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Exklusion - Segregation - Integration - Inklusion

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by

Merle Brockhaus

on 8 June 2015

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Transcript of Exklusion - Segregation - Integration - Inklusion

1700
1750
1650
1800
1657:
Idee der Bildsamkeit Behinderter
Johann Amos Comenius: "Didacta Magna"
Lebens- und Bildungsrecht für alle
letztes Drittel des 18. Jhd.
"Pädagogisches Jahrhundert":
= Beschulung der betreffenden Schüler in der Elementarschule ihres Heimatortes
19. Jhd.
"Rettungshausanstalten"
Ende 19. Jhd.:
Professionalisierungsprozesse
steigendes Bedürfnis nach fachlichen Kontakten
Versuch der Heilpädagogen sich als eigenständige Berufsgruppe zu profilieren
Weimarer Republik (1918 - 1933)
"Blüte der Heilpädagogik" Reform- und Heilpädagogik
Von der Integration zur Inklusion
Bestrebungen ab ca. 1994 - keine Etikettierungen mehr (!)

Heterogenität als Normalzustand

-> Leitbegriff: Teilhabe


Behindert ist man nicht, behindert wird man.
1850
1900
1950
2000
2050
Exklusion - Segregation - Integration - Inklusion
1779:
kompensatorischer Aspekt von Behinderung
Didrot: "Brief über die Blinden"
kein grundlegender anthropologischer Unterschied zwischen Menschen mit und ohne Behinderung
1777:
"Theorie der allgemeinen Menschenbildung"
Pestalozzi:
optimistischer anthropologischer Grundmuster des Naturzustandes des Menschen
1763 - 1784:
spezifischer Bildungsauftrag
de l'Epeés:
Pariser Taubstummenanstalt
Haüy:
Pariser Blindenanstalt
Joseph II:
Wiener Taubstummenanstalt
Friedrich August von Sachsen:

Leipziger Taubstummenanstalt

1830er:
Idee der Verallgemeinerung
fehlende Aufnahmefähigkeit
Tendenz zu Anstaltsunterbringung
=> Forderung nach besonderen Schulen
planvoller Beginn der Bildungsbemühungen behinderter Menschen
"Erziehungsanstalten für
krüppelhafte Kinder"
Rettungshausanstalten
Pestalozzi 1799: "Stanser Brief"
gestrauchelte Kinder wieder auf den richtigen Weg bringen
1813 Falk: "Gesellschaft der Freunde in Not" (Weimar)
1833 Wichern: "Rauhe Haus" (Hamburg)
1860 350 Anstalten in Deutschland

Erziehungsanstalten für
krüppelhafte Kinder
=>Vorläufer der Werkstätten
"Technische Industrieanstalt für arme
krüppelhafte Kinder in München"
- 1832 Johann Nepomuk M. Edler von Kurz
Ziel: Selbstständigkeit der Zöglinge
Ende 19. Jhd.:
Hilfsschule
1864 Stötzner: "Schulen für schwachbefähigte Kinder"
=> Vater der Hilfsschule
=> Aussagekräftig über das Verhältnis von allgemeiner und besonderer Pädagogik
=> Produkt der sich durchsetzenden allg. Schulpflicht
"Allen, die als Menschen geboren werden, also auch Behinderten, das Lebens- und Bildungsrecht zuzuerkennen, sie zu erziehen und unterrichten – dieses Ziel findet sich schon bei dem großen Pädagogen Comenius (1592-1670) im 17. Jahrhundert und hat seine Aktualität bis in die Gegenwart nicht eingebüßt." (Ellger-Rüttgardt, 2008)

1816 Einschulungsquote Preußen: 60%
1870 Einschulungsquote Preußen: 90%
 positive Entwicklung; dennoch nur etwa 12% der Blinden unterrichtet und fast 50% der Gehörlosen
 Wunsch, möglichst allen gehörlosen und blinden Kindern Unterricht zu vermitteln

Friedrich Wilhelm von Humboldt (1763-1835)
Weichen gestellt für egalitäres Bildungssystem durch Bildungsreform
Ausbau der Hilfsschulen
Rückgang der Anstalten


