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Erving Goffman: Wir alle Spielen Theater. Die Selbstdarstellung im Alltag

Kernkonzepte und Begriffe des wohl bekanntesten Buches von Goffman
by

Esther Knoth

on 11 June 2010

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Transcript of Erving Goffman: Wir alle Spielen Theater. Die Selbstdarstellung im Alltag

Darstellung Interaktion Rolle Ensemble Fassade AUSDRUCK
kOMMUNIKATION
gESTALTUNG
iDEALISIERUNG
Ausdruckskontrolle
mYSTIFIKATION Wieweit glaubt der Einzelne an den Anschein der Wirklichkeit?
AUFRICHTIGER rOLLENINHABER
zYNISCHER rOLLENINHABER Vertraulichkeit dramatische
Interaktion Realitätseindruck Ensemblemitglied Publikum Regisseur eRSCHEINUNG vERHALTEN bÜHNENBILD vORDERBÜHNE hINTERBÜHNE Sonderrollen
Kommunikation
ausserhalb
der Rolle " "Für die Zwecke unserer Untersuchung kann INTERAKTION (das heißt unmittelbare Interaktion) grob als der wechselseitige Einfluss von Individuen untereinander auf ihre Handlungen während ihrer unmittelbaren physischen Anwesenheit definiert werden. EINE Interaktion kann definiert werden als die SUMME von Interaktionen, die auftreten, während eine gegebene Gruppe von Individuen ununterbrochen zusammen ist" (S. 18) "Eine Darstellung (perfomance) kann als die Gesamttätigkeit eines bestimmten Teilnehmers an einer bestimmten Situation definiert werden, die dazu dient, die anderen Teilnehmer in irgend einer Weise zu beeinflussen." (S. 18) "Das vorherbestimmte Handlungsmuster, das sich während einer Darstellung entfaltet und auch bei anderen Gelegenheiten vorgeführt oder durchgespielt werden kann, könne wir ROLLE (part) nennen. (...)
Wenn wir die Ausübung von Rechten und Pflichten definieren, die mit einem bestimmten Status verknüpft sind, dann können wir sagen, dass eine soziale Rolle eine oder mehrere Teilrollen umfasst und dass jede dieser verschiedenen Rollen von dem Darsteller beim einer Reihe von Gelegenheiten vor gleichartigem Publikum oder vor dem gleichen Publikum dargestellt werden kann." (S. 18) Sie glauben an den Eindruck, den ihre eigene Vorstellung hervorruft Dieser Darsteller ist nicht von seiner eigenen Rolle überzeugt und nicht ernsthaft an den Überzeugungen seines Publikums interessiert. Der Ausdruck, den man ausstrahlt
"(...)umfasst einen weiten Bereich von Handlungen, die von den anderen als aufschlussreich für den Handelnden aufgefasst werden, soweit sie voraussetzen können, dass diese Handlungen aus anderen Gründen als denen der Information unternommen wurden. Wie wir sehen werden, besitzt diese Unterscheidung nur anfangs Gültigkeit." (S. 6) Kommunikation im eigentlichen Sinn
"(...) Wortsymbole und ihre Substitute, die der Einzelne eingestandenermaßen und ausschließlich dazu verwendet, diejenigen Informationen zu vermitteln, die er und die anderen mit diesen Symbolen verknüpfen." (S. 6) "So findet sich der Einzelne häufig im Widerstreit zwischen Ausdruck und Handeln. Gerade diejenigen, die genügend Zeit und Talent haben, eine Aufgabe gut zu erfüllen, haben manchmal deswegen weder die Zeit noch das Talent, anderen vorzuführen, wie gut sie sie erfüllen." (S. 32) "Die Tendenz der Darsteller, beim Publikum einen auf verschiedene Arten idealisierten Eindruck zu erwecken. (...)
Der Einzelne wird sich also bei seiner Selbstdarstellung vor anderen darum bemühen, die offiziell anerkannten Werte der Gesellschaft zu verkörpern und zu belegen, und zwar in stärkerem Maße als in seinem sonstigen Verhalten." (S. 35) "Wenn jemand in seiner Darstellung bestimmten Idealen gerecht werden will, so muss er Handlungen, die nicht mit ihnen übereinstimmen, unterlassen oder verbergen. Ist ein unangemessenes Verahlten - was häufig vorkommt - in irgend einer Weise in sich selbst befriedigend, wird ihm meinstens insgeheim stattgegeben; so braucht der Darsteller nicht darauf zu verzichten." (S 40)
