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Präsentation: Islam in Deutschland

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by

Fridjof Krenz

on 21 April 2016

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Transcript of Präsentation: Islam in Deutschland

Szenarien der (Des-)Integration
Wie der Islam seinen Platz finden wird
Kampf der Kulturen
Entwicklung von Parallelgesellschaften
Der "Euro-Islam"
Bedeutungsverlust
der Religionen
"Die besondere Problematik islamischer Einwanderer: (...)räumliche Segregation mit
der Tendenz zur Bildung von Parallelgesellschaften"
Prognose: Islam in Deutschland 2030
Demographie
knapp 7 Millionen Muslime in Deutschland (ein Zehntel der Gesamtbevölkerung),
mehr als zwei Drittel davon sind deutsche Staatsangehörige
in mittleren/größeren Städten 1/3 der Einwohnerschaft muslimisch
Durchschnittsalter jünger als das der Gesamtgesellschaft

religiös aktive Muslime haben mehr Kinder (genau wie Christen, Juden etc.)
Diskriminierung verstärkt demographische Tendenzen
Zuwanderung & Integration
Deutschland wenig attraktiv für (qualifizierte) Zuwanderer
Arabische und afrikanische Völker: Bevölkerungszunahme und Auswanderungswillen
Angewiesenheit auf (muslimische) Zuwanderer für u.a.
Gastronomie, Pflege; aber auch hochqualifizierter Bereich
Muslime in Gemeinderäten fest etabliert
rechtsextremistische/islamistische Minderheiten erschweren den Dialog
Ausgangslage
Assimilation
Integration
Separation
vs.
Samuel Huntington: "Clash of Civilizations and the Remaking of World Order", 1996

kultureller Antagonismus der Völker als wichtigster Konfliktherd nach Ende des Kalten Kriegs

Islam und westliche Werte/Lebensweise sind grundsätzlich unvereinbar: "Ursachen für dieses Konfliktmuster (...) entspringen der Natur dieser beiden Religionen und der auf ihnen basierenden Kulturen"
Huntington 1996, 337
Diskurs: negative Erwartungshaltung + Reproduktion stereotyper Bilder, die die These zu bestätigen scheinen

symbolische Konfliktfelder: Moschee-Bau, Muezzin-Ruf, Kopftuch, Schächten, Beschneidung etc.




aber: Diskurs beruht auf stereotypem Kulturbegriff
es gibt nicht "die" islamische vs. "die" deutsche Kultur!
"Wenn von (...) europäisch-islamischer" Identität gesprochen wird, so ist dies kein Zeugnis oder Gütesiegel islamischer Religiösität im europäischen Kontext, sondern es handelt sich um eine empirisch kaum prüfbare Vereinheitlichung auf der Basis einer säkulären Diskurssprache, die in westlichen Academies produziert wird"
Begriff umfasst verschiedene Konzepte:
(Forderung der) Entwicklung eines europäischen Islams, der mit Individualität & Religionsfreiheit vereinbar bzw. Produkt dieser Prinzipien ist
theologische Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Islam & Moderne -Entwicklung einer "euro-islamischen" Theologie
empirische Beschreibung muslimischer Religiösität und die Wandlungen in der Migration
Prognosen schwierig aufgrund der Pluralität der Muslime
etablierte islamische Verbände: eher Orientierung an Herkunftsland als Drang nach theologischen Reformen
"horizontales Schisma": Religiösität wächst, Organisation in Gemeinden geht zurück

individualisierter Zugang zur Religion statt "Euro-Islam"?
Tiesler 2007, 30/31
Eigenschaften einer Parallelgesellschaft: monokulturelle Identität, sozialer Rückzug, wirtschaftliche Abgrenzung etc.

Parallelgesellschaft als Symbol für gescheiterte Integration, "Überfremdung", potentielle Brutstätte von Extremismus/Terrorismus
populistische Nutzung des Begriffs
Die Problematik besteht, aber:

Grund für Parallelgesellschaften in D ist nicht kulturelle Differenz, sondern soziale/wirtschaftliche Ungleichheit!

Parallelgesellschaft persönlichkeitsstabilisierend statt integrationshemmend?

"Die" muslimische Parallelgesellschaft existiert nicht (Heterogenität!), problematisch sind nur einzelne segregierte Strömungen
These: Beschleunigter Säkularisierungsprozess durch gestärkte muslimische Mittelschicht - assimilativ zur Aufnahmegesellschaft

Empirische Daten sprechen jedoch nicht dafür

fortschreitende Individualisierungsprozesse statt
Bedeutungsverlust des Islams
Deutscher Staat und islamische Religionsgemeinschaften
Integration islamischer Verbände noch problematisch
Fortschritte vor allem auf kommunaler Ebene: interreligiöse/islamische Kindergärten, Schulen, Friedhöfe etc. sind verbreitet
Bundespolitische Erfolge: flächendeckender islamischer Religionsunterricht, lockere muslimische Vertretungsräte auf Bundes-/Landesebene, Einrichtung von islamisch-theologischen Stiftungslehrstühlen
Das Verhältnis von Kirche bzw. Judentum & Muslimen
positive Wirkung von Dialoginitiativen (Katholische Kirche)
Problem: junge Freikirchen, die sich "heilsexklusiv" abgrenzen
gesellschaftlicher Konsens: Religion ist Privatsache
auf Funktionärsebene: gute Zusammenarbeit & gemeinsame Konfliktanalyse & -lösung

Judentum & Islam: gegenseitige Anerkennung, Verbindung durch Existenz als religiöse Minderheiten
Zusammenarbeit jüdisch-islamischer Gruppen
Nahostkonflikte und einzelne Gewalttaten belasten Atmosphäre
Islamische Medien in Deutschland
Durchsetzung von seriösen, hochwertigen deutsch-islamischen Medienangeboten (Internet, Print, TV, Rundfunk)
Medienprodukte in Herkunftssprache für junge Muslime kaum von Bedeutung
interreligiöse Redaktionsteams verbreitet
muslimische Zielgruppe für Werbetreibende zunehmend attraktiv

andererseits: fremdenfeindliche & islamophobe Medieninhalte für meist ältere Konsumenten
Sozialverhältnisse der Muslime
Islam ist immer noch vornehmlich in Städten vertreten
Wachsende Stadtteile von sozial schlecht gestellten Zuwanderern bilden ein buntes, jedoch zum teil problematisches Milleu
Sozial aufsteigende, säkulär orientierte Muslime vermischen sich mit den etablierten Mittel- & Oberschichten und grenzen sich als "europäische Muslime" von den "Arabern" der Problembezirke ab
Zunahme der deutsch-islamischen Eheschließungen
muslimisch-religiöse Aufsteiger ziehen ins Grüne und bekennen sich zu einem "bürgerlichen Islam", gute Nachbarschaft und Kooperation mit christlichen Gemeinden
Islamismus in Deutschland
Islamisch-deutsche Kultur
Islamistische Bewegungen rekrutieren junge Anhänger aus schwierigen Vierteln
Islamismus ist arabisch, afrikanisch und fernöstlich geprägt
Islamophobe Kräfte werden weiterhin eine Bühne haben
innerislamische Konflikte: "Araber" vs. (säkularisierte) "Prosecco-Türken"
islamische Mehrheit distanziert sich von Gewalt; erfolgreiche deutsch-muslimische Mittelschicht als stärkster Gegner der Islamisten
vielfältige deutsch-islamische Kulturszene: Musik, Kunst, Literatur, Architektur, Theologie...
Vorstadtmoscheen als ästhetisch ansprechende Gebäude, die sich in ihre Umgebung einfügen
von Imamen wird Mehrsprachigkeit verlangt
islamisch-religiöse Stiftungen stehen in Kooperation mit dem Staat

Islam wird als Teil der deutsch-europäischen Kultur
erkennbar geworden sein!
Leitlinien interreligiösen Zusammenlebens
Erkennen des eigenen unvermeidlichen Ethnozentrismus

Umgehen mit der Befremdung

Grundlegen von Toleranz

Akzeptieren von Ethnizität

Thematisieren von Rassismus
Das Gemeinsame betonen

Ermuntern zur Solidarität

Einüben in Formen vernünftiger Konfliktbewältigung

Aufmerksam werden auf Möglichkeiten gegenseitiger kultureller Bereicherung

Thematisieren der Wir-Identität
Aktuelle Bemühungen zur Integration:

Deutsche Islam Konferenz (Forum für den Dialog von deutschem Staat und muslimischen Vereinen bzw. Bürgern)
deutschsprachiger Islamunterricht an Schulen (in Niedersachsen ab 2013)
Seit 2011 islamische Theologie als Studiengang an deutschen Universitäten
diverse Projekte & Kooperationen auf lokaler Ebene
Diskussion!
Haltet ihr die Prognose für das Jahr 2030 realistisch? Wenn ja/nein warum (nicht)?
Wie sähe eure Prognose der Situation aus und warum?

Kann durch die Förderung und Unterstützung der islamischen Identität der Migranten deren Integration verbessert werden? Oder ist eine Anpassung an die Mehrheitskultur über kurz oder lang unumgänglich?

Wie werden die vier Diskurse in den Medien (re-)produziert? Welche Rolle spielen die Medien dadurch für die (Des-)Integration von islamischen Migranten?
Quellen
Blume, Michael: Islam in Deutschland 2030. Erstellung einer begründeten Prognose.
Busch, Reinhard/ Goltz, Gabriel: Die Deutsche Islam Konferenz - Ein Übergangsformat für die Kommunikation zwischen Staat und Muslimen in Deutschland.
Halm, Dirk: Der Islam als Diskursfeld.
Huntington, Samuel: Clash of Civilizations and the Remaking of World Order.
Hüseyin, Kurt: Die Zukunft der Muslime in Deutschland.
Meyer, Hendrik: Politik und Islam.
Nieke, Wolfgang: Interkulturelle Erziehung und Bildung.
Sarrazin, Thilo: Deutschland schafft sich ab.
Tiesler, Nina Clara: Europäisierung des Islam und Islamisierung der Debattwen.
Akkulturation statt Assimilation!
ca. 5% der deutschen Bevölkerung muslimisch
Muslimische Vereine/Gemeinden vertreten rund 20%; Islam kein Körper öffentlichen Rechts
Problemfelder: soziale Benachteiligung, (unterstellter) Integrationsunwillen bzw. Separationstendenzen, radikale Minderheitsgruppen (Salafinisten), anti-islamische & fremdenfeindliche Strömungen in Deutschland
Konflikte & Kontroversen über religiöse Praktiken: Beschneidung, Kopftuch, Muezzin...
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