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Der Verschollene (Amerika)

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by

Alessandra Domizi

on 27 May 2014

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Transcript of Der Verschollene (Amerika)

Der Heizer
Ankommen in New York: Freiheitsstatue hat keine Fackel, sondern ein Schwert.

Verläuft sich im Schiff (Regenschirm vergessen) und landet in der Kabine des Heizers.

Geht mit dem Heizer zum Kapitän, weil er sich über seinen ungerechten Vorgesetzten beschweren möchte.

Beim Kapitän ergreift Karl Partei für den Heizer und verteidigt ihn sehr leidenschaftlich (obwohl er ihn erst seit wenigen Minuten kennt).

Senator Edward Jakob gibt sich als Karls Onkel zu erkennen.

Er fordert Karl auf, die Angelegenheit des Heizers dem Kapitän zu überlassen und geht mit ihm von Bord.
Der Onkel
Beim Onkel fehlt Karl nichts: Englischunterricht, Reitschule, Klavier.

Er gibt ihm einen Einblick in sein riesiges Kommissions- und Speditionsgeschäft.

Der Onkel stellt Karl seine mächtige Freunde vor.
Ein Landhaus bei New York
Ankommen: Pollunders Tochter Klara teilt mit, dass sie heute noch einen unerwarteten Gast haben: Green.
Pollunder ist verdrießt.

Beim Abendessen ist Karl genervt, weil er kein gutes Gefühl hat, vor allem Green gegenüber.

Danach zeigt ihm Klara sein Zimmer aber möchte, dass er mit zu ihrem kommt. Karl will aber sein Zimmer gleich sehen Klara ist geärgert, stößt Karl so vor die Brust, dass er beinahe hinausfällt, rauft mit ihm und drängt ihn auf ein Kanapee.

Keine Minute länger will Karl in diesem Haus bleiben. Er sucht nach dem Speisezimmer um Pollunder darum zu bitten, gleich nach New York zurückkehren zu dürfen, aber er verläuft sich im riesigen dunklen Gebäude.
Ein Diener mit einer Lanterne zeigt ihm den Weg.

Karl bekommt von Pollunder die Erlaubnis, aber:
er muss sich zuerst noch von Klara verabschieden;
das passt gut in Greens Zeitplan, weil es 23:30 ist und Green den Auftrag hat, Karl um Mitternacht etwas Wichtiges mitzuteilen, Brief vom Onkel
Weg nach Ramses
Karl macht sich auf den Weg.

In einem Wirtshaus fragt er nach der billigsten Bettstelle.
Die einzigen beiden Betten in dem Zimmer sind bereits von zwei nicht vertrauenswürdigen Männern besetzt: Robinson (Irländer) und Delamarche (Franzose).

Sie sind auf dem Weg, um Arbeit suchen zu gehen. Karl schließt sich ihnen an.

Ausnützung:
Sie verkaufen Karls schönes Kleid und behalten den meisten Verdienst für sich.
Restaurant: Karl muss die Zeche bezahlen.
Bei der Stadt Ramses wollen sie im Freien übernachten Karl soll zum nahen
Hotel Occidental
, um Essen zu besorgen.

Dort bekommt er von der Oberköchin das Essen und eine Einladung, im Hotel zu übernachten.

Karl kehrt zu seinen Weggefährten und findet sie schlafend vor. Sein Koffer liegt aufgeklappt herum, der Inhalt ist im Gras verstreut.
Verärgert entscheidet Karl, er werde im Hotel übernachten und seinen Weg allein fortsetzen.
Beim Packen bemerkt er, dass die Fotografie seiner Eltern fehlt.
Hotel Occidental
Die Oberköchin (aus Wien) freut sich über Karls Rückkehr und ist sehr lieb zu ihm.

Sie bietet ihm eine Stelle als Liftjunge im Hotel. Er akzeptiert.

Karl lernt Therese (Maschinenschreiberin für die Oberköchin) kennen Freundschaft

Karl ist der fleißigste Liftjunge im Hotel.

Ausnützung: Renell (arbeitet am selben Aufzug) geht jede Nacht aus und überlässt Karl das Messingputzen.
Der Fall Robinson
Einen Tag taucht Robinson vor Karls Lift auf.

Er ist stark betrunken und fordert den erschrockenen Karl auf, ihn und Delamarche zu besuchen. Karl will nicht, und hofft, nicht zusammen mit dem Betrunkenen gesehen zu werden.
Robinson fragt nach Geld. Karl ist bereit, ihm die Trinkgelder dieser Nacht zu überlassen, wenn er auf der Stelle das Hotel verlässt.

Robinson übergibt sich und kann nicht mehr stehen. In seiner Verzweiflung bringt ihn Karl in den Schlafsaal der Liftboys.

Karl kommt eine Minute später zu seinem Lift zurück. Der Oberkellner entlässt Karl auf der Stelle.

Oberköchin + Therese setzen sich für Karl ein.
Oberportier beschuldigt ihn, ihn niemals gegrüßt und sich jede Nacht in der Stadt herumgetrieben zu haben, weil er ihn ihn mit Renell verwechselt.

Es wird gemeldet, dass sich ein betrunkener Fremde im Schlafsaal befindet, der sich auf Karl berief Karl muss das Hotel gleich verlassen, um eine Anzeige zu vermeiden,

Am Ausgang wird Karl vom Oberportier aufgehalten und in dessen Büro gezerrt.
Schließlich gelingt es Karl, ins Freie zu laufen.

Robinson wird zu einem (von Karl bezahlten) Taxi gebracht. Karl steigt zu ihm ins Auto, um rasch zu verschwinden.
Ein Asyl
Fahrt endet, Karl will weg, aber ein Polizist kommt und fragt ihn nach seinen Papieren. Karl hatte sie beim Oberportier zurückgelassen, um fliehen zu können.

Um nicht zum Hotel von der Polizei wieder gebracht zu werden, rennt Karl fort. Der Polizist folgt ihm, aber er wird von Delamarche gerettet und muss mit ihm zu seiner Wohnung.

Dort wohnen Delamarche und die überaus empfindliche Sängerin Brunelda mit Robinson, der ihr neuer Diener ist.
Sie ist mit ihm unzufrieden: Karl soll sein Ersatz sein. Karl will nicht.

Während alle vom Balkon aus einem Umzug zusehen, versucht Karl zu fliehen, Tür ist verschlossen, er versucht das Schloss aufzusprengen.
Delamarche überrascht und schlägt ihn nieder.

Mitten in der Nacht kommt er wieder zu sich und geht auf den Balkon hinaus.
Auf einem der benachbarten Balkone sitzt ein Student über seinen Büchern. Er empfiehlt Karl, als Diener bei Delamarche zu bleiben. lächerliches Gespräch

Karl folgt dem Rat des Studenten.
Das Naturtheater von Oklahoma
Nach weiteren Anstellungen, fährt Karl aufgrund eines Plakats nach Clayton, wo das Theater von Oklahoma (das größte der Welt) neue Mitarbeiter sucht.

Karl erklärt, er sei Ingenieur, weil er früher einer werden wollte.
Kanzlei für Ingenieure --> Kanzlei für Leute mit technischen Kenntnissen --> Kanzlei für gewesene Mittelschüler--> Kanzlei für europäische Mittelschüler

Karl verschweigt zur Sicherheit seinen richtigen Namen und nennt sich stattdessen "Negro".

Er wird er als technischer Arbeiter angenommen.

Begrüßungsessen.
Zugfahrt nach Oklahoma: zwei Tage und zwei Nächte. Karl begreift, wie groß Amerika ist.
1) Allgemeines
1913 erstes, eigenständiges Kapitel:
Der Heizer

1927 von Max Brod unter dem Titel
Amerika
postum herausgegeben

unvollendet
2) Worum geht es?
Karl Roßmann

aus Prag

(fast) 16 Jahre alt

von seinen Eltern in die USA geschickt, weil ihn ein Dienstmädchen verführt und ein Kind von ihm bekommen hat.
Ablauf
1) Allgemeines

2) Worum geht es?

3) Bedeutende Episoden

4) Amerika/Europa

5) Karl Roßmann
3) Bedeutende Episoden
3) Bedeutende Episoden
3) Bedeutende Episoden
3) Bedeutende Episoden
3) Bedeutende Episoden
3) Bedeutende Episoden
3) Bedeutende Episoden
3) Bedeutende Episoden
4) Amerika/Europa
Amerika:
Fortschritt + Entfremdung in der modernen Zeit
Passivität
Aporie, Ausweglosigkeit

Europa:
Rückschrittlichkeit
Vorurteil
5) Karl Roßmann
Lächerlichkeit
«The instinct to over-act the part, to placate almost to the point of buffoonery, is finely observed by Kafka». (Ronald Gray, "Franz Kafka")

Ein humoristischer Charakter
«Etwas ganz anderes als ein humoristischer Dichter ist ein humoristischer Charakter. Dieser ist alles unbewusst, er ist lächerlich und ernst, aber er macht nicht lächerlich (?); er kann leicht das Ziel, aber nicht der Mitwettrenner des Dichters sein». (Jean Paul)

Mitleid des Lesers
«Auch wäre ein passiv-humoristischer Charakter noch kein satirischer Gegenstand - denn wer wird eine Satire und Karikatur auf eine einzelne Mißgeburt ausarbeiten?» (Jean Paul)

Passivität im Handeln, Aktivität im Denken
«Daher vollendete Dummheit oder Verstandeslosigkeit schwer lächerlich wird, weil sie uns das Leihen unserer kontrastierenden Einsicht erschwert oder verbeut». (Jean Paul)


Inetto (
in eptus
) = untauglich (nicht in der Lage, etw. zu tun.)
ABER von Objekt der Kritik wird der inetto bei Kafka zu Instrument der Kritik über die Entfremdung in der modernen Zeit. = Mattia Pascal (Pirandello)
Danke für eure Aufmerksamkeit!
Einen Abend: Green und Pollunder

Obwohl der Onkel deutlich zu erkennen gibt, wie ungern er seinem Neffen erlaubt, der Einladung zu folgen, lassen sich weder Karl noch Pollunder abhalten.
Einladung zum Landhaus
«Es war daher ein Geschäft, welches in einem Käufe, Lagerungen, Transporte und Verkäufe riesenhaften Umfangs umfasste und ganz genaue, unaufhörliche telefonische und telegrafische Verbindungen mit den Klienten unterhalten musste».
«Geliebter Neffe! Wie du während unseres leider viel zu kurzen Zusammenlebens schon erkannt haben wirst, bin ich durchaus ein Mann von Prinzipien. Das ist nicht nur für meine Umgebung, sondern auch für mich sehr unangenehm und traurig, aber ich verdanke meinen Prinzipien alles, was ich bin [...] muss ich dich nach dem heutigen Vorfall unbedingt von mir fortschicken, und ich bitte dich dringend, mich weder selbst aufzusuchen noch brieflich oder durch Zwischenträger Verkehr mit mir zu suchen. Du hast dich gegen meinen Willen dafür entschieden, heute Abend von mir fortzugehen, dann bleibe aber auch bei diesem Entschluss dein Leben lang; nur dann war es ein männlicher Entschluss [...]»
»Nun habe ich wenigstens meine alten Sachen wieder«
«jedenfalls hatte sich Renell verändert, war noch bei weitem selbstbewußter geworden, überließ das Putzen gänzlich Karl, der schon auf die nächste Gelegenheit einer gründlichen Aussprache hierüber wartete, und war im Schlafsaal gar nicht mehr zu sehen».
«Er wußte, daß alles, was er sagen konnte, hinterher ganz anders aussehen würde, als es gemeint gewesen war, und daß es nur der Art der Beurteilung überlassen bleibe, Gutes oder Böses vorzufinden.»
Pirandello;

Uno, nessuno e centomila

(Einer, keiner, hunderttausend)
lächerliche Figur
«Nur nicht Brunelda stören. Sie hört alles, wahrscheinlich hat sie als Sängerin so empfindliche Ohren. Du rollst zum Beispiel das Faß mit Schnaps, das hinter dem Kasten steht, heraus, es macht Lärm [...] Brunelda liegt zum Beispiel ruhig auf dem Kanapee und fängt Fliegen, die sie überhaupt sehr belästigen. Du glaubst also, sie kümmert sich um dich nicht, und rollst dein Faß weiter. Sie liegt noch immer ruhig. Aber in einem Augenblick, wo du es gar nicht erwartest und wo du am wenigsten Lärm machst, setzt sie sich plötzlich aufrecht, schlägt mit beiden Händen auf das Kanapee, daß man sie vor Staub nicht sieht – seit wir hier sind, habe ich das Kanapee nicht ausgeklopft; ich kann ja nicht, sie liegt doch immerfort darauf -, und fängt schrecklich zu schreien an, wie ein Mann, und schreit so stundenlang.»
«»Statt das Parfüm zu suchen, kämpfen sie«, sagte Brunelda. »Ich werde krank von dieser Wirtschaft, Delamarche, und werde ganz gewiß in deinen Armen sterben. - Ich muß das Parfüm haben«, rief sie dann, sich aufraffend, »ich muß es unbedingt haben! Ich gehe nicht aus der Wanne, ehe man es mir bringt, und müßte ich hier bis zum Abend bleiben.« Und sie schlug mit der Faust ins Wasser, man hörte es aufspritzen.»


«ein Polizeimann [...] fragte Karl, was er denn in dem so sorgfältig verdeckten Wagen führe. So streng er aber Karl angesehen hatte, so mußte er doch lächeln, als er die Decke lüftete und das erhitzte, ängstliche Gesicht Bruneldas erblickte. »Wie?« sagte er. »Ich dachte, du hättest hier zehn Kartoffelsäcke, und jetzt ist es ein einziges Frauenzimmer? [...]»
«Eine Bewegung ohne Ende, eine Unruhe, übertragen von dem unruhigen Element auf die hilflosen Menschen und ihre Werke!»
«Eine Bewegung ohne Ende, eine Unruhe, übertragen von dem unruhigen Element auf die hilflosen Menschen und ihre Werke!»
«Denn auf Mitleid durfte man hier nicht hoffen, und es war ganz richtig, was Karl in dieser Hinsicht über Amerika gelesen hatte; nur die Glücklichen schienen hier ihr Glück zwischen den unbekümmerten Gesichtern ihrer Umgebung wahrhaft zu genießen.»
«Ein schmaler Balkon zog sich vor dem Zimmer seiner ganzen Länge nach hin. Was aber in der Heimatstadt Karls wohl der höchste Aussichtspunkt gewesen wäre, gestattete hier nicht viel mehr als den Überblick über eine Straße, die zwischen zwei Reihen förmlich abgehackter Häuser gerade, und darum wie fliehend, in die Ferne sich verlief, wo aus vielem Dunst die Formen einer Kathedrale ungeheuer sich erhoben. Und morgens wie abends und in den Träumen der Nacht vollzog sich auf dieser Straße ein immer drängender Verkehr, der, von oben gesehen, sich als eine aus immer neuen Anfängen ineinandergestreute Mischung von verzerrten menschlichen Figuren und von Dächern der Fuhrwerke aller Art darstellte, von der aus sich noch eine neue, vervielfältigte, wildere Mischung von Lärm, Staub und Gerüchen erhob, und alles dieses wurde erfaßt und durchdrungen von einem mächtigen Licht, das immer wieder von der Menge der Gegenstände verstreut, fortgetragen und wieder eifrig herbeigebracht wurde und das dem betörten Auge so körperlich erschien, als werde über dieser Straße eine alles bedeckende Glasscheibe jeden Augenblick immer wieder mit aller Kraft zerschlagen.»
«Überdies bestanden die Wände der Portierloge usschließlich aus ungeheueren Glasscheiben, durch die man die im Vestibül egeneinanderströmende Menschenmenge deutlich sah, als wäre man mitten nter ihnen. Ja, es schien in der ganzen Portierloge keinen Winkel zu geben, in dem an sich vor den Augen der Leute verbergen konnte. So eilig es dort draußen ie Leute zu haben schienen, denn mit ausgestrecktem Arm und gesenktem Kopf, mit spähenden Augen, mit hochgehaltenen Gepäckstücken suchten sie ihren Weg ...] Außerdem aber bestand noch ein unmittelbarer erkehr der Portierloge mit dem Vestibül, denn an zwei roßen Schiebefenstern saßen zwei Unterportiers und aren unaufhörlich damit beschäftigt, Auskünfte in den erschiedensten Angelegenheiten zu erteilen. Das waren geradezu überbürdete Leute, und Karl hätte behaupten wollen, daß der Oberportier, wie er ihn annte, sich in seiner Laufbahn um diese Posten herumgewunden hatte. Diese zwei Auskunftserteiler hatten - von außen konnte man sich das nicht richtig vorstellen - in der Öffnung des Fensters immer zumindest zehn fragende Gesichter vor sich. Unter diesen zehn Fragern, die immerfort wechselten, war oft in Durcheinander von Sprachen, als sei jeder einzelne von einem anderen Lande abgesandt. Immer fragten einige gleichzeitig, immer redeten außerdem einzelne durcheinander. Die meisten wollten etwas aus der Portierloge holen oder etwas dort abgeben, so sah man immer auch ungeduldig fuchtelnde Hände aus dem Gedränge ragen. Einmal hatte einer ein Begehren wegen irgendeiner Zeitung, die sich unversehens von der Höhe aus entfaltete und für einen Augenblick alle Gesichter verhüllte.
All diesem mußten nun die zwei Unterportiers standhalten. Bloßes Reden hätte für ihre Aufgabe nicht genügt, sie plapperten, besonders der eine, ein düsterer Mann mit einem das ganze Gesicht umgebenden dunklen Bart, gab die Auskunft ohne die geringste Unterbrechung. Er sah weder auf die Tischplatte, wo er fortwährend Handreichungen auszuführen hatte, noch auf das Gesicht dieses oder jenes Fragers, sondern ausschließlich starr vor sich, offenbar um seine Kräfte zu sparen und zu sammeln. [...] Außerdem beirrte es, daß sich eine Auskunft so knapp an die andere anschloß und in sie überging, so daß oft noch ein Frager mit gespanntem Gesicht zuhorchte, da er glaubte, es gehe noch um seine Sache, um erst nach einem Weilchen zu merken, daß er schon erledigt war. Gewöhnen mußte man sich auch daran, daß der Unterportier niemals bat, eine Frage zu wiederholen, selbst wenn sie im ganzen verständlich und nur ein wenig undeutlich gestellt war, ein kaum merkliches Kopfschütteln verriet dann, daß er nicht die Absicht habe, diese Frage zu beantworten, und es war Sache des Fragestellers, seinen eigenen Fehler zu erkennen und die Frage besser zu formulieren. Besonders damit verbrachten manche Leute sehr lange Zeit vor dem Schalter. Zur Unterstützung der Unterportiers war jedem ein Laufbursche beigegeben, der in gestrecktem Lauf von einem Bücherregal und aus verschiedenen Kasten alles herbeizubringen hatte, was der Unterportier gerade benötigte. Das waren die bestbezahlten, wenn auch anstrengendsten Posten, die es im Hotel für ganz junge Leute gab [...]»
«Ich habe vier Klassen eines europäischen Gymnasiums als Durchschnittsschüler durchgemacht, und das bedeutet für den Gelderwerb viel weniger als nichts, denn unsere Gymnasien sind im Lehrplan sehr rückschrittlich. Sie würden lachen, wenn ich Ihnen erzählen wollte, was ich gelernt habe. [...] manchmal glaube ich, ich weiß gar nichts, und schließlich wäre auch alles, was ich wissen könnte, für Amerikaner noch immer zu wenig.»
«In seinem Zimmer stand ein amerikanischer Schreibtisch bester Sorte, wie sich ihn sein Vater seit Jahren gewünscht und auf den verschiedensten Versteigerungen um einen ihm erreichbaren billigen Preis zu kaufen gesucht hatte, ohne daß es ihm bei seinen kleinen Mitteln jemals gelungen wäre. Natürlich war dieser Tisch mit jenen angeblich amerikanischen Schreibtischen, wie sie sich auf europäischen Versteigerungen herumtreiben, nicht zu vergleichen. Er hatte zum Beispiel in seinem Aufsatz hundert Fächer verschiedenster Größe [...] Es war eine neueste Erfindung [...]»
«Die ersten Tage eines Europäers in Amerika seien ja einer Geburt vergleichbar [...]»
«Offenbar war der Schreiber der Meinung, ein europäischer Mittelschüler zu sein, sei schon etwas so Schmähliches, daß man es jedem, der es von sich behauptete, ohne weiteres glauben könnte.»
»Jeder ist willkommen«
«Karl hatte sich mit dieser Rede an alle Herren gewendet, weil ja tatsächlich auch alle zuhörten und es viel wahrscheinlicher schien, daß sich unter allen zusammen ein Gerechter vorfand, als daß dieser Gerechte gerade der Oberkassier sein sollte. Aus Schlauheit hatte außerdem Karl verschwiegen, daß er den Heizer erst so kurze Zeit kannte.»
«Karl strengte sich an, die Folgen abzusehen, welche dieses neue Ereignis für den Heizer haben dürfte. Vorläufig deutete nichts darauf hin, daß Schubal aus dieser Sache Nutzen ziehen könnte.»

«Wenn ihn doch seine Eltern sehen könnten, wie er in fremdem Land vor angesehenen Persönlichkeiten das Gute verfocht und, wenn er es auch noch nicht zum Siege gebracht hatte, so doch zur letzten Eroberung sich vollkommen bereitstellte!»
«Und nun weinte Karl, während er die Hand des Heizers küßte, und nahm die rissige, fast leblose Hand und drückte sie an seine Wangen, wie einen Schatz, auf den man verzichten muß.»

«Karl faßte den Onkel, mit dessen Knien sich die seinen fast berührten, genauer ins Auge, und es kamen ihm Zweifel, ob dieser Mann ihm jemals den Heizer werde ersetzen können.»
Der Onkel gibt Karl einen Einblick in sein Geschäft
Hotel Occidental
Beim Kapitän
Bei Brunelda und Delamarche
Brunelda wird weggeführt
Beim Onkel schaut Karl vom Balkon runter
Karls Gedanken beim Onkel
Beim Portier im Hotel Occidental
Aufnahmestelle für das
Theater von Oklahoma
Zu Pollunder
Beim Onkel
Beim Kapitän
Beim Kapitän
«Alle [...] brachen in Lachen aus [...]. »So lächerlich war das, was ich gesagt habe, doch keineswegs« »
Beim Kapitän
Der Verschollene (Amerika)
A l e s s a n d r a D o m i z i
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