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Opposition und Widerstand in DDR und BRD

Grundkurs Geschichte, 11. Jahrgang
by

Antonia Alscher

on 25 May 2014

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Transcript of Opposition und Widerstand in DDR und BRD

Wie zeigte sich Opposition und Widerstand in der DDR ?
Volksaufstand am 17.Juni 1953
nach Stalins Tod viele neue Reformen
→Versorgungslage verbessern und Fluchtwelle stoppen

SED beschließt Normerhöhung als Finanzierung der Reformen
→Berliner Bauarbeiter protestieren

erste Arbeitsniederlegungen und Demonstrationen am 16. Juni 1953

Ausruf zum Generalstreik ( über RIAS publiziert)
→ landesweiter Streik am 17.Juni 1953

ca. 500.000 streikende Arbeiter
um 13 Uhr: Ausnahmezustand verhängt
Einsatz von sowjetischen Panzern und Soldaten, sowie Volkspolizei
Opposition und Widerstand innerhalb der SED
mehr innerparteiliche Kontrollen
parteiliche Abweichungen hart bestraft
Beispiel:
Walter Harich
verfasste Flugblatt gegen SED
Verbindung mit westlichen Sozialdemokraten
→ Verhaftung der gesamte Gruppe

trotz Kontrollen immer wieder Oppositionelle innerhalb der SED
→wurden aus SED ausgeschlossen, kaum noch Karrierechancen
Fazit
Die Zwangsvereinigung von KPD und SPD
Die Zwangsvereinigung von KPD und SPD


frühere Sozialdemokraten aus Partei hinausgedrängt

SED in "
Partei neuen Typus
"

ab 1947
: schrittweise Gleichschaltung der Parteien




erste Volkskammerwahlen 1950 unter diesem "Motto"

Sieg der SED stand bereits vor Wahlen fest
→landesweiter Widerstand, vor allem von jungen Leuten
kirchlicher Widerstand
Kirche bleibt einzige
legale oppositionelle Kraft
dennoch sieht SED sie als Gegner
→angespanntes Verhältnis zwischen Staat und Kirche
zudem starke Unterdrückung durch Staat
→Verlust von Mitgliedern

aus Unterdrückung entstand auch Widerstand
protestierte gegen Wehrdienst, Wehrkundeunterricht und Aufrüsten in Ost und West
→immer mehr Friedensgruppen
→christliche Friedensbewegung
"Schwerter zu Pflugscharen"
→jährliche Friedensdekaden und Montagsdemonstrationen

junge Gemeinde:
Plattform für viele Jugendliche
große Oppositionsgruppe
1953
1961
1989
Opposition und Widerstand in der DDR
8. Mai 1945: SMAD gestattet in Berlin Gründung von Gewerkschaften

Bildung von KPD, SPD, CDU und LDPD

KPD Vereinigung mit SPD auf Drängen der SMAD

Uneinheitliche Reaktionen:

Abstimmung in West-Berlin (31.3.1946)
Vereinigung mit 82 % abgelehnt
Kurt Schuhmacher lehnte Vereinigung von Anfang an ab
Hoffnung durch Mehrheit bestimmend zu sein (SPD)
Gegner unter Druck gesetzt und verhaftet
Abstimmung in Ost-Berlin durch sowj. Besatzungsmacht verhindert
Bruch der SPD in Ost- und West- Berlin

21./22. April 1946: Vereinigung der KPD und SPD zur
SED
"Es muss alles demokratisch aussehen, aber wir müssen es jederzeit in der Hand haben."
(Walter Ulbricht, stellvertretende Vorsitzender der SED)
Jugend und Künstler als Oppositionelle

junge Leute verweigerten neu entstehende Diktatur

Widerstandsgruppen bildeten sich in der ganzen DDR

gegründete Studentenräte erhoben Widerstand
→Vorsitzende verhaftet und zu Zwangsarbeit verurteilt

1952: Studentenräte gleichgeschaltet und aufgelöst
→viele Intellektuelle verlassen DDR aus Protest

Proteste ließen nach, erst in 1970er Jahren neue Bewegungen
→Friedens- und Umweltbewegungen




