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Gesichter der Mission

Mission im Jahr 2016: Studierende der PTH berichten, was der Begriff für sie bedeutet
by

Ina Ullrich

on 9 November 2016

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Transcript of Gesichter der Mission

Gesichter der Mission
Mission im Jahr 2016:
Studierende der PTH St. Augustin berichten, was der Begriff für sie bedeutet
Wörtlich bedeutet Mission "Gesandt sein, um den eigenen Glauben in Wort und Tat zu bezeugen“.
Von den großen Weltreligionen kennen nur das Christentum und der Islam den Auftrag, Andersgläubige zu missionieren.
Seit den Anfängen des Christentums breitete sich der Glaube zunächst im römischen Reich und schließlich in ganz Europa aus.
Von hier aus brachten seit dem Zeitalter der großen Entdecker im 15. und 16. Jahrhundert und im Zuge des Kolonialismus des 19. Jahrhunderts im Gefolge der Eroberer, Kaufleute, Seefahrer und Abenteurer auch Missionare aus Europa den christlichen Glauben mit in die neu entdeckten Weltregionen.
Ob die Einheimischen Christen werden wollten oder nicht, fragten die Missionare nicht. Sie waren von der Wahrheit und kulturellen Überlegenheit des Christentums in seiner europäischen Gestalt überzeugt.
Es gehört zu den dunklen Kapiteln der christlichen Missionsgeschichte, dass die Ausbreitung des Christentums zu allen Zeiten nicht immer frei war von Zwang und Gewalt.

Daran gewöhnt, dass seit der
Entdeckung Amerikas 1492
die Mission von Europa aus
in die anderen Weltregionen ging,
war undenkbar, dass auch das
christliche Europa selbst das Ziel
von Mission sein könnte.


Mission wird in einem zunehmend säkularisierten Europa heute belächelt - oder als Bedrohung empfunden.

Missioniert werden möchte niemand.
In Wort und Tat Zeugnis für den eigenen Glauben zu geben, finden auch überzeugte Christen häufig unangemessen.

Was bedeutet unter diesen Bedingungen "Mission"?
Ist sie überhaupt möglich?

Kann sie positiv wirken oder verschärft sie nur bereits bestehende Konflikte?

Wie kann man missionieren und gleichzeitig Respekt vor dem zum Ausdruck bringen, was
das jeweilige Gegenüber bereits mitbringt?
Mit solchen Fragen befassen sich Lehrende und Studierende im Schwerpunkt "Mission, Kulturen und Religionen" an der PTH St. Augustin.
Wir haben unsere Studierenden gefragt, was Mission in der globalisierten Welt sowie in den multireligiösen und m
ultikulture
llen Gesellschaften für
sie bedeutet.
Religion soll Privatsache sein.
Migranten kommen heute aus aller Welt nach Europa.

Unabhängig davon, zu welcher Glaubensgemeinschaft sie gehören:
Sie sind oft überrascht, wie unreligiös viele Europäer ihr öffentliches Leben gestalten.

Viele Migranten bringen ihre religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen mit nach Europa.
Die meisten von ihnen sind froh, dass die staatlich garantierte Religionsfreiheit ihnen dies gestattet.
Doch manche der religiösen Traditionen irritieren die Einheimischen.
Und wenn Migranten öffentlich religiöse Überzeugungen und Traditionen leben,
können sie in Konflikt geraten mit der säkularen Überzeugung, Religion sei Privatsache und gehöre nicht in den öffentlichen Raum.
Populisten schüren Ängste vor einer Islamisierung des ‚christlichen‘ Abendlands.
Müssen wir europäischen Christen tatsächlich Angst vor dem missionarischen Glaubenseifer muslimischer Mitbürger haben?
Die Hochschule der Steyler Missionare bietet das Studium der katholischen Theologie mit einer deutschlandweit einzigartigen interreligiösen und interkulturellen Ausrichtung.
Dorothy Gockel
Doktorandin und wissenschaftliche
Mitarbeiterin in der Hochschulbibliothek.
42 Jahre alt, Deutschland.
Mario Loebelt
Magisterstudium 3.
Semester
und Priesteramtskandidat.
28 Jahre alt, Deutsc
hland
Sr. Estelle Sogbou
Lizentiandin
42 Jahre alt, Elfenbeinküste
Marie Euteneuer
Magisterstudiengang 7. Semester
und studentische Hilfskraft.
35 Jahre alt, Deutschland.
P. Serafianus Liberatus Jebada SVD
Magister-Absolvent 2014, Pastoraljahr II.
Steyler Missionar
28 Jahre
alt, Indonesi
en.
P. Clifford Chikeobi Modum
Lizentiand.
44 Jahre alt, Deutschland.
Thi Ngoc Ha
Tran
Mag
isterstudie
ngang
3. Semes
ter.
28 Jah
re alt, Viet
nam.
P. Franz Feng
Doktorand
37 Jahre alt, Chi
na.
Martin Kutz
Magisterstudiengang 5. Semester und
Asta-V
orsitzender im Studienjahr 15/16.
33 Jahre
alt, Deutschland.
Als Mitglied einer apostolischen Gemeinschaft bin ich unterwegs in Europa seit 20 Jahren. Dadurch habe ich Überzeugungen gewonnen, was für mich Mission bedeutet.
Mission: Aus dem Glauben heraus und aus Jesuswillen, die Bereitschaft haben gesendet zu sein dorthin, wo die Kirche meine Präsenz für richtig hält. Es hat in mir auch die Bereitschaft zur Begegnung geweckt, mit allem was das bedeutet: Freude, Enttäuschung, Überforderung, Freundschaft, sich mitteilen, mitmachen, sich engagieren, wo es für die Me
nschen notwe
ndig ist.
Mission ist für mich: die Wah
rnehmung mei
ner eigenen Zugehörigkeit. Die
Begegnung mit
anderen Leuten, die meinen Glauben
nicht teilen od
er davon distanziert sind, führt mich zu
r Bereitschaft,
meinen eigenen Glauben zu bezeuge
n durch Wort
und
H
andeln.
Mi
ssion ist auch: für andere d
a sein. Der Gl
aube an
Jes
us Christus führt mich zu ei
ner besondere
n
Au
fmerksamkeit gegenüber an
deren, auch wen
n
dies
e Haltung kein Vorrecht eine
s Christen ist. Es ist d
ann, vor allem und schlie
ßlich: Die Begegnung

mit J
esus. Ihn zu erkenne
n, mit Ihm zu leben und unter
wegs zu sein für
und mit anderen Menschen.


Für mich war der Begriff „Mission“ – wie vermutlich für viele – durch die Geschichte gewaltsamer Kolonialisierung und Zwangstaufe eindeutig negativ vorgeprägt.

Auch wenn sich Mission und Evangelisierung in der neueren Zeit meistens nicht mehr ganz so martialisch vollzogen, waren sie dennoch ein Prozess zur Bekehrung und dienten hauptsächlich der Steigerung der Zahl der Katholiken, nicht so sehr dem Seelenheil der Bekehrten. Mit dem zweiten vatikanischen Konzil hat die katholische Kirche all dies aufgearbeitet.
Durch das Studium an der PTH habe ic
h aber das große
Glück, einen Blick hinter die Kulissen w
erfen zu dürfen
und erlebe
n zu kön
nen, was Mission
heute bedeuten
kann.
Hier im
Haus wird sofor
t sichtbar, dass
Mission
wahrg
enommen und au
sgestaltet wird als
Auftrag, jedem
Mensc
hen auf der Welt,
der hören möchte,
das Reich
Gottes
erfahrbar werden
zu lassen. D
ies bedingt zwing
end die respe
ktvolle Bege
gnung mit den
Mitmenschen, ja die
Begeg
nung auf Au
genhöhe. Wie
sonst als in einem offenen Dialog und
durch
aktives Miterleben kann ein anderer Mensch von
der
Strahlkraft Gottes erfahren, von ihr überzeugt werden? Das ist Mission im 21. Jahrhundert für mich.
„Es gibt so viele Menschen aus unterschiedlichen Völkern und Kulturen hier,“ sagte mein koreanischer Mitschüler einmal in einem Kurs zu Beginn unseres Studiums. Aus seiner Stimme war die F
rage
herauszuhören, wie sowas überhaupt möglich ist.
Das respektvolle Mit-/Füreinander und manchmal sogar das „Gegeneinander“ war die Antwort im Laufe des Studiums an der PTH Sankt Augustin, in der wir bei allen Unterschieden doch eine reiche Gemeinschaft bildeten.
Mission heißt für mich nun, die Bereitschaft mit allen Menschen unterschiedlicher Lebens- und Glaubensvorstellungen in jedem Lebenskontext zu leben und zu arbeiten und Gemeinschaft herzustellen. Der Heilige Arnold Janssen, Ordensgründer der Steyler Missionare, hat gesagt: „Weil Gott Mensch geworden ist, führen alle Wege zu Gott durch den Menschen.“
Meines Erachtens ist unsere Hochschule auf dem richtigen Weg, um die Anforderungen der Mission im Sinne der Kirche und des Evangeliums im Leben vieler Menschen zu verwirklichen. Hier wird nicht nur über Mission und deren Strategien gelehrt und geredet, sondern Mission wird hautnah erfahrbar und lebhaft ermöglicht. Anhand der großen Missions-erfahrung der Professoren/innen und dem Austausch der Studierenden aus unterschiedlichen Kontinenten wird die Wirklichkeit der Mission für die heutige Gesellschaft aus allen Blick
winkeln anal
ysiert.
Meine bisherige Erfahrun
g in der Hochschul
e hat meine Missionsvorstellu
ng bestätigt. Mission i
st nicht nur Reden vom Evang
elium, sondern sie ist au
ch Leben aus dem Evan
gelium. Das heißt: die
Verkündigung der fro
hen Botschaft Jesu mit Wort
und Tat. Dazu gehört
auch die liebvolle Zuwendun
g zu den Menschen. Hin
zu kommen Respekt,
Wertschätzung, Dialog,
Austausch und Begegn
ung der Kulturen untereinand
er auf Augenhöhe.
Deswegen heißt es in meiner
Missionsauss
age: „Für unsere Mission ist es sehr
wichtig zu wissen,
dass wir in Liebe erwählt und
in die Welt gesendet
sind, nicht um zu zerstöre
n, sondern um aufzubauen; n
icht
um
zu verurtei
len, sondern um anzunehmen und das

Leb
en zu r
etten.

Letzte
ndlic
h geht es um die Rettung aller Schöpfung. „So da
ss e
r, der Schöpfer von allem, endlich “alles in allem” (
1
Kor 15,28) sein wird, indem er zugleich seine H
er
rlichkeit und unsere Seligkeit bewirkt.“ (Zitat: Rahner Karl/Vorgrimler Herbert (Hg.): Kleines Kon-zilskompendium, 4. Auflage, Freiburg, 1968, S. 608)
Ich bin
Buddhistin wie meine Mutter. Meine Großeltern
väterli
cherseits allerdings waren katholisch. Sie sind
leider
sehr früh verstorben, ich war erst neun Jahre alt
damal
s. Ich sah, wie sie vor einem Kreuz beteten und
wuss
te, dass sie keine Räucherstäbchen wie die
Bud
dhisten verwendeten. Als kleines Mädchen hab
ich

s
ie leider nicht nach ihrer Religion gefragt. S
päter
wunderte ich mich, wer Jesus ist und w
arum er diese Kraf
t hat, dass viele Menschen an ih
n glauben.
Das Bil
d von einem im Lotus sitzen
den meditierenden Buddha vermitte
lt ein ruhiges un
d entspanntes Gefühl. Immer wenn ich frü
her Jesus a
m Kreuz sah, spürte ich

ein starkes Mitleid.
Aber dieses
Gefühl wird immer mehr durch tiefe Dankbar
keit ersetz
t. Der Grund ist dass ich jetzt erkenne, dass J
esus ge
storben ist, um die Menschen von ihren Sü
nde
n zu erlösen.
Ich erkenne einen Unter
sc
hied in mir, seit dem ich die katholische Religion besser verstehe. So ist es auch mit der Mission. Wenn ich nicht an der PTH studieren würde, sondern nur im Internet oder in Büchern lesen könnte, wäre mein Verständnis vom Christentum nur oberflächlich. Durch die Vorlesung über die Mission kann ich verstehen, d
ass
die Mission das Mitteilen der Liebe Gottes und sein
Ve
rgeben für alle Menschen ist. Diese Botschaft wird d
ur
ch das Leben, den Tod und die

Auferstehung Jesu Ch
ris
ti offenbart.
Ich möchte daher auch
m
einen Freunden und Familienmitgliedern Ih
re
Sünden meinerseits vergeben. Ich werde das erlernte
Wi
ssen über das Christentum mit meiner Familie un
d Fre
unden teilen und an sie weitergeben.

Video bitte anklicken zum Anschauen
Audio-Kommentar
startet automatisch.
rund 200 Frauen und Männer
Die PTH, das sind:
aus fünf Kontinenten und über 25 Nationen
mit fast ebenso vielen Muttersprachen.
Das gemeinsame Ziel der
Lehrenden und Studierenden
an der PTH:
Eine Sprache für Gott und den
Glauben finden, die die Menschen
in der globalisierten, multireligiösen
und multikulturellen Welt von heute
erreicht.
Wenn Sie möchten, finden Sie die
PTH hier:
Web: www.pth-augustin.eu
Mail: info@pth-augustin.eu
Tel: +49 2241 237-222
Wir laden Sie herzlich ein!
Nach
meinem Verständnis umfasst der
Begriff
„Mission“ zwei untrennbare Dim
ensionen. Die erste,
innere Dimension weist dar
auf hin, dass

ich selbst
zuerst missioniert werden
muss. Das heißt, mit
hilfe des Heiligen Geistes u
nd durch die Lektüre
der Hl. Schrift, den Empfang
der Sakrame
nte und durch das Gebet G
ott in Jesus Christus
zu begegnen, um das göttlic
he Leben zu bekom
men und gestärkt zu werden, s
odass nicht mehr
ich lebe, sondern Gott in mir lebt
(vgl. Gal 2,20).
Die
zweite, äußere Dimension verweist a
uf die Ausstrah
lung und Entfaltung
des
inner
en, göttlichen Lebens. Konkret heißt es, dass wir in Wort und Tat die Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen ausüben sollen, damit die Mitmenschen durch uns zur Kenntnis Gottes kommen und das Heil erlangen können.

"Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie
auf
den Namen des Vaters und des
Sohnes und
des Heiligen Geistes, und
lehrt sie, alles zu bef
olgen, was ich euch
geboten habe" (Mt 28,19-
20). Diese Wort
e Jesu aus dem Matthäu
sevangelium
sind unser Auftrag, unsere Mi
ssion.
Die Mission
begi
nnt dabei in unseren Herzen. Wir müssen
uns
ere Herzen weit machen und uns von der Liebe Gottes berühren lassen. Aus dieser Liebe schöpfen wir unsere Kraft um uns den Menschen zuzuwenden, ihnen zuzuhören, sie zu begleiten, ihnen beizustehen. Geben wir durch unser christliches Handeln Zeugnis von unserem Glauben und leben das Evangelium welches wir verkünden.
Denn wie der Hl. Arnold Janssen schon sagte „die Verkündigung der Frohbotschaft ist das erste und höchste Werk der Nächstenliebe“. Und bringen wir so Christus zu den Menschen, denn er ist „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6), in dem die Menschen die Fülle des religiösen Lebens finden, in dem Gott alles mit sich versöhnt hat (Vgl. 2 Kor 5,18-19) (Nostra aetate). Dafür muss die Liebe in unseren Herzen überallhin ausstrahlen, um so das Herz eines jeden Menschen zu erreichen.
Full transcript