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Karoline von Günderode - Der Kuss im Traume (1802)

Deutschreferat
by

Jessica Gerb

on 4 June 2013

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Transcript of Karoline von Günderode - Der Kuss im Traume (1802)

Karoline von Günderode Es hat ein Kuss mir Leben eingehaucht,
Gestillet meines Busens tiefstes Schmachten.
Komm, Dunkelheit! mich traulich zu umnachten,
Dass neue Wonne meine Lippe saugt.

In Träume war solch Leben eingetaucht,
Drum leb' ich, ewig Träume zu betrachten,
Kann aller andern Freuden Glanz verachten,
Weil nur die Nacht so süßen Balsam haucht.

Der Tag ist karg an liebesüßen Wonnen,
Es schmerzt mich seines Lichtes eitles Prangen
Und mich verzehren seiner Sonne Gluten.

Drum birg dich Aug' dem Glanze ird'scher Sonnen!
Hüll' dich in Nacht, sie stillet dein Verlangen
Und heilt den Schmerz, wie Lethes kühle Fluthen. Autorin Formales Interpretation Interpretation Starker Gegensatz von Tag und Nacht/Dunkelheit/Traum
Auffällig: Tag ist negative Seite:
Interpretation Der Kuss im Traume (1802) von Lina Beugholt, Leonhard Laupichler und Jessica Gerb Karoline von Günderode
deutsche Dichterin der Romantik
Geboren: 11. Februar 1780
26. Juli 1806 verstorben
ihre Dichtungen sind schwermütig, Kühn und eingängig
man nannte sie schon im 19. Jahrhundert "shappho der Romantik"
ihre Dichtungen bringen Konflikt zum Ausdruck, in dem sich eine liebende Frau damals befand, die zugleich ihre eigenen Ideen zu verwirklichen suchte 4 Strophen
4/3 Verse -> Insgesamt 14 Verse
Metrum: 5 hebiger Jambus
Reimschema: abba, abba, cde, cde
-> Sonett Inhalt 1. Quarett: lyrisches Ich berichtet von lebensspendenden Kuss, Wunsch Lüste zu stillen und bittet um Wiederkehr der Dunkelheit -> Träume
2. Quarett: lebt nur für Träume, denn Leben außerhalb und alle anderen Freuden unwichtig
1. Terzett: Schmerz am Tage
2. Terzett: Rückzug in Nacht und Funktion der Träume: schützende Umgebung, stillt Verlangen, heilt Schmerz Licht wird „eitles Prangen“ (V.10) (vergängliches Prahlen)
Sonne ist nicht warm und spendet Leben, sondern strahlt „Gluthen“ aus, vernichtet das Leben (s. V.11: „verzehrt“).
Das Leben, das am Tage stattfindet wird als „Glanz“ (V.7, V.12) bezeichnet, das heißt als bloßer Schein entwertet; wie das „eitle Prangen“ ist es daher sozusagen unecht und verachtenswert (vgl. V.7) Gegensatz hierzu: Dunkelheit, Nacht und Traum sind voll Leben (V.1, V.5), voll von Gutem („Wonne“, V.4, „Balsam“, V.8, Heilung, vgl. V.14) und eine schützende Umgebung (V.3, V.12, V.13).
Zentrale Beschreibung der Nacht (Vers 8): „weil nur die Nacht so süßen Balsam haucht.“ (Durch den regelmäßigen fünfhebigen Jambus, eine Betonung auf dem „nur“.) Das lyrische-Ich zieht sich vom Tag zurück in die Umgebung, die es als angenehmer, schützend empfindet, wo ein „Leben“ ist, das nicht verachtet werden muss. Es richtet sein Leben auf den Traum aus („drum leb' ich, ewig Träume zu betrachten“, V.6) Bild der „kühlenden Fluten“ bildet den Abschluss der sich steigernden Gedanken (Verlangen stillen – Schmerz heilen): Lethe ist ein Fluss der griechischen Mythologie, der in der Unterwelt (im Totenreich) fließt.
Sein Name bedeutet „Vergessen“, die Seelen der Toten, die davon tranken haben ihr voriges Leben vergessen
Im Bild der „kühle[n] Fluthen“ drückt sich eine starke Sehnsucht nach dem Vergessen im Traum aus, oder eine Todessehnsucht aus
Hinweise (auf Todessehnsucht) in den ersten Quartetten „Dunkelheit“ im Zusammenhang mit „umnachten“ (s. V.3) könnte auf den Tod hindeuten
das Wort „ewig“ (V.6) könnte bedeuten, dass das lyrische-Ich häufig und lange träumen will, nach dem Tod (nach dem „ewigen Schlaf“) sehnt
„irrd'schen Sonnen“ (V.12) deuten darauf hin, dass hier nicht der Tag, sondern das irdische Leben verlassen werden soll. Auffällig auch das Bild des letzten Verses:
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