"Die Gesamtheit verschiedener Bewegungen, die sich unter anderem aus politischen und religiösen Gründen gegen die SED- Diktatur in der DDR wendeten und gegen diese Aktivitäten unternahmen."


http://www.mauerfall-berlin.de/ddr/opposition-in-der-ddr/

http://www.mauerfall-berlinde/ddr/opposition-in-der-ddr/
Opposition und Widerstand
in DDR und BRD

Internetquellen:
http://www.zeitklicks.de/ddr/zeitklicks/zeit/politik/opposition/opposition-und-widerstand/
http://www.stimmen-der-opposition.de/
http://www.deutschegeschichten.de/zeitraum/themaindex.asp?KategorieID=1006&InhaltID=1631
http://www.goethe.de/lhr/prj/kal/wid/deindex.htm
http://www.bpb.de/mediathek/60xdeutschland/
http://www.ndr.de/geschichte/chronologie/fuenfzigerjahre/kampfdematomtod2.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Ohne_mich-Bewegung
http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-45964831.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Ostermarsch
http://www.ndr.de/geschichte/chronologie/sechzigerjahre/ostermarsch2.html
http://www.dw.de/hintergrund-die-gro%C3%9Fe-koalition-1966-1969/a-1741075-1
http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/serien/24039384_debatten_serie/25458537_debatten05/index.jsp
http://www.hdg.de/lemo/html/DasGeteilteDeutschland/KontinuitaetUndWandel/UnruhigeJahre/studentenbewegung.html
http://www.ndr.de/geschichte/chronologie/sechzigerjahre/spiegelaffaere101.html
http://www.hdg.de/lemo/html/DasGeteilteDeutschland/DieZuspitzungDesKaltenKrieges/UnzufriedeneRepublik/spiegelAffaere.html
http://www.spiegel.de/thema/68er_bewegung/
http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/68er-bewegung/
http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/geschichte-der-raf/49201/apo-und-studentenproteste
http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/68er-bewegung/51820/denkmodelle?p=all
http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/verbrechen/raf/
http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/geschichte-der-raf/

Die Vorläuferbewegungen
Brennpunkt "1968"
Zerfall der Bewegung
"Ohne mich"-Bewegung
6,9 %
"Ja"
74,6 %
"Nein"
"Unter bestimmten Voraussetzungen"
11 %
Umfrage aus dem Jahr 1950:
"Halten Sie es für richtig, dass Sie wieder Soldat werden bzw. Ihr Mann/ Ihr Sohn wieder Soldat wird?"
entstand in Nachkriegszeit
Gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands
Gegen die Westbindung
"Kampf dem Atomtod"
gegen die Ausrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen
ab 1957 (nach "Göttinger Erklärung")
Großdemonstrationen im April 1958 nach Beschluss des Bundestages für Aufrüstung (insgesamt ca. 1,5 Mio. Teilnehmer)
Schweigemärsche, Protest- kundgebungen, Arbeitsniederlegungen
Ostermärsche
erster Ostermarsch im Jahr 1960 von Atomgegnern in Hamburg
jedes Jahr mehr Demonstranten
Umbenennung 1963: "Kampagne für Abrüstung"
Themen:
Frieden
Abrüstung
totaler Waffenverzicht
Abb. 1
Abb. 2
Beginn der Studentenproteste
1965: Proteste an der FU Berlin
gegen Hausverbot des Schriftstellers Erich Kuby
Studentenvertretungen kritisierten verkrustete Strukturen an Hochschulen
Forderungen nach zeitgemäßen Lerninhalten, Chancengleichheit, bessere Lernbedingungen, Austausch von Lehrkräften mit NS-Vergangenheit
Motor der Studentenbewegung:
SDS (Sozialistischer Deutscher Studentenbund)
Die Große Koalition 1966
Bildung der großen Koalition nach Scheitern der Koalition CDU/CSU und FDP
Opposition hatte somit nur 10% der Abgeordneten
Regierung hatte nötige 2/3-Mehrheit für Verfassungsänderungen
Plan zur Einführung der Notstandsgesetze
Gesetze sahen
Einschränkungen der Grundrechte
für den Verteidigungs-, Spannungs- und Katastrophenfall sowie den inneren Notstand vor
Pläne bereits seit 1958
Regierung hatte erstmals nötige Mehrheit für Verabschiedung
Kritik
: Gefährdung der Demokratie, Parallelen mit Ermächtigungsgesetz
Spiegel-Affäre
Auslöser: Artikel "Bedingt abwehrbereit" (Ausgabe vom 10.10.1962):
kritischer Artikel des Journalisten Conrad Ahlers über das westdeutsche Verteidigungssystem
26.10.62: Durchsuchung der Spiegel-Redaktion, Festnahme mehrerer leitender Redakteure wegen Verdachts auf
Landesverrat
Massenproteste für Pressefreiheit und Demokratie folgen
Die APO
APO
:
A
ußer
p
arlamentarische
O
pposition
bezeichnet Bewegung, die unter anderem aus der Ostermarsch-Bewegung entstand
SDS wurde Mitte der sechziger Jahre Kernorganisation der APO
APO war daher zu dieser Zeit vor allem eine Studentenbewegung
Was ist von der Studentenbewegung der sechziger Jahre geblieben?
Der Springer-Konzern
Springer-Konzern: u.a. "Die Welt" und "Bild"
Proteste gegen den Konzern ab 1967:
"Enteignet Springer"

