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Gryphius vs. Domin

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N H

on 19 November 2013

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Transcript of Gryphius vs. Domin

"Es ist alles eitel" von Andreas Gryphius
Das Gedicht
Du siehst, wohin du siehst nur Eitelkeit auf Erden.
Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein:
Wo itzund Städte stehn, wird eine Wiese sein
Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden:

Was itzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden.
Was itzt so pocht und trotzt ