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Scheinehen in der NS-Zeit, Präsentation Zukunftsfonds

Irene Messinger, Werkstattgespräch Zukunftsfonds der Rep. Ö, 19.05.2015
by

Irene Messinger

on 19 May 2015

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Transcript of Scheinehen in der NS-Zeit, Präsentation Zukunftsfonds


Susanne Miller
Forschungslücke
Yella Hertzka
* 1873 in Wien
Schuldirektorin
Aktivistin in der
Frauen- und Friedens-
bewegung, Gartenbau
Musikverlegerin.

1938 Edgar Taussig,
ihren Cousin für die
tschechische
Staatsangehörigkeit,
reist mit neuen Dokumenten nach UK.
* 1914 in Wien, geb. Meisel

Mitglied im ISK seit 1929,
Studium in London
Pseudonym: Hilda Monte

1938 John Olday

1945
* 1915 in Sofia, geb. Strasser
in Wien aufgewachsen

studierte 1938 Englisch und Geschichte, London
Horace Miller
Rosa Marie Ebner
Elisabeth Austerlitz
* 1911 in Wien
Lederwarengroßhandel

1938: Prag,
Verkaufsreise nach U.K.

1939 Hr. Thompson
in London,
Flüchtling aus Wien,
Soldat in der brit. Armee


Stella Mann
* 1912 in Wien, geb. Tuttmann
Tänzerin

1938 Hr. Brunov,
Freund ihres jugoslaw.
Freundes in Jugoslawien

"My boyfriend paid him.
We had to live together.
And then he wanted to
consummate the marriage."
* 1915 in Wien, geb. Kraus
Medizinstudentin bis 1938

Ihre Brüder in Paris organisierten
über die kommunistische Partei
einen Ehemann

Französischer Pass:
* Flucht nach Paris
* Arbeitsmöglichkeit in Paris
* Einreise nach UK
* Stipendium als Röntgenassistentin

Typoskript ihrer Lebenserinnerungen "Briefe an Maria"
Alma Rosé
Fokus: Scheinehe

Zusammenfassung
* Frauen als aktive Akteurinnen ihrer Fluchtgeschichte:
Fälle jüdischer Frauen aus der Mittel- und Oberschicht
mit internationalen Netzwerken
mit ausländischen jüdischen Männern, tlw. homosexuell
Fluchtoption für alle Altersgruppen

* Oft erfolgreiche, aber immer riskante Fluchtstrategie

* Viele Fälle bekannt, nicht als Phänomen erforscht,
noch viel zu entdecken und zu erforschen

Scheinehen nach Großbritannien
Scheinehen
in der NS-Zeit

Werkstattgespräch des Zukunftsfonds der Republik Österreich,
19.05.2015, Diplomatische Akademie

Irene Messinger
Aus- oder Weiterreise in Transit- oder Exilländer
Im Exilland: Aufenthalt und Zugang zum Arbeitsmarkt
Schutz vor Staatenlosigkeit
Schutz vor Zurückschiebung ins ‚Deutsche Reich'.
Ehe einer in der NS-Zeit verfolgten Frau und einem (meist) Ausländer,
Exilforschung
Schwieriger Zugang zu Quellen
Diskreter Umgang der Frauen/Paare mit dem Thema
Bisher mindestens 80 Fälle bekannt
Mary Saran

Hilde Olday

Grete Hermann
* 1901 in Bremen

Mathematikerin, Physikerin,
Philosophin und Pädagogin
Redaktionsmitglied„Der Funke“