Vorwürfe:
Hetzkampagne gegen Studenten und Linke
einseitige, falsche, Berichterstattung über Studentenbewegung
Darstellung von SDS-Wortführern (z.B. Rudi Dutschke) als Staatsfeinde
Bedrohung der Pressefreiheit
Abb. 5
Der Vietnamkrieg
Proteste gegen Widerspruch zwischen
von USA angestrebter Freiheit und demokratischen Werten des Westens
tatsächlicher Kriegsführung der USA
außerdem Proteste gegen Unterstützung autoritärer Regime durch USA und BRD
Tod Benno Ohnesorgs
2.6.1967: Staatsbesuch des Schahs Persien in Berlin
Proteste und Zusammenstöße mit der Polizei:
26jähriger Student Benno Ohnesorg wurde von Polizei erschossen
Folge: radikalere Protestaktionen in zahlreichen Städten
Die Gesellschaft in der BRD
Kritik an fehlender
Aufarbeitung der NS-Zeit
ausschließliche Konzentration auf wirtschaftlichen Wiederaufbau
Forderung nach Austausch von ehemaligen Nationalsozialisten in hohen Ämtern
Kritik an
autoritärer Politik

Kritik an veralteten Moralvorstellungen (v.a. Sexualmoral) und Werten
Kritik an angepasster Gesellschaft
Wiederentdeckung des
Marxismus
Kritik an Überflussgesellschaft und Konsum
Attentat auf Rudi Dutschke
11.4.1968:
Mordanschlag
auf Rudi Dutschke
Josef Bachmann versuchte, Rudi Dutschke zu erschießen
Dutschke überlebte mit schweren Verletzungen (starb jedoch 1979 an den Spätfolgen)
Springer-Zeitungen
wurden für Anschlag mitverantwortlich gemacht
Hunderttausende demonstrieren in der BRD an den Osterfeiertagen
Radikalisierung
der Studentenbewegung
Redaktionen und Druckereien von Springer-Konzern werden gestürmt:
blutige Konfrontationen mit Polizei
Proteste gegen die Notstandsgesetze
Massenkundgebungen gegen Notstandsverfassung
11.5.1968: "Sternmarsch auf Bonn":
Zehntausende aus dem ganzen Land demonstrierten
Widerstand gegen die SED
Opposition und Widerstand in der DDR
erinnert viele an überwundene NS-Diktatur
vor allem junge Menschen
primär für Reformierung des politischen Systems
nahmen Überwachung, Haft und Ausbürgerung in Kauf
anhaltende Kontrolle und Unterdrückung gegen Proteste
Widerstand gegen die SED

Jugend und Künstler als Oppositionelle

Die Kirche zwischen Anpassung und Widerstand

Schlüsselereignisse:
17. Juni 1953

Friedliche Revolution 1989/1990
Die Kirche zwischen Anpassung und Widerstand
Schlüsselereignisse
Die friedliche Revolution 1989/1990
Jugend und Künstler als Oppositionelle
Die Ausbürgerung Wolf Biermanns
Wolf Biermann

