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Schlechte Zeit für Lyrik - Interpretation

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Angelina Gevenko

on 17 April 2013

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Transcript of Schlechte Zeit für Lyrik - Interpretation

Schlechte Zeit für Lyrik Bertolt Brecht Ich weiß doch: nur der Glückliche
Ist beliebt. Seine Stimme
Hört man gern. Sein Gesicht ist schön.

Der verkrüppelte Baum im Hof
Zeigt auf den schlechten Boden, aber
Die Vorübergehenden schimpfen ihn einen Krüppel
Doch mit Recht.

Die grünen Boote und die lustigen Segel des Sundes
Sehe ich nicht. Von allem
Sehe ich nur der Fischer rissiges Garnnetz.
Warum rede ich nur davon
Dass die vierzigjährige Häuslerin gekrümmt geht?
Die Brüste der Mädchen
Sind warm wie ehedem. Schlechte Zeit für Lyrik In meinem Lied ein Reim
Käme mir fast vor wie Übermut.

In mir streiten sich
Die Begeisterung über den blühenden Apfelbaum
Und das Entsetzen über die Reden des Anstreichers.
Aber nur das zweite
Drängt mich zum Schreibtisch. Bertolt Brecht * 10.02.1898 in Augsburg

† 14.08.1956 in Ost-Berlin

schrieb "Schlechte Zeit für Lyrik" 1939 in Dänemark aus dem Exil

1933: geflohen - Prag, Wien, Zürich, Carona (Schweiz) und Paris

1933: seine Bücher wurden verbrannt

1935: seine deutsche Staatsbürgerschaft wurde aberkannt Historischer Kontext 1929:
Weltwirtschaftskrise 1930:
Stimmenzuwachs
für NSDAP 1933:
Hitler kommt an die Macht
Einführung der schwarzen Liste
Bücherverbrennung Bertolt Brecht: Über reimlose Lyrik mit unregelmäßigen Rhythmen (1938/39) - Reime, regelmäßige Rhythmen: „einschläfernd“ und nicht wie gewünscht „[Aufmerksamkeits-]erregend“

- Unregelmäßigen Rhythmen: die Gedanken bekommen die ihnen entsprechenden eigenen emotionellen Formen

- Vorbild: das Volk (z.B. „Berliner Straßenhändler“) sowie der Sprechgesang im Theater

- Verzicht auf Feierlichkeit Welche Funktion soll Kunst haben? Menschen aufklären (z.B. über gewalttätigen Charakter der NSDAP)

künstlerische Verarbeitung des Schicksals

künstlerische Betätigung als Akt des Widerstands

macht Menschen geistig autonom, Bejahung des eigenen Menschentums
(„Sie konnten uns den Kopf scheren, sie konnten uns den Namen nehmen und uns dafür eine Nummer geben, aber sie konnten dennoch den Menschen in uns nicht töten“) Kann man in schlechten Zeiten eine positive Ausstrahlung behalten? unmöglich bei harter Arbeit und schlechten Bedingungen („schlechter Boden“)

unangebracht, sich dem Schönen zu widmen

optimistisches Denken, Mitmenschen Mut und Hoffnung machen (In Zeiten der NSDAP unmöglich)

Trotz allem: Widerstand

Fazit: Brecht hat das Beste aus seiner Situation gemacht, in dem er versucht hat, den Menschen ihre oberflächliche Sichtweise zu nehmen Darf man in schlechten Zeiten über Gutes schreiben? für Brecht scheint es unmöglich, auch wenn er es gerne täte (innerer Konflikt)

unpassend und egoistisch das Schlechte zu verdrängen

vollkommen positive/ kitschige Gedichte würden „provozierend“ wirken

durch positive Gedichte an das Gute erinnert werden, und eine Vorstellung davon bekommen, wie es bald wieder sein könnte

Fazit: abhängig von Aussichtslosigkeit der Situation Quellen http://www.berliner-zeitung.de/newsticker/was-kann-literatur-bewirken--,10917074,10929524.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechte_Zeit_f%C3%BCr_Lyrik
http://www.abipur.de/referate/stat/638404060.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechte_Zeit_für_Lyrik
http://www.abipur.de/referate/stat/638404060.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Bertolt_Brecht

Lyrik des Exils (Reclam)

Bertolt Brecht – Über reimlose Lyrik mit unregelmäßigen Rhythmen (1938/39)

Königs Erläuterungen Spezial: Brecht

Jan Knopf - Bertolt Brecht (Reclam) Ich weiß doch: nur der Glückliche

Ist beliebt. Seine Stimme

Hört man gern. Sein Gesicht ist schön. Der verkrüppelte Baum im Hof

Zeigt auf den schlechten Boden, aber

Die Vorübergehenden schimpfen ihn einen Krüppel

Doch mit Recht. Die grünen Boote und die lustigen Segel des Sundes

Sehe ich nicht. Von allem

Sehe ich nur der Fischer rissiges Garnnetz.

Warum rede ich nur davon

Daß die vierzigjährige Häuslerin gekrümmt geht?

Die Brüste der Mädchen

Sind warm wie ehedem. In meinem Lied ein Reim

Käme mir fast vor wie Übermut. 1. Strophe 2. Strophe 4. Strophe 5. Strophe In mir streiten sich

Die Begeisterung über den blühenden Apfelbaum

Und das Entsetzen über die Reden des Anstreichers.

Aber nur das zweite

Drängt mich zum Schreibtisch. 3.Strophe Bertolt Brecht - Schlechte Zeit für Lyrik (v. 1939) 5 Strophen

unterschiedlich viele und unregelmäßig lange Verse

kein festes Versmaß

Sprache: nüchtern - besondere Ausschmückungen fehlen, einfacher Aufbau - Leser soll sich nur auf den Inhalt konzentrieren

Lyrisches Ich: Bertolt Brecht beliebt, gern gehört, schön Brecht ist bewusst, welche Folgen sein kritisches Schreiben hat: er macht sich dadurch bei vielen Leuten unbeliebt oberflächlich von Menschen,
sich nur dem Glücklichen
zuzuwenden Realität, Brecht Nationalsozialisten, politische Situation andere Bürger und
somit "Opfer" der
pol. Situation Brecht wird von der pol. Situation sehr beeinflusst und kann deshalb keine harmonischen Gedichte über die Schönheit der Natur verfassen Idylle Idyllisches Bild zerstört durch Realität harte Arbeit, schlechte Bedingungen Brecht fragt sich selbst, warum er nur das Negative sieht, wenn es auch Positives gibt schön Hitler Innerer Konflikt zwischen der Begeisterung über Schönheit der Natur und dem Entsetzen über die politische Situation, die sich auf sein Schreiben auswirkt Innerer Konflikt
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