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Ethnotourismus: Ein Weg zur Lösung interkultureller Spannungen?

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by

Marius Novoselic

on 3 July 2014

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Transcript of Ethnotourismus: Ein Weg zur Lösung interkultureller Spannungen?

Ein Weg zur Lösung interkultureller Spannungen und Unverständnisse?
arbeits- aber wenig kapitalintensive Branche
periphäre Lage/Ressourcenarmut kein Nachteil
Devisenbringer
Ausgleich sozialer + regionaler Disparitäten
auf Seiten der Gastgeber:
Literatur
Völkerverständigung?
Wirkungen
Motive
Charakteristika
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Geographisches Institut
Wintersemester 2013/2014
Aufbauseminar Humangeographie
Dozentin: Prof. Dr. Tröger
Referent: Marius Jedlitschka (s6majedl@uni-bonn.de)
Datum: 10.12.2013
Ethnotourismus
Ökonomische Wirkungen
9% des globalen BIP
260 Mio Beschäftigte
EL: Vervierfachung des Marktanteils in den letzten 25 Jahren
Risiken
Abhängigkeit durch Monostruktur
Hohe Sickerquote
Chancen
Kennenlernen ist Basis des Friedens
"Der Tourismus leistet [...] einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung. Er ist eine hervorragende Form der Außenpolitik, da das Kennenlernen anderer Kulturen die Wahrscheinlichkeit feindlicher Handlungen oder kriegerischer Auseinandersetzungen wesentlich verringert." (Klaus Brähming, MdB)
Charakteristika
exklusives und prestigeträchtiges Nischenprodukt
Kontakt mit fremder ethnischer Gruppe, oft politisch und ökonomisch marginal
Vordringen in periphere Rück-zugsgebiete
Beerdingungszeremonien der Tana Toroja
"[...]nachdem wir ihnen eine Stange Zigaretten geschenkt hatten, durften wir uns dann auch auf die Reismatten setzen, was eigentlich nur Familienangehörigen zuteil wird." (Sabine aus Deutschland, 2005)
Traditionen verlieren ursprüngliche Bedeutung
Traditionen werden touristischen Bedürfnissen angepasst
Tapati-Fest auf der Osterinsel: Veranstaltungen zunehmend abends, Dauer hat sich verdoppelt
Traditionelles Handwerk muss auf Bedürfnisse und den Geschmack der Touristen eingehen: "Ethnokitsch" und "Airport Art"
Kultur verliert seine Einzigartigkeit
Verlust der kulturellen Identität durch Kommerzialisierung
Rückbesinnung auf kulturelles Erbe
Wiederbelebung vernachläs-sigter Bräuche
Schutzfunktion
Indonesische Bildungspolitik: Da kulturelle Sonderstellung Basis des Tourismus ist, bekommt Bali Ausnahme von nationalem Bildungsgesetz
Durch Devisen der Touristen können Beerdigungszeremonien der Tana Toraja überhaupt erst wieder finanziert werden und wird mit mehr Aufwand denn je gefeiert
Ermöglicht Weiterführung traditioneller Lebensweise
Tuareq lassen ihre Salzkara-wanen von Touristen begleiten und machen so ihr Geschäft etwas rentabler
Wertewandel durch Tourismus ?
Wandel ist viel komplexer

"Billiardkugelmodell" ist veraltetes Denken

Faktoren wie Industrialisierung, Schulbildung, Verbreitung neuer Informations- und Kommunikations-technologien und Massenmedien spielen größere Rolle
westl. Kultur ist dynamischer als indigene

Jugendliche imitieren Touristen unkritisch

Indigene entwickeln Verlangen nach sozialem Aufstieg und Konsum
"Wertewandel ist Folge des Tourismus"
Soziokulturelle Wirkungen
Touristische Erschließung unberührter Natur bedroht hochsensible Ökosysteme

steigender Ressourcendruck

Müllproblem: oft keine Entsorgungssysteme

Flugverkehr hat großen Anteil an Klimawandel

aber: evtl. umweltfreundlicher als alterantive Einkommensquelle
Ökologische Wirkungen
Wirkungen des Ethnotourismus
Aus der Broschüre des Reiseveranstalters "Inkareisen":
"[...]tief mit Mutter Erde verwurzelt [...] echtes authentisches Leben der Indigenen [...] elegante Einfachheit [...]spannender kultureller Austausch [...] Fortbestand der Traditionen [...]"
Hindernisse
Stereotype/Vorurteile/tourist gaze
Nichtbeherrschung verbaler/nichtverbaler Codes
mangelnde Zeit und Vorbereitung
konträre Motivstruktur
Einseitiger Einblick
Gefahr, das koloniales Rollenbild reproduziert wird, Spannungen entstehen
Völkerverständigung?
Faszination, "unerforschte" Kultur hautnah zu erleben
Roussoukomplex: Interesse an "unverdorbenem" Menschen
Statusverbesserung
Erholung, Abwechslung
auf Seiten der Touristen:
attraktive Einkommensquelle
Motive
Fazit
Wirkungen nicht verallgemeinerbar

Abbau interkultureller Unverständnisse eher unwahrscheinlich
Fazit
Literatur
Aderholt, Peter/Kösterke, Astrid et al. (Hg.) (2006): Tourismus in Entwicklungs- und Schwellenländer. Eine Untersuchung über Dimensionen, Strukturen, Wirkungen und Qualifizierungsansätze im Entwicklungsländer-Tourismus, Westerstede.

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (Hg.) (2010): Nachhaltiger Tourismus – Eine Chance für Entwicklungsländer, in: http://www.bmz.de/de/was_ wir_machen/themen/wirtschaft/nachhaltige_wirtschaftsentwicklung/tourismus/index.html, abgerufen am 25.11.13.

Brähming, Klaus, MdB und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Tourismus der CDU/CSU-Bundestagsfrak-tion bei der Eröffnung der Internationalen Tourismusbörse in Berlin, in: http://cities.eurip.com/articl e/enews/entry/35150.html, abgerufen am 03.11.13.

East-West-Center (Hg.) (2006): The Impact of 9/11 and other terrible global events on tourism in the U.S. and Hawaii, Honolulu.

Freyer, Walter (2006): Einführung in die Fremdenverkehrsökonomie, München.

Friedl, Harald (2004): Touristen – Kulturschänder oder Retter in der Not?, Graz.

Friedl, Harald (2005): Die Vertretbarkeit von Ethnotourismus am Beispiel der Tuareg der Region Agadez, Republik Niger (Westafrika) - Eine Evaluation aus Sicht der angewandten Tourismusethik, Diss., Graz.

Germanwatch (Hg.) (2008): Der internationale Flugverkehr und der Klimawandel, in: http://germanwatch.org/rio/ab-flug.pdf, abgerufen am 30.11.2013.

Hauswald, Oliver (2009): Tourismus, kulturelle Praxis und das Tapati-Fest auf Rapa Nui, in: Trupp, Alexander/Trupp, Claudia (Hg.): Ethnotourismus. Interkulturelle Begegnung auf Augenhöhe, Wien, S. 59-80.

Kievelitz, Uwe (1989): Ethno-Tourismus: Ursachen, Formen und Wirkungen interkultureller Kurzkontakte, in: Euler, Claus (Hrgs): Eingeborene ausgebucht. Ökologische Zerstörung durch Tourismus, Gießen, S. 29-40.

Krippendorf, Jost (1989): Zur Hölle mit den Paradiesen. Schlechte Aussichten für gute Einsichten?, in: Euler, Claus (Hrgs): Eingeborene ausgebucht. Ökologische Zerstörung durch Tourismus, Gießen, S. 7-10.

Lehrter Reisen GmbH (Hrsg.) (2012): 19 Tage zu Gast bei den indigenen Stämmen Ostindiens, in: http://www.world-wide-urlaub.de/50328, abgerufen am 02.12.13.

Siehl, Achim (2006): Chancen und Probleme des Ethnotourismus, Gießen.

Thurner, Ingrid (2010): Halb so wild, in: www.zeit.de/2010/38/Ethnotourismus, abgerufen am 15.11.13.

Trupp, Alexander/Trupp, Claudia (2009): Ethnotourismus und die Konstruktion von Authenzität, in: Trupp, Alexander/Trupp, Claudia (Hg.): Ethnotourismus. Interkulturelle Begegnung auf Augenhöhe, Wien.

Urry, John (2002): The Tourist Gaze, New-Delhi.

Von Vacano, Mechthild (2010): Reise Reflexionen, Selbst Bilder. Eine rassismuskritische Studie über Ethnotourismus in Tana Toraja, Indonesien, Berlin.

Vorlaufer, Karl (1996): Tourismus in Entwicklungsländern: Möglichkeiten und Grenzen einer nachhaltigen Entwicklung durch Fremdenverkehr, Darmstadt.
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