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Copy of Die Leiden des jungen Werther

Inhaltswiedergabe, Interpretation, Leben Goethes, Dichterische Vorbilder
by

oaiejrf äpaeoit5r

on 14 January 2013

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Transcript of Copy of Die Leiden des jungen Werther

Spannungskurve und Gliederung Inhalt Die Form Der Briefroman Briefe einer Person (mit Antwortbriefen und oder Ergänzungen eines fiktiven Herausgebers)
Fokus auf das Innere, die Gefühle möglich
spontane Äußerungen (Ausrufe)
Zeitsprünge (Bedeutung der Verfassungsdaten)
typisch für das 18. Jahrhundert (Richardson, Rousseau, La Roche) Die Leiden des jungen Werther - ein typisches Beispiel? hauptsächlich Briefe an Wilhelm
Herausgeber, der eben diese Briefe vorlegt und ergänzt
charakterisierende Zeitsprünge (z.B. zwei Wochen nach der Exposition, mehrere Monate zwischen 1. und 2. Buch)
Werther gibt seine Gedankenwelt direkt wieder (unchronologisch, gefühlsbetont, offen)
Perspektive: Freundschaftliches Verhältnis -> Bewertung der geschilderten „Wahrheit“ Die Wirkung Die Werthermorde Reaktionen Die Entstehung Die Leiden des jungen Werther Differenz zwischen Albert und Werther 12. August 1771 besonders deutlich:
->Werther plädiert für Recht auf Selbstmord
->Für Albert jedoch verwerflich u. unmoralisch!

=>Werther kann Leidensdruck nicht standhalten, kommt zur Einsicht, dass er abreisen muss "ich muss fort!" (3.Sep.1771) Parallelen zum Leben Goethes Das Motiv der Kunst: Die Sprache Spontan, impulsiv
Parenthese
„wie deine Seele ist der Spiegel des unendlichen Gottes! – mein Freund – aber ich gehe darüber zugrunde“ 10. Mai 1771
von eigenen Gefühlen überwältigt
Hyperbel (Übertreibung) und Aposiopese, um den unbeschreiblichen Gefühlen nahezukommen
„ ich weiß weder daß Tag noch daß Nacht ist, und die ganze Welt verliert sich um mich her.“
19. Junius 1771
„Die Frauenzimmer fuhren hinaus, und während unserer Spaziergänge glaubte ich in Lottens schwarzen Augen – ich bin ein Tor, verzeih mir's!“
8. Julius 1771
Akkumulation (Häufung) und Klimax (Steigerung) bei Gefühlsbeschreibungen
„das ist so wahr, menschlich, innig, eng und geheimnisvoll.“ 9. Mai 1772 Albert Werther Spannungskurve und Gliederung des Werkes
Goethe
nicht ungläubig auch wenn keiner Religionsgruppe zugehörig
glaubt an höheren Gott der nur in Natur spürbar
für ihn ist Religion eine Sache von Gefühl. Veröffentlichung im Sommer 1774
Goethe schrieb das Werk in wenigen Wochen nieder Werther ist zurück in Wahlheim und besucht Lotte häufig.
Gedankenspiel: „wie, wenn Albert stürbe?“ gibt es auf, zieht Bilanz:
„Es ist nichts draus geworden!“
„ausgebranntes Schloss“
verzweifelt daran dass Albert sie auch
„lieb haben darf, da ich sie so ganz allein, so innig, so voll liebe“ - Verständnis
trifft auf Bauernjungen, der in seiner Liebesambitionen gescheiert ist Werther kauft sich einen neuen Frack
Lotto präsentiert Werther ihren Kanarienvogel, stolz küsst sie ihn, Werther ist dies unangenehm, er will tatsächlich abschließen! „sollte nicht meine Einbildungskraft mit diesen Bildern himmlischer Unschuld und Seligkeit reizen“
12. September 1772 Wandel, Wehmut „Was wäre wenn ich stürbe?“ 26. Oktober „ohne sie wird mir alles zu Nichts“ 27. Oktober
Abhängigkeit! leidet unter der Unterdrückung seiner Gefühle trotz Lottes Nähe will im Schlaf sterben; „heilige belebende Kraft, mit der ich Welten um mich schuf; sie ist dahin!“ 3. November; Natur wird „starr“
kein Trost in der Religion kleine Gesten Lottes als „Gift“ => Schwer zu ertragende Nähe „lieber Werther“ 21. November Gedanken, Lotte gehöre ihm (konkret: Ehefrau)
Eros: will sie küssen Realität und sein Schwur: „Nie will ich es wagen, einen Kuss euch aufzudrücken“ Verzweiflung:
Neid auf Geisteskranken (leidet nicht)
Lotte spielt Melodien vergangener Zeiten, Werthers Herz „erstickte unter dem Zudringen“, erträgt die Lage nicht länger
fühlt sich von Lotte verfolgt, ihm fehlt jede Kraft überzeugt: Gott hat nichts gegen Selbstmord (Herausgeber erzählt ergänzend zu Briefen)
Depression
Lottes Vater erkrankt, Werther begleitet Lotte
Werther hört von der Tat des Bauernjungen, der „ihm so wert geworden war“ => Identifikation „Nein, er ist nicht zu retten!“ (Lotte über Täter)
„Ich sehe wohl, dass wir nicht zu retten sind.“ (Werther in einer Notiz)
Albert ermahnt Lotte „Die Leute werden aufmerksam“ Verfestigung des Vorhabens:
Überschwemmung (Orte der Begegnung mit Lotte)
Werther ist ausgelaugt, träumt, Lotte zu berühren
„Vorsatz fest und unwiderruflich“ 14. Dezember Letzte Briefe und Besuche Abschied von Wilhelm „Leb wohl, mein Teuerster! Alle Segen des Himmels über dich! Leb wohl!“