"Ich habe schon darauf hingewiesen, dass der Darsteller dazu neigt, diejenigen Handlungen, Sachverhalte und Motive zu verbergen oder wenigstens abzuschwächen, die mit der Idealisierung seiner selbst oder seines Produkts unvereinbar sind. Darüber hinaus erweckt der Darsteller beim Publikum oft den Glauben , er sei mit ihm durch weniger materielle Bander verknüpft, als es oft der Fall ist." (S. 46) "Auf Grund eben dieser Neigung des Publikums, Zeichen zu deuten, kann es die Hinweise missverstehen oder zufällige beziehungsweise versehentliche Gesten und Ereignisse, die nach dem Willen des Darstellers keinerlei Bedeutung übermitteln sollten, falsch interpretieren." (S. 48) "Als menschliche Wesen sind wir allem Anschein nach Kreaturen mit variablend Impulsen, mit Stimmungen und Energien,die sich von einem Augenblick zum nächsten verändern. Als Persönlichkeiten vor einem Publikum dürfen wir uns jedoch nicht unseren Hoch- und Tiefpunkten hingeben. (...) Eine gewisse Reglementierung des Geistes wird erwartet, so dass man sich darauf verlassen kann, dass wir jederzeit eine vollständig homogene Darstellung bieten." (S. 52 f.) "Allgemein gilt Einschränkung des Kontakts, also die Wahrung der sozialen Distanz, als Methode (...) um den Darsteller beim Publikum in einem Zustand der Mystifikation zu halten." (S. 62 f.) "Natürlich wird das Publikum selbst häufig an der Wahrung der sozialen Distanz mitarbeiten, indem es - von ehrfürchtiger Scheu vor der dem Darsteller zugeschriebenen Integrität erfüllt - resprektvoll Abstand hält." (S. 64) Denunziant
Claquer
Kontrolleur
Spion
Vermittler
Unperson
Wartungsspezialist
Vertrauter
Kollege
Überläufer Behandlung von Abwesenden Regieanweisungen/ Inszenierungsgespräche Ensemble-Verschwörungen Neugruppierungen "Woraus auch immer das menschliche Bedürfnis nach sozialem Kontakt und Geselligkeit entsteht, es scheint sich in zwei Formen auszuwirken: dem Bedürfnis, ein Publikum zu haben, vor dem man sein zur Schau getragenes Selbst ausprobieren kann, und dem Verlangen nach Ensemblegenossen, mit denen man sich verschwörerischer Vetraulichkeit und der Entspannung hinter der Bühne hingeben kann. An dieser Stelle aber wird der theoretische Rahmen unserer Untersuchung zu starr, um die Tatsachen, auf die er hinweist, fassen zu können. Zwar sind jene beiden Funktionen, die die anderen für uns erfüllen können, im allgemeinen getrennt (...), aber ohne Zweifel gibt es Gelegenheiten, bei denen sie nahezu gleichzeitig von denselben Personen erfüllt werden." (S. 187) "Unter Fassade verstehe ich also das standartisierte Ausdrucksrepertoire, das der Einzelne im Verlauf seiner Vorstellung bewusst oder unbewusst anwendet." (S. 23) Szenische Komponenten des Ausdrucksrepertoires (vgl. S. 25) "Der Begriff ERSCHEINUNG bezieht sich dabei auf die Teile der persönlichen Fassade, die uns über den sozialen Status des Darstellers informieren. Zugleich werden wir durch sie über die augenblickliche Situation des Einzelnen unterrichtet, das heisst darüber, ob er in einer formellen gesellschaftlichen Rolle agiert, ob er arbeitet oder sich zwanglos erholt." (S. 25) "Mit VERHALTEN sind dann die Teile der persönlichen Fassade gemeint, die dazu dienen, uns die Rolle anzuzeigen, die der Darsteller in der Interaktion zu spielen beabsichtigt." (S. 25) "Wenn wir eine bestimmte Darstellung als Bezugspunkt wählen, wird es sich manchmal empfehlen, für die Region, in der die Vorstellung stattfindet, den Ausdruck VORDERBÜHNE zu verwenden. Das feststehende Zeichenrepertoire dieser Region ist bereits unter dem Titel BÜHNENBILD als Teil der Fassade identifiziert worden. (...) Die Darstellung des Einzelnen auf der Vorderbühne kann man als Versuch ansehen, als wolle er den Eindruck erwecken, seine Tätigkeit in dieser Region halte sich an gewisse Normen." (S. 100)