1935 Dänemark
1937 mit Edward Henry
(Scheidung 1946)

Liesel Mayer
Charles Bruckner

Liebesbeziehung,
4 Kinder
* 1897 in Cranz, Deutschland

Abbruch Medizinstudium für
politische Tätigkeiten, u.a. ISK

1933 Entlassung aus dem
öffentlichen Dienst und
zur Flucht nach England

Frauensekretärin der
Sozialistischen Internationale
www.scheinehe-exil.at
Hunderte Scheinehen?
"Vermutlich eine jener Zweckehen wie sie
zu Hunderten
1938 kurzerhand geschlossen worden sind, zu einem Zeitpunkt als die Annahme einer fremden Staatsbürgerschaft noch Schutz
gegen die NS-Schikanen versprach bzw. die Chancen zur Flucht zu verbessern schien.
Wie kann das Phänomen Scheinehe
als weibliche Flucht- und Überlebensstrategie
in die Exilforschung eingeschrieben werden?
Forschungsprojekt

Trauungsbücher der IKG Wien 1938
wenn das vorrangige Motiv
zum Zeitpunkt der Eheschließung
nicht die geplante Lebensgemeinschaft, sondern einer dieser Gründe war:
Mögliche Quellen
Autobiographien
Nachlässe, Briefe
ZeitzeugInnen-Interviews
Familiengeschichte(n)
Sophie Lillie, Was einmal war. Handbuch der enteigneten Kunstsammlungen Wiens, S. 521
"Mehr möchte ich
dazu nicht sagen"
Verdachtsmomente
Wohnadresse: Hotel
Großer Altersunterschied
Medizinstudenten aus New York
Forschungsfragen
Rechtlicher Rahmen für Scheinehen: Gesetzgebung, Rechtspraxis im 'Deutschen Reich' und in Exilländern

Wer ging eine Scheinehe ein,
welche Personen/-gruppen,
mit welchen Strategien?
Finanzierung des Projekts
2014: Zukunftsfonds der Republik Österreich

2015: Nationalfonds der Republik Österreich,
Edith-Saurer Stipendium
Einziges Buch über Scheinehen u.a. in der NS-Zeit
Antje Dertinger (1999):
Schenk mir deinen Namen. Scheinehen
zwischen Menschlichkeit und Kriminalität
Trauungsbuch I und II
Januar bis Juli 1938: 1.291 Ehen

Quantitative Analyse:
Wer heiratete wen?
Welche Rolle spielt die Staatsbürgerschaft (=Heimatzuständigkeit) des Mannes?
Verdachtsmomente für eine Scheinehe?



* 1906 in Wien,
emigrierte mit ihrem
Vater nach London,
Konzert in den Nieder-
landen, wo sie bleibt

1942 Freunde arrangieren
Constant August
van Leeuwen Boomkamp

Juli 1943: Konzentrationslager Auschwitz, Leiterin des Mädchenorchesters Auschwitz
5. April 1944
GB als bedeutendes Exilland
Emigration Wiener "jüdischer Dienstmädchen"
Politische, familiäre, freundschaftliche Netzwerke
Disseminationsstrategien 2014
9 Vorträge, davon 4 auf internat. Konferenzen, Maimonides Zentrum
Entwicklungen des Eheschließungen 1938
Starker Anstieg ab März

Juli: fast die Hälfte aller Ehen 1938

Anteil der Ehen mit Ausländern steigt

April: Frauen aus Mittel-/Oberschicht + Männer aus attraktiven Ländern: USA, UK, Palästina
Juli: Frauen aus der Unterschicht + Männer aus umliegenden Ländern
Internationaler Sozialistischer Kampfbund
Hilda Robertson
* 1900 in Leipzig, engl. Mutter
Lehrerin, Leiterin jüd. Kinderheim

Bulgarien, 2 Kinder, Berlin
ab 1931 bei Comintern aktiv
Amsterdam, Paris, England
sucht in England Internat
für ihren Sohn, aber nur für Briten.

Versuch der Eheschließung in Islington, Verdacht!
1938 mit Dane Robertson in Paris


Autobiographien
Familiengeschichte(n)
Biographien
Interviews mit ZeitzeugInnen
Biographien
Akten
Trauungsbücher
4 Artikel
Website www.scheinehe-exil.at
Hinweise von ExpertInnen wichtig
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