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Die Weimarer Republik

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Kathrin Tremml

on 30 March 2013

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Transcript of Die Weimarer Republik

Ziel: Lage der Arbeiter durch Reformen verbessern, keine revolutionäre Gewalt
russische Revolution (1917) als abschreckendes Beispiel
Demokratisierung als wichtiger Schritt auf dem reformerischen Weg zum Sozialismus
Wähler vor allem unter der Arbeiterschaft
Arbeit auf parlamentarischem Wege zusammen mit den bürgerlichen Parteien
Verteidigung und Schutz der Weimarer Republik
stärkste politische Kraft bis 1932
Anfeindungen von Rechts und Links
Spagat zwischen pragmatischer Kompromissbereitschaft und staatspolitischer Verantwortung sowie sozialistischer Programmatik
--> interne Konflikte und Wählerrückgang Die Weimarer Republik Demokratie ohne Demokraten? Die Anfangsjahre 1918/19 Parteien und Gruppierungen und ihr Verhältnis zur Republik Kampf um die Republik 1919-23 Zwischen Festigung und Gefährdung 1924-29 Zerstörung der Demokratie 1930-33 War Hitlers Machtergreifung unvermeidlich?
Warum scheiterte die Weimarer Republik? Militärische Niederlage Parlamentarische Regierung Revolution Rätesystem oder Parlamentarismus? Parlamentarische Demokratie Weimarer Verfassung Außenpolitische Erfolge Wirtschaftsentwicklung Innenpolitische Entspannung Reichspräsidentenwechsel Kulturelle Blütezeit Wirtschaftskrise Bruch der Großen Koalition Reichstagsauflösung Politik der Krisenverschärfung Politische Radikalisierung Reichspräsidentenwahl 1932 Regierung von Papen Reichstagswahlen 1932 Reichskanzlerschaft Schleichers Regierungsübertragung auf die NSDAP Versailler Vertrag Finanzpolitik und Wirtschaftsentwicklung Dolchstoßlegende und Radikalisierung Aufstände und Putschversuche Reparationsprobleme / Deutsch-russisches Abkommen Ruhrbesetzung Hyperinflation Kommunistische Umsturzversuche Separatistenbewegungen / Ablösung Stresemanns MSPD / SPD Zentrumspartei Deutsche Demokratische Partei USPD / KPD Deutsche Volkspartei NSDAP Vorwurf an die Weimarer Verfassung: misslungene Konstruktion
Mängel der Verfassung:
striktes demokratisches Prinzip: kein Verhältniswahlrecht, Sperrklausel oder Möglichkeit eines Parteienverbots --> Zersplitterung der Parteienlandschaft; Erschwerung der Konsensbildung
mangelnde Regierungstradition der Parteien; Parteien fühlen sich nur ihren Wählern und nicht der Gesamtbevölkerung verantwortlich (Egoismus der Parteien --> instabile, kurzlebige Regierungen, mangelnde Kompromiss- und Regierungsfähigkeit)
starke Rolle des RP: Ausschaltung des RT als demokratisches Gegengewicht
einfaches Misstrauensvotum
Verfassung nicht ursächlich für das Scheitern, sondern Wahl von antidemokratischen Persönlichkeiten (Hindenburg)
"Kompromissverfassung" nicht in Kultur oder normativ verankert, nicht gemeinschaftsstiftend
--> Distanzierung der Bonner Verfassung Anfang 1918: Friedensvertrag von Brest-Litowsk mit Russland (Gebietsabtretungen; Versorgung der Bevölkerung mit ukrainischem Getreide)
--> OHL glaubte noch an Sieg
Westoffensive bleibt nach Anfangserfolgen stecken
völlige Erschöpfung der Reserven an Mensch und Material
18. Juli: Gegenoffensive der Allierten
selbst OHL sieht ein, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen ist; können sich nicht zu sofortigem Rückzug und Verhandlungsfrieden durchringen
Auflösungserscheinungen bei den Fronttruppen, "verdeckter Militärstreik" im Sommer und Herbst 1918
weiter Zuspitzung der militärischen Lage
--> politisch und militärisch Flucht nach vorne (OHL) Revolution von oben Einigung auf "Revolution von oben"
vom Reichstag getragene Reichsregierung
Verhinderung einer "Revolution von unten"
Waffenstilstandsangebot der Regierung
Ludendorff: "Die sollen nun den Frieden schließen [...] Sie sollen die Suppe jetzt essen, die sie uns eingebrockt haben."
Sie = Mehrheitsparteien, die Demokratisierung und Verständigunsfrieden fordern
Grundstein zur "Dolchstoßlegende Waffenstillstands-gesuch Oktoberverfassung kaiserlicher Parlamentierungserlass vom 30.09.1918
--> positive Resonanz bei den Mehrheitsparteien
Ziel: "ehrenvoller Verständigungsfrieden"
unabwendbare, totale Kriegsniederlage war nur Kaiser und OHL bekannt
neuer Reichskanzler: Prinz Max von Baden (Vetter des Kaisers, soziale und liberale Ansichten)
Entsetzen des Prinzen und der Führer der Reichstagsparteien über militärischen Lagebericht
Philipp Scheidemann: Warnung, "in ein bankrottes Unternehmen hineinzugehen"
3. Oktober: erste parlamentarische Regierung (MSPD, Fortschrittspartei, Zentrum) 3. Oktober: Bitte des RK um Friedensverhandlungen
Verhandlungsgrundlage: 14 Punke-Programm (Prinzipien der Demokratie, Selbstbestimmung, Gerechtigkeit)
OHL erreicht ihr Ziel und entzieht sich der politischen Verantwortung
Waffenstillstandsgesuch wirkte auf Bevölkerung wie ein Schock --> kein "Siegfrieden"
physische und psychische Kriegsmüdigkeit --> Frieden ohne weiteres Blutvergießen
Politisierung und Radikalisierung, da Friedensschluss auf sich warten ließ (Vorbedingungen Wilsons: völlige Entwaffnung, demokratische Regierung)
Entlassung Ludendorffs
Öffentliche Forderung nach Rücktritt des Kaisers ("Der Kaiser muss weg!") Reichstag versäumt es sich zum Zentrum der politischen Diskussion über Frieden und Demokratie zu machen
22. Oktober: Beratungen über Verfassungsreform: Kriegserklärungen und Friedensverträge bedürfen die Zustimmung des RT
RK benötigt das Vertrauen des RT; Verantwortlichkeit gegenüber RT und für politische Handlungen des Kaisers
militärische Personalentscheidungen erfordern Zustimmung des RK
--> parlamentarisch-demokratische Monarchie Gegenstimmen vom rechten Flügel als Träger des monarchischen Obrigkeitsstaates
Gegenstimmen der USPD; Hemmung des Sozialismus
Zustimmung der Mehrheitsparteien politische Interessensvertretung der deutschen Katholiken aller sozialen Schichten --> Konfessionspartei
Demokratisierung als Garantie ihrer zukünftigen Existenz und Chance zur Verstärkung ihres politischen Einflusses
Spaltung in Arbeitnehmerflügel und monarchistischen Flügel
--> in Bayern: Bayerische Volkspartei (BVP) seit 1920
breite programmatische Vielfalt
v.a. kultur- und bildungspolitische Zielsetzungen
bis 1932 an allen Regierungen beteiligt
Spaltung in linken Arbeitnehmerflügel und rechten patriarchalisch-ständestaatlich orientierten Fllügel 1910-18: Fortschrittliche Volkspartei; ab 1930: Deutsche Staatspartei (Zusammenschluss mit dem antisemitischen "Jungdeutschen Orden")
in der Tradition der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848
Demokratisierung als überfällige Anpassung an Erfordernisse der modernen Industriegesellschaft
getragen von linksliberal eingestellten Bildungsbürgern, leitenden Angestelten und Beamten, Industriellen der Chemie- und Elektroindustrie, Mittelständler, liberale Juden
--> vertritt Interessen des gebildeten Bürgertums, des gewerblichen Mittelstandes und eines Teils der Großindustrie
für Begrenzung des staatlichen Einflusses auf die Wirtschaft, Abschaffung von Monopolen, Ausgleich zwischen Kapital- und Arbeiterinteressen
Bekenntnis zur parlamentarischen Demokratie
gegen "bolschewistische" und "reaktionäre" Gegner
rapider Verlust politischer Zustimmung seit 1919 Matrosenrevolte Revolution in Berlin Abdankung der Hohenzollern Ausrufung der Republik Ende Oktober 1918: Mehrheitsparteien wollen Friedensschluss für eine ruhige demokratische Entwicklung
"Friedensbewegung" fordert Abdankung des Kaisers
Kaiser und Militär nicht gewillt, neue Ordnung zu respektieren und mit Regierung und Parlament zusammenzuarbeiten
"freiwillige Flucht" Wilhelms II. nach Spa ins Hauptquartier der OHL fügt dem Ansehen der Monarchie schweren Schaden zu Seekriegsleitung plant ohne Wissen der Regierung Angriff auf die britische Flotte
gegen Friedenspolitik und militärisch sinnlos
aber: "Ehren- und Existenzfrage der Marine"
Matrosen rebellieren gegen "Todesfahrt"
Meuterern droht Kriegsgericht und Todesstrafe
Forderung nach Freilassung, Demonstrationen
Wahl von Soldatenräten, Bewaffnung und Besetzungen; Unterstützung durch Streiks
Einschaltung der MSPD und USPD; Bildung eines paritätischen Arbeiter- und Soldatenrates
Auslösung einer revolutionären Welle
--> unblutige "Volksbewegung gegen den Militär- und Obrigkeitsstaat" Reichsregierung: Abdankung des Kaisers als Grundlage für erträglichen Frieden
Weigerung Wilhelms, auf den Thron zu verzichten
7. November: Forderung der MSPD nach stärkerem Einfluss im Kabinett und Rücktritt des Kaisers; "Jetzt heißt's sich an die Spitze der Bewegung zu stellen"
Vorbereitung des linken Flügels auf die Revolution ("Spartakusgruppe" geführt von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht)
Berlin: Kontrolle über die Reichspolitik
9. November: Beginn der Revolution mit einem Generalstreik; Besetzung strategisch wichtiger Gebäude
MSPD: Austritt aus der Reichsregierung Versuche zur Rettung der Monarchie durch Prinz Max von Baden
9. November: Reichskanzler gibt eigenmächtig die Abdankung des Kaisers bekannt
RK überträgt sein Amt auf Friedrich Ebert (MSPD)
Oktoberregierung bleibt weitgehend unverändert
Aufrufe an die Öffentlichkeit mit dem Versprechen eine "Volksregierung" zu bilden und Frieden zu schließen
Aufforderung, für Ruhe und Ordnung zu sorgen
baldige Wahl einer verfassungsgebenden Nationalversammlung revolutionär gestimmte Massen erwarten klar erkennbaren politischen Neubeginn
Ausrufung der "deutschen Republik" durch Philipp Scheidemann (MSPD)
Entsetzen Eberts: "Du hast kein Recht, die Republik auszurufen!"
Proklamation der "freien sozialistischen Republik Deutschland" durch Karl Liebknecht (Spartakist)
--> heftige Auseinandersetzungen zwischen Reformorientierten und Revolutionären
Zugeständnisse Eberts an die USPD-Führung
--> Bildung eines paritätischen "entscheidenden Kabinetts" Rat der Volksbeauftragten Waffenstillstands-unterzeichnungen Forderung: "Kein Bruderkampf!"
--> Aufnahme der Einigung zwischen MSPD und USPD
erfolglose Störversuche der Spartakus-Gruppe
Bestätigung der neuen Regierung: "Rat der Volksbeauftragten"
Friedrich Ebert, Philipp Scheidemann, Otto Landsberg (MSPD)
Hugo Haase, Wilhelm Dittmann, Emil Barth (USPD)
MSPD hält die wichtigsten Resorts
-->Durchsetzung der gemäßigten Sozialisten gegen die linksradikale Minderheit 5. November: Bereitschaft zu unmittelbaren Waffenstillstandsverhandlungen
8. November: Entgegennahme der Waffenstillstandsbedingungen der deutschen Delegation unter Matthias Erzberger (Zentrum):
Rückzug des West- und des Ostheeres
Besetzung der linksrheinischen deutschen Gebiete
Aufrechterhaltung der Seeblockade bis zum Friedensvertrag
Übergabe des schweren Kriegsgerätes und der Hochseeflotte
Lokomotiven, Waggons und LKWs als Reparationsleistung
Freilassung von Kriegsgefangenen
Aufhebung der Friedensverträge mit Rumänien und Russland
Erzbergers Bitten um Erleichterungen scheitern
11. November: Unterzeichnung des Waffenstillstandes aufgrund der aussichtslosen militärischen Lage
10 Mio. Tote und 20 Mio. Verwundete Vertagung der Sozialisierung Machterhalt der wilhelminischen Eliten Stinnes-Legien-Pakt Reichsrätekongress Weihnachtskämpfe Gründung der KPD Januaraufstand lockeres Netz revolutionärer Gremien, gestützt auf bewaffnete Macht der Soldaten, Streikmacht der Arbeiter und Demonstrationsmacht der Massen
provisorisches Gebilde aus alten und neuen Strukturen (z.B. doppelte Legitimation Eberts)
Dominanz der MSPD, kaum Beteiligung der Spartakisten
schwierige Aufgaben: Verhinderung von Chaos und Hunger, Wiedereingliederung der Soldaten, Erfüllung der Waffenstillstandsbedingungen, Versorgung und Ernährung der Bevölkerung, Aufrechterhaltung der inneren und äußeren Sicherheit und Einheit Meisterung der Probleme nur durch Fachleute aus der wilhelminischen Zeit möglich
aber: hinderlich für dauerhafte Absicherung von Republikanisierung und Demokratisierung
Enteignung und Entfernung der monarchistischen Eliten aus Führungspositionen wäre nötig gewesen
Dilemma --> Sozialdemokraten geben Problemlösung den Vorrang; "Konkursverwalter" des Kaiserreichs (Ebert)
Verfassungsrechtliche Entscheidungen sollen erst durch vom Volk gewählte Nationalversammlung getroffen werden
"Die ganze Macht dem ganzen Volk!" contra "Alle Macht den Räten!"
Vorrang der Kriegsbewältigung vor Sozialisierungen Abbremsen der Revolution, Umwälzung bleibt auf politischen Bereich beschränkt
keine Demokratisierung des öffentlichen Dienstes, der Wirtschaft und Gesellschaft
v.a. kritische Haltung der evangelischen Kirchen zur Republik (Verlust der Monopolstellung)
Generalität und Offizierskorps behalten ihre Stellung
"Ebert-Groener-Bündnis" --> OHL entgeht Auflösung
keine Einschränkung der Befugnisse, stattdessen Stärkung der Autorität der Offiziere gegenüber den Soldatenräten und Bestand der alten Armee
Republikferne der Reichswehr
kein Vorgehen gegen Großgrundbesitzer als Rückgrat der Monarchie Verschonung der Schwerindustriellen vor Enteignungen durch Abkommen zwischen Unternehmerverbände und Gewerkschaften:
erstmals Anerkennung der Gewerkschaften
8-Stunden-Tag bei vollem Lohnausgleich
Arbeiter- und Schlichtungsausschüsse
Wiedereinstellung demobilisierter Soldaten
"ZAG" zur Durchführung des Abkommens
Strategie der Unternehmer: "Sozialpolitik gegen Verzicht auf Sozialisierung"
Tolerierung durch Regierung
Einigung auf spätere Sozialisierungen
Auftrag an Liberalen Hugo Preuß: Entwurf einer Reichsverfassung 15. November Tagung vom 16. - 21. Dezember 1918
Grundsatzdebatte über Vor- und Nachteile des Rätesystems bzw. der parlamentarischen Demokratie und den richtigen Zeitpunkt der Wahl für die verfassungsgebende Nationalversammlung
Ablehnung des Rätesystems (USPD)
Übergangsregierung: Rat der Volksbeauftragten
Wahlen: 19. Januar 1919
--> Durchsetzung der MSPD
Konsens über strukturelle Demokratisierung von Heer, Verwaltung und Wirtschaft
Hinauszögerung der Reformbeschlüsse, um Nationalversammlung nicht vorzugreifen
--> Anlehnung an alte Mächte, v.a. Militär
Blutvergießen und Bruch zwischen USPD und MSPD seit Mitte Dezember schwelender Streit um "Volksmarinedivision": Einquartierung von Matrosen zum Schutz des Berliner Regierungsviertels seit 9. November
Weigerung auszuziehen und Entführung und Misshandlung des Stadtkommandanten Otto Wels
Ebert ruft OHL-Truppen zu Hilfe
--> untauglich; Rückzug --> Niederlage Eberts
Protest der USPD gegen den Militäreinsatz
Weihnachtskämpfe und Bruch zwischen den beiden Linksparteien signalisieren Eintritt der Revolution in zweite, radikalere Phase
Sammlung monarchistischer und nationalist. Soldaten in "Freikorps" (250.00 Mann) Spannungen zwischen den verschiedenen Flügeln der USPD
1. Januar 1919: Gründung der KPD unter Führung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht
Abgrenzung von der Parteidiktatur in Russland
Boykott der Wahlen --> politisches Abseits Entlassung des Berliner Polizeipräsidenten Eichhorn (Hilfe für Aufständische statt für Regierung)
Protestdemonstrationen von USPD und KPD
5. Januar: Besetzung des Zeitungsviertels
12. Januar: Beschuss und Stürmung des Viertels (Noske); zahlreiche Tote und Verletzte
Ermordung Luxemburgs und Liebknechts durch Freikorps (Pabst)
--> erbitterte Feindschaft zwischen
KPD und MSPD Nationalversammlung Frühjahrsunruhen 19. Januar 1919: Wahl der verfassungsgebenden Nationalversammlung
ein Mandat für 150.000 Stimmen
Frauenwahlrecht; Mindestalter 20
ca. 36,7 Mio. Wahlberechtigte
Wahlbeteiligung: 83%
Wahlsieger: SPD, DDP, Zentrum (76,1%)
--> solides Fundament der Demokratie
Kontinuität zwischen Parteien des Kaiserreichs und der Republik Deutschnationale Volkspartei rechter Flügel der Nationalliberalen
getragen von wirtschaftsliberalen, monarchistisch, national und antirevolutionär gesinnten Teilen des (protestantischen) Bildungsbürgertums, der Industrie und des Mittelstandes
Forderung nach wirtschaftlicher Förderung von Industrie und Mittelstand
Sympathie gilt der Monarchie, indifferent bis ablehnend gegenüber der Republik
seit Stresemann: Bereitschaft sich den politischen Tatsachen zu stellen ("Vernunftrepublikaner"), Verständigung mit Siegermächten
Annäherung an die rechts-nationale Opposition nach dem Tod Stresemanns Ablehnung von Republik und Demokratie
Hauptziel: Wiedererrichtung der Hohenzollernmonarchie
Sammelbecken für die politische Rechte und völkisch-nationalistische, antiedemokratische und antisemitische Kreise
an der Grenze zum völkischen Rechtsradikalismus
getragen von Offizieren, Beamten und Angestellten, Akademikern, Mittelständlern und Bauern
Vertretung der Interessen von Großgrundbesitzern und Schwerindustriellen
Radikalisierung unter Hugenberg (Zusammenarbeit mit der NSDAP; "Harzburger Front") tritt am 6. Februar 1919 im Weimarer Nationaltheater zusammen
11. Februar: Wahl Friedrich Eberts zum RP, Beauftragung Philipp Scheidemanns mit der Regierungsbildung
13. Februar: Vereidigung der "Weimarer Koalition"
gesetzliche Grundsatzentscheidungen:
einheitliches Militär, Freikorps und OHL bleiben bestehen
Sozialisierungen nur "gegen angemessene Entschädigung" --> praktisch unmöglich
Kohlenwirtschaftsgesetz: Absatzkartelle unter Kontrolle eines Reichskohlenrates Enttäuschung der radikalen Linken nach Wahlen
--> Welle lokaler Aufstände, "wilder" Streiks und Betriebsbesetzungen zwischen Februar und März
Ziel: Erhalt und Ausbau des Rätesystems, Sozialisierungen, höhere Lohne und bessere Arbeitsbedingungen
Radikalisierung und erheblich kleinere Bewegung als 1918
März 1919: KPD wandelt in Berlin Streik in einen Aufstand um --> Verhängung des Ausnahmezustands
Eingreifen der Freikorps und der Polizei
ca. 1000 Tote in den Berliner Märzkämpfen
Ermordung des bayer. MP Eisner (USPD)
--> Ausrufung einer Räterepublik; später Auflösung durch Freikorpsverbände
Ende der Revolution 1918/19 am 3. Mai 1919 (Ende der Münchner Räterepublik) 31. Juli 1919: Annahme der Weimarer Verfassung durch die Nationalversammlung
beruht auf Entwürfen von Hugo Preuß
Nationalfarben: Schwarz-rot-gold
Zentrale Verfassungsprinzipien:
Volkssouveränität (Art. 1)
Gewaltenteilung und Grundrechte
Elemente der repräsentativen (dem Parlament verantwortliche Regierung), der plebiszitären (Volksabstimmungen) und der Präsidialdemokratie (starker, direkt gewählter RP)
Abschwächung des Föderalismus
Ausbau der Sozialgesetzgebung
Handlungsfähigkeit in Notsituationen (Art. 48)
zwei einander ebenbürtige höchste Staatsorgane (RT/RP), Bindeglied: parlamentarische Regierung
Vermeidung eines "Parlamentsabsolutismus"
--> kein harmonisches Ganzes; "Kompromissverfassung"
wertneutral und ohne normative Einschränkung Plebiszitäre und autoritäre Elemente Gesellschaftspolitische Bestimmungen Grundrechte kein bindendes Recht
Fehlen eines Bundesverfassungsgerichts
Volkssouveränität findet keine Entsprechung in Parlamentssouveränität (Volksentscheide)
Machtfülle des RP ("Ersatzkaiser"): Auflösung des RT (25), Ernennung des RK/Richter, völkerrechtliche Vertretung, Oberbefehl über Reichswehr, Notverordnungsrecht (Art. 48, Außerkraftsetzung der wichtigsten Grundrechte)
zuständig für "große Grundfragen des politischen Lebens"
Furcht vor "Mehrheitsdiktatur"
Regierung benötigt Vertrauen des RT
Abhängigkeit der Regierung vom RP --> Versagen der Kontrollmechanismen
RT: Gesetzgebung, Kontrolle der
Regierung, Misstrauensvotum
gegen RK und Minister Nachhall der Rätebewegung: Betriebsräte, Reichsarbeiterrat, Reichswirtschaftsrat (v.a. wirtschaftliche Aufgaben)
Fortschritte des Sozialstaats:
Existenz- und Betätigungsrecht für Gewerkschaften und Unternehmerverbände (Art. 159)
Sozialversicherungswesen (Art. 161)
Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung (Art. 163)
Schulpflicht (Art. 146)
--> trotz struktureller Schwächen tragfähiges Fundament für den Aufbau eines demokratischen Rechtsstaats Diktatur in Bayern / Hitler-Putsch Bestimmungen Wahlergebnisse in der Weimarer Republik 7. Mai 1919: Deutsche Delegation erhält den Entwurf des Vertrages, ausgearbeitet von Wilson, George und Clemenceau
Entrüstungssturm in Deutschland
Alternativ- oder Kompromissvorschläge werden von den Alliierten abgelehnt
Scheidemann lehnt ab, den Vertrag zu unterschreiben --> Rücktritt 20. Juni
neuer RK: Gustav Bauer (MSPD)
vergebliche Verhandlungen nach Provokationen der Alliierten
Alternativlosigkeit --> Annahme des Friedensvertrags am 23. Juni 1919
Attentatsversuche auf den Unterzeichner des Waffenstillstandes Erzberger
Gründung des Völkerbundes (ohne Deutschland und USA)
Gründung Polens als "Bollwerk gegen den russischen Bolschewismus"
Grenzziehung im Osten --> Minderheitsprobleme, Flüchtlinge
Enttäsuschung und Verdammung in der Öffentlichkeit
Verzicht auf Aufarbeitung des Weltkrieges
--> "Dolchstoßlegende"
Ziele der Siegermächte: Deckung der Kriegskosten (GB)
Sicherheit, Wiederaufbau, Gebietsansprüche (F), gerechte
Friedensordnung (USA), nachhaltige Schwächung Ds Zuweisung der alleinigen Kriegsschuld

Verlust sämtlicher Kolonien
Elsass-Lothringen, Eupen-Malmedy, Danzig, Nordschleswig, Memelland, Posen und Westpreußen, östliches Oberschlesien (ca. 10%)

Verbot der Vereinigung mit Österreich
Eingeschränkte Lufthoheit
Internationalisierung der großen Flüsse
Verbot der Wehrpflicht und aller schwerer Waffen
Besetzung des Rheinufers und Einrichtung einer entmilitarisierten Zone

umfangreiches Sachlieferungen
Zahlungen in Goldmark Gebietsabtretungen Souveränitätsbeschränkungen Reparationen Schwierigkeiten: Umstellung der Kriegs- auf Friedesnswirtschaft, Wiedereingliederung der Soldaten, Abbruch von Binnenwirtschaftsbeziehungen durch die Gebietsabtretungen, Flüchtlingsströme, hohe Staatsverschuldung
Republik benötigt enorme finanzielle Mittel zur Schuldentilgung, für Reparationszahlungen und den Staatsaufbau
--> Schaffung einer Finanzverwaltung des Reiches
Steuerreform: Reich (39%), Länder (23%), Gemeinden (38%)
Abschöpfung von Kriegsgewinnen durch Vermögenssteuern
dennoch günstiger Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung in den ersten Nachkriegsjahren, annähernde Vollbeschäftigung, Verbesserung des allgemeinen Lebensstandards
Nachkriegsinflation als Grundlage des Wirtschaftsaufschwungs (Wettbewerbsvorteile durch lohnkostengünstige Produktion)
Ankurbelung der Wirtschaft durch Staatsaufträge
Wirtschaftsaufschwung an zwei Bedingungen genknüpft:
Inflation darf nicht außer Kontrolle geraten
bezahlbare Reparationen Mitte 1919: Entstehung der Dolchstoßlegende
Klage Ludendorffs über mangelnde Unterstützung der Front durch die Heimat 1918
Hindenburg: "planmäßige Zersetzung von Flotte und Heer"
Tatsachen werden auf den Kopf gestellt; Auflösungserscheinungen waren auf Erschöpfung und Verzweiflung, nicht "Zersetzung" zurückzuführen, "verdeckter Militärstreik"
politische Sprengkraft
Aufklärung durch beschuldigte republikanische Parteien unterblieb
--> Dolchstoßlegende stößt auf breite Zustimmung (willkommene Erklärung); "Dolchstoß in den Rücken des neuen Staates" Entstehung eines rechtsradikalen Lagers mit zahlreichen konkurrierenden Organisationen
Bildung bewaffneter "Einwohnerwehren"
"deutschvölkische" Geheimbünde, Kampfverbände und Parteien (v.a. entwurzelte Soldaten)
"Deutschvölkischer Schutz- und Trutzbund" und NSDAP
Bekämpfung der KPD, MSPD, Gewerkschaften, Demokraten
Krieg als Werk einer "jüdischen Weltverschwörung"
Demokratie = "undeutsch"
Ziel: "Führerstaat" nach faschistischem Vorbild Antisemitismus Linksradikalismus charakteristisch für deutschvölkische Szene
jahrhundertealte Wurzeln (christlicher Antijudaismus, Hass auf jüd. Geldverleiher)
Verstärkung, als sich Juden als erfolgreiche Unternehmer und Freiberufler betätigten --> Neid und Konkurrenzangst
Wirtschaftskrise Mitte der 1870er Jahre: Vorwurf, Juden hätten Banken und Börsen manipuliert
Entwicklung des Antijudaismus zum Antisemitismus; pseudowissenschaftliche Rassenlehren
"Protokolle der Weisen von Zion" (1919): angeblicher Beweis für jüdische Weltverschwörung Radikalisierung durch Enttäuschung über stecken gebliebene Revolution
Annäherung der USPD an die KPD; Forderung nach "Diktatur des Proletariats"
Fundamentalopposition gegen die Weimarer Republik
Kampf gegen Betriebsrätegesetz; Demonstrationen --> Erschießung von 42 Menschen durch die Reichswehr
Ausnahmezustand; Verbot von KPD- und USPD-Zeitungen
--> Spaltung der USPD; Gegensatz zwischen revolutionärer KPD und reformerischer SPD
Spaltung der USPD (Dezember 1920: Beitritt des linken Flügels zur KPD, September 1922: Anschluss des Rests an die MSPD --> SPD)
KPD: Hervorgegangen aus dem "Spartakusbund" Ende Dezember 1918
Selbstverständnis als Arbeiterpartei und Teil der KomIntern
Ziele: Revolution und Räterepublik nach dem Vorbild der SU
Ablehnung der Weimarer Republik und der parlamentarischen Demokratie
Massenstreiks und Protestaktionen
Hetzkampagnen gegen Demokratie und "herrschendes Finanzkapital" tragen zum Untergang der Republik bei Frühjahr 1920: erste große Existenzkrise der Weimarar Republik
Rechtspusch der "Nationalen Vereinigung" (Ludendorff, Lüttwitz, Pabst, Jagow, Kapp)
Ziel: Errichtung einer Militärdiktatur
Auslöser: Abrüstungsbestimmungen --> 300.000 Reichswehrangehörige und Freikorpsleute vor der Entlassung
Gefühl, von der Republik verraten worden zu sein
geplante Auflösung der Marinebrigade II (6000 Mann) Kapp-Lüttwitz-Putsch Aufstand der "Roten Ruhrarmee" Reichstagswahlen 1920 Politische Justiz Terrorismus Lüttwitz fordert Beibehaltung der Freikorps, seine Ernennung zum Oberbefehlshaber der Reichswehr und Neuwahlen
Noske enthebt ihn nicht seines Kommandos --> Putsch
Beratungen über Gegenmaßnahmen: Reichswehr steht nicht zur Verfügung ("Reichswehr schießt nicht auf Reichswehr") --> offener Ungehorsam
Flucht der Regierung nach Stuttgart
Besetzung des Regierungsviertels durch die Putschisten
Aufruf Eberts: "Kein Proletarier darf der Militärdiktatur helfen! Generalstreik auf der ganzen Linie!"
Putsch erfährt keinen Rückhalt, Zusammenbruch am 17. März 1920; Flucht der Putschisten
Forderungen der Streikenden: Neun-Punkte-Programm "Umgestaltung" der Reichsregierung
Neuregelungen in der Wirtschafts- und Sozialgesetzgebung
Rücktritt des Reichswehrministers Noske
Entfernung "reaktionärer Personen"
Demokratisierung der Verwalung
Verbesserte Sozialgesetze
Sozialisierung des Bergbaus und der Energiewirtschaft
Enteignungen von Großgrundbesitzern
Auflösung aller "konterrevolutionären, militärischen Formationen" --> Versuch, die Versäumnisse von 1918/19 nachzuholen
ließ sich nicht verwirklichen im Ruhrgebiet übernehmen spontan gebildete "Vollzugsräte" die Macht (v.a. USPD)
Organisation von Arbeiterwehren --> 50.000 Mann starke "Rote Ruhrarmee" bringt bis Ende März das Ruhrgebiet unter ihre Kontrolle
Widerstand gegen Kapp-Lüttwitz-Putsch wird zum Kampf für die Vollendung der sozialen Revolution
Märzrevolution schürt Angst des Bürgertums vor dem "Bolschewismus"
Verhandlungen der Reichsregierung scheitern
Einmarsch von Reichswehrtruppen ("volle Freiheit des Handelns")
Gräueltaten der Regierungstruppen;
Standgerichte (1000 Tote) Abhaltung der Wahlen früher als geplant: 6. Juni 1920
Niederlage der "Weimarer Koalition" (47,7%) aufgrund der politischen Polarisierung
Gewinne für USPD, DVP und DNVP
bürgerliche Minderheitsregierung von Zentrum, DDP und DVP unter Konstantin Fehrenbach (Zentrum)
keine Erfüllung des 9-Punkte-Programms
Auflösung der Freikorps und Einwohnerwehren
weitergehende Demokratisierung in Preußen ("Bollwerk der Demokratie"/"rote Festung")
Bayern: "Ordnungszelle" / "Hort der Reaktion" strafrechtliche Verfolgung der Putschisten verläuft im Sande; Amnestiegesetz
Milde der konservativen Richter
Einstellung der meisten Verfahren
Härte gegenüber den Mitgliedern der Roten Ruhrarmee --> politisch motivierte Urteile Mordanschläge auf Kommunisten, Sozialdemokraten, liberale und katholische Demokraten durch rechtsradikale terroristische Untergrundgruppen (O.C.)
Opfer: Luxemburg, Liebknecht, Kurt Eisner, Matthias Erzberger, Walther Rathenau
Folge des Hass- und Gewaltklimas
Ziel: Verleitung der Linken zu einem Aufstand, Niederschlagung; Errichtung einer Diktatur
wirkungsloses "Republikschutz-
gesetz" (1922) 29. Januar: Entscheidung über Reparationen: 226 Mrd. Goldmark, 12% der deutschen Ausfuhr
harte Forderungen v.a. der französischen Seite (Poincaré)
bei Verzug Besetzung der Industrie im Ruhrgebiet
Londoner Ultimatum:
Entsetzen der deutschen Öffentlichkeit, Ablehnung der Forderungen
Ultimatum vom 31. März 1921: Annahme oder Gegenvorschläge
Halbierung der Forderungen
Akzeptanz aufgrund der Androhung territorialer Sanktionen (11. Mai)
neuer RK Joseph Wirth (Zentrum)
Überforderung der Leistungsfähigkeit der deuschen Wirtschaft 16. April 1921: Vertrag von Rapallo zwischen Deutschland und Russland
Aufnahme diplomatischer Beziehungen
gegenseitiger Zahlungsverzichte
Handelsbeziehungen ("Meistbegünstigung")
Überwindung der außenpolitischen Isolation
geheime Zusammenarbeit auf militärischem Gebiet
Sicht der alliierten: sicherheits-politisches Ärgernis; Angst vor Entscheidung Deutschlands für den Osten --> Verhärtung der Haltung gegenüber Deutschland Krisenjahr 1923: wirtschaftliche und politische Krisen bedrohen Zukunft Deutschlands
vorläufiger Verzicht der Alliierten auf Geldleistungen, dafür Erhöhung der Güterlieferungen
Frankreich: Idee der "produktiven Pfänder" im Ruhrgebiet
Deutschland gerät in Verzug --> Forderung Frankreichs nach territorialen Sanktionen; amerikanischer Vermittlungsversuch scheitert
9. Januar 1923: Reparationskommission unterstellt absichtliche Zurückhaltung deutscher Kohlelieferungen
11. Januar: Einmarsch von 60.000 Mann im Ruhrgebiet zur Kontrolle der Kohleproduktion
--> nationale Protestwelle; Einstellung sämtlicher Reparationslieferungen; Aufruf Eberts zum "passiven Widerstand" (Verweigerung der Kooperation)
Stilllegungen, Beschlagnahmung von Firmenkassen, Ausweisungen, Gewaltakte (137 Tote) --> Gesamtschaden 3,5 - 4 Mrd. GM
auch aktiver Widerstand rechtsradikaler Sabotagetrupps (Überfälle und Ermordungen) Kosten können nicht mehr bewältigt werden --> höhere Kredite und Notenpresse
ab Juni 1923: Hyperinflation
sinkende Kaufkraft und steigender Dollar-Kurs
Flucht in Dollar, Sachwerte und Immobilien; Tauschhandel
Einzelhandel hortet Waren --> Huger --> Plünderungen, antisemitische Ausschreitungen
Gewinner: Schuldner, Bauern, Mieter, Pächter, Exportunternehmer
Verlierer: Gläubiger, Bezieher fester Geldeinkommen (Arbeitnehmer, Rentner, Vermieter)
Währungsreform der Großen Koalition unter Stresemann (DVP): Einführung der Rentenmark; Voraussetzung für Reparationsverhandlungen Verhängung des Ausnahmezustandes über Bayern (Art. 48)
"Triumvirat": Kahr, Lossow, Seißer
Verbot von sozialdemokratischen Organisationen und Zeitungen
Ausweisung von Juden
Hinarbeitung auf nationale Diktatur
Ebert verhängt ebenfalls Ausnahmezustand und überträgt vollziehende Gewalt auf Reichswehrminister Geßler
Seeckt (Chef der Heeresleitung) verhindert Reichsexekution gegen Bayern
Sympathisant
"Ich verstehe ... vollkommen, dass Sie [der Weimarer-Verfassung] den Kampf angesagt haben." NSDAP profitiert von der krisenhaften Entwicklung
55.000 Mitglieder
Zusammenarbeit mit Ludendorff
Hitler als "deutscher Mussolini"
8. November: Hitler erpresst "Triumvirat" seinen "Marsch auf Berlin" mitzuorganisieren
Kahr, Lossow und Seißer treffen jedoch noch in der Nacht Maßnahmen zur Aufhaltung --> Isolation Hitlers
9. November: Zug trifft auf Polizei (17 Tote)
Prozess gegen Hitler verkommt zur Farce (Männer von "rein vaterländischem Geist")
--> 5 Jahre Festungshaft; Begnadigung nach 6 Monaten Sommer 1923: Politbüro der KPdSU beschließt einen "deutschen Oktober" mit allen Mitteln zu unterstützen; Planung einer militärischen Intervention
ab September: Konkreter Vorbereitungen der KPD, Aufstellung und Ausrüstung "Proletarischer Hundertschaften" (ca. 55.000 Mann)
Eintritt der KPD in die Landesregierungen in Dresden und Weimar --> staatliche Machtposition
Verstoß gegen die Entwaffnungsvorschriften des Versailler Vertrags --> Reichsexekution gegen Sachsen und Thüringen --> Tote und Verletzte bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Reichswehr
Konferenz von Arbeiterdelegierten lehnt Revolutionsversuch ab
Niederschlagung eines aussichtslosen Aufstands in Hamburg seit Ende September 1923 separatistische Bewegungen im Rheinland (Hoffnung auf wirt. und polit. Vorteile)
Unterstützung durch Franzosen (Chance zur Abtrennung des Ruhrgebiets von Deutschland)
21. Oktober: Ausrufung der "Rheinischen Republik"
entmilitarisierte Zone --> Machtlosigkeit der Reichsregierung
Scheitern innerhalb weniger Monate (v.a. Widerstand der Bevölkerung, Abhängigkeit von Krediten)
1924: auch Frankreich lässt die separatistische Bewegung fallen Empörung der Sozialdemokraten, dass nichts gegen die Diktatur in Bayern unternommen wird
23. November: Rückzug der SPD-Minister aus dem Kabinett
bürgerliche Minderheitsregierung unter Wilhelm Marx (Zentrum)

Lösung der Doppelkrise von außen und innen
Einlenken Frankreichs
Erfolg der Währungsreform
übrige Gefahren: gezielt ausgelöste Nebenkrisen, die zum Scheitern verurteilt waren
--> Nachkriegskrisen erreichen ihr Ende Verträge von Locarno Young-Plan Krisenanfälliger Aufschwung Oberschichten Mittelschichten Frauen Sozialpolitik Arbeitslosen-versicherung Zerwürfnis der Tarifvertragsparteien Reichstagswahlen von 1924 Wechselnde Mehrheiten Hindenburgs Amtsführung Reichstagswahl 1928 Kampagne gegen den Young-Plan Massenmedien Musik und Film Neue Sachlichkeit Bauhaus Theater und Literatur Konservativer Antimodernismus erste Entspannung in der Reparationsfrage durch Dawes-Plan (16. August 1924)
Erholung der deutschen Wirtschaft, um Reparationszahlungen zu gewährleisten
Verbot politisch motivierter Sanktionen
direkt abzuführende Steuern und Zölle als Reparationsquellen
Verringerung der jährlichen Belastung, schrittweiser Anstieg auf die "Normalrate" von 2,5 Mrd. RM
US-Kredit über 800 Mio. RM als Starthilfe
günstigere Bedingungen für Deutschland
Staat und Wirtschaft können mit erträglichen Zahlen kalkulieren
Räumung des Ruhrgebiets von französischen Truppen Tagung der Regierungschefs und Außenminister von D, GB, F, B, I, Pl, Cz im Oktober 1925 in Locarno
Abkommen zur Stabilisierung des Friedens in Europa (Voraussetzung für weitere US-Kredite)
"Garantiepakt": Unverletzlichkeit der deutschen Westgrenze; aber nicht der Ostgrenze
Werk von Gustav Stresemann und Aristide Briand --> Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis 1926
spürbare Verbesserung der deutschen Position in der internationalen Politik
radikale Rechte und Linke verweigern Zustimmung; Ratifikation nur mit SPD
Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund 1926 weitere Verbesserungen des deutsch-französischen Verhältnisses
Zunahme des internationalen Ansehen Deutschlands
"Briand-Kellogg-Pakt" (1928): Ächtung des Krieges als Mittel der Politik
Umstellung auf "Normalrate" überfordert Zahlungsfähigkeit Deutschlands --> neue Verhandlungen der Reparationsfrage
Young-Plan:
112 Mrd. RM bis 1988
Jahresraten steigen allmählich von 1,7 auf 2,1 Mrd. RM
Räumung des Rheinlandes bis 1930
--> deutliche Verbesserungen Impulse für die deutsche Wirtschaft v.a. durch amerikanische Kredite --> Phase des Aufschwungs
Anstieg von Produktion, Konsum und Volkseinkommen zwischen 1924 und 1929
besonders elektrotechnische und chemische Industrie, Automobil- und Flugzeugbau, Messing- und Aluminiumherstellung, Film und Rundfunk
technische Großprojekte demonstrieren Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie
Aufschwung kommt auch Arbeitern, Angestellten und Beamten zugute
annähernd ausgeglichener Reichshaushalt bedenkliche Trends:
unregelmäßig verteiltes Wachstum
Zunahme der Wirtschaftskonzentration --> Monopolpreise für Rohstoffe
überhöhtes Lohnniveau
"Rationalisierungskrise" --> hohe Arbeitslosenquote
hohe Auslandsverschuldung
gefährliche Spekulationen der Großbanken
Zentralbank kann kaum auf Wirtschaftsgeschehen einwirken (keine Mindestreservenpolitik)
starker Anstieg der öffentlichen Ausgaben
-->gesamtwirtschaftliche Situation war schon
vor Weltwirtschaftskrise problematisch;
hohe Krisenanfälligkeit;
keine Stabilisierung Gesellschaft im Wandel Erhöhung der Bevölkerungszahl auf 65 Mio. 1933
Landflucht und Verstädterung
Rückgang der Beschäftigten in der Landwirtschaft
Zunahme des Dienstleistungssektors
Erbe des Kaiserreichs:
hochdifferenzierte, hierarchisch gegliederte Industriegesellschaft
ausgeprägte schicht-, geschlechts- und generationsspezifische Strukturen sozialer Ungleichheit
teilweise beträchtlicher Wandel in den 20er Jahren alte gesellschaftliche Oberschicht:
Großgrundbesitzer, Wirtschafts- / Bildungs-bürgertum, höhere Beamte, Offizierskorps
--> Rückgewinn von Macht unter Hindenburg
"neue politische Oberschicht" "alter Mittelstand": Handwerker, Einzelhändler, kleine und mittlere Unternehmer, freie Berufe, Bauern
eingeklemmt zwischen Kapital und Arbeit
traumatische Erfahrung der Inflation 1923
"neuer Mittelstand": mittlere und kleine Angestellte und Beamte
--> breites Parteienspektrum, polit. "Heimatlosigkeit" Industrie- und Landarbeiter, Handwerksgesellen,
Mägde, Knechte, Hausangstellte, Arbeitslose,
Rentner, Invaliden
Zentrum, SPD, KPD und deren
Gewerkschaften
"Lagermentalität" Unterschichten vielfache Benachteiligung
nur 35,8% berufstätig; 2/3 des Männerlohns
Abhängigkeit vom Ehemann
traditionelle Rollenvorstellung <-> von der Werbung propagierte "neue Frau" Jugend Zusammenschlüsse mit eigenen Wertvorstellungen und Verhaltensweisen
Protest gegen Unsicherheit der Zukunft und materielle Verhältnisse
--> staatliche Angebote zur Jugendfürsorge
Jugendorganisationen der Parteien
geprägt durch Kriegserlebnis, Weltwirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit
-->soziale Unzufriedenheit Abmilderung sozialer Ungleichheiten seit der Revolution 1918/19 durch die Sozialpolitik
Verankerung des Sozialversicherungswesens in der Verfassung (Art. 161) und Verbesserung seiner Leistungen
Politik der sozialen Sicherung und des sozialen Ausgleichs
Erhöhung der Rentensätze
Anerkennung neuer Berufskrankheiten
Steigerung der Zahl der Ärzte
sozialer Wohnungsbau Reichsarbeitsminister Heinrich Braun (Zentrum)
Gesetz über Arbeitslosenvermittlung und Arbeitslosenversicherung (1. Oktober 1927)
Reichsanstalt übernimmt Arbeitsvermittlung
Arbeitslose können bis zu 39 Wochen ihren Unterhalt aus einer Versicherung beziehen
--> Versicherungs- löst Fürsorgeprinzip ab
niedrige Beitragshöhe der Arbeitgeber --> Versicherung benötigt Darlehen aus dem Reichshaushalt 1928: Vertiefung der Kluft zwischen RDI ADGB
Forderungen der Gewerkschaften:
Ausbau des Arbeitsrechts, der Sozialpolitik und der Mitbestimmungsrechte
Erleichterung des Bildungszugangs für Arbeiter
mehr "gemeinwirtschaftliche" Betriebe
Kontrolle der Großunternehmen durch Arbeitnehmervertreter in den Geschäftsleitungen
Kampfansage gegen freie Unternehmerinitiative
heftige Kritik des RDI an der "Wirtschaftsdemokratie"; Offensive gegen Gewerkschaften und Zwangsschlichtungen
Unternehmerverbände und Gewerk-
schaften stehen sich unversöhnlich
gegenüber Ausbleiben innenpolitischer Krisen oder Umsturzversuche zwischen 1924 und 1929
Kommunisten konzentrieren sich legale Formen der Parteiarbeit
Aktionsunfähigkeit der radikalen Rechten
Zerfall der NSDAP während Hitlers Festungshaft Wahlergebnis geprägt von den Erfahrungen des Krisenjahres 1923
leichte Verluste der SPD, schwere Einbußen der liberalen Parteien, Zentrum konstant
sprunghafter Anstieg der DNVP und der Splitterparteien
Minderheitsregierung aus Zentrum, DDP und DVP unter RK Marx
heftiger Streit über Staatshaushalt --> Neuwahlen am 7. Dezember (im Zeichen der Stabilisierung)
Wahlsieger: SPD, DNVP
Verlierer: KPD und Splitterparteien
--> politische Normalisierung
in den Folgejahren Verzicht auf Ermächtigungsgesetz und Notstand Schwierigkeiten mit Bildung stabiler Koalitionen, Bereitschaft zum Kompromiss und Mut zu unpopulären Entscheidungen
SPD bleibt in der Opposition
Fundamentalopposition der DNVP gegen Weimar
Regierungen zwischen 1924 und 1928 haben keine oder nur unsichere Mehrheit
Minderheitsregierung der bürgerlichen Mittelparteien (DDP, Zentrum, BVP, DVP), auf Tolerierung angewiesen
"Bürgerblock"-Regierung (Zentrum, BVP, DVP, DNVP), zerstritten in der Außenpolitik
--> keine wirkliche Stabilisierung des Parlamentarismus 28. Februar 1925: Tod Friedrich Eberts
Verleumdungskampagne gegen ihn: "Landesverrat"
Politik des Ausgleichs, Herbeiführung einer Einigung zwischen Sozialdemokratie, linksliberalem Bürgertum und politischem Katholizismus
früher Tod war schwerer Verlust für die Republik
erster Wahlgang 29. März 1925: Karl Jarres (DVP) vor Otto Braun (SPD)
zweiter Wahlgang 26. April: Wilhelm Marx unterliegt Hindenburg (unterstützt vom DVP, BVP, DNVP)
Paul von Hindenburg
Monarchist und Miturheber der Dolchstoßlegende
--> schwerer Schlag für die Demokratie
"Bekenntnis zu dem Gedanken der Führerpersönlichkeit" Selbstverständnis als Statthalter und Interessensvertreter der Monarchie
z.B. Einmischung in Außenpolitik und Legislative (Gesetz zur Enteignung der Fürsten)
kein Eintritt für die Demokratie/Republik
Berater ("Kamarilla"): Otto Meissner, Oskar von Hindenburg, Kurt von Schleicher, ...
gemeinsame politische Ziele: Überwindung des Versailler Vertrags, Deutschland in den Grenzen von 1914, Beseitigung der Demokratie, Monarchie
trotzdem weitere politische Stabilisierung
Absetzung von Seeckts (Reichwehr als "Staat im Staate") --> Ernennung Groeners
Aufstieg von Schleichers Republik zwischen Festigung und Gefährdung
Wahlsieger: SPD, KPD, Splitterparteien
Verlierer: DNVP, Mittelparteien
Reichskanzler Hermann Müller (SPD)
Bildung einer "Große Koalition" von SPD bis DVP nach fast einem Jahr
"Soll-Bruchstellen":
Bau des Panzerkreuzers A (Ablehnung der SPD)
heftige Angriffe der SPD durch die KPD ("Sozialfaschisten")
Tod Stresemanns; verstärkte Verpflichtung der DVP gegenüber der Großindustrie
Rechtstrend in Zentrum und DDP Herbst 1929: Propagandafeldzug der Rechten gegen den Young-Plan und seine Befürworter
Zusammenarbeit zwischen DNVP und NSDAP
"Reichsausschuss" für ein Volksbegehren gegen den Young-Plan
Fehlschlag des Volksentscheids vom 22. Dezember
--> Reparationsfrage für die Mehrheit de Bevölkerung kein vorrangiges Thema mehr
Beschluss der Young-Plan-Gesetze am 12. März
NSDAP als Nutznießerin der Kampagne
Profilierung Hitlers im rechten Lager; Zutritt zu "besseren Kreisen" 20er Jahre auch als Zeit der kulturellen Umbrüche
"Klassische Moderne" 1918-1933
Vielfalt und Modernität der Kunst- und Kulturformen wirkt bis in die Gegenwart anregend
Parallele Entwicklung von Politik und Kunst:
Krisenzeit = zu Ende gehender Expressionismus
Stabilisierung = Ausbreitung der "Neuen Sachlichkeit"
politische Polarisierung = proletarisch-revolutionäre und nationalist./nationalsozialist. Inhalte und Formen
Mehrfache Spaltung der Weimarer Kultur: anspruchsvoll <-> Massenkultur, avantgardistisch <-> traditionell, ...
--> Austragung der politischen Auseinandersetzungen auch mit den Mitteln der Kunst
vielfältiger Zeitungsmarkt, Film und Rundfunk
Mittelpunkt Berlin
Herausragender Beitrag jüdischer Deutscher zur Weimarer Kultur (Schönberg, Weill, Döblin, Seghers, Feuchtwanger, Tucholsky, Zuckmayer) und Wissenschaft (Einstein, Hertz, Meyerhof, Franck) rasante Entwicklung der Massenmedien
Spitzenstellung der Presse
Entstehung vieler Filmgattungen
Ausbreitung von "Lichtspielhäusern"
Filmproduktion infolge der steigenden Kosten rückläufig; staatliche Zensur
Ausbreitung des Rundfunks neusachliche Musik als "Gebrauchsmusik"
beeinflusst vom amerikanischen Jazz
Entstehung des deutschen Schlagers
auch im Film Wandel zur Neuen Sachlichkeit
proletarisch-revolutionäre Kunst
"Linkskurve": Brecht, Kisch, Seghers typische Kunstrichtung für die zweite Hälfte der 20er Jahre
beeinflusst von der Massenkultur und den neuen technischen Medien
Abwendung vom Expressionismus
gegenständliche Malweise und alltägliche Themen
künstlerisches Bemühen um konkrete, distanzierte Auseinandersetzung mit der "greifbaren Wirklichkeit"
Inhalt > Form, Schlichtes > Ornamentales führende neusachliche Künstlerschule
Gründung 1919 in Weimar --> Dessau --> Berlin
Zusammenführung von Architektur, Malerei und angewandter handwerklicher Kunst
schlichte, der Funktion angepasste
Form, Stahl, Beton, Glas Abkehr von expressionistischer Wirklichkeits-verzerrung und Sprachverstümmelung
im Mittelpunkt: Zeit- und Gesellschaftsstück
Aufgreifen historischer Themen, Verarbeitung des Weltkriegserlebnisses, Auseinandersetzung mit sozialen Problemen
Döblin: "Berlin Alexanderplatz"; "Gebrauchslyrik" Ablehnung der modernen Kunst ("Amerkikanismus", "Kulturbolschewismus") durch die Rechte
"Kampfbund für deutsche Kultur" der NSDAP
Fehlen origineller Kunstwerke im rechten Lager
einflussreiche antidemokratische Schriften ("Das Dritte Reich", "Der Untergang des Abendlandes")
Idee einer "konservativen Revolution"
kriegsverherrlichende Filme
Ablehnung auch von links Verfall der Aktienkurse an der New Yorker Börse ("Schwarzer Freitag" 24. Oktober 1929)
Ursache: Übersinvestitionen in der Industrie und Überangebot an Waren, mit dem die Nachfrage nicht Schritt gehalten hatte
größte Krise der Weltwirtschaft im 20. Jahrhundert
US-Banken fordern in Europa angelegtes Geld zurück --> sinkende Produktion, Beschäftigung, Löhne und Preise
konjunkturelle geht in strukturelle Krise über
Überwindung erst Mitte der 30er Jahre
Ermöglichung und Beschleunigung der Errichtung der NS-Diktatur
Deutschland stark von der Krise betroffen (Abhängigkeit der Investitionen von amerikanischen Krediten)
1929/30: mehr als 3 Mio. Arbeitslose
Teufelskreis aus sich verringernder Kaufkraft, zurückgehender Nachfrage, zurückgehender Produktion und weiteren Entlassungen
--> Verzweiflung, Armut, Kriminalität und Unzufriedenheit Massenarbeitslosigkeit übersteigt finanzielle Möglichkeiten der Arbeitslosenversicherung
Auseinandersetzungen über den Haushalt; DVP lehnt Steuersenkungen und Erhöhung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge ab
27. März 1930 Kompromissvorschlag Brünings (Zentrum)
--> Zustimmung der DVP, Ablehnung der SPD
Rücktritt des Kabinett Müller
--> Koalition sollte "vor der Öffentlichkeit an der Kompromisslosigkeit der SPD" scheitern
Bruch der Großen Koalition im Umfeld des Reichspräsidenten von langer Hand geplant? (schnelle Ernennung des RK, Einverständnis der anderen Parteien)
Ernennung Heinrich Brünings zum Reichskanzler
erstmals Zusammenarbeit der DDP mit der DNVP
neue Regierung besitzt keine Mehrheit Übergang zum Präsidialregime neue Regierung Brünings will notfalls ohne und gegen des Parlament arbeiten
mit Hilfe von Notverordnungen und Reichstagsauflösungen ("Präsidialkabinett")
Brüning und Schleicher: "Die Monarchie muss am Ende der Reformen stehen", aber nicht "im Kampfe gegen die Masse der ... Arbeiterschaft"
Brüning als Wunschkandidat Hindenburgs (konservativ, national, ehemaliger Frontsoldat)
Richtlinien: antiparlamentarisch, antimarxistisch, Wandel in Preußen
bewusste Hinarbeitung auf "einen Bruch mit der Sozialdemokratie" Machtmechanismus der Präsidialregierungen Wahlsieg der NSDAP Annahme der ersten Gesetzesvorlagen der neuen Regierung gegen die Stimmen von SPD und KPD ("sozial unausgewogene Politik")
Ablehnung eines noch unsozialeren Programms
--> Brüning setzt die Vorlage in Form von Notverordnungen in Kraft (verfassungswidrig)
Reichstag verlangt auf Antrag der SPD die Aufhebung der Notverordnung
Auflösung des Reichstag durch den Reichspräsidenten (Art. 25)
Regierung kann 60 Tage bis zu den Neuwahlen mit Notverordnungen regieren
--> missbräuchliche Kombination der Artikel 48 und 25 Reichstagswahl vom 14. September 1930
Katastrophe für die Demokratie
NSDAP: 18,3% (zweitstärkste Fraktion)
Verluste der SPD zugunsten der KPD (Linksruck)
schwere Verluste von DDP, DVP, DNVP
Wahl der NSDAP vor allem durch den alten und neuen Mittelstand, bisherige Nichtwähler, Junge; Arbeiter unerrepräsentiert
Gründe: erschüttertes Vertrauen in den Staat, politische Polarisierung vor allem infolge der Angst vor Verarmung und sozialem Abstieg
NSDAP: politisch unverbraucht, Programm auf Mittelschicht zugeschnitten, Propaganda
Nationalismus, Antisemitismus, Antikapitalismus, Antimarxismus, Antidemokratismus
Schuld: "internationales Finanzjudentum"
gegen "raffendes Kapital"; "Mittelstandssozialismus" Tolerierungspolitik der SPD Deflationspolitik Rolle Brünings Radikalisierung hat schwerwiegende wirtschaftliche Folgen
ausländische Kapitalanleger fürchten um Stabilität der Weimarer Republik --> Abzug ihrer kurzfristigen Kredite
--> Verschärfung der Wirtschaftskrise in Deutschland; Zunahme der Arbeitslosigkeit
Brüning versucht die NSDAP in seine Politik einzubinden
Hitler gibt sich verfassungstreu: "Legalitätseid" (seine Bewegung kämpfe "nicht mit illegalen Mitteln", wenn sie die Mehrheit hat, will sie "den Staat so gestalten, wie wir ihn haben wollen.") Dilemma der SPD:
bei fortgesetzte Opposition gegen Brünings Politik Gefahr der erneuten Reichstagsauflösung und dem Profitieren der NSDAP von Neuwahlen
SPD beschließt Brüning als das kleiner Übel zu tolerieren und verhilft ihm zu Mehrheiten
--> scharfe Kritik der Parteilinken, politisch bewegungsunfähig, unattraktiv für Wähler als Partei des "Brüning-Blocks"
Ansehen des Parlaments nimmt weiter ab
zunehmend funktionslos als Zentrum der Gesetzgebung; Notverordnungen
--> Aushöhlung des Parlamentarismus Schwächen der Verfassung und der Parteien Destabilisierende Rolle der Kommunsisten Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise Verantwortung der alten Eliten und Hindenburgs Belastungen durch das soziale Gefüge Antidemokratische Wertekontinuität Fehlen eines demokratischen Wertekonsenses Geschick Hitlers Erhöhung der Steuern, Abbau der Sozial- ausgaben und Lohnkürzungen im öffentlichen Dienst durch die Regierung Brüning
Versuch, das sinkende Steueraufkommen abzufangen
Ziel v.a. die Sicherung der Geldwertstabilität, Vermeidung einer erneuten Inflation
Krise wird v.a. auf dem Rücken der Arbeitnehmer und Arbeitslosen bewältigt (Kürzung der Arbeitslosenbezüge)
Deflationspolitik verschärft Krise sogar noch (sinkende Einkommen --> Verringerung der Nachfrage)
zweite Hälfte 1931: weitere Verschlechterung der wirtschaftl. Lage und Anstieg der Arbeitslosenzahlen
Bankenkrise verschärft Kapitalknappheit
Aussetzung der Reparationszahlungen für ein Jahr (Hoover-Moratorium)
weitere Verschärfung des Deflationsdrucks;
erneuter Anstieg der Arbeitslosigkeit
(ca. 7,6 Mio.) Unterordnung der Wirtschafts- und Finanzpolitik unter seine außen- und innenpolitische Ziele
Ziele: Revision des Versailler Vertrags, autoritäre Umgestalung des Staates
erstes Etappenziel: Streichung der Reparationen; Demonstration, dass Deutschland die Auflagen des Young-Plans nicht erfüllen kann
Hoffnung auf Neuverhandlungen mit Abschlussregelung
Inkaufnahme der Verschärfung der Wirtschaftskrise und sozialen Verelendung
Ablehnung einer aktiven Konjunkturpolitik
NSDAP macht sich die Forderung nach
einer Ankurbelung der Wirtschaft
zu eigen Harzburger Front Zunahme der politischen Auseinandersetzungen
10. Februar 1931 Auszug der "nationalen Opposition" (DNVP und NSDAP) aus dem Reichstag, nach Erschwerung von unsachlichen Anträgen
--> Startsignal zur Verlagerung der politischen Kämpfe auf die Straße; verschärfter Einsatz der Wehrverbände der Parteien
"Stahlhelm" (DNVP), SA und SS (NSDAP) gegen "Reichsbanner Schwarz Rot Gold" (SPD) und "Roten Frontkämpferbund" (KPD)
politische Gewalt wird zur alltäglichen Erscheinung; 1931/32 geprägt von zunehmend blutigen Straßenkrawallen und Saalschlachten
politische Mordanschläge
Volksbegehren für die Auflösung des preußischen Landtags (Regierung der Weimarer Koalition) von DNVP, NSDAP und KPD --> Fehlschlag
Kabninettsumbildung signalisiert weiteren Rechtsruck 11. Oktober 1931: Tagung der nationalistischen Rechten in Bad Harzburg
verbunden mit einem Aufmarsch ihrer Verbände zur Demonstration von Stärke und Geschlossenheit
Ankündigung eines gemeinsamen Misstrauensantrags gegen das Kabinett Brüning (scheitert knapp wegen der Gegenstimmen der SPD)
Forderung nach Neuwahlen und Aufhebung aller Notverordnungen
Antwort von SPD und Arbeiterorganisationen: Gründung der "Eisernen Front"
Bekanntwerden konkreter Umsturzpläne der hessischen NSDAP (November 1931)
Hochverratsverfahren verläuft im
Sande Brünings Entlassung Kandidaten: Hindenburg, Hitler, Duesterberg (Stahlhelm-Vorsitzender), Thälmann (KPD)
SPD: Politik des kleineren Übels ("Schlagt Hitler! Darum wählt Hindenburg!")
demagogischer Wahlkampf der NSDAP
Wiederwahl Hindenburgs im zweiten Wahlgang
Überraschend hoher Stimmenanteil Hitlers; Hindenburg verdankt Wiederwahl Katholiken und Sozialdemokraten
--> Enttäuschung und Groll; Schuldzuweisung an Brüning entscheidender Konflikt: Verbot von SA und SS zur Bekämpfung der Hauptursache politischer Gewalt (13. April 1932)
Unzufriedenheit in der Umgebung des RP, dass nicht auch das Reichsbanner verboten wurde
Schleicher überzeugt Hindenburg, dass das Verbot politisch inopportun sei
geheime Absprache zwischen Schleicher und Hitler: Sturz Brünings und Wiederzulassung von SA und SS, dafür Tolerierung seiner Regierung durch die NSDAP
Entlassung Brünings (29. Mai)
9. Juli: Streichung der deutschen Reparationsverpflichtungen
Brünings Politik beschleunigte
den Aufstieg der NSDAP Absetzung der preußischen Regierung Nachfolger Brünings: Franz von Papen (Zentrum)
gute Kontakte zu Industrie, Großlandwirtschaft, Banken und Bürokratie
Annahme der Kanzlerschaft gegen den Willen seiner Partei --> Austritt
uneingeschränktes Vertrauen Hindenburgs
1. Juni: Vereidigung der nationalkonservativen Regierung ("Kabinett der Barone"); Arbeiter und Mittelschicht nicht repräsentiert
im Reichstag nur von DVP und DNVP unterstützt
4. Juni: Auflösung der Reichstags
blutiger Wahlkampf: gewalttätige Zusammenstöße zwischen SA, SS, Stahlhelm und RF und Reichsbanner (ca. 300 Tote; "Altonaer Blutsonntag")
wesentliche Prinzipien des geplanten "Neuen Staates":
Vereinigung der Ämter des RK und des preußischen Ministerpräsidenten
Unabhängigkeit des RK vom RT
Einrichtung eines aristokratischen "Oberhauses"
Regierung Braun verliert Landtagswahlen; negative Mehrheit im LT
--> Gelegenheit zum Angriff auf die "rote Festung" nach "Altonaer Blutsonntag": Notstand in Preußen
Papen übernimmt die Geschäfte des Ministerpräsidenten, Reichswehr die Exekutive
Absetzung der preußischen Regierung war Willkürakt, "Staatsstreich"
Protest der Regierung Braun vor dem Staatsgerichtshof; Urteil ändert nichts an der Entmachtung, Preußen bleibt unter Kontrolle der Reichsregierung
NSDAP: "Der Anfang ist gemacht, wir werden sie zu Ende führen."
Widerstand der demokratische Kräfte wäre nicht möglich gewesen
--> strategische Bedeutung des
"Preußenschlages" Reichstagswahl 31. Juli 1932
höchste Wahlbeteiligung (84,1%)
SPD verliert weiter Stimmen an die KPD
starke Verluste der bürgerlichen Mittelparteien (Ausnahme Zentrum und BVP) und der DNVP
überragender Wahlsieg der NSDAP (37,3%) nach geschicktem Wahlkampf
--> "negative Mehrheit" der radikalen Flügelparteien
NSDAP als "Auffangbecken für alle Gegner des demokratischen Systems"
Hitler versucht vergeblich von Hindenburg die Regierungsverantwortung übertragen zu bekommen
Misstrauensvotum gegen von Papen, Auflösung des RT Rücktritt der Regierung Papen Mittelschichten deutlich überrepräsentiert
rechtsextreme "schichtenunspezifische Protestbewegung mit Mittelschichtenschwerpunkt"
Kennzeichen: rassisch begründeter Antisemitismus und Lebensraumdoktrin
ab 1928 Entwicklung zu einer Massenbewegung
nationalchauvinistische und antisemitische Gewalt- und Protestaktionen gegen Weimarer Republik und Versailler Vertrag
Nach gescheitertem Hitler-Putsch umschwenken auf eine pseudo-legalen Kurs
völkisch-rassistische Gemeinschaftsideologie
aggressives außenpolitische Programm Einführung von staatlichen Arbeitsbeschaffungs-maßnahmen
--> vorsichtiger Übergang zur aktiven Bekämpfung der Arbeitslosigkeit
Reichstagswahl 6. November
Verluste der NSDAP zugunsten von DVP und DNVP
--> Abwärtstrend der NSDAP (u.a. aufgrund der Solidarität Hitlers mit brutalen Mördern) Rücktritt der Regierung Papen am 17. November 1932
aussichtslose politische Lage
"Kampfplan" des Kabinetts: Auflöstung des RT ohne Neuwahlen, Ausschaltung der Parteien und autoritärer Umbau der Verfassung, spätere Billigung der Maßnahmen durch Volksabstimmung oder Nationalversammlung
Billigung Hindenburgs, Ablehnung Schleichers (Angst vor verlustreichem Bürgerkrieg)
Ernennung Schleichers zum neuen RK
zuvor Ablehnung Hitlers einer Regierungs-beteiligung; Forderung nach Kanzlerschaft Setzung von arbeitnehmerfreundlichen Akzenten durch Schleicher
--> Vorerst kein Misstrauensvotum des RT; abwartende Haltung
Beschluss einer Amnestie für politische Straftaten
Scheiternde Bündnispläne
Regierungserklärung Schleichers: Selbstverständnis als "überparteilicher Sachwalter der Interessen aller Bevölkerungsschichten"
Wille zur Zusammenarbeit mit "allen gutwilligen Kräften" im RT
Ausweg aus der Sackgasse der bisherigen Regierungsweise: parlamentarische Tolerierungsbasis in Form einer "Querfront"
"Querfront" scheitert an Hitler (Zuvor Bereitschaft des linken Flügels um Gregor Strasser zur Zusammenarbeit)
Entfremdung zwischen SPD und anpassungsbereiten Gewerkschaften --> doppelte Spaltung und weitere Schwächung der Linken
Ausbau der staatlichen Arbeitsbeschaffung stößt auf Zustimmung
außenpolitischer Fortschritt: Anerkennung der militärischen Gleich-berechtigung Deutschlands --> weiter Teilrevision des Versailler Vertrags
Schleicher ohne parlamentarischen Rückhalt --> Vorbereitung eines "Staatsnotstands" und diktatorischer Regierungsweise
RP lehnt Staatsnotstandsplan ab; Rücktritt Schleichers am 28. Januar 1933 1932 als enttäuschendes Jahr für die NSDAP; Erschütterung durch den Spaltungsversuch
Befürworter Hitlers:
Rede Hitlers am 27. Januar im Düsseldorfer Industrieklub --> Beeindruckung der Wirtschaftsvertreter
Bemühung um gute Beziehungen zu Unternehmerkreisen
--> Forderung wichtiger Unternehmensvertreter an Hindenburg Hitler die Kanzlerschaft zu übertragen
Schleichers "Staatssozialismus" --> nationalkonservative Kräfte wenden sich vollends der NSDAP zu
Glaube, die NSDAP "einrahmen" und "zähmen" zu können
Bündnis zwischen Papen und Hitler:
Papen soll Hindenburgs Misstrauen gegenüber Hitler zerstreuen (Chance zur Rückkehr Papens in die Regierung)
Unterredung zwischen Papen und Hitler am 4. Januar ("Geburtsstunde des Dritten Reiches") --> Abkommen über Personal und Politik einer Regierung Hitler-Papen-Hugenberg
keine einheitliche Haltung von Wirtschaft, Industrie und Banken zu Hitler Sondierungs-gespräche Hitler wird Reichskanzler Ohnmacht der Hitler-Gegner Sondierungsgespräche zwischen NSDAP, "Kamarilla" und DNVP
DNVP entzieht Schleicher nach Uneinigkeiten mit Hitler die parlamentarische Unterstützung
hochgestellte Personen drängen Hindenburg zur Ernennung Hitlers zum Reichskanzler
Durchbruch am 22. Januar 1933
Gespräche ziwschen Hitler, Göring, Frick, Papen, Meissner, Oskar von Hhindenburg
--> Widerstand des Reichspräsidenten gegen Hitler wird überwunden 19. Januar: Einigung zwischen Hitler, Göring und Papen über Ministerämter
"Osthilfe-Skandal" und Gerüchte über bevorstehenden Militärputsch veranlassen Hindenburg zum schnellen Handeln
Zentrum soll in Koalition eingebunden werden --> parlamentarische Mehrheitsregierung, die ohne Art. 48 auskommt
30. Januar 1933: Ernennung Hitlers zum RK
wichtige Schlüsselressorts in den Händen der NSDAP (Innenministerium im Reich und in Preußen)
Fehleinschätzung von Papens: "In zwei Monaten haben wir Hitler so in die Ecke gedrückt, dass er quietscht."
1. Februar: Auflösung des Reichstags Bestürzen der Gegner der NSDAP über Hitlers Ernennung zum Reichskanzler
keine gemeinsame Aktion
Lähmung der gespaltenen Linken
Sozialdemokraten lehnen Zusammenarbeit mit der KPD ab ("Einheitsfront")
SPD ruft Anhänger zu "Kaltblütigkeit, Entschlossenheit, Disziplin und Einigkeit" auf
Hitlers Legalitätstaktik zahlt sich aus
Inszenierung der Machtübernahme als "legale Revolution" Auswirkungen Republikferne des Bürgertums
Orientierungslosigkeit nach Untergang des Kaiserreichs
Sehnsucht nach Würde, Größe und Lebenssinn
Furcht um soziale Stellung und Privilegien
ohne staatsbürgerliche Gesinnung
"zu fein für die banale Demokratie"
Verachtung für die "sich im Alltagsgeschäft beschmutzenden Demokraten" Veränderungen im sozialen Gefüge
Auflösung des streng gegliederten sozialen Rasters der Kaiserzeit
allgemeines Wahlrecht --> "diffuse Masse von Stimmberechtigten"
Furcht vor "Niedergang der bürgerlichen Kultur"
Entstehung neuer Ober- und Mittelschichten Alfred Hugenberg Gustav Stresemann Matthias Erzberger Heinrich Brüning Friedrich Ebert Philipp Scheidemann Karl Liebknecht Rosa Luxemburg Adolf Hiler Weimarer Republik leidet von Anfang an unter der Ablehnung der Funktionseliten der Kaiserzeit, die in ihren Ämtern und Machtpositionen verbleiben
Demokratie wird von innen untergraben
bestenfalls Neutralität (vgl. Hindenburg zu Beginn seiner Amtszeit)
Hindenburg und die "Kamarilla" wenden sich später lieber Hitler zu, als mit den Demokraten Kompromisse zu finden
autoritäre Herrschaftsform als Ziel Hindenburgs und seiner Berater
--> Hauptschuld an der Zerschlagung der Republik
Erholung der Wirtschaft und sich abzeichnender Wählerrückgang der NSDAP hätten Hindenburg Alternativen zur Ernennung Hitlers gelassen
Druck der Industriellen und preußischen Großgrundbesitzer auf Hindenburg und seine Berater zur Ernennung Hitlers sowie Finanzierung seiner Wahlkämpfe und Knüpfen von Kontakten KPD gerät zunehmend in Abhängigkeit von der Moskauer Partei und deren Plänen zur Weltrevolution
SPD und nicht die Rechte als Hauptfeind
--> Spaltung der Arbeiterbewegung und Verhinderung einer gemeinsamen Front der Arbeiterschaft gegen die Nationalsozialisten
Destabilisierung der Lage durch Obstruktion im Parlament und Straßenkämpfe gegen die Nazis
--> Furcht vor bolschewistischer Revolution schürt Angst in der Bevölkerung und treibt der NSDAP noch mehr Wähler zu konservative, vordemokratische Denkmuster des politisch einflussreichen Adels und des größten Teils der bürgerlichen und ländlichen Bevölkerung
--> Beitrag zur Instabilität Weimars
Kontinuität verhindert Wandel zu modernen und demokratischen Denkweisen
Modernisierung nur in den neuen künsterlischen und gesellschaftlichen Eliten der Weimarer Republik in den Metropolen
Behinderung der Demokratisierung der Gesellschaft durch häufige Regierungswechsel und wirtschaftliche Probleme --> Stabilität fehlt
Einstellungen, die die Weimarer Republik belasten:
obrigkeitsstaatliche, antidemokratische Prägung: Orienteirung an autoritären Staatsvorstellungen, Ablehnung der "komplizierten" Regeln der Demokratie
Demokratie wird mit Sozialdemokratie und im Bürgertum verhassten Marxismus in Verbindung gebracht
übersteigerter aggressiver Nationalismus (Versailler Vertrag als "Schande")
strikter Antimodernismus; Ablehnung eines liberalen, offenen Lebensstils
weit verbreiteter Antimodernismus
Nutzung der reaktionären Grundstimmung und mentalen Grundlagen der obrigkeitsstaatlich geprägten Gesellschaft durch Hitler Republikanern gelingt es nicht einen demokratischen Wertekonsens in der Gesellschaft zu verankern
--> Instabilität des politischen Systems
keine grundlegende Übereinstimmung darüber, dass die Demokratie die beste und erhaltenswerte Ordnung ist
Republik wird als Erbe des Krieges angesehen
Belastungen durch "Dolchstoßlegende" und Versailler Vertrag
Kriegsniederlage ("Schandfrieden"), Inflation und Wirtschaftskrise lassen das Ansehen der Demokratie schwinden und Fördern die Radikalisierung
--> Demokratie ohne demokratisch gesinnte Mehrheit in Gesellschaft und Politik Weltwirtschaftskrise nimmt der Republik die zur Stabilisierung und Verankerung ihrer Strukturen in der Bevölkerung nötige Zeit
Arbeitslosigkeit und Massenelend
--> Ablehnung der Demokratie und Radikalisierung der vom Elend bedrohten Bevölkerung
weitere Verschärfung durch die Deflationspolitik Brünings Hitler und NSDAP nutzen konsequent jede Chance, die sich ihnen bietet
durch die "Legalitätstaktik" seit 1923
durch das Bündnis mit der DNVP 1929 ("Harzburger Front")
mithilfe der finanziellen Unterstützung durch die deutsche Industrie
Hitler überrumpelt die Konservativen und wird RK --> Machtübergabe
Einschüchterung der Gegner, Straßenschlachten und Propaganda
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