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Thomas Mann: „Mario und der Zauberer“

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Alex B.

on 26 April 2014

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Transcript of Thomas Mann: „Mario und der Zauberer“

Thomas Mann: „Mario und der Zauberer“
Strand
( S. 25 - 29)

Hotelveranda
(S. 13 -15 )
allgemeine gereizte Stimmung; Erzähler lässt sich von feindlicher Atmosphäre anstecken
=> Scheu des Erzählers bei Ungerechtigkeiten; sichere Distanz des passiven Beobachters
Fuggièros 'Drama' am Strand: der Krebsbiss (Wissenschaft schafft es nicht gegen das irrational aufgeheizte gesellschaftliche Klima im Land anzukommen)
=> Patriotismus herrscht am Strand
1. Höhepunkt: „Schamwidrigkeit“ am Strand
italienisches Volk fordert Bestrafung
=> Gefahren des wachsenden Nationalismus treten zu Vorschein, da von „Zucht und Sitte“ (S. 27) die Rede ist
Bestrafung durch Behörden erfolgt: Geldstrafe
=> Behörde ist ausführendes Organ des mächtiger werdenden Nationalismus
Erzähler bezahlt das Geld
=> behält Ärger für sich
Hotel
(S. 15 - 19 )
Kellner verwehren Erzähler und seiner Familie das Essen auf der Hotelveranda
Familie wird an einen ungemütlicheren Essplatz verwiesen
=> Kellner unterscheiden hierbei strikt zwischen Italienern und Touristen (S. 14: "unser[e] Kundschaft")
Verhalten wird nicht begründet
=> Erzähler verzichtet auf klärende Aussprache
Historischer Kontext
geboren am 06.06.1875 in Lübeck (Deutschland)
gestorben am 12.08.1955 im Alter von 80 Jahren
zählt zu den bedeutendsten Erzählern deutscher Sprache im 20. Jahrhundert
erhält für seinen ersten Roman "Buddenbrooks"(1901) Nobelpreis für Literatur
verarbeitet Eindrücke aus Italien in "Mario und der Zauberer" (1930)
Novelle basiert auf wahren Ereignissen, bis auf Tod Cipollas
Psychologie der Massen
traditionelle Erzählweise (Erzähltechnik des 19. Jahrhunderts)
auktorialer Ich-Erzähler
berichtet nicht nur, sondern kommentiert und bewertet auch
Erzähler aufgespalten in erlebendes und erzählendes Ich
Erzähltechnik
1914: Beginn des 1. Weltkriegs
Italien als Geburtstätte des Faschismus
Mussolini als "Duce" an der Spitze (1921)
Thomas Mann besucht 1926 Italien (Forte dei Marmi)
drei Jahre später (1929) schreibt Mann "Mario und der Zauberer" an der Ostsee; 1930 erscheint die Novelle
=> Anbahnender Faschismus in Deutschland prägt sein schreiben und bietet passende Atmosphäre
Cipollas Veranstaltung
Ereignisse vor Cipollas Auftritt
Hintergründe
Cipolla
Thomas Mann
Erste Hälfte & Pause
Zweite Hälfte und Ende
Inhaltsverzeichnis
- Der Inhalt
- Ereignisse vor Cipollas Auftritt
- Der Auftritt
- Hintergründe
- Figurenkonstellation
- Merkmale der Novelle
- Veknüpfungspunkte
- Quellen