Bestrebungen zur Demokratisierung des Schulwesens
=> 1920: Einführung der 4-jährigen Grundschule


Skepsis der Reformpädagogik ggü. den Hilfsschulen
=> 1919: Hamburger Gemeinschaftsschulen


theoretische Defizite
=> Nebeneinander der beiden Sichtweisen






Radikalisierung
1920 Binding und Hoche:
"Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens"
"Blüte der Heilpädagogik"
Reform- und Heilpädagogik
Das "Dritte Reich" (1933 - 1945)
=> Unterstützung des "völkisch Wertvollen"
& Augrenzung / Ausmerze des "Minderwertigen"
Überzeugung von der Ungleichheit der Menschen
Wert eines Menschen
rassischer Wert
gesellschaftliche Brauchbarkeit
Maßnahmen der
NS-Behindertenpolitik
Sterilisation
"Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses"

Euthanasie

= "leichter Tod"

(Extinktion)
Hilfsschule
"Grenzen der Erziehbarkeit"


ab 1935:

Funktionen der Hilfsschule:
Sammelbecken für "erbkranke" Schüler
"Brauchbarmachung" der Schüler
Volksschule den unnötigen Ballast abnehmen
=> "Förderung der Hochwertigen und Zurücknahme
der Minderwertigen"
Ausbau des Hilfsschulwesens unter deutlich verschlechterten Bedingungen
Exklusion
: gesetzlich garantiertes Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit
Segregation
: Partizipation am Bildungswesen in Form des Sonderschulwesens
Integration
: "Antragsrecht"; Teilnahme unter dem gemeinsamen Dach der allgemeinen Schule
Inklusion
: ausnahmslose "Integrationsfähigkeit"; keine Vorbedingungen oder prinzipielle Barrieren
Idee scheitert
„Wenn in der Gegenwart von Selbstbestimmung behinderter Menschen gesprochen wird, dann ist daran zu erinnern, dass dies das Ergebnis eines langen historischen Prozesses ist, an dessen Anfang es nur zwei Gruppen von Behinderten gab, die ihre Belange eigenständig vertraten, nämlich die Gehörlosen und Blinden; für körperbehinderte, lernbehinderte und geistig behinderte Personen hingegen traten erst im 20. Jhd. Interessenvertretungen auf den Plan.“
(Ellger-Rüttgardt, 2008)
Zwei Gruppen von Behinderten
Arno Fuchs (1869-1945)
Buch: Schwachsinnige Kinder, ihre sittlich-religiöse, intellektuelle und wirtschaftliche Rettung
=> Jahrzehnte Standardwerk der Hilfsschule


Johannes Langermann
sein Modell abseits des Vorbildes der Hilfsschule
Päd. voller Respekt für jede Schülerpersönlichkeit
Eigenverantwortlichkeit, Freiwilligkeit, Selbstständigkeit und Fantasie vs. Gewöhnung, Zucht und Displinierung
stieß auf Unverständnis und Ablehnung
 Mehrheit: schätzt die Hilfsschule, weil sie Ballast abnimmt (Hilfsschullehrer Griesinger)
 Amarck (Lehrer): gegen jedes Sortieren der Kinder; gegen die Beschulung der schwächeren Schüler in besonderen Klassen, weil die dem Ideal der allgemeinen Volksschule widersprächen
 Hintz (Volksschulrektor): spricht den Hilfsschulen die Daseinsberechtigung ab (wie Piper), da nach seiner Auffassung wirklich schwachsinnige Kinder in Anstalten besser aufgehoben seinen, schwachbegabte oder vernachlässigte Schüler hingegen in der Volksschule zu fördern wären
 Ideal der Volksschule sei nur dann verwirklicht, wenn es gelänge, nicht nur die begabten, sondern auch die schwachen Glieder der Volksschule angemessen zu fördern