Höflichkeit -> Behandlung des Publikums
Anstand -> Verhalten in Anwesenheit des Publikums "Die Hinterbühne kann definiert werden als der zu einer Vorstellung gehörige Ort, an dem der durch die Darstellung hervorgerufene Eindruck bewusst und selbstverständlich widerlegt wird. Ein solcher Ort hat natürlich viele charakteristische Funktionen. Hier kann das, was eine Vorstellung hergibt, nämlich etwas außerhalb ihrer selbst Liegendes auszudrücken, erarbeitet werden; hier werden Illusionen und Eindrücke offen entwickelt." (S. 104) "Ich werde den Ausdruck Ensemble (team) für jede Gruppe von Individuen verwenden, die gemeinsam eine Rolle aufbauen." (S. 75)
"Ein Ensemble kann also definiert werden als eine Gruppe von Individuen, die eng zusammenarbeiten muß, wenn eine gegebene Situationsbestimmung aufrechterhalten werden soll." (S. 96) "Wenn wir Interaktionen als eine Dialog zwischen zwei Ensembles behandeln, wird es in manchen Fällen geboten sein, ein Ensemble als die Darsteller und das andere als die Zuschauer oder das Publikum zu bezeichnen und vorübergehend außer Acht zu lassen, dass aus das Publikum eine Ensembledarstellung bietet. (...)
In solchen Fällen empfiehlt es sich, das Ensemble, das die Kontrolle über das Bühnenbild hat, das Darstellerensemble zu nennen, und das andere das Publikum zu nennen. Außerdem sollte dasjenige Ensemble, das mehr Handlung zur Interaktion beiträgt oder den dramatisch ausgeprägteren Part spielt bzw. Tempo und Richtung für beide Ensembles bestimmt, als Darsteller bezeichnet werden." (S. 86) "Wenn man eine Ensemblevorstellung untersucht, stellt man häufig fest, dass irgendjemandem das Recht übertragen wird, die dramatische Handlung zu regeln und zu dirigieren. (...)
In vielen Darstellungen müssen zwei wichtige Funktionen erfüllt sein, und wenn das Ensemble einen Regisseur hat, wird man ihm oft die Verantwortung dafür auferlegen." (S. 90 f.)
Mögliche Pflichten des Regisseurs:
1. Ensemblemitglieder, die unpassende Darstellungen zeigen zu korrigieren
2. Verteilung der Rollen und der Fassaden "Unter Ensemblemitgliedern braucht das Privileg der Vertraulichkeit - einer Art von Intimität ohne Wärme - nicht organischer Natur zu sein und muss sich nicht allmählich während gemeinsam verbrachter Zeit entwickeln, es kann sich um eine formalisierte Beziehung handeln, die automatisch angeboten und angenommen wird, sobald der Einzelne in das Ensemble eintritt." (S. 78) "Ein Ensemblemitglied ist jemand, auf dessen dramaturgische Mitarbeit man bei der Darstellung einer Situation angewiesen ist." (S. 78) "Da jedes Ensemble seine Rolle für das andere spielt, kann man von dramatischer Interaktion statt von dramatischer Handlung sprechen, und wir dürfen diese Interaktion nicht als ein Potpourri betrachten, das so viele Stimmen hat, wie es Teilnehmer gibt, vielmehr als einen Dialog und ein Zusammenspiel zwischen zwei Ensembles." (S. 85) Vergleich zwischen Ensembledarstellungen und Ein-Mann-Darstellungen:
"An die Stelle einer vielseitigen Situationsbestimmung muss die Realität auf eine magere Parteilinie reduziert werden, denn es ist zu erwarten, dass die gemeinsame Bestimmung der Situation den verschiedenen Mitgliedern des Ensembles in unterschiedlichem Grade entspricht.
(...) Um jenen Realitätseindruck zu schützen, kann von den Ensemblemitgliedern verlangt werden, dass sie keine öffentliche Meinungsäußerung abgeben; bevor die offizielle Stellung des Ensembles einmal festgelegt ist, können alle Mitglieder verpflichtet werden, sich nach ihm zu richten." (S. 80 f.) Erving Goffman
Wir alle spielen Theater
Die Selbstdarstellung im Alltag
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