins) für eine
vorzeitige Rückzahlung
Nachrangigkeit gegenüber Einlegern und anderen
Gläubigern
Mindestursprungslaufzeit: 5 Jahre
vorzeitige Rückzahlung nur mit Zustimmung der Aufsicht
Antizyklischer Kapitalpuffer
• Festlegung durch nationale Bankenaufsicht in Zeiten
außerordentlichen Kreditwachstums.

• Ein Indikator für außerordentliches Kreditwachstum ist
zum Beispiel das Verhältnis von Kreditwachstum zu
Bruttosozialprodukt.

• Bildung aus hartem Kernkapital innerhalb von 12
Monaten nach der Bekanntgabe durch die
Bankenaufsicht.

• Schafft ein Institut dies nicht, treten die vom
Kapitalerhaltungspuffer bekannten Restriktionen ein.
• In Deutschland gab es in der Vergangenheit keinen
Zeitpunkt an dem die Voraussetzungen für die Bildung
des antizyklischen Kapitalpuffer erfüllt wurden.
Dies ist keine Garantie für die Zukunft.

• Portfolio- und nicht sitzlandabhängig
Quantitative Eigenkapitalanforderungen
• Durch Basel III wird sich das Eigenkapital
der Kreditinstitute, insbesondere das harte
Kernkapital, deutlich erhöhen.

• Erhöhung des insgesamt vorzuhaltenden
Eigenkapitals in % der risikogewichteten
Aktiva (RWA) von 8% auf 10,5%

• Erhebliche Verschiebungen bei der
Zusammensetzung des Eigenkapitals.
• Das harte Kernkapital, welches bisher lediglich 2% der RWA
betragen musste, wird erheblich aufgestockt werden:
Hartes Kernkapital: 4,5% der RWA
Zusätzliches Kernkapital: 1,5% der RWA
Kapitalerhaltungspuffer: 2,5% der RWA
=> 8,5% der RWA die in Kernkapital vorzuhalten sind (davon
allein 7% in Form von hartem Kernkapital)
Hinzu kommt noch Ergänzungskapital: 2% der RWA
Dies bedeutet, das Eigenkapital muss in Zukunft insgesamt mindestens 10,5% der RWA betragen
(unter Berücksichtigung des antizyklischen Kapitalpuffers
sogar bis zu 13%).
Liquiditätskennziffern
• Neue Richtlinien zum Thema Liquidität,
welche das Liquiditätsrisiko vermindern
und die Institute widerstandsfähiger
machen sollen:

1. LCR(LiquidityCoverageRatio)

2. NSFR(NetStableFundingRatio)
Kurzfristige Liquiditätsdeckungskennziffer:
Liquidity Coverage Ratio (LCR)
• stellt den Bestand an hoch liquiden Aktiva einem
stressbedingten Nettozahlungsmittelabfluss innerhalb
von 30 Tagen gegenüber.

• Die LCR soll sicherstellen, dass die Institute ihren
Zahlungsverpflichtungen in einer aufsichtlich
definierten Stressphase über einen Zeitraum von 30
Kalendertagen nachkommen können.
Berechnung:

Bestand an hoch liquiden Aktiva > 1
Abflüsse – Zuflüsse (unter Stress)


• Keine Anrechnung von Kredit- und Liquiditätslinien bei
andern Instituten als Zahlungsmittelzuflüsse

• Die Zahlungsmittelzuflüsse dürfen nur bis zu 75% der
Zahlungsmittelabflüsse berücksichtigt werden
_________________________
Längerfristige Refinanzierungskennzahl: Net Stable Funding Ratio (NSFR)
• Mittelfristige Strukturkennziffer mit einem Zeithorizont von einem Jahr

• Ziele:

Vermeidung von Refinanzierungslücken jenseits des 30-Tages-Horizonts
Abschwächen der starken Abhängigkeit von kurzfristigen Refinanzierungsquellen
Einschränken des Umfangs der Fristentransformation
Schaffung eines akzeptables Mindestmaßes an mittel- bis langfristig stabiler Refinanzierung

Bestand an stabiler Refinanzierung (Passiva) > 1
Erforderliche stabile Refinanzierung (Aktiva)
______________________________________________
Berechnung:
• Start Beobachtungsphase ab 2012
• Einführung Mindeststandard 2018
• Ab 2018 ist eine NSFR von > 100% einzuhalten



Die NSFR ist noch nicht endgültig überarbeitet!!!
Verschuldungsquote (Leverage Ratio)
• Das Verhältnis des Eigenkapitals eines Instituts zu den
nicht
risikogewichteten Aktiva

• Die Eigenkapitalunterlegung soll laut Basel III mindestens 3% der

nicht
risikogewichteten Aktiva betragen.
• Berechnung:

Kernkapital (Tier1) nach Basel III >0,03
nicht risikogewichtete Aktiva und außerbilanzielle Positionen
_______________________________________________________________

• Ziel:
Generelle Begrenzung des Verschuldungsgrads eines Instituts
Korrektur der Fehler bei der risikobasierten Eigenkapitalunterlegung

• Widerspruch zum wesentlichen Grundsatz des Basel II Rahmenwerks:
niedriges Risiko = niedrige Kapitalanforderungen
hohes Risiko = hohe Kapitalanforderungen
• Beobachtungsphase: 2011 bis 2017 beschlossen

• Ab 2013 findet quartalsweise eine Durchschnittsbetrachtung
der Verschuldungsquote statt:
Beobachtung der Verschuldungsquote im Verhältnis zu den
risikoadjustierten Kapitalanforderungen
• Prüfung:
Angemessenheit einer Leverage - Ratio von 3%?
Mögliche Verbesserungen in der Berechnungsmethodik?
Hartes Kernkapital oder Kernkapital als Bezugsgröße?
Migration in die verbindlichen Mindestanforderungen (Säule I)?
Folgen für die Sparkassen:
Maßnahmen zur Erreichung der einzelnen Anforderungen könnten sein:
Zur Erfüllung der Eigenkapitalanforderungen:

• Umschichtung im Depot A in Wertpapiere mit einem Risikogewicht von 0%
• Überprüfung der Beteiligungen an Finanzinstituten
• Umwidmung von stillen Vorsorgereserven nach § 340f HGB (falls vorhanden)
in Kernkapital
• Abbau von Kundenbeständen (strategisch keine Option)
• Reduzierung der Eigengeschäfte (Bilanzverkürzung)
Zur Einhaltung der kurzfristigen Liquiditätsdeckungskennziffer:

• Änderung des Bestands an hochliquiden Aktiva Umschichtungen im Depot A
Zur Einhaltung der längerfristigen Refinanzierungskennziffer:

• Das Eigengeschäft zukünftig langfristiger gestalten
• Refinanzierung über institutionelle Anleger mit Hilfe
langfristiger Papiere (Inhaberschuldverschreibungen,
Pfandbriefe, Sparkassenbriefe)
All diesen Maßnahmen sind zwei Dinge gemein:

1. Sie schränken die betroffenen Sparkassen in
Ihren geschäftspolitischen Entscheidungen ein.
2. Sie kosten Geld.
FAZIT
Strengere Regulierung als Reaktion auf die Finanzkrise ist notwendig.
Die Basel III Regelungen wurden für international tätige Großbanken entwickelt.
Die unangepasste Anwendung auf kleine regionale Institute ist problematisch:

1. Verteuerung von Mittelstandsfinanzierungen, wegen höherem
Kernkapitalaufwand.

2. Durch die NFSR wird die Fristentransformation eingeschränkt und
Langfristfinanzierungen für Unternehmen erschwert.

3. Generell werden durch die Liquiditätskennziffern Kapitalmarktfinanzierungen und
Kredite an größere Unternehmen, gegenüber Finanzierungen für KMU bevorzugt.

4. Sollte es für die Verbundbeteiligungen zu einem Eigenkapitalabzug kommen,
würde dies die Kreditvergabemöglichkeiten weiter einschränken.

Der Mittelstand und seine Kreditgeber haben die Finanzkrise nicht ausgelöst, sondern wesentlichen Anteil daran, dass die deutsche Wirtschaft sich vergleichsweise schnell wieder erholt hat.
Ausgerechnet diese beiden Gruppen werden durch Basel III über Gebühr belastet.

Komplexere Regulierungsmethoden stellen auch die nationalen Bankenaufsichten vor große Herausforderungen.
Hier bleibt abzuwarten ob diese in allen Ländern in gleicher Qualität gemeistert werden können.

Es ist davon auszugehen, dass einige große Marktteilnehmer schon jetzt nach Schlupflöchern in den neuen Regularien suchen.

Da Basel II die Finanzkrise nicht verhindern konnte, stellt sich die Frage ob eine verschärfte und erweiterte Überarbeitung der Regelungen ähnliche Krisen für die Zukunft ausschließen kann?
Bergwerk in Russland:
"Wir trinken nicht während der Arbeitszeit"
Vielen Dank für Eure
Aufmerksamkeit!
Überprüfung und Kontrolle der in Säule I genannten Maßnahmen
Geschieht durch die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk)
Muss zu jedem Zeitpunkt gegeben sein!
Die gegenwärtige und zukünftige Sicherstellung erfolgt durch:
1) Eine bankinterne Beurteilung der Risikosituation
und der angemessenen Eigenkapitalausstattung


=> Umsetzung durch internes Kontrollverfahren mit
internem Kontrollsystem und interner Revision
2) Ein Bank-individuelles Überprüfungsverfahren seitens
der Aufsichtsbehörde


=> Angewandtes Risikomanagement
=> Angemessene Eigenkapitalausstattung
3) Möglichkeit der Aufsichtsbehörde unmittelbar
in die Unternehmensführung einzugreifen


=> Eigenkapitalzuschläge
=> Veränderung der Risikostruktur des Kreditinstitutes
"Es gehört eindeutig zur primären Verantwortung der Geschäftsleitung, sicherzustellen, dass die Bank über angemessenes Eigenkapital zur Unterlegung ihrer Risiken verfügt"
Eine Nichteinhaltung kann weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen:


Abmahnung wegen einer gravierenden Beanstandung
Bußgelder
Entzug der Erlaubnis zum Betreiben von Bankgeschäften und dem Schließen der Geschäftsräume
Säule III - Offenlegungsanforderungen
Mit einer aussagekräftigen Offenlegung liefern die Banken den anderen Marktteilnehmern detaillierte Informationen, die eine wirksame Marktdisziplin fördern und stärken!
Umfangreiche Vorschriften für die qualitive und quantitative Offenlegung
Qualitativ:


Erörterung des institutseigenen Ansatzes zur Beurteilung der Angemessenheit der Eigenkapitalausstattung
Quantitativ:


Eigenkapital-Anforderungen für Kreditrisiken
Eigenkapital-Anforderungen für Marktrisiken
Eigenkapital-Anforderungen für operationelle Risiken
Eigenkapital-Anforderungen für Beteiligungspositionen
Gesamt- und Kernkapitalquote
Maßnahmen bei Nichteinhaltung:

=> Appell
=> Dialog mit der Geschäftsleitung
=> Rüge
=> Geldbußen
BASEL III
Abzugspositionen:

Abzug ausschließlich vom harten Kernkapital

Beteiligung an Finanzunternehmen und Instituten

Bei Sparkassen:
Die Beteiligung am jeweiligen Verband
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