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Antonin Dvorak Symphonie Nr. 9 "Aus der Neuen Welt"

von Raffer, Smutnew, Franke, Enders
by

Christof Enders

on 20 January 2014

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Transcript of Antonin Dvorak Symphonie Nr. 9 "Aus der Neuen Welt"

Antonín Dvorak (1841-1904) kam am 8. September in Nelahozeves in Böhmen als Sohn eines Fleischers und Gastwirts zur Welt, begann mit 16 Jahren in Prag Musik zu studieren, komponierte 1865 seine beiden ersten Sinfonien und wurde neben dem 17 Jahre älteren Bedrich Smetana (bekannt für „Die Moldau“) zum Schöpfer tschechischer Nationalmusik.
Nelahozeves, um 1840
Das Geburtshaus
Dvorak war auf höchster Ebene der Typ des unermüdlich einfallsreichen „böhmischen Musikanten“ und hielt dabei meist engen Kontakt zu den Gesetzen und Traditionen „absoluter Musik“, wie sie auch von seinen älteren Zeitgenossen Bruckner und Brahms (u. a.) befolgt wurden, im Gegensatz zu den Programmmusikern der „neudeutschen" Schule (Franz Liszt u. a.). Seine Sinfonien und seine Kammermusik, seine Konzerte (für Violine, und vor allem für Cello und Orchester) und seine geistliche Musik („Requiem“ und „Stabat mater“) brachten ihm Erfolge und wachsenden Ruhm in der Heimat und in ganz Europa ein. In England wurde sein Erscheinen zum Triumphzug. Er war in Prag ein geschätzter Professor am Konservatorium, wo ihn seine Schüler liebten.
Antonin Dvorak 1885
Antonin Dvorak 1865
1891 erreichte ihn der Ruf in die „Neue Welt“ nach New York. Er bekam von Mrs. Jeanette Thurber, einer wohlhabenden Mitbegründerin des New Yorker Instituts, das Angebot, Präsident des New Yorker National Conservatory of Music zu werden und unter diesem Namen eine oder besser die „Amerikanische Musik“ zu finden, denn in den USA gab es zu diesem Zeitpunkt keinen eigenen klassischen Musikstil. Kurz, er sollte eine nationale Musik schaffen.
Ende September 1892 traf die Familie Dvorak in New York ein und bezog nach kurzem Hotelaufenthalt eine Fünfzimmerwohnung in Manhattan, wo sie während ihres gesamten Aufenthalts in Amerika wohnten. Fortan gab Dvorak im nahegelegenen Konservatorium dreimal in der Woche Kompositionsunterricht und an weiteren zwei Tagen probte er mit dem dortigen Schülerorchester. Ansonsten nahm Dvorak allerdings nur höchst selten am Musikleben der Großstadt teil, er blieb lieber zu Hause und spielte mit seiner Familie Karten.
Antonin Dvorak 1869
Familie Dvorak vor ihrer Wohnung in Manhatten
Erst im Sommer 1893, nachdem die Partitur der Symphonie schon vollendet war, reiste Dvorak tiefer ins Landesinnere. Er verbrachte mit seiner Familie die Sommerferien in der tschechischen Kolonie Spillville, wo er wie ein König empfangen wurde. Dort schrieb er auch sein erfolgreichstes Kammermusikstück („F-Dur-Streichquartett“), in welchem er bei der Uraufführung im Quartett mitspielte. Am 16. Dezember 1893 wurde dann endlich sein Stück („Aus der Neuen Welt“) erstmalig gespielt und wurde zu einem vollen Erfolg. Er schrieb kurz darauf an seinen Freund Fritz Simrock (welcher der Chef seines Verlages war): „Der Erfolg der Symphonie am 15. und 16. Dezember war ein großartiger, die Zeitungen sagten, noch nie hätte ein Komponist einen solchen Triumph. Ich war in der Loge, die Halle war mit dem besten Publikum von N. York besetzt, die Leute applaudierten so viel, daß ich aus der Loge wie ein König!? alla Mascagni in Wien (lachen sie nicht!) mich bedanken mußte. Sie wissen, daß ich mich solchen Ovationen gern entziehen kann, aber ich mußte es tun und mich zeigen“.
Im April 1895 zog Dvorak wieder nach Prag und beendete damit seinen Amerikaaufenthalt. Für Amerika hatte Dvoraks zweieinhalbjähriges Wirken ungefähr die Bedeutung wie für Prag die Premiere von Mozarts „Figaros Hochzeit“.
Das Meisterwerk, die 9te Sinfonie e- Moll („Aus der Neuen Welt“) gehört zu den beliebtesten und meistgespielten Werken der klassischen Musik. Natürlichkeit und sinfonische Größe sind Kennzeichen dieser Sinfonie. Die vier einzelnen Sätze wirken in sich geschlossen, jedoch sind sie alle durch Wiederauftreten des Hauptthemas miteinander verbunden. Das Musikstück weist Spuren amerikanischer Kultur und Lebensart auf, jedoch wird über den Anteil amerikanischer Musik in der e-Moll Sinfonie seit jeher diskutiert.
Spillville
1.Satz „Adagio – Allegro molto“ (9:31 min)

