Loading presentation...

Present Remotely

Send the link below via email or IM

Copy

Present to your audience

Start remote presentation

  • Invited audience members will follow you as you navigate and present
  • People invited to a presentation do not need a Prezi account
  • This link expires 10 minutes after you close the presentation
  • A maximum of 30 users can follow your presentation
  • Learn more about this feature in our knowledge base article

Do you really want to delete this prezi?

Neither you, nor the coeditors you shared it with will be able to recover it again.

DeleteCancel

Make your likes visible on Facebook?

Connect your Facebook account to Prezi and let your likes appear on your timeline.
You can change this under Settings & Account at any time.

No, thanks

Alfred Wolfenstein

No description
by

Johanna E.

on 18 December 2013

Comments (0)

Please log in to add your comment.

Report abuse

Transcript of Alfred Wolfenstein

Alfred Wolfenstein
(1883- 1945)
Sohn eines jüdischen Kaufmanns
1901: Studium der Rechtswissenschaften
in Berlin
1912: Erscheinung seines 1.Gedichtes
1916: Heirat mit Henriette Hardenburg
1930: Scheitern der Ehe
Wolfenstein ist homosexuell
1933: Flucht nach Prag
1938: Flucht nach Paris
1940: Verhaftung
3 Monate Gefängnisaufentalt
1945: Selbstmord in einem Pariser
Krankenhaus
Städter

Nah wie Löcher eines Siebes stehn 
Fenster beieinander, drängend fassen
Häuser sich so dicht an, daß die Straßen 
Grau geschwollen wie Gewürgte sehn. 

Ineinander dicht hineingehakt 
Sitzen in den Trams die zwei Fassaden
Leute, wo die Blicke eng ausladen 
Und Begierde ineinander ragt.

Unsre Wände sind so dünn wie Haut, 
Daß ein jeder teilnimmt, wenn ich weine,
Flüstern dringt hinüber wie Gegröle:

Und wie stumm in abgeschloßner Höhle 
Unberührt und ungeschaut 
Steht doch jeder fern und fühlt: alleine.

Form

Sonett ( 2 Quartette und 2 Terzette )
inhaltliche Zweiteilung und formale Zweiteilung
Metrum : 5 hebiger Trochäus
Vers 13: 4 hebiger Trochäus
Reimschema: umarmender Reim
Terzette: strophenübergreifendes Schema


Industrialisierung: im Diesseits lebend
Technisierung
Massen von Menschen, Großstadt,
Zerfall der Identität
1.Weltkrieg ( 1914-1918)
Leid, Unzufriedenheit, Krankheit, Vergänglichkeitsgedanke
Apokalypse verknüpft mit Hoffnung auf Neuanfang
Glaube
Zeitgeschehen
(Expressionismus mit Übergang zur Literatur der Weimarer Republik )

Die Stadt (Gregor Heym)

Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein
Zerreißet vor des Mondes Untergang.
Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang
Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein.

Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt,
Unzählig Menschen schwemmen aus und ein.
Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein
Eintönig kommt heraus in Stille matt.

Gebären, Tod, gewirktes Einerlei,
Lallen der Wehen, langer Sterbeschrei,
Im blinden Wechsel geht es dumpf vorbei.

Und Schein und Feuer, Fackeln rot und Brand,
Die drohn im Weiten mit gezückter Hand
Und scheinen hoch von dunkler Wolkenwand.


Stellenwert der Stadt in meinem Leben
Ballungszentrum von Dienstleistungen
--> Krankenhaus, Geschäfte
--> Schulen, Universitäten und
Freizeitmöglichkeiten (wie Kino, Schwimmbad)

Anbindung an andere Städte durch Bahnhöfe

Nah wie Löcher eines Siebes stehn
Fenster beieinander, drängend fassen
Häuser sich so dicht an, daß die Straßen
Grau geschwollen wie Gewürgte sehn.









Ineinander dicht hineingehakt
Sitzen in den Trams die zwei Fassaden
Leute, wo die Blicke eng ausladen
Und Begierde ineinander ragt.

Unsre Wände sind so dünn wie Haut,
Daß ein jeder teilnimmt, wenn ich weine,
Flüstern dringt hinüber wie Gegröle:












Und wie stumm in abgeschloßner Höhle
Unberührt und ungeschaut
Steht doch jeder fern und fühlt: alleine.




Wechsel auf die persönliche Ebene ( unsre, Ich )
das lyrische Ich tritt auf

Vergleich (V. 9 )
--> Privatsphäre geht verloren
--> viele Menschen nehmen Geräusche war, aber
niemand nimmt daran teil
--> Wände sind sogar so dünn,dass das leiseste
Flüstern wie Geschreie ertönt

--> zwanghafte Nähe der Menschen



Stadtbewohner sind räumlich sehr eng verbunden, dennoch sind sie einsam
-->stumm in abgeschloßener Höhle

Alliteration (V.12) unberührt und ungeschaut
(V. 14) fern und fühlt
--> Einsamkeit der Stadtbewohner

Ellipse (V. 14)
Einsamkeit der Stadtbewohner

alleine (V.14) deutliche Abtrennung des einzelnen von der Gesellschaft


--> Isolation der Stadtbewohner




Allgemeine Beschreibung der Stadt
Vom Kleinen zum Großen: Fenster-Häuser-Straßen

Vergleich (V. 1) und Personifikation (V.2-3)
--> Verdeutlichung der Enge in einer Großstadt

Alliteration (V.4) --> triste und trostlose Atmosphäre

Enjambement (V.1 und 2. ; V.3 und 4)
--> Hektik in der Stadt
allgemeine Beschreibung der Bewohner der Stadt

Verdinglichung (V.5)
--> Menschen werden als Gegenstände dargestellt --> gefühlskalt

Fassaden= ausdruckslose Gesichter der Menschen

Antithetik (V.7) eng <--> ausgeladen
Menschen sitzen sehr eng beieinander und gucken sich an, aber ihre Blicke gehen trotzdem aneinander vorbei
1. und 2 . Strophe
3. und 4. Strophe
Zweite Version ( 1914 )

Dicht
wie die Löcher eines Siebes stehn
Fenster beieinander, drängend fassen
Häuser sich so dicht an, daß die Straßen
Grau geschwollen wie Gewürgte stehn.

Ineinander dicht hineingehakt
Sitzen in den Trams die zwei Fassaden
Leute,
ihre nahen Blicke baden
Ineinander, ohne Scheu befragt.

Unsre Wände sind so dünn wie Haut,
Daß ein jeder teilnimmt, wenn ich weine.
Unser Flüstern, Denken ... wird Gegröle ...

- Und wie
still in dick verschlossner Höhle
Ganz unangerührt
und ungeschaut
Steht ein jeder
fern und fühlt: alleine.




Städter

Nah wie Löcher eines Siebes stehn
Fenster beieinander, drängend fassen
Häuser sich so dicht an, daß die Straßen
Grau geschwollen wie Gewürgte sehn.

Ineinander dicht hineingehakt
Sitzen in den Trams die zwei Fassaden
Leute, wo die Blicke eng ausladen
Und Begierde ineinander ragt.

Unsre Wände sind so dünn wie Haut,
Daß ein jeder teilnimmt, wenn ich weine,
Flüstern dringt hinüber wie Gegröle:

Und wie stumm in abgeschloßner Höhle
Unberührt und ungeschaut
Steht doch jeder fern und fühlt: alleine
Full transcript