15. November 1936 in Hamburg geboren
1953: Übersiedlung in DDR
ab 1960 veröffentlichte er eigene Lieder
1963: Ausschluss aus SED
1965 totales Auftritts- und Veröffentlichungsverbot in der DDR
1976: während Tournee in BRD, wurde seine Ausbürgerung beschlossen



große Proteste in Ost- und West
Appelle zur Rücknahme der Ausbürgerung
viele Künstler schlossen sich an
Wahlfälschungen am
7. Mai 1989
sorgten für große Proteste

immer mehr Demonstrationen und Proteste

→endgültige Beendigung: 8000 Bewaffnete erwarten 5000 Demonstranten

70.000
erscheinen → erstaunlich friedfertig

nach 4 weiteren Demo-Wochen:
Öffnung der Mauer
am
9.11.1989
viele wehrten sich gegen SED-Diktatur

traten für ihre Forderungen und Ziele ein

Opposition und Widerstand in vielen Bereichen vertreten

viele wichtige Gruppen und Netzwerke
Trotzdem: Verabschiedung der Notstandsgesetze am 30.5.1968
Abb 7
mit Verabschiedung der Notstandsgesetze verschwand gemeinsames Ziel
Kernziele nicht erreicht
interne Konflikte im SDS (formelle Auflösung 1970)
Zersplitterung der APO
Der kulturelle Umbruch
ab dem Anfang der 60er Jahre
musikalische Revolution (Beatles)
Beginn der sexuelle Revolution
Anti-Baby-Pille
Aufklärungsserien
DKP
"Deutsche Kommunistische Partei"
Gründung 1968
SPD
300.000 neue Mitglieder bis 1972
K-Gruppen
Frauenbewegung
orientiert am Maoismus
RAF
"Rote Armee Fraktion"
Beginn: Andreas Baader & Gudrun Esslin verübten Anschläge auf Kaufhäuser im April 1968
führende Mitglieder ab 1970: Baader, Esslin, Ulrike Meinhof, Horst Mahler
gegen Kapitalismus und den Staat
insgesamt 34 Tote und zahlreiche Verletzte durch Sprengstoffanschläge, Entführungen, Banküberfälle, Mordanschläge
Selbstauflösung 1998
Die Grünen
Gründung 1980
Hochschulreform
weiterhin Forderung nach einer Hochschulreform
verbreiteter Slogan: "Unter den Talaren - Muff von 1000 Jahren"
Protestformen
Demonstrationen
Happenings
Go-in
Teach-in
Sit-in
Flugblätter
später: auch gewaltsame Proteste
Der SDS
ehem. Studentenorganisation der SPD
Trennung des SDS von der SPD 1960 aufgrund von Uneinigkeit über SPD-Parteiprogramm
SPD distanzierte sich vom SDS
Literatur:
Bauß, Gerhard: Die Studentenbewegung der sechziger Jahre. Handbuch, Köln 1977
Wilms, Erhard (Hg.): Themen und Probleme der Geschichte. Deutschland seit 1945, Berlin 1995
Sattler, Frederike: Wirtschaftsordnung im Übergang: Politik, Organisation und Funktion der KPD/SED im Land Brandenburg bei der Etablierung der zentralen Planwirtschaft in der SBZ/DDR 1945-52. Berlin, 2002