Quellen:
Einleitung
(Exposition)
1. Höhepunkt
2. Höhepunkt,
Wendepunkt
entspannender Ausklang
wegen Keuchhusten Aufforderung zum Verlassen des Hotels
=> demütigende Ausgrenzung
Keuchhusten nicht ansteckend; Hotelanagement besteht dennoch auf Auszug der Familie
=> Erzähler weicht einer Auseinandersetzung aus und zieht in Pension "Eleonora"
=> Einschätzung des Mediziners irrelevant für die Entscheidung; Grechtigkeitssinn, Vernunft, Wissenschaft nicht entscheidend
alle drei Episoden verbieten der Familie Sinnlichkeit (Hotelveranda) und Körperlichkeit (Keuchhusten, Nacktheit)
Ausdruck des Individuellen gegen Uniformität der Gesellschaft
=> faschistische Gesellschaft will absolute Kontrolle über den Einzelnen
Aufbau der Novelle:
Cipolla als Repräsentant der totalitären und autoritären Staatsform
Ankünfigung Cipollas durch Plakate
Weg zum Veranstalltungsort:
"nichts Besseres eigentlich als eine allerdings geräumige Bretterbude" (S.34)
=> Zwielichtigkeit seines Auftritts
"vom Feudalen über das Bürgerliche ins Volkstümliche" (S. 33)
=> anderes gesellschaftliches Milieu
Heterogenität des Publikums:
=> Verführbarkeit
aller
Menschen; Cipolla als allgemeine Gefahr
Von Renya Ismail und Alex Babicz
Erscheinungsbild Cipollas
alter, gebrechlicher Mann
"Abendstraßeneleganz" (S. 39)
gekrümmter Rücken
stolzer und ernster Eindruck
"Würde und Selbstgefälligkeit" (S. 40)
Überheblichkeit und Lässigkeit
Peitsche als Zeichen dafür, dass er seinen Willen (auch mit Gewalt) durchsetzt
Aufsässiger Fischerjunge
Zaubertricks
(Rechenspiel und Kunststücke)
erster Wortwechsel zwischen Cipolla und dem Publikum erfolgt durch ironische Begrüßung des Fischerjungen
Cipolla bringt den Jungen durch Manipulation zum Austrecken der Zunge
=> ersten machtkampf entscheidet Cipolla für sich
Cipolla hällt daraufhin eine Rede, in der er von Eloquenz und Bildung überzeugt (Hypotaktischer Satzbau und Fremdwörter)
Bekennung zum Patriotismus: Cipolla erinnert stolz vor dem "Bruder des Duce" (S. 47) (Bruder des Führers Mussolini) aufgetreten zu sein
Publikum hegt Bewunderung für den Hypnotiseur
Figurenkonstellation
Vier Fragen an den Kurs:
in Torre
im Veranstalltungssaal
feindlich, unangenehm
freundlich, angenehm
Familie aus Deutschland
Erzähler
Ehefrau
Tochter
Sohn
Hotel:
Arzt
Pension Eleonora:
Signora Angiolieri
andere Gäste
stehen hinter der Familie
nimmt Familie gastfreundlich auf
diagnostiziert den Keuchhusten als ungefährlich
Behörde:
höherer Beamter
verhängt Bußgeld
Hotel:
Kellner
Fürstin aus Rom
Direktor
fürchtet um ihre Gesundheit
verweigert Platz auf Veranda
nötigt Familie zum Auszug
Strand:
Fuggièro
Kinder und Erwachsene
Herr im Schniepel
Vertreter der Behörde
nervt mit seiner Wehleidigkeit
empören sich über die Nacktheit der Tochter
meldet die "Schamwidrigkeit"
verurteilt die "Tat"
Cipolla
Erzähler
Ehefrau
Sohn
Tochter
junger Mann
ältere Dame
Soldat
Herr aus Rom
Mario
junger Fischerbursche
junger Herr in vorderster Reihe
Frau Angiolieri
Herr Angiolieri
betrachtet alles und speziell Cipolla aus großer Distanz
lässt ihn zu einem Brett erstarren
suggeriert ihr Reise nach Indien
suggeriert ihm steifen Arm
will standhaft bleiben
bringt ihn zum tanzen
hypnotisiert ihn
erschießt ihn
begehrt zwei Mal auf
bezwingt ihn zwei Mal
will eigenen Willen bewahren
zwingt ihm seinen Willen auf
hypnotisiert sie und erweist sich als Hellseher
demütigt ihn durch Kunststück an der Ehefrau
Merkmale der Novelle
Novelle
Realitätsbezug der Handlung:
konkreter Orts- und Zeitbezug, autretende Personen mit Namen und (Vor-)geschichte
Neuigkeitscharakter des Erzählten: Schüsse auf Cipolla
Konzentration auf einen Grundkonflikt: Macht und Ohnmacht zwischen den Menschen
Handlung basiert auf psychologischen Vorgängen: (sozial-)psychologische Phänomene während der Zauberveranstaltung
Konzentration auf wenige Figuren: Familie des Erzählers, Cipolla, ein paar Italiener
geschlossene Handlung; straffe Handlungsführung; keine Nebenhandlung; deutlich ausgewiesenes Ende: Handlung führt zielstrebig und ohne Nebenhandlungen auf die Katastrophe am Ende, die Schüsse auf Cipolla, zu
Aufbau ähnelt Dramenstruktur: strenger Aufbau mit Exposition, Haupthandlung, Höhe-/Wendepunkt und Schluss
Verknüpfungspunkte mit anderen Werken
Verarbeitung von autobiografischem Inhalt:
Koeppen: "Tauben im Gras"
Ähnlicheiten zur Dramenstruktur
Goethe: "Iphigenie auf Tauris"
Schiller: "Kabale und Liebe"
personaler Erzähler (teils vorhanden in):
Koeppen: "Tauben im Gras"
Roth: "Hiob"

Erlebendes und erzählendes Ich
zeitlich voneinander getrennte Erzählinstanzen
jetziges Subjekt -> erlebendes Ich steht mitten in der Handlung
früheres Objekt -> erzählendes Ich blickt auf das Erzählte zurück (Standort außerhalb der erzählten Welt)
Verhältnis zwischen erlebendem und erzählendem Ich
- ein Beispiel -
Handlungszeit:
außerhalb der Handlungszeit:
Erzähler
(als erzählendes Ich)
versucht, im nachträglichen Rücblick Klarheit zu gewinnen über
Cipolla
Publikum
Erzähler (als erlebendes Ich)
Erzähler spaltet sich in Subjekt (=erlebendes Ich) und Objekt (=erzählendes Ich) auf, beobachtet sich selbst und versucht sich durch Reflexion besser zu verstehen
1895: "Das Standardwerk der Massenpsychologie" von Gustave Le Bon -> thematisiert das Verhalten von Menschenmassen
zentraler Aspekt: Wechselbeziehung zwischen Führer und Masse
Führer: selbstsicherer Tatmensch, der andere durch seinen Willen manipuliert und kontroliert; wichtigstes Merkmal: Ansehen und Charisma
Masse: von Gefühlen und Emotionen geprägt -> manipulierbar
große Gewaltbereitschaft um mögliche Widerstände zu verhindert
=> symoblisiert durch Cipollas Peitsche
aus zivilsierten Menschen wird eine unbereschenbare Kraft
Erneutes Intermezzo mit dem Fischerburschen
Fischerbursche versucht als "Ritter seines Heimatstädtchens" (S. 55) den Spott des Zauberers zu beenden
=> Spannung steigt
Cipolla zwingt den Fischerburschen allein durch seinen Blick seinen Willen auf; Bursche geht zu Boden (scheinbare Magenkrankheit)
=> Zauberer erringt Sieg über Vertreter des Publikums / über alle Zuschauer
Beginn des Rechenspiels:
ofizielle Eröffnung des Abendprogramms durch ein Rechenspiel
-> misslingt jedoch, da zwei Männer aus Torre nicht schreiben können
=> Cipolla ist nicht amüsiert, sondern
angewidert
Fortführung des Rechenspiels
Cipolla siegt erneut über die Masse des Publikums, indem er die Summe der von den Zuschauern gewählten Zahlen errät
=> Erzähler wird zum sorgenvollen Beobachter
Weitere Verlauf der ersten Hälfte:
in einigen weiteren Kunststücken (z.B.: Kartentricks) erweist sich Cipolla als begabter Hypnotiseur
Zauberer verweist auf das wechselseitige Verhältnis von Füherer und Volk
=> politscher Gehalt der Novelle wird deutlich
zum Ende der ersten Hälfte überzeugt Cipolla durch hellsichtige Fähigkeiten (symbolisiert an Signora Angiolieri)
=> Publikum ist begeistert; "Der Applaus glich einer nationalen Kundgebung." (S. 75)
In der Pause:
Erzähler reflektiert das Erlebte; im Rückblick verknüpft er Ereignisse in Torre mit der Zauberveranstaltung
-> hält es nicht für angebracht zu gehen
=> heimliche Faszination für Cipolla hält ihn fest; Neugier und Sensationsgier
es scheint als ahne er bereits die drohende Katastrophe am Ende
Zweite Hälfte:
Das Ende mit Schrecken:
Fortführung des Programms:
Erneutes Kunststück mit Frau Angiolieri:
Publikum als ekstatische Masse:
Reflexion des Erzählers:
hypnotische Kunststücke im Zentrum; "der stärkste Hypnotiseur" (S. 80)
=> Publikum steht im Bann des Zauberers
zwei Dinge hat Cipolla dafür nötig:
Kognak zum stärken
Reitpeitsche als Symbol seiner Herrschaft
Erstarrung eines Manns, Reisesuggestion einer Dame, Erstarrung eines Soldatenarms
Signora Angiolieri ist im Bann des Zauberers und folgt ihm willenlos durch den ganzen Saal, obwohl ihr Mann sie zurückruft
=> Cipolla überschreitet die Grenzen von Privatshäre und Intimität
"Der arme Herr Angiolieri, still und kahl!" (S. 87)
Nach der Vorführung des Paars ist das Publikum gebrochen und der Zauberer lässt sie nach seiner Peitsche tanzen
volkommener Triumph über das Publikum durch Sieg über den willensstarken Mann aus Rom
Spitze der Spannung in Massenszene: "Tanzorgie" (S. 88)
=> Paradox: Herrschaft als wohltuende Befreiung
Zenit der Macht Cipollas
heterogene Publikum (Vielzahl an Individuen) wird zu homogenen, emotionalen Masse
=> Gefahr von Führertypen wird deutlich
Erzähler macht sich Vorwürfe noch nicht gegangen zu sein
Beruhigungsversuche: Kinder amüsieren sich in ihrer Unschuld großartig
naive Einstellung des Erzählers
Cipolla winkt Mario auf die Bühne:
Das Hypnosekunststück mit Mario:
Der Kuss und die tödlichen Schüsse:
Ausklang:
Cipolla holt den Kellner Mario zu sich
dieser bis dahin eher passiv und "ohne viel Heiterkeit" (S.94)
=> Mario als letzter Schritt zur völligen Machtgewinnung
Erzähler als aufmerksamer Beobachter
Mario als zurückhaltender und distanzierender Charakter
=> scheint etwas zu verbergen
Cipolla gibt seine Überlegenheit zu erkennen und ein einseitiges Gespräch beginnt
=> Mario fühlt sich offensichtlich nicht wohl
Cipolla entdeckt sein Geheimnis: Grund für seine Traurigkeit ist Liebeskummer (Liebe zu Silvestra)
=> Mario fühlt sich im Inneren klein und nicht liebenswert
=> Cipolla empfindet ähnliche Traurigkeit -> beide sind im Grunde wesens- und gemütsverwandte Menschen
Die Hypnose Marios:
Mario, als unglücklich verliebter, fällt in Trance
Cipolla gibt sich als Silvestra aus
Erzähler erkennt, anders als der Rest des Publikums, das Unrecht
tiefe Hypnose
Cipolla geht noch weiter und fordert Mario zu einem Kuss auf
Mario folgt der Aufforderung
=> vorläufiger Höhepunkt und höhste Macht Cipollas
Mario erwacht aus der Trance und hastet verstört von der Bühne
Mario zieht eine Pistole und scheißt zwei Mal auf den Zauberer
=> angestaute Aggressionen des Kellners werden frei; Rache für die Demütigung
Wendepunkt: Täter und Opfer wechseln die Rolle
Beschreibung und Reflexion des Erzählers: Chaos im Saal
Erzähler und Familie verlassen den Ort
=> fatales, aber "befreiendes Ende" (S. 107)
Angst des Erzählers vor dem Zauberer wird deutlich und weicht dem Gefühl der Eleichterung
Könnt ihr euch noch erinnern? Wie geht die Zaubershow aus?
2. Wie lässt sich Le Bons massenpsychologische Theorie auf die Thematik der Novelle anwenden?
3. Wie hat der zeithistorische Kontext, also der Faschismus in Italien und Deutschland, Thomas Manns Schreiben geprägt?
4. Was ist das erlebende und was das erzählende Ich? Fallen euch Beispiele (vielleicht aus der Novelle) zur Erklärung ein?
1. Was waren die Besonderheiten an Cipollas Auftritt?
www.thomasmann.de
Thomas Mann: Mario und der Zauberer. Ein tragisches Reiseerlebnis, Fischer Taschenbuchverlag, Frankurt a. M. 2011
Eisenbeis, Manfred: Thomas Mann. Mario und der Zauberer. Interpretationshilfe Deutsch, Freising 2005
Le Bon, Gustave: Psychologie der Massen, Stuttgart 1982
Zeller, Regine: Cipolla und die Masse. Zu Thomas Manns Novelle "Mario und der Zauberer", St. Ingbert 2006
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