Im 1.Satz geht eine geheimnisvolle, langsame Einleitung dem Allegro molto voraus, welches dann mit einem fanfarenartigen Anschwellen der Lautstärke eingeleitet wird.

Hier ein Ausschnitt nach der Einleitung, der kurz nach dem Fanfarenstoß einsetzt.
Der erste Satz entspricht mit
- Exposition,
- Durchführung
- Reprise
- Coda
dem Schema der klassischen Sonatenform.

Zwar klingt das Negro Spiritual „Swing low, sweet Chariot“ an, aber es handelt sich in erster Linie wohl um eine geistige Beschwörung freiheitlichen amerikanischen Geistes, nicht um das Zitieren indianischer Gesänge oder Spirituals (wie von einigen Kritikern vermutet).
2.Satz „Largo“ (13:05 min)

Das Largo ist in drei Teile eingeteilt. Es beginnt und endet mit einem harmonischen und langsam gespielten Abschnitt, in welchem das Englischhorn seine verträumte (pentatonische) Melodie singt. In diesen Abschnitten klingen „indianische“ Melodien durch, welche auch dazu geführt haben, dass der Erfolg dieser Sinfonie so groß ist.

Hier der Anfang des „Largo“.
Im Mittelteil des Largo greift Dvorak wieder auf sein „Leitthema“ zurück und gibt der Sinfonie somit ein Motto, was die Sätze so schön zusammenschweißt.
3.Satz „Scherzo - Molto vivace“ (8:08 min)

Die innere Ruhe, die durch das leise abgeschlossene Largo entstanden ist, verfliegt beim Beginn des Scherzos, denn dieses beginnt mit einem schnell gespielten Einstieg. Der Einstig ist die „Leit- Melodie“, die in dieser Sinfonie immer wieder anklingt und sich doch nie gleich anhört. Die Melodie hört sich hier wie rustikal gehaltenes Stampfen oder auch wie Marschmusik an.

Hier der Anfang des „Scherzo“
4.Satz „Allegro con fuoco“ (11:56 min)

Im Finale (Allegro con fuoco), das sich in unablässiger Spannung staffelt und triumphal steigert, vollendet sich das sinfonische Lebenswerk dieses großen Musikers, der „nichts anderes gegeben hat und geben wollte, als reine, absolute, aus voller und tiefster Empfindung strömende Musik“.

Hier Anfang des „Allegro con fuoco“.
„Zwar gibt es Spuren amerikanischer Themen und Rhythmen in, aber die Musik ist dennoch genauso wenig amerikanisch, wie der Heilige Wenzel“(Schutzpatron Böhmens).“
(Harald C. Schonberg, ein bedeutender amerikanischer Musikkritiker)

„Eben beende ich die neue Symphonie e- Moll. Sie macht mir große Freude und wird sich von meinen früheren grundlegend unterscheiden. Nun, wer eine `Spürnase´ hat, muss den Einfluss Amerikas erkennen.“
(Antonín Dvorak an Emil Kozanek seinen Assistenten)

„Jetzt beendige ich soeben die neue Sinfonie e-Moll und freue mich sehr, dass sie wieder anders wird als die früheren. Sie wird vielleicht ein wenig amerikanisch.“
(Antonín Dvorak an Antonin Rus)
Johannes Brahms
Piccoloflöten
Oboen
Klarinetten
Fagotte
Hörner
Trompeten
Posaunen
Englischhorn
Tuba
Violinen
Bratschen
Violoncellos
Kontrabässe
Pauke, Triangel, Becken
Besetzung 9. Sinfonie
„Der Kerl hat mehr Ideen als wir alle. Aus seinen Abfällen könnte sich jeder andere die Hauptthemen zusammenklauben.“
(Johannes Brahms)
„Ich bin überzeugt, dass wir in Antonin Dvorak den einzigen tschechischen nationalen Komponisten besitzen und dass seine Partituren kontrapunktische Meisterwerke sind.“
(Leos Janacek)
Leos Janacek
„In einem so mächtigen Kopf muß etwas stecken! Und ich bin im Interesse der weiteren Entwicklungen unserer Musik froh, einen so ausgezeichneten Konkurrenten zu haben... ein jeder sollte nach seinen besten Kräften schaffen und die Arbeit seines Kollegen genauso hoch schätzen, wie er selbst von den anderen geschätzt werden will – nur auf diese Weise werden wir unsere Kunst fördern und emporheben.“
(Bedrich Smetana)
Bedrich Smetana
„Dvorak war einer von denen, die mir den für einen Künstler und Komponisten notwendigen Weg zeigten. Vielleicht darum, weil er so aufrichtig sein Volk und sein Tschechentum ausdrückte und weil in dieser Beziehung etwas war, was ich selbst ausdrücken wollte. Die Persönlichkeit Dvoraks ist für mich durch eine gewisse kostbare Liebenswürdigkeit, Menschlichkeit und Gesundheit bekannt. Wenn jemand ein gesundes und freudiges Verhältnis zum Leben ausdrückte, dann er… . Die Musik soll immer freudig sein, auch wenn sie tragisch ist. Ein glücklicher Mensch, der ein solches Erbe hinterlässt.“ (Bohuslav Martinu)
Bohuslav Martinu
Quelle: Smutnew, Raffler, Franke
Sinfonie: Aus der Neuen Welt
Die Opuszahl (Abkürzung op.) ist die Bezeichnung für die Werke eines Künstlers. Da Künstler häufig sehr viele Werke erschaffen haben, nutzten sie damals häufig die Opuszahl, um ihre Werke zu sortieren .Op.95 steht also dafür, dass die 9.Sinfonie sein 95. Werk ist.
Moll (=weich) bezeichnet in der Musik ein Tongeschlecht.
Die natürliche Molltonleiter besteht aus sieben Tönen, mit Halbtonschritten zwischen der zweiten und dritten sowie der fünften und sechsten Stufe und Ganztonschritten zwischen den übrigen.
Hier zunächst eine C-Dur Tonleiter (= nur Stammtöne)
Dvorak verwendete zudem in vielen Teilen dieser Symphonie die Pentatonik, auch 5-Ton- Tonleiter genannt. Pentatonik setzt sich aus zwei griechischen Worten zusammen "pente" und "tonos"("fünf-tönige").
Hier die 5-ton-Tonleiter G-Dur-Pentatonisch.
Hier die e-Moll Tonleiter
Die Melodie dieser Tonleiter enthält keine Halbtonschrittte, wodurch sie mit einfachen Klängen begleitet werden kann. Sie lässt sich z.B. in Kinderliedern oder auch Indianerliedern wiederfinden.
Was heißt eigentlich "op.95" und "e-Moll"?
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Spuren "echter amerikanischer Musik?!"
Eine C-Dur Tonleiter
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g a h d e
Sinfonie Nr.9, e-Moll,
op. 95, Antonin Dvorak
Hallo
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