Besucht Lotte gegen ihren Willen, Lotte bittet ihn, Besuche vor Weihnachten zu unterlassen.




21. Dezember: „Lotte, ich will sterben“, sieht es als Opfer für Lotte, gesteht, Alberts Ermordung in Betracht gezogen zu haben.

Lässt Bedienstete Vorbereitungen treffen, spielt mit Lottes Geschwistern.

„Wie wohl ist es mir“ => Entschlossenheit

Lotte gesteht sich Gefühle für Werther ein, sieht aber ewigen Bund zu Albert.

Werther besucht Lotte, die verärgert ist und nicht mit ihm allein sein will.
Werther liest Ossian Übersetzung vor.
Lotte weint, Werther küsst sie => Abwendung „Sie sehn mich nicht wieder“.

22. Dezember: Entschuldigungsbrief an Lotte, ist von der Gegenseitigkeit der Liebe überzeugt, Wiedersehen im Jenseits.

Bittet Albert um Pistolen.
Lotte ist hilflos, verschweigt Albert die Geschehnisse, gibt ahnend die verlangten Pistolen.

Werther schreibt an Wilhelm, seine Mutter und Albert, um sich zu entschuldigen.

Schreibt den Abschiedsbrief zu Ende, erschießt sich um Punkt zwölf.

Hilfe am Morgen kommt zu spät, Werther atmet allerdings noch. Lottes Vater kommt mit seinen ältesten Söhnen, küssen ihn, Werther stirbt.