Bildquellen:
Abb.1: http://www.planet-schule.de/typo3temp/pics/bc6bc5dbd4.jpg
Abb.2: http://archiv.magazin-forum.de/wp-content/uploads/2013/04/15-Das-warOstermarsch-1-610x277.jpg
Abb.3: http://www.ndr.de/geschichte/chronologie/sechzigerjahre/talare2_v-contentgross.jpg
Abb.4: http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/geschichte-der-raf/49201/apo-und-studentenproteste?type=galerie&show=image&k=3
Abb.5: http://www.taz.de/!13092/
Abb.6: http://www.deutschlandradiokultur.de/media/thumbs/4/462f52eaf1eb4445a47b09d73bfed7d5v2_max_440x330_b3535db83dc50e27c1bb1392364c95a2.jpg
Abb.7: http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/geschichte-der-raf/49201/apo-und-studentenproteste?type=galerie&show=image&k=1
London 1958
Abb. 3
Abb. 4
Abb. 6
Demonstranten versuchen, das Springer-Gebäude zu stürmen
"Sternmarsch auf Bonn"
Meinungen zum "Erbe der 68er"
„Ich behaupte hingegen, dass die Studentenrevolte, so sehr sie die träge gewordene deutsche Demokratie der Post - Adenauer - Ära herausgefordert und auch in ihrer Entwicklung beeinflusst hat, der Bundesrepublik Deutschland per saldo mehr Negatives als Positives vermittelt hat. (...) Natürlich gehört die Studentenrevolte zur Geschichte der Bundesrepublik, aber doch nicht zu ihrer Erfolgsgeschichte. Wenn diese Geschichte – auch dank der Wende von 1982 bis 1989 - einigermaßen erfolgreich verlief, so doch gewiß nicht wegen, sondern trotz der 68er Generation. Sie hat sich unbrauchbaren politischen Ideen verschrieben. Sie war politisch zum Teil realitätsblind. Sie hat das Thema und die Praxis der Gewalt in die Geschichte der Bundesrepublik eingebracht. Sie hat, verlängert in den neuen sozialen Bewegungen, einen einseitigen ideologischen, gelegentlich freilich auch phantasievollen Kampfstil verbreitet; auf ihn lässt sich nach Bedarf immer wieder zurückgreifen, mit Fairneß und Toleranz hat er jedoch nichts zu tun. Sie hat Autoritäten zerfleddert, aber nichts Neues an ihre Stelle setzen können. Sie hat alle Tabus, ohne die eine humane Gesellschaft nicht auskommen kann, zur Verletzung freigegeben.
Es ist darum sehr die Frage, ob die 68er außer einem naiven Pazifismus wirklich Wesentliches zur Humanisierung und Zivilisierung unserer Gesellschaft beigetragen haben. Ich befürchte das Gegenteil.“
in: DIE ZEIT Nr.15 vom 9.4.1993

„Das Jahr 1968 hat in der Bundesrepublik alles verändert
(...). Auch wenn die APO in ihren unmittelbaren politischen
Zielsetzungen fast überall gescheitert ist, so hat sie die
Einstellungen, Haltungen und Mentalitäten doch nachhaltig
verändert (...). Politisches Handeln ist nicht länger
mehr obrigkeitsstaatlich geprägt und auf Regierungen,
Parlamente und Parteien beschränkt. Selbstinitiative,
Mündigkeit, Zivilcourage, Nonkonformismus und kollektive
Verantwortlichkeit haben einen unverzichtbaren Stellenwert
erhalten.
Am 3. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit, hat der
damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker erklärt:
„Die Jugendrevolte am Ende der sechziger Jahre trug
allen Verwundungen zum Trotz zu einer Vertiefung des
demokratischen Engagements in der Gesellschaft bei.“
in: Wolfgang Kraushaar, „1968 – das Jahr, das alles verändert hat" 1998, S. 323 f.
„Der größte Fehler dieser Bewegung ist, dass ihre Führer am Ende einer im Kern totalitären Ideologie verfallen sind. Das bleibt unverzeihlich und war auch ein Bruch mit den basisdemokratischen Anfängen der Bewegung. Beides hat diese Bewegung ausgemacht: der gerechtfertigte Protest am Anfang und die Verirrung in eine totalitäre Ideologie am Ende. Ich meine damit den Maoismus und die RAF. Eine anderer schwerer Defekt war der Verlust von Toleranz und Diskussionskultur. Ich weiß noch, wie erstarrt ich war, als Hans-Joachim Lieber das Mikrophon entrissen wurde. Da war zum ersten Mal eine Grenze überschritten. Später hat man gar nicht mehr diskutiert, sondern Andersdenkende als Faschisten beschimpft. (...) Es war nie zu rechtfertigen, dass Professoren mit Gewalt am Reden gehindert oder aus ihren Seminaren herausgetragen wurden."
Peter Schneider (Wortführer und Organisatoren der Berliner Studentenbewegung)
http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/68er-bewegung/52091/kurzer-sommer-lange-wirkung
Entstehung der Protestbewegung
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