Bildungsminister in Preußen
Menschen mit geistigen Behinderungen werden von diesen fortschrittlichen Entwicklungen im preußischen Schulsystem weitesgehend ausgeschloßen.
=> dies ist der medizinisch geprägten Sicht der Phänomene geschuldet
Aufklärung (1720-1800)
"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" Leitspruch der Aufklärung, 1784, Immanuel Kant
"Sapere aude!" Horaz 20 v.Chr
Rationalismus, lat.
ratio

Kritik an Menschenbild und politischem/gesellschaftlichem System
Preußen (1866-1918)
karl-may-wiki.de
=>private Wohltätigkeit anstatt staatlicher Bildung und Fürsorge
Geistige Behinderungen
=>Ausbildung&Arbeitstätigkeit
Quellen
Traumatisierung & Neuanfang - nach dem 2. Weltkrieg

-> Negative Vorurteile gegenüber behinderten Menschen
Kaum Ausbildung von Sonderpädagogen in der NS-Zeit

"Wiedergeburt der Heilpädagogik"

Aber:
Mangel an Lehrkräften, Unterrichtsräumen + Material

Orientierung an Vorkriegszeiten





Denkschrift zu einem Gesetz über das heilpädagogische Sonderschulwesen (1954)

-> Wunsch nach Eigenständigkeit, Ausbau und Differenzierung des gesamten Sonderschulwesens

Forderung nach selbständigen, möglichst ausgebauten, (in eigenem Gebäude) separaten Hilfsschulen

Gutachten zur Ordnung des Sonderschulwesens
- Kultusministerkonferenz 1960

Rahmenbedigungen für das Sonderschulwesen
-> Wege zur Weiterentwicklung
Exkurs: Sonderpädagogik in der DDR



Zwölf eigenständige Sonderschulformen

Ausbau des Sonderschulwesens -> Tabelle

Veränderung in der Berechtigung von Sonderschulen
-> Vorher: Entlastung von Regelschulen
-> Jetzt: Recht der jeweiligen Kinder auf angemessene Bildung und Erziehung

Erste Versuche von Integration blinder Kinder im Unterricht

Folgen der "68er-Bewegungen"

KMK-Empfehlung 1972
-> 10 Sonderschulformen, Senkungsmaßnahmen
Rehabilitationspädagogik nach Klaus-Peter Becker

"Sozialistische Rehabilitation ist eine interdisziplinäre kollektive Tätigkeit, besonders in medizinischer, pädagogischer und sozialer Hinsicht, mit dem Ziel, geschädigte Menschen zur aktiven Teilnahme am produktiven, politischen, kulturellen und familiären Leben in der sozialistischen Gesellschaft zu befähigen, einmal entwickelte Fähigkeiten dieser Art zu erhalten oder verlorengegangene wiederzugewinnen."
Viel
falt

der

Ge
mein
sam
keiten
• ELLGER-RÜTTGARDT, S.: Geschichte der Sonderpädagogik. 2008. Reinhardt.
München. S. 202 - 256
• HEIMLICH, U., KAHLERT, J.: Inklusion in Schule und Unterricht - Wege zur Bildung
für alle. 2012. Kohlhammer. Stuttgart. S. 51 - 60
• WOCKEN, H.: Das Haus der Inklusiven Schule - Baustellen - Baupläne – Bausteine.
2014. Hamburg. S. 75f
•DRAVE, W./ RUMPLER. F./ WACHTEL, P. (Hrsg.): Empfehlungen zur sonderpädagogischen Förderung. Allgemeine Grundlagen und Förderschwerpunkte. Edition Bentheim. 2000. Würzburg. S. 9f
•HINZ, A./ KÖRNER, I./ NIEHOFF, U. (Hrsg.): Von der Integration zur Inklusion. Lebenshilfe-Verlag Marburg. 2012. Marburg. S.11f



Sonderschüler Ist Soll

Lernbehinderte 3,180 4,0
Sprachbehinderte 0,068 0,5
Verhaltensgestörte 0,146 1,0
Köperbehinderte 0,066 0,2
Geistigbehinderte 0,246 0,6



Quote westdeutscher Sonderschüler im Vergleich (nach Sander 1975, 217)

->Selektion beim Übergang von Kindergarten zur Schule
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