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SM; Gender Play und Body Modification

als Techniken zur (Wieder-) Aneignung des eigenenen Körpers, der eigenen Sexualitäten und Geschlechtsidentitäten
by

Katrin Kabelitz

on 16 March 2014

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Transcript of SM; Gender Play und Body Modification

SM, Gender Play und Body Modification als Techniken zur (Wieder-) Aneignung des eigenen Körpers, der eigenen Sexualitäten und Geschlechtsidentitäten
Anregungen für sexualpädagogische Diskussionen aus queer-feministischer Perspektive
Robin Bauer
Sexualpädagogik weiter denken - Postmoderne Entgrenzungen und pädagogische Orientierungsversuche
Stefan Timmermanns, Elisabeth Tuider, Uwe Sielert (Hrsg.) Juventa Verlag Weinheim und München 2004
(Sexual-) Wissenschaft
verqueeren!

Transgenderism,
Body Modification und SM entpathologisieren!

Den Blick für
Gewalterfahrungen in einer von Sexismus, Homo- und Transphobie gekennzeichneten Gesellschaft schärfen!

Techniken zur
Auseinandersetzung mit den eigenen Geschlechts- und sexuellen Identitäten in die Pädagogik aufnehmen ?!

Techniken zur
(Wieder-) aneignung der eigenen Körper und Sexualitäten diskutieren!

Pleasure and Danger -
Sexualpädagogische Perspektiven

"Warum wird nicht mit einem Perversionsbegriff zur Kernfamilie gearbeitet, wo diese doch bekanntermaßen ein Ort ist, an dem Macht gegenüber Kindern ständig missbraucht wird?"
Bauer 2004, 241
"SM, Body Modification und in geringerem Maße auch Transgenderism sind derzeit beliebte Themen in den Medien. Dennoch handelt es sich besonders bei SM und Transgenderism um Praktiken, die weiterhin gesellschaftlich stigmatisiert
sind."

Bauer 2004, 242
Body Modification
"...verschiedene Praktiken [...], die alle eine vorübergehende oder permanente Veränderung des Körpers bewirken. [...] mittlerweile am meisten verbreiteten Praktiken - Tätowieren, Piercen, Branding und Body Painting ..."
Bauer 2004, 243
Foto: dpad
Foto: Marc Veraart
Foto: Reuters
Transgenderism
"...als Dachbegriff für eine Reihe von Identitätskonzepten und Praktiken, die das gesellschaftliche System der Zweigeschlechtlichkeit in Frage stellen: Cross-Dressing, Drag, Transsexualität, Intersexualität, Transgenderism im engeren Sinne, Gender Play."
Bauer 2004, 250
Foto: samchills
SM
"Das System der Zweigeschlechtlichkeit, sexistische und heteronormative Strukturen, damit in Zusammenhang stehende Normierungen wie Schönheitsideale, sowie eine nach wie vor bestehende generelle Tabuisierung von Sexualität in der Gesellschaft verursachen sexualisierte und andere Gewalterfahrungen unter-
schiedlicher Art und Bedeutung."

Bauer 2004, 252
"... extremer Sensibilität gegenüber all diesen möglichen Verletzungen des Gegenübers. [...]sowohl die Ebene des sensiblen Umgangs mit dem einzelnen Individuum, als auch die Formulierung sexualpädagogischer Konzepte [...]. Beides setzt eine Auseinandersetzung der/des Pädagog_in mit diesen Themen voraus, damit nicht eigene Vorurteile und Nicht-Wissen das Handeln bestimmen."
Bauer 2004, 253
"In unserer Gesellschaft ist es für queere Jugendliche [...] nach wie vor schwierig ihren eigenen Weg jenseits von den gesellschaftlichen Normierungen zu finden. Das gilt insbesondere in ländlichen Gebieten, denn die queeren Communities sind nur in den Metropolen zu finden, was ein Effekt von sexueller Migration ist.
Bauer 2004, 253
Drag
"...befindet sich gewissermaßen an der Schnittstelle zwischen Homosexualität, die in einer heteronormativen Gesellschaft immer auch einen Bruch mit herrschenden Geschlechterstereotypen bedeutet, und Transgenderism."
Bauer 2004, 253
Gender Play
"...bestimmte Variante des (SM-) Rollenspiels bezeichnet, in der eineR oder mehrere der Beteiligten in einer anderen als ihrer alltäglichen Geschlechtsidentität spielen. Der Übergang zwischen Gender Play und Transgender-Identitäten kann dabei fließend sein."
Bauer 2004, 254
"Auf jeden Fall ist es ratsam, dass der/die PädagogIn vor dem sexualpädagogischen Einsatz von Drag einen "Selbstversuch" unternimmt, um am eigenen Leib zu erfahren, was eine Drag King oder Queen-Inszenierung - auch emotional - auslösen kann."
Bauer 2004, 255
"Wer sich selbst nicht begehrenswert findet, nimmt sich auch kaum als sexuelles Wesen wahr. Selbst wenn trotz der Minderwertigkeitsgefühle SexualpartnerInnen gefunden werden, wird es schwierig sein, Sexualität genießen zu können, wenn man sich im eigenen Körper nicht wohlfühlt."
Bauer 2004, 255
Bodymodification
"...wirken in einer doppelten Geste der gleichzeitigen Sichtbarmachung des Körpers in seinen Dimensionen als Fleisch und als soziales Produkt. Darin liegt ihre Bedeutung für die Neu-Besetzung und damit Wiederaneignung des fremd gewordenen, abgelehnten eigenen Körpers."
Buer 2004, 256
Foto:samchills
SM im Heilungsprozess
Age Play
"The tension between sexual danger and sexual pleasure is a powerful one in women´s lives. Sexuality is simultaneously a domain of restriction, repression and danger as well as a domain of exploration, pleasure and agency. To focus only on pleasure and gratification ignores the patriarchal structure in which women act, yet to speak only of sexual violence and oppression ignores women´s experience with sexual agency and choice and unwittingly increases the sexual terror and despair in which women live":
Vance 1992, 1
"...zu fragen, ob der Sonderstatus, der marginalisierten Sexualitäten zugeschrieben wird, nicht dazu dient, den Blick auf die Gefahren, die von so genannter "normaler" Sexualität ausgehen, zu verschleiern und somit zur Folge hat, dass gerade Jugendliche unangenehme Erfahrungen machen, denen man durch einen queeren Ansatz zum Verhältnis von Sexualitäten und damit verbundenen Gefahren (der nicht in "normal" und "abweichend" trennt) eher vorbeugen könnte."
Bauer 2004, 261
1973 als Birgit geboren
Lehramtsstudium in Hamburg, Biologie und Chemie
Wechsel zur Philosophie
Mitglied in diversen Arbeitsgruppen zu Gender Studies und Queer-Theory
2013 Promotion: "Dyke + Queer BDSM as Exuberant Intimacy Exploring Intimate Difference and Power" Uni Hamburg
„SM is the use of psychological dominance
and submission, and/ or physical bondage, and/or pain, and/or related practices in a safe, legal, consensual manner in order for the participants to experience erotic arousal and/ or personal growth“


Bauer 2004, 243
BDSM:
als erweiterte Begrifflichkeit

B
ondage and
D
iscipline
D
ominance and
S
ubmission
S
adism and
M
asochism
SM - Ethik
„Die Leistung der SM- Communities besteht darin,
dass sie einen Rahmen geschafft haben, der es ermöglicht, (sexuelle) Phantasien und Praktiken auf eine Art und Weise auszuleben, in der es im „normalen“ Leben nicht möglich wäre oder nicht gewünscht wird. Der Raum, in dem das möglich wird, nennt sich in Abgrenzung zum Alltag „Szene“ oder „Spiel“. Beim Spielen gelten bestimmte praktische und ethische Grundsätze und Regeln. […] Das oberste Prinzip der SM-Ethik ist das der Konsensualität, das besagt, dass alle Handlungen im absoluten Einvernehmen aller Beteiligten stattfinden. Das Prinzip der Konsensualität unterscheidet also per definitionem SM von Gewalt. Gewalt findet statt in Handlungen, die gegen den Willen einer Person ausgeführt werden.“


Bauer 2004, 244 - 245
Diskussionsvorschlag:
„...dass Einvernehmlichkeit nur zwischen „wirklich“ Gleichberechtigten möglich ist. Als gleichberechtigt könnten aber in der derzeitigen gesellschaftlichen Realität mit all ihren Machtverhältnissen keinerlei Beziehungen zwischen Männern und Frauen oder Erwachsenen und Jugendlichen bezeichnet werden, so dass wirkliche Konsensualität einen utopischen Status erhielte.“

Bauer 2004, 245

Kritik an Sexualerziehung und Aufklärungsarbeit
„Gerade Jugendlichen wird zugemutet […]
sich alleine im Feld Sexualität-Beziehung-Liebe zurechtzufinden, obwohl ihnen bis kurz vor Eintritt in die Pubertät noch die Existenz jeglicher Sexualität abgesprochen wurde.“

Einstieg in Communities für Jugendliche und
junge Erwachsene problematisch
Bauer 2004, 247 - 248
Anforderung an Sexualpädagogik:
„Aus sexualpädagogischer Sicht ist es also wichtig zu vermitteln, dass die reißerische Darstellung von SM in den Massenmedien wenig mit der Realtität der meisten SM-praktizierenden Menschen zu tun hat, sondern SM eine hohe Verantwortungsbereitschaft und respektvolle Haltung bei allen Beteiligten voraussetzt.“
„Daher ist es dringend nötig, die Diskussion darüber zu Beginnen, wie dieses Interesse der Jugendlichen von sexualpädagogischer Seite unterstützend begleitet werden könnte. Ein erster Schritt wäre hier sicherlich zum einen eine Aufklärungsarbeit im klassischen Sinn. Diese kann aber nur in geeigneten Rahmbedingungen auf fruchtbaren Boden fallen.“
Bauer 2004, 148
Bauer 2004, 250
SM für Jugendliche - Fazit:
„Solange Sexualität im Singular gedacht wird, und von der „normalen“ und davon „abweichenden“ Sexualität ausgegangen wird, werden SM-praktizierende Jugendliche immer „die anderen“ sein, nicht ein Teil von „uns“, und daher auch nicht „unter uns“. Erst wenn SM nicht mehr als „das andere“, oder als „die dunkle Seite der Sexualität“ dargestellt wird, wird es selbstverständlich werden können, dass „Wir“ auch Jugendliche mit SM-Phantasien einschließt. Die Frage, die sich hier aus queer-feministischer Perspektive stellt, ist nicht, warum „die anderen“ so sind, wie sie sind, sondern warum „Wir“ vor „den anderen“ Angst haben, warum „Wir“ uns von „den anderen“ abgrenzen müssen, und was „Wir“ damit auch in „Uns“ selbst ausgrenzen.“
Bauer 2004, 250
Anforderungen an Sexualpädagogik:
Anforderungen an Sexualpädagogik:
Diskussionsanregung in Kleingruppen:
Gegen welche Hindernisse muss sich die Entwicklung und Umsetzung "queer-sensibler" pädagogischer Konzepte durchsetzen?
Kann ein Selbstversuch als "drag" oder im "gender playing" für die entsprechende Lebenssituation sensibilisieren?
„Denn in jedem noch so genau geplantem Rollenspiel oder Einsatz von konsensueller Gewaltanwendung steckt das Potenzial, Verdrängtes un/beabsichtigt ans Tageslicht zu fördern. […] ein verantwortungsvolles Top stellt sich jederzeit darauf ein, im Notfall für das Bottom da zu sein.“
„Dementsprechend sind es in der Regel auch die Bottoms, die solche Szenen als Teil eines Heilungsprozesses oder einer anderen Weiterentwicklung ihrer Persönlichkeit entwerfen und umsetzen.“
Bauer 2004, 257
Bauer 2004, 258
Kritik an "Vanilla" - Sexualität
„Race Bannon […] befasst sich besonders mit dem Aspekt der emotionalen Sicherheit in SM-Szenen. Auch er weist daraufhin, dass generell jederzeit Verletzungen aus der Vergangenheit an die Oberfläche gelangen können und rät, sich in einer Situation […] professionelle Hilfe zu holen. […] ein Grundsatz, den es sich lohnen würde, auf „Vanille“-Sexualität ebenfalls anzuwenden, wie viele andere Überlegungen zur Sicherheit von SM auch. Denn gerade sexualisierte Gewalterfahrungen können bekanntermaßen jederzeit durch sexuelle Handlungen zu einem Flashback führen. […] es stellt sich gleichzeitig die Frage, warum diese Standards eigentlich nicht generell für sexuelle Handlungen gelten sollten.“
Bauer 2004, 259
„Age Play ist eine besondere Variante des (SM-) Rollenspiels, in dem eineR oder mehrere Beteiligte sich in ein anderes als ihr tatsächliches Lebensalter versetzen. Häufig wird dabei zwischen Top und Bottom ein Altersgefälle konstruiert, wie in den in lesbischen und schwulen SM-Communities beliebten Daddy-Boy-Spielen.“
Bauer 2004, 260
„In der lesbischen SM-Community findet Age Play häufig in Kombination mit Gender-Play statt, daher Daddy-Boy. Daddy-Girl kommt auch vor, während Mommy als Rolle nicht gespielt zu werden scheint.“
Bauer 2004, 260
Diskussionsanregung:
Danke für die Aufmerksamkeit!






Elisa Beier
Katrin Kabelitz

"Gegenseitiger Respekt ist das höchste Gebot."
Bauer 2004, 247
Aushandlung
Soziale Kontrolle in SM-Communities
Möglichkeit des Missbrauchs wird anhand eines hohen Maß´ gegenseitiger sozialer Kontrolle minimiert
Seminar Soziologie der Sexualität
Prof.´in Dr. E. Tuider
Textmoderation

Foto: samchills
Gibt es gleichberechtigte Beziehungen oder unterdrücken und beherrschen wir uns immer gegenseitig ?
Full transcript