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Medienwissenschaft / Medientheorien

Kleine Spaziergänge durchs Land der Medien
by

Peter Langmann

on 4 December 2014

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Transcript of Medienwissenschaft / Medientheorien

Zur Geschichte der akademischen Medienwissenschaft
“Die Medienwissenschaft hatte aber
[lange Zeit]
keine Durchsetzungschancen.“ (Hörisch, 2004)
Hochkultur : Massenkultur
Elitäre Botschaft : Massenmedien
Aura : Technische Reproduktion
Mediengeschichte wird - wie alle Geschichten - als
rückwärts gekehrte Prophetie
geschrieben. Sie geht aus von einem Medienbegriff, der in der Gegenwart begründet ist.
Jede "Medienrevolution" provoziert eine Beschäftigung mit den vergangenen "Epochen", den eigenen Vorläufern und produziert so sich selbst als Endpunkt einer konstruierten Mediengeschichte.
Die Revolution der Digitalmedien hat die Historizität der Massenmedien bewusst gemacht und das Feld der 'alten Medien' vor ihnen, des Drucks, des Theaters, der Schrift, aber auch des Hörfunks und des Fernsehens, neu sehen gelernt. (Schanze, 2001)
Das Dilemma der Geschichtsschreibung
Mediengeschichte, Geschichtsschreibung
So würde denn unsre Weltgeschichte nie etwas anders als ein
Aggregat von Bruchstücken
werden, und nie den Namen einer Wissenschaft verdienen. Jetzt also kommt ihr der
philosophische Verstand
zu Hülfe, und, indem er diese Bruchstücke durch künstliche Bindungsglieder verkettet, erhebt er das Aggregat zum System, zu einem vernunftmäßig zusammenhängenden Ganzen.
Schiller, 1789, Antrittsvorlesung in Jena.
Frühe "linke" Medienkritik
Verlust der Aura durch Reproduzierbarkeit. Verlust des Traditionszusammenhangs, Verblassen des Rituals.
[Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, 1936]
Medienkonzerne, 1. Weltkrieg
Hugenberg-Konzern: Mediengigant im Kaiserreich und der Weimarer Republik (Verlage, Presse, UfA)

"Münzenberg-Konzern", zweitgrößtes Medienunternehmen der Weimarer Republik.
Ein kleiner Überblick
Brecht: Radiotheorie (1927 - 1932)
Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit (1936)
Innis: The Bias of Communication (1951)
Anders: Die Antiquiertheit des Menschen (1956, 1980)
McLuhan: The Gutenberg Galaxis: The Making of Typographic Man (1962)
McLuhan: Understanding Media (1964)
Enzensberger: Baukasten zu einer Theorie der Medien (1970)
Baudrillard: Requiem für die Medien (1972)
Schanze: Medienkunde für Literaturwissenschaftler (1972)
Flusser: Die Schrift. Hat Schreiben Zukunft? (1987)
Ong: Orality and literacy: The technologizing of the word (1982)
Bolz: Theorie der neuen Medien (1990)
Bolz: Am Ende der Gutenberg-Galaxis (1994)
Faulstich: Grundwissen Medien (1994)
Luhmann: Die Realität der Massenmedien (1996)
Negroponte: Total Digital. Die Welt zwischen 0 und 1 oder die Zukunft der
Kommunikation (1997)
Ludes: Einführung in die Medienwissenschaft (1998)
Hartmann: Medienphilosophie (2000)
medius,
-a, -um, lat.
mesos
, gr. (Adj. und Subst.):
Das in der Mitte Befindliche, der Zwischenraum, Unterschied, Vermittlung, Gemeinwohl und Öffentlichkeit.

Für die klassische Antike sind keine Nachweise vorhanden, die eine Verwendung des Begriffs im heutigen Sinne belegen.
Medium / Meson
"Zeichen und Medien eröffnen ein Spektrum von
Differenzen
. Medien sind Unterscheidungen, die einen Unterschied machen.
Wo es Medien gibt, muss es Distanz geben.
Die Künstlichkeit des medialen 'Dazwischen', das sich der konstitutiven "Spaltung des Zeichens" [...] verdankt, ist eine ursprungslose 'Différance' [...], die jedweder Medientechnik vorausgeht und zugleich deren Wandel zu situieren erlaubt. "
(Tholen, 2005)
"Who says What in Which Chanel to Whom with What Effect." (Lasswell 1948)
http://de.wikipedia.org/wiki/Lasswell-Formel
Mediensystematik nach W. Faulstich:
Primärmedien (Menschmedien)
Sekundärmedien (Schreib- und Druckmedien)
Tertiärmedien (elektronische Medien)
Quartärmedien (digitale Medien
Funktionale Differenzierung
Speichermedien / Speicherung,
Übertragungsmedien / Übertragung
Datenverarbeitungsmedien / Datenbearbeitung
Differenzierung nach Technikaffinität
Primäre Medien
Sekundäre Medien
Tertiäre Medien
Relevanz im Mediensystem
Leitmedien –vs- andere Medien
Teilnahmepflichtige Medien –vs- Medien, die optional zur Disposition stehen
Beteiligung der RezipientInnen
Heiße Medien (wenig Beteiligung erforderlich, z.B. TV) -vs- Kalte Medien (fordern mehr Beteiligung, z.B. Chat). "Ein heißes Medium verlangt weniger Beteiligung als ein kaltes, genauso, wie eine Vorlesung weniger Beteiligung als ein Seminar und ein Buch weniger als ein Dialog erfordert."
Alte Medien -vs- Neue Medien
One to Many -vs- Many to Many
Massenmedien (Rundfunk, Fernsehen, Printpresse, etc.) -vs- Social Media, Weblogs, Foren etc.
Synchronisierung der TeilnehmerInnen
synchron (z.B. Telefon) -vs- asynchron (z.B. E-Mail)
Medien treten nie vereinzelt auf, sondern bilden immer schon Systeme und Subsysteme der
individuellen
und
gesellschaftlichen

Wahrnehmung
aus. Die einzelnen Systeme gehen immer neue Verbindungen zu einander ein, verschieben ihre Positionen. Jede Epoche bildet für sie charakteristische Leitmedien aus, die ältere Systeme der Kommunikation ablösen, in sich aufnehmen, transformieren, deren Stellenwert ändern.
Medien
Präsenz / Absenz
Interaktion, Handeln
Wunder
Konversion
Revolution
Teil der Medialität ist die Relationalität der Zeichensysteme: Diese Eigenart der Zeichenträger oder Signifikanten bedeutet in semiologischer Perspektive die nicht still zu stellende Relationalität der stets nur verweisenden Zeichenmittel.
Medialität
Intermedialität
Untersuchung der Beziehungen zwischen Medien, insbesondere von Möglichkeiten ästhetischer Kopplungen bzw. Brüche.
Es gibt keine Wahrnehmung, die durch ihre natürliche Gegebenheit hinreichend bestimmt wäre. Deshalb ist das Medium auch nichts, was einer natürlichen Bestimmung der Wahrnehmung hinzutreten könnte, um sie zu erweitern oder gar zu verfälschen.
Wahrnehmung ist stets die des Mediums. Sie ist immer schon vom Künstlichen affiziert, im Sinne der ursprünglichen Bedeutung von Techné (List, Tüchtigkeit, Verstellung).
Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien. [Niklas Luhmann]
In der Vergleichskategorie „Wirklichkeitsverluste“ wurde der wiederkehrende Diskurstopos, das
neue Medium sorge für die Erosion der Unterscheidbarkeit zwischen Sein und Schein
, als Merkmal der „Medienrevolutionen“ identifiziert. Die diskursive Erregung, die aus ihm spricht, verdankt sich beidemal dem Verdacht, die bisherige Wirklichkeit könnte in dem neuen Medium an Verbindlichkeit einbüßen.
Welther (2000)
Theuth
:
Diese Kunst [die Schriftkunst, die Buchstaben], oh König, wird die Ägypter weiser machen und gedächtnisreicher, denn als ein Mittel für den Verstand und das Gedächtnis ist sie erfunden.

Der König aber:
O kunstreichster Theuth, einer versteht, was zu den Künsten gehört, ans Licht zu gebären; ein anderer zu beurteilen, wieviel Schaden und Vorteile sie denen bringen, die sie gebrauchen werden.

So hast auch du jetzt als Vater der Buchstaben aus Liebe das Gegenteil dessen gesagt, was sie bewirken. Denn diese Erfindung wird der Lernenden Seelen vielmehr
Vergessenheit einflößen
aus Vernachlässigung des Gedächtnisses, weil sie im Vertrauen auf die Schrift sich nur außen und unmittelbar erinnern werden. Nicht also für das Gedächtnis, sondern nur für die Erinnerung hast Du ein Mittel erfunden.
Und von der Weisheit bringst du deinen Lehrlingen nur den Schein bei, nicht die Sache selbst.
Denn indem sie nun vieles gehört haben
ohne Unterricht
, werden sie sich auch vielwissend zu sein dünken, obwohl sie doch unwissend größtenteils sind und schwer zu behandeln, nachdem sie
dünkelweise
geworden sind statt weise.
Die "Kinder" des Autors entgleiten ihrem "Vater" durch die Schriftlichkeit:
Ist sie aber einmal geschrieben, so schweift auch überall jede Rede gleichermaßen unter denen umher, die sie verstehen und unter denen, für die sie sich nicht gehört, und versteht nicht, zu wem sie reden soll und zu wem nicht. Und wird sie beleidigt oder unverdienterweise beschimpft, so bedarf sie immer ihres Vaters Hilfe; denn sie selbst ist weder imstande, sich zu schützen, noch sich zu helfen." Kontrollverlust der Autoren, keine Chance, die Rezeption zu lenken.
Platon: Phaidros
Wahrnehmung & Wirklichkeit
Botschaft
Ängste
Körper
Am Ende dieses Jahrhunderts (20.Jh.) wurden wir, wie zur Versöhnung, von Konzepten künstlicher Verbindungen,
Vereinheitlichungen
und
Zusammenführungen
umgeben. Universale Maschinen, Globalisierung, technologische Vernetzungen von […] Religionen und Identitäten wurden ins Treffen geführt gegen die faktischen Trennungen, die sich durch die Verteilung der Reichtümer, der Bildung, der Kulturen, des Wissens, zwischen Menschen wie zwischen Menschen und Maschinen geschoben hatten. Die realen Spaltungen wurden durch sie nicht geringer. (AdM, 56)
In Phasen des Umbruchs strukturiert sich ein zuvor dominantes Medienensemble um, mit dem Effekt, dass neue Medien sich durchsetzen und auf diese Weise zugleich die Perspektive auf ihre Vorgänger-Medien verändern, ohne diese zwangsläufig zu verdrängen. Schnell (2006)
Revolutionen machen die Wirklichkeit als Wandel sichtbar.

Revolutionen bewerten das Vergangene neu und eröffnen neue Perspektiven auf die Geschichte und deren "Revolutionen".
Medienrevolutionen sind wesentlich
diskursive Effekte, eine Ansammlung aufeinander bezogener Redereflexe
, deren phasische Konjunktur als Medienrevolutionen in Erscheinung treten. (Welther 2000)
Erfahrung von Geschichte als Geschichte
... an deren Ende steht jedoch immer eine Integration von neuem Medium in das vormalige Mediengefüge
Medien
Willkommen in
Medien: Die Landschaft
Die Meder hinterließen keine Schriftquellen.
Medien hieß eine Landschaft im antiken Kleinasien
Medium
Antike Begriffsverwendungen
Die aristotelische Philosophie verwendet den Begriff
Periechon,
um des Umgebende, Umschließende, den Raum, die Atmosphäre, die Luft, das Beschützende, Umfassende zu bezeichnen. Das Lateinische kennt dafür keinen entsprechenden Begriff, sondern übersetzt die verschiedenen Begriffsausprägungen unterschiedlich
Periechon
Die aristotelische Lehre von den Sinneswahrnehmungen kennt den Begriff des Mediums nicht. Aber auf genau diese Lehre wird der neuzeitliche Begriff »Medium« zurückgeführt.
[Wolf Hagen, Metaxy]
Der Begriff "Medium" wird von Thomas von Aquin bei seiner ausführlichen Kommentierung der aristotelischen Schrift
Peri psyches
(De anima, mehrere lat. Übersetzungen ab 12. Jh.) in den Text interpoliert (Sentencia Libri de Anima, 1267/68).
Medium: Neu geboren (1267ff)
"Medium" wird als
zentraler Referenzbegriff für Seele und Sein in den Text geschmuggelt
, "um von dort aus seinerseits zum Medium zu werden, nämlich zum Mittel für die Konstruktion und Übertragung einer neuen Philosophie einer neuen, nämlich katholisch unsterblichen, weil im Prinzip göttlichen Seele des Menschen.
"Medium" in der Optik - Kepler
Mechanistische Deutungen - Descartes
Mathematisierung - Newton
Spekulativer Umgang mit dem Begriff in der deutschen Romantik - u.a. Schelling, Hegel
Messmeristischer Spiritismus
Es mögen viele Medien in der Schöpfung sein, von denen wir nicht das Mindestete wissen, weil wir kein Organ zu ihnen haben. [Herder]
Pierer's Universallexikon (1857 - 1865) zum Stichwort "Medium":

1) Mitte
2) Mehrzahl Media, Mittel; so M. gratie (M. salutis), Gnaden- od. Heilsmittel
3) Der griechischen / lateinischen Sprache eigenes Genus des Verbums:
Das Medium ist die Kombination von Aktiv und Passiv, d.h. das Subjekt ist gleichzeitig tätig und leidend; das Subjekt ist also an sich selbst tätig. Im Deutschen wird das Medium meist mit reflexiven Verben ("sich") oder intransitiven Verben wiedergegeben.
4) die vermittelnde Person beim Geisterklopfen u. Tischrücken.

Dazu ergänzt Meyer's Großes Konversationslexikon (1911) noch:
flanellartiger Wollenstoff für Frauenjacken u. dgl. mit 18 - 22 Fäden auf 1 cm Streichgarnen.
Medium im 19. Jh, lexikalisch
Um 1900: Der Begriff Medium (Sg.) wird am ehesten in spiritistischen Kontexten verwendet für einen (meist weiblichen) Menschen, der Botschaften aus der metaphysischen Hinterwelt empfängt und vermittelt.
Mutter Silbert
Keine Trennung von Subjekt und Objekt, von Aktivem und Passivem, subjektiver und objektiver Welt.
Jedes Seiende umgibt eine Art Haut, Membran, die die Haut schützt, aber zugleich auch in beide Richtungen (durch Poren) durchlässig ist.
Jedes Seiende verströmt stetig Ströme, die für niemand Bestimmten gedacht sind. Alles verströmt sich… Neigt das Eine dem Anderen mit Sympathie zu, verbinden sich die Aussendungen der beiden zu einer „gelungenen Sensation“.
Voraussetzung: Die Poren müssen in Größe und Form zu einander passen, ein „gemeinsames Maß“ haben. Hierin unterscheiden sich auch die einzelnen Sinne von einander: „… weil die Poren des einen relativ zu weit und die des anderen relativ zu eng für das Wahrnehmungsobjekt seien“.
[Zielinski: Medienarchäologie]
Empdedokles, Vorsokratiker
Aufklärung als Massenbetrug. Kulturindustrie. Kunst als Ware, als Mittel zur Stabilisierung von Herrschaft und zur Manipulation der Massen.
[Max Horkheimer / Theodor Adorno in Dialektik der Aufklärung (1944/1947/1969]
Was ist ein Medium?
Die klassische Definition...
"Ein Medium ist ein institutionalisiertes
System
um einen
organisierten Kommunikationskanal
von
spezifischem Leistungsvermögen
mit
gesellschaftlicher Dominanz
." [Faulstich, Einführung in die Medienwissenschaft, 2002]
Vermittelte Kommunikation -vs- Face2Face
Kanal
Charakteristisches Zeichensystem
Institutionelle, längerfristige Etablierung
Relevanz im Mediensystem
Systematisierungen - die Botanisiertrommel
Machtverlust, Machtgewinn, Manipulation, Desinformation, Zensur, Kriegspropaganda
Zensur: "die Gefahr des kurzfristigen Machtverlusts hat zu allen Zeiten zur Einschränkung der Meinungsfreiheit geführt". [Möller, 2006]
Filterungstechniken (DPI)
Vorratsdatenspeicherung
Great Firewalls
Zusammenbruch des Ostblocks, Mauerfall
Übergängigkeit
zwischen den Medien
Wahrnehmung
ist stets die des Mediums
...alles, was wir an der Welt erkennen können, ist uns in irgendeiner Form vermittelt. Immer wieder geht es um diese
ursprüngliche Differenz, die das Menschsein auszeichnet,
seit die Menschen im Lauf der Evolution aus der Natur herausgetreten sind: Die Welt ist an sich nicht so, wie wir sie für uns wahrnehmen.
Die grundsätzliche Mediatisiertheit aller Dinge, der Welt
Der Mensch hat es nie mit den wirklichen Dingen zu tun, sondern mit mediatisierter Wirklichkeit, das heißt mit symbolischen Formen wie Sprache, Mythos, Kunst, Religion, Wissenschaft. Es sind diese
Symbolsysteme
, die seine Wirklichkeit erschließen und ihr immer wieder neue Dimensionen hinzufügen.
[Hartmann: Medienphilosophische
Theorien]
Medium als Überbrücker
von Differenz
Differenz / Redundanz
Wo alles gesagt ist, gibt es keine Kommunikation.
Bad News are good News....
Medien sind
Extensionen des Körpers
Revolution !
Der Diskurs vom Wirklichkeitsverlust
Marshall McLuhan: Understanding Media / Die magischen Kanäle (1964)
Das Medium
ist die Botschaft!
Dieser Sachverhalt ist die Voraussetzung für die radikale Veränderung der Weltwahrnehmung der Menschen. Der Inhalt des Mediums macht blind gegenüber der Wesensart des Mediums selbst. Die Welt des Analphabeten ist eine andere als die des Televisionärs oder des Internet-Surfers.
Gesellschaften, soziale Gruppen und Personen unterscheiden sich mehr durch die Tatsache der Verwendung von bestimmten Medien als durch deren Inhalte.
Das elektrische Licht entzieht sich der Betrachtung als Kommunikationsmedium nur deswegen, weil es ohne Inhalt ist.
Sie bringen zusammen, was zusammengehört oder zusammengehören will. (GdM, 66) Alle Formen von sozialer Interaktion werden von medialem Einsatz begleitet, ja gesteuert.
Medien sind Interaktionskoordinatoren
Das Medium als Prothese
Medien bilden Systeme
"Die grundlegendste Definition des Mediums ist die des
Dazwischen
".
[A. Roesler, 2003]
"Wo es Medien gibt, muss es
Distanz
gegeben haben." [Tholen, 2005]
"Es gibt Medien, weil es
Alterität
gibt".
[D. Mersch, 2006]
"Man kann nicht nicht kommunizieren."
[P. Watzlawick]
Technik
Die Entwicklung eines Mediums ist immer auch Teil der Technikgeschichte, aber nicht nur.
"Medien führen, indem wir sie gebrauchen, dazu, dass wir über uns und die Welt, in der wir uns bewegen, i
mmer wieder neu und anders nachdenken.
"
[St. Münker]
Neue Medien - neue Sicht auf die Welt
Medien besitzen einen Surplus an Wirkung. Sie sind mehr / anders, als sie zu sein scheinen.
Sie tun die Dinge anders, als wir es erwarten.

Über Medien kann nur sinnvoll sprechen, wer diese auch benutzt.
Ein Medium ist etwas, das sich erst im Gebrauch als Medium konstituiert. - Medien sind nichts ohne ihren Gebrauch.

Erst im Gebrauch entfalten sich die Potenziale der Medien.
Was sie sind, ist theoretisch nicht zur Gänze a priori zu beantworten. Was sie werden, werden sie durch ihren Gebrauch.
Das Medium will verwendet werden
Willkommen im Dazwischen
Empedokles lehnt sich aus dem Fenster, um den Weltuntergang über ihm betrachten zu können.
Fresco von Luca Signorelli (ca. 1450-1523) im Dom von Orvieto.
CHRONOS, Gott der Zeit. In der gr. Mythologie symoblisiert er die Dauer, die ausgedehnte Zeit, die „über Leben verfügt, indem sie es verbraucht“, die Zeit der Geschichte und des Lebens. Die Chronologie bringt zeitliche Ordnung in die Dinge, sie verkrüppelt uns aber auch, weil wir selbst nicht von Dauer sind.
AION Antipode zu Chronos. Symbolisiert die transzendentale Dimension des Zeitverständnisses, die über Leben und Welt hinaus geht, „reine Zeit“, abstrakte Zeit, Zeit der Maschine, die Ewigkeit.
KAIROS Antipode zu Chronos. Steht für den rechten Zeitpunkt einer Tätigkeit oder Unternehmung, „Gott des günstigen Augenblicks, der im griechischen Mythos auch tödlich sein kann. Fordert Entscheidung, Kairos balanciert auf des Messers Schneide. Trägt vorne lang herunterwallendes lockiges Haar, hinten hat er eine Glatze: ist Kairos vorüber, ist es zu spät. Gehört zum Reich der „Physik der Einmaligkeit“.
Medien = Die Überbrücker der Zeit und der Zeiten, die Beschleuniger der Kommunikation, die Verschwenderinnen von (Lebens-)Zeit
Chronos
Aion
Kairos
Die Ewigkeit
Der rechte Augenblick
Die unerbittlich fortschreitende Zeit
Medium
Willkommen im Dazwischen
Die Porentheorie der Wahrnehmung
Medien : Technik
Medien : Macht
Medien : Medien
Medien : Wahrnehmung
Medien : Wahrnehmung
Medien : Ängste
Medien : Körper
Medien : Differenz
Medien : Interaktion
Macht
Medien
Die großen Seelen, die der Tod verbannt,
Und die verblaßt sind in der Jahre Dunst,
Erstehn befreit, mein Freund, durch Buchdrucks Kunst.
(Francisco de Quevedo)
Medien : Wunder
Medien : Präsenz | Absenz
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