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Wolfgang Borchert - Draußen vor der Tür

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by

Katrin Markert

on 4 February 2015

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Transcript of Wolfgang Borchert - Draußen vor der Tür

Wolfgang Borchert - Draußen vor der Tür
FONTS
Kurzgeschichte
Inhalt
3. Szene - Konflikt
Zeitgeschichtlicher Hintergrund
Ende des Zweiten Weltkriegs - Nachkriegszeit
Wolfgang Borchert - Biographie
20. Mai 1921
Geboren in Hamburg
4. Station
Hamburg nach dem zweiten Weltkrieg
Wichtige Stadt der Nationalsozialisten
Personenkonstellation
Inhalt
1936
Veröffentlichung erster Gedichte
1941
Engagement als Schauspieler
Einzug zum Kriegsdienst bis 1943 (krank, verwundet)
Übt Kritik an der nationalsozialistischen Regierung
Verhaftung Schwer krank nach Flucht
Entstehung des Werks "Draußen vor der Tür" während Krankheit
1947
Tod nach langer Krankheit während Kuraufenthalt in Basel
Deutschland größtenteils zerstört durch Bombardements
Demokratisierung, Demilitarisierung, Entnazifizierung, Dezentralisierung, Demontage
Besatzungszonen durch die Alliierten
Zerstört durch viele Bombardements
Heimat Wolfgang Borcherts
1943 nach britischen Luftangriffen
Brandbomben-angriff auf Arbeiterviertel
Kurzer Text geringe Textlänge
Unmittelbarer Einstieg ins Geschehen, selten eine Einleitung
chronologische und lineare erzählte Zeit keine Zeitsprünge
Knappe Handlung, wenig Information über handelnde Personen
Alltagsthemen, trotzdem besonderes Ereignis im Mittelpunkt
Wenige Hauptpersonen
Überraschende Wendung am Ende, meist offenes Ende
Nur kurze Zeit wird behandelt
Protagonisten: keine Helden Alltagspersonen
Orte und Schauplätze nicht benannt selbst erschließen und selbst Meinung bilden
Oft personaler Erzäher statt auktorial meist in Alltagssprache
Beckmann
Kriegsveteran
kommt aus Sibirien nach Hamburg zurück
Humpelt, nur noch eine Kniescheibe
geprägt durch die Ereignisse im Krieg
Frau verlässt ihn
hilflos und verzweifelt
will sich umbringen und springt in die Elbe
Der Andere
begleitet Beckmann durch den Tag
Jasager, Optimist
Versucht Beckmann von der Qualität des Lebens zu überzeugen
Gasmaskenbrille
verkörpert Beckmanns andere Seite
lässt ihn am Ende auch im Stich
Mädchen
Oberst,
Direktor
Frau Kramer
Personenkonstellation im Werk
Beckmann
, einer von denen
seine Frau
, die ihn vergaß
deren Freund
, der sie liebt
ein Mädchen
, dessen Mann auf einem Bein nach Hause kam
ihr Mann
, der tausend Nächte von ihr träumte
ein Oberst
, der sehr lustig ist
seine Frau
, die es friert in ihrer warmen Stube
die Tochter
, gerade beim Abendbrot
deren schneidiger Mann
ein Kabarettdirektor
, der mutig sein möchte, aber dann doch lieber feige ist
Frau Kramer
,
die weiter nichts ist als Frau Kramer, und das ist gerade so furchtbar
der alte Mann
, an den keiner mehr glaubt Gott
der Beerdigungsunternehmer
mit dem Schluckauf Tod
ein Straßenfeger
, der keiner ist
der Andere
, den jeder kennt
die Elbe
Vorspiel
Gespräch zwischen Gott und Tod
Beobachten einen Mann, welcher in die Elbe springt um sich umzubringen
1. Station
Der Traum
Versuch des Mannes, sich in der Elbe zu ertränken
Elbe will sein Leben nicht
Nicht besonders genug
Mann soll weiter leben
Elbe spuckt ihn wieder aus
1. Szene
Rückkehr Beckmanns 1945 in das zerstörte Hamburg
Seine Frau hat neuen Mann, Sohn getötet bei Bombenangriff
Will sich umbringen
Elbe spuckt ihn wieder aus
Begegnung mit dem Anderen
Gegensätzliche Meinungen über das Leben
Beckmann: Neinsager, Pessimist
Identifikation mit dem Tod
Der Andere: Jasager, Optimist
Begegnung mit dem Mädchen
Leiden Beckmanns rückt in den Hintergrund
2. Station
2. Szene
In Wohnung des Mädchens
Mädchen kümmert sich um Beckmann ("Fisch")
Beckmann begegnet dem Mann des Mädchens in einer Vision
Macht sich für die Verwundung dessen verantwortlich
Verlässt die Wohnung fluchtartig
Will sich umbringen
Der Andere schlägt Alternative vor: Besuch beim Oberst
3. Station
3. Szene
Begegnung mit dem Oberst und dessen Familie
Beckmann will ihm die Verantwortung wieder geben
Oberst lacht ihn nur aus und schlägt vor, er solle doch zum Kabarett gehen
4. Szene
Besuch beim Direktor des Kabaretts
Direktor sucht neue, junge Kabarettisten, die aktiv Stellung nehmen können
Beckmanns Nummer zu bitter will keiner hören
Soll erst mal arbeiten gehen
Beckmann verlässt Kabarett aufgebracht
Der Andere schlägt Besuch zu Hause bei seinen Eltern vor
5.Station
5. Szene
Besuch seines Elternhauses
Eltern nicht vorzufinden, nur Nachmieterin, Frau Kramer
Nachricht über Selbstmord der Eltern nach Anschluss zum Nationalsozialismus
Beckmann trauert um den Verlust seiner Eltern, Frau Kramer trauert um das Gas, mit welchem die Eltern sich um gebracht hatten
Beckmanns Trauer wird zur Abneigung und Mordgedanken gegenüber Frau Kramer
Beckmann zum 5. Mal "draußen vor der Tür"
Erneute Begegnung mit Gott, Tod, Mädchen, Oberst, Direktor und Frau Kramer in Vision
Beckmann will sterben
Der Andere versucht ihn vom Leben zu überzeugen
Beckmann hört nicht auf ihn
sieht sich als Opfer und Täter gleichzeitig
Am Ende lässt auch der Andere ihn im Stich
Interpretation
Aufzeigen der Situation vieler junger Soldaten des Zweiten Weltkriegs Identifikation
Verurteilt Krieg und dessen Folgen
Mischung aus Realität, Allegorie und Traum
Personen nur repräsentativ oder sogar fiktiv
Unmenschlichkeit wird zur Normalität
"Ein Stück, dass keiner sehen
will" (Borchert)
OBERST: Was wollen Sie denn von mir?

BECKMANN: Ich bringe sie Ihnen zurück.

OBERST: Wen?

BECKMANN:
(beinahe naiv)
Die Verantwortung. Ich bringe Ihnen die Verantwortung zurück. Haben Sie das ganz vergessen, Herr Oberst? Den 14. Februar? Bei Gorodok. Es waren 42 Grad Kälte. Da kamen Sie doch in unsere Stellung, Herr Oberst, und sagten:
Unteroffizier Beckmann! Unteroffizier Beckmann, ich übergebe Ihnen die Verantwortung für zwanzig Mann. Sie erkunden den Wald östlich Gorodok und machen nach Möglichkeit ein paar Gefangene, klar?
J
awohl, Herr Oberst, habe ich da gesagt.

Und dann sind wir losgezogen und haben erkundet. Dann wurde geschossen, und als wir wieder in der Stellung waren, da fehlten elf Mann. Und ich hatte die Verantwortung. Ja, das ist alles, Herr Oberst.
Aber nun ist der Krieg aus, nun will ich
pennen
, nun gebe ich Ihnen die Verantwortung zurück, Herr Oberst, ich will sie nicht mehr, ich gebe sie Ihnen zurück, Herr Oberst.

OBERST: Aber mein lieber Beckmann, Sie erregen sich unnötig. So war das doch nicht gemeint.

BECKMANN:
(ohne Erregung, aber ungeheuer ernsthaft)
Doch. Doch, Herr Oberst. So muß das gemeint sein. Verantwortung ist doch nicht nur ein Wort, eine chemische Formel, nach der helles Menschenfleisch in dunkle Erde verwandelt wird. Man kann doch Menschen nicht für ein leeres Wort sterben lassen. Irgendwo müssen wir doch hin mit unserer Verantwortung.
Die Toten -- antworten nicht. Gott --
antwortet
nicht.

Aber die Lebenden, die
fragen
. Es sind nur elf Frauen, Herr Oberst, bei mir sind es nur elf.
Wieviel sind es bei Ihnen, Herr Oberst? Tausend? Zweitausend? Schlafen Sie gut, Herr Oberst?
Dann macht es Ihnen wohl nichts aus, wenn ich Ihnen zu den zweitausend noch die Verantwortung für meine elf dazugebe. Dann kann ich wohl nun endlich in aller Seelenruhe
pennen
. Seelenruhe, das war es, ja, Seelenruhe, Herr Oberst!
Und dann: schlafen! Mein Gott!

OBERST:
(ihm bleibt doch die Luft weg. Aber dann lacht er seine Beklemmung fort, aber nicht gehässig, eher jovial und rauhbeinig, gutmütig, sagt sehr unsicher)
Junger Mann, junger Mann! Ich weiß nicht recht, ich weiß nicht recht. Sind Sie nun ein heimlicher Pazifist, wie? So ein bißchen destruktiv, ja? Aber --
(er lacht zuerst verlegen, dann aber siegt sein gesundes Preußentum, und er lacht aus voller Kehle)
mein
Lieber, mein Lieber!
Ich glaube beinahe, Sie sind ein
kleiner Schelm
, wie? Hab ich recht? Na? Sehen Sie, Sie sind ein Schelm, was?
(er lacht)
Köstlich, Mann, ganz köstlich! Sie haben wirklich den Bogen raus! Nein, dieser abgründige Humor! Wissen Sie
(von seinem Gelächter unterbrochen)
, wissen Sie, mit dem Zeug, mit der Nummer, können Sie so auf die Bühne.
Die Menschheit lacht sich, lacht sich ja kaputt!!!
Wissen Sie was? Gehen Sie runter zu meinem Chauffeur, nehmen Sie sich warm Wasser, waschen Sie sich, nehmen Sie sich den Bart ab. Machen Sie sich menschlich. Und dann lassen Sie sich vom Chauffeur einen von meinen alten Anzügen geben. Ja, das ist mein Ernst! Schmeißen Sie Ihre zerrissenen Klamotten weg, ziehen Sie sich einen alten Anzug von mir an, doch, das dürfen Sie ruhig annehmen, und dann werden Sie erst mal wieder ein Mensch, mein lieber Junge!

(Eine Tür kreischt und schlägt zu.)
hilfsbereit, nimmt Beckmann zu sich
abweisend
Fiktive Figuren
Elbe

Gott

Tod
Ein Stück, dass kein Theater spielen und kein Publikum sehen will.
Gliederung
1. Wolfgang Borchert - Biographie
2. Zeitgeschichtlicher Hintergrund und Hamburg
nach dem 2. Weltkrieg
3. Kurzgeschichte
4. Personenkonstellation des Stücks
5. Inhalt und Interpretation
6. Textbeispiel und Sprache
6.1 Konflikt in der 3. Szene
6.2 Überlegenheit des Oberst
7. Quellen
"Alter Ego" von Beckmann
7 Quellen
http://www.hdg.de/lemo/biographie/wolgang-borchert.html
Deutschbuch 12
Wolfgang Borchert: "Draußen vor der Tür"
Nachwort Heinrich Boll
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