Die Beerdigung wird wie vereinbart vollzogen (ohne Priester).
Albert nimmt nicht daran teil, Lotte ist in Lebensgefahr. „braver Mensch“ 16. Junius
Freundschaft zu Werther (Geschenke)
nimmt Rücksicht auf Werther und küsst „noch nicht ein einzigmal“ in seiner Anwesenheit
„gelassene Außenseite sticht gegen die Unruhe meines Charakters sehr lebhaft ab.“ 30. Julius 1771
von Werther beneidet (beruflicher/gesellschaftlicher Erfolg) => „in Akten begraben“ 22. August 1771
„Mangel an Fühlbarkeit“ 29. Julius
einseitiger Kuss 10. September 1771
hält Selbstmord für unverzeihlich „Und wir gingen außeinander, ohne einander verstanden zu haben.“
Vernunft „Gemeinspruch“ im Gegensatz zu Werther, der „aus ganzem Herzen“ spricht (beide: 12. August 1771)
eifersüchtig und/oder um seinen Ruf besorgt Dankeschön für eure Aufmerksamkeit!
älteste Tochter eines Amtmannes; versorgt liebevoll ihre 8 Geschwister nach dem Tod der Mutter

liebenswürdige und lebhafte junge Dame

zunächst mit Albert verlobt und später verheiratet

möchte eine brüderliche Beziehung zu Werther "O, hätte sie ihn...zum Bruder umwandeln können"(S.131)

findet Geschmack an Werther, weiß sich aber zu beherrschen, auch wenn sie sich eine Schwachheit erlaubt. Lotte Personen
Philister, der dem Künstler gegenüber steht, Starrheit (Weltbild) positiv wie auch negativ Natur als vollkommenes Vorbild; Kunst somit nicht erlernbar.
„dagegen wird aber auch alle Regel, man rede was man wolle, das wahre Gefühl von Natur und den wahren Ausdruck derselben zerstören!“ Am 26. Mai 1771

verschiedene Aufgaben für Werther
Parallele: Werther - Goethe Werther klagt: »›der Mensch ist trunken, der ist närrisch!‹ Schämt euch, ihr Nüchternen! Schämt euch, ihr Weisen!« 12. August 1771 Lottes Klavierspiel empfindet Werther als schön und befreiend:
„Kein Wort von der Zauberkraft der alten Musik ist mir unwahrscheinlich. Wie mich der einfache Gesang angreift! Und wie sie ihn anzubringen weiß, oft zur Zeit, wo ich mir eine Kugel vor den Kopf schießen möchte! Die Irrung und Finsternis meiner Seele zerstreut sich, und ich atme wieder freier.“ 16. Julius Musik Zeichnen „Das Beste, was [Werther] hier [beim Fürsten] getan“ 24. Julius Dichtung Werther im Vergleich mit Klopstock (Empfindsamkeit) „Die Frühlingsfeier“ „Wenn das liebe Tal um mich dampft, [...] wenn ich das Wimmeln der kleinen Welt zwischen Halmen, die unzähligen, unergründlichen Gestalten der Würmchen, der Mückchen näher an meinem Herzen fühle, und fühle die Gegenwart des Allmächtigen [...] !“ Werther, 10. Mai 1771 Und der gesplitterte Wald dampft! Auch das goldne Würmchen merkt auf! Rann aus der Hand des Allmächtigen! Werther kopiert das Naturerleben Klopstocks, er nimmt Teile des Erlebnisses aus der Dichtung
Dichtung als „Wiegengesang“, der Werthers „unstetes“ Herz beruhigt. 13. Mai 1771
Fälschliche Identifikation.
„in meinem Homer“ 21. Junius 1771 Homer: scheinbar Figur aus der gälischen Mythologie (Fakt: Gesänge des Ossian von Macpherson)
dunklere Atmosphäre parallel zum Gemütswandel Werthers.
von Goethe selbst übersetzt
Trauer, Verlassenheit spiegeln Gefühle von Werther UND Lotte „Sie fühlten ihr eigenes Elend in dem Schicksale der Edlen, fühlten es zusammen, und ihre Tränen vereinigten sich.“ Der Herausgeber an den Leser Ossian Wahlheim Sechseinhalb Monate am Hofe Besuch seiner Heimatstadt Ein Monat beim Fürsten Exposition Goethe ist nicht Werther!
reist im Mai 1772 nach Wetzlar; Praktikant am Reichskammergericht
->9.Juni 1772 lernt er Charlotte Buff kennen:

Treffen wird im im Werther-Brief vom 16.Juni 1771 poetisch dargestellt!
fiktionale Darstellung, in deren Mittelpunkt Werther und Lotte stehen, nicht Goethe und Charlotte Buff! Der Roman bewegte viele Leser zum Suizid!
Vor allem Jugendliche sind damals einem regelrechten Werther-Fieber verfallen.Die Identifikation mit ihm ging so weit, dass viele Werthers Kleidungsstil kopierten.

Christine von Lassbergs Leichnam wurde am 16. Januar 1778 in der Ilm in Weimar gefunden; in ihrer Kleidung entdeckte man ein Exemplar des Werther.

Er spaltet die Leser in 3 Gruppen:
1.Karl Philipp Moritz, Gottfried August Bürger und viele andere Stürmer feiern den Werther euphorisch.
2. Die Aufklärer würdigen die literarische Qualität des Werther, aber die Emotionalität, die nicht von der der Vernunft kontrolliert wird, ist ihnen zu machtvoll im Werk!
3. Die Kirche kritisiert den Briefroman aufs Schärfste, da sie die Verteidigung des Selbstmorde, welches eine Todsünde ist, ablehnen! Desweiteren missfällt ihnen, dass Werther die Frau eines anderen begehrt, was skandalös ist. Kein anderer Roman hat so viel Ablehnung und gleichzeitig euphorische Zustimmung erhalten wie der Werther! Werther arbeitet als Gesandtschaftssekretär, fühlt sich in der geordneten Welt der Adligen nicht wohl
->kommt zu Spannungen mit Vorgesetzten "Das ist ein Leiden, mit so einem Menschen zu tun zu haben"(24.Dez. 1771) y Untergang Heirat Lotte und Albert=Werthers Lage verschlimmert sich
20.Feb.1772 gratuliert ihnen zwar höflich, trotzdem untröstlich. "O ich würde rasend werden, wenn sie mich vergessen könnte- Albert, in dem Gedanken liegt die Hölle"

Brief von 15.März 1772 Verweis aus der adligen Gesellschaft beim Grafen C.
-> Er denkt an Selbtsmord "ich möchte mir eine Ader öffnen, die mir ewige Freiheit schaffte" (16.März 1772)
hält die geordnete Lebensweise des Fürsten nicht mehr aus, kehrt zu Lotte und Albert zurück!
Werthers Eifersucht steigert sich immer weiter Anfang Mai 1772:Wallfahrt in seiner Heimat.
Besucht die Stätten seiner Kindheit und kehrt ihnen nur ungern den Rücken "mit welchem Widerwillen verließ ich nich den lieben Platz!"(9.Mai 1772) b Herkunft

entstammt einem wohlhabenden Elternhaus
erscheint sehr gebildet, spricht Griechisch
liebt das Zeichnen und die Literatur (Vorbilder: Homer, Shakespeare)
ist sehr mit der Natur verbunden „die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn“ (10. Mai)
liebt Kinder aufgrund ihrer lebensfrohen und unverdorbenen Art
gefühlsbetonte Handlungs- und Denkweise
Romantiker, der seine Lotte abgöttisch liebt und anhimmelt " sie hat allen meinen Sinn gefangen genommen" (16.Junius)
sozial eingestellt und sehr hilfsbereit
besitzt Hang zur Depression
fühlt sich eingeengt in der Gesellschaft → Sehnt sich nach Freiheit "So eingeschränkt er ist hält er doch immer im Herzen das süße Gefühl der Freiheit" (22. Mai)
besitzt ein sehr eigenes Weltbild Werther ist im Auftrag seiner Mutter dem Stadtleben entflohen, um deren Erbschaftstreitigkeiten mit ihrer Schwester zu klären. Auf diesem Weg stößt er auf die Stadt Wahlheim, wo er voll und ganz in Naturschwärmerei verfällt und seine Eindrücke in Zeichnungen verarbeitet. Werther lernt Amtsmann kennen --> kommt nicht auf Einladung zurück --> soll später dessen Tochter Charlotte S. zu Ball abholen 8. August abends
" Wie ich meinen Zustand immer so klar gesehen und doch gehandelt habe wie ein Kind " Werther küsst sie kurz vor seinem Selbstmord, ihre Ehe wird durch diesen Zwischenfall aber nicht gefährdet
-> besinnt sich auf ihre bürgerliche Tugend, auch wenn es ihr schwer fällt.

Sie bekennt sich vollkommen zu ihrem Ehemann
"Das Andenken seines Edelmuts, seiner Liebe und Güte hatte ihr Gemüt beruhigt, sie Fühlte einen heimlichen Zug, ihm zu folgen" (S.148) verliebt sich schnell in Fräulein Buff, verlobt mit dem bremischen Gesandtschaftssekretär Johann Christian Kestner
gutes Freundschaftsverhältnis, doch mit der Zeit bekommt es die ersten Risse; Charlotte gesteht ihrem Verlobten Goethes Kuss, gefährdet die Beziehung nicht!
->Goethe wird bewusst, dass er chancenlos bleiben wird und flüchtet am 11. Sep. 1772 Ehrenbreitstein: fühlt sich zu Maximiliane von La Roche hingezogen,Verbindung ist unmöglich
Am 30. Okt.1772 erschießt sich Carl Wilhelm Jerusalem, mit Pistole von Kestner--> Jerusalem war unglücklich verliebt in die verheiratete Elisabeth Held

=>letzte Motiv zur Niederschrift des Werther gibt im Jan.1774
Vermählung von Maximiliane von La Roche mit Peter Anton Brentano
kommt zu heftigen Streit zwischen den beiden Männer, da sich Goethe immer noch mit Maximiliane trifft

=>Im Februar und März 1774 zieht sich Goethe zurück und schreibt den Werther! Werther erblickt junge wunderschöne Lotte -->kümmert sich rührend um 8 Geschwister (Rolle der verstorbenen Mutter) --> Werther ist in ihren Bann gezogen. 16. Junius
"Und doch bin ich nicht imstande dir zu sagen, wie sie vollkommen ist, warum sie vollkommen ist" An diesem Abend tanzen beide miteinander und Werther ist so verliebt, dass ihm auch die Tatsache Lottes bevorstehender Verlobung gleichgültig erscheint. Er beginnt sogar, an ihre Seelenverwandtschaft zu glauben als beide bei einem stürmischen Gewitter an die Ode von Klopstock denken. Von nun an dreht sich sein ganzes Leben nur noch um sie. Egal ob es der Besuch bei einem Pfarrer oder der Spaziergang mit Lottes Freundin Marianne ist, Werther ist immer an ihrer Seite und beginnt, ein Mitglied in ihrer Familie zu werden. 20. Julius
" Noch nie war ich glücklicher, noch nie war meine Empfindung an der Natur, bis aufs Steinchen , aufs Gräschen herunter, voller und inniger." Doch mit der Ankunft Alberts, Lottes zukünftigen Verlobten, beginnt sich Werthers Stimmung zu ändern. 30. Julius
" Und jetzt macht der Fratze große Augen, da der andre nun wirklich kommt und ihm das Mädchen wegnimmt." Werther realisiert langsam die Unerreichbarkeit Lottes, versucht jedoch zunächst weiterhin die Augen vor der Realität zu verschließen und Lotte in Abwesenheit Alberts zu treffen. Zwischen den beiden Konkurrenten entsteht jedoch kein feindseliges Verhältnis sondern vielmehr eine freundliche Beziehung zueinander. 10. August
" (Der) ehrliche Albert, der durch keine launische Unart mein Glück stört; der mich mit herzlicher Freundschaft umfasst; dem ich nach Lotten das Liebste auf der Welt bin! " Werther hat eine Abneigung gegenüber dem mittleren Bürgertum und deren Tugenden wie Verstand oder Oberflächlichkeit wobei er auch deren Lästereien verurteilt.
behauptet die Menschen beten zu Gott, doch auf seine Worte hören sie nicht.
Er ruft dazu auf mehr aus dem Herzen heraus zu handeln und weniger aus der Vernunft.
patriarchalisches Gesellschaftsideal. betrachtet Kinder als menschliches Ideal "die Glücklichsten sind (diejenigen), die gleich den Kindern in den Tag hinein leben" (22. Mai)
Kinder sind in seinen Augen noch " so unverdorben, so ganz! "
behauptet Erwachsene währen genauso Unwissend wie Kinder, auch wenn sie es nicht gerne zugeben. " (Dass) aber auch Erwachsene gleich Kindern auf diesem Erdboden herumtaumeln, und wie jene nicht wissen, woher sie kommen und wohin sie gehen (...), das will niemand gerne glauben (...). " Viel Kritik wird auch am Adel ausgeübt
zum einen an ihrer Arroganz „Leute von einigem Stande werden sich immer in kalter Entfernung vom gemeinen Volke halten, als glaubten sie durch Annäherung zu verlieren; und dann gibt's Flüchtlinge und üble Spaßvögel, die sich herabzulassen scheinen, um ihren Übermut dem armen Volke desto empfindlicher zu machen.“ (15. Mai)
zum Anderen an ihrer selbst verschuldeten Unmündigkeit Werther lehnt gesellschaftliche Abstufungen ab "Ich weiß wohl, dass wir nicht alle gleich sind (...), aber ich halte dafür, dass der, der nötig zu haben glaubt, vom so genannten Pöbel sich zu entfernen (…), ebenso tadelhaft ist, als ein Feiger (…). (15. Mai)
Werther schätzt das einfache, zufriedene Volk am meisten " (...) so lindert all den Tumult der Anblick eines solchen Geschöpfs, das in glücklicher Gelassenheit den engen Kreis seines Daseins hingeht, von einem Tag zum anderen sich durchhilft (...) und nichts dabei denkt (...). " ( 27. Mai)
Er verabscheut die üblen Launen des Menschen sowie deren permanente Unzufriedenheit und ihr Selbstmitleid Die Leiden des jungen Werthers entstanden in der Epoche des Sturm und Drang innerhalb der Epoche der Aufklärung von 1770-1785 (danach folgt die Klassik)
wird hauptsächlich von jungen Autoren getragen (Goethe, Schiller, Reinhold Lenz, Daniel Schubart, Friedrich Leopold Graf zu Stolberg)
Die Benennung ist auf das Drama " Sturm und Drang " von Maximilian Klinger zurück zuführen.
Protest gegen die starren, verstandsorientierten Werte der Aufklärung
sehr gefühlsbetonte Weltsicht
Gott ist eine in der Natur zu findende schöpferische Kraft - der Natur kommt eine besondere Rolle zu und das Leben in der Natur gilt als Ideal.
Das Streben nach Freiheit und Selbstverwirklichung kommt deutlich zum Ausdruck
Der Geniegedanke: das Naturgenie lässt sich nicht von einer Autorität unterdrücken, sondern rebelliert gegen die starre Weltordnung.
Liebe und Freundschaft, tiefe innige Gefühle stehen im Vordergrund.
der Künstler gilt als Ideal Typische Zitate für die Epoche des Sturm und Drang Sehnsucht nach Freiheit und das Problem nicht in die Gesellschaft zu passen:

" (...), dass noch so viele Kräfte in mir ruhen, die alle ungenutzt vermodern und die ich sorgfältig verbergen muss. Ach, das engt das ganze Herz so ein. - Und doch ! missverstanden zu werden, ist das Schicksal von unsereinem. " (17. Mai) Bedeutsamkeit der Liebe
" Es ist doch gewiss, dass in der Welt den Menschen nichts notwendiger macht als die Liebe "
(15. August) Leidenschaft und Verstand (Diskussion über Selbstmord)
" (...) der Mensch ist Mensch, und das bisschen Verstand, das einer haben mag, kommt wenig oder nicht in Anschlag, wenn Leidenschaft wütet und die Grenzen der Menschheit einen drängen. " (12. August) Kritik an der Lebensart der Menschen
Der innere Triebe des Menschen ist es "sich der Einschränkung willig zu ergeben, in dem Gleise der Gewohnheit so hinzufahren, und sich weder um Rechts noch um Links zu kümmern " (21. Julius) Natur
"Die Stadt selbst ist unangenehm, dagegen rings umher eine unaussprechliche Schönheit der Natur." (4.Mai) Briefe Werthers zeigen tiefe religiöse Verbundenheit mit der Natur
Werther nimmt Gott in Natur wahr
Schlüsselbegriffe: Natur, Herz und Seele Zitat
" (Ich fühle) das Wimmeln der kleinen Welt zwischen Halmen, die unzähligen unergründlichen Gestalten von Würmchen, der Mückchen näher an meinem Herzen (...), und (ich) fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf. " (10. Mai) Gott ist überall
Glaubensform: Pantheismus
Besonderheiten: Natur besitzt Seele und Kunst
veredelt das von der Natur
dargebotene, erbaut eine neue
wahre Welt
Der Mensch gewinnt Anteil an der Natur, Gott ist im Inneren des Menschen zu finden. Die Religion im Werther Schlusszitat
''Es müßte schlimm sein, wenn nicht jeder einmal in seinem Leben eine
Epoche haben sollte, wo ihm der Werther käme, als wäre er bloß für ihn geschrieben."
Johann Wolfgang Goethe An der Entstehungsgeschichte der Leiden des jungen Werthers sind 3Begebenheiten aus Goethes Leben beteiligt:
1. seine Liebe zu Charlotte Buff
2. seine Neigung zu Maximiliane La Roche
3. Selbstmord des Legationssekretärs Carl Wilhelm Jerusalem

Goethe schrieb den Werther in vier Wochen, beginnend am 1. Februar 1774
1. Juni 1774: Ankündigung seines ersten Romans in einem Brief an den Schriftsteller Gottlieb F.E. Schönborn seinen
1774 erschien das Werk zur Herbstmesse in Leipzig Glaubt, Lotte mehr zu lieben (→ Ungerechtigkeit, an der er verzweifelt) 10. Oktober „Sieh, und was mich verdrießt, ist, dass Albert nicht so beglückt zu sein scheinet“ Lessing: Emilia Galotti liegt bei Werther (und Jerusalem) auf dem Tisch

Tötungsgrund: Angst, „dass Sinnlichkeit über Sittlichkeit“ siegt.
=> Vorbild für Werther, denn möglicherweise Basis für weiteren Suizidgrund: Schutz von Lotte! -1972: Ulrich Plenzdorf nimmt im Theater-stück "Die neuen Leiden des jungen W." ,Werther- Stoff wieder auf
-veröffentlicht 1973 gleichnamigen Roman.

Hauptperson, Edgar Wibeau, beginnt sich mit Werther zu identifizieren.
verliebt sich in Kindergärtnerin,allerdings verlobt und
später verheiratet ->Edgar bringt sich nicht um, stürzt sich in Arbeit.
es gelingt ihm nicht, sich in die Handwerkergemeinschaft einzuordnen.
Versuch, im Alleingang eine nebelfreie Farbspritzpistole zu konstruieren, stirbt er an einem Stromschlag!

Die junge DDR-Generation war begeistert, die polit. Führung warnte die Leser dagegen vor dem "gesellschaftsschädlichen" Text! Gesellschaftskritik Vorlieben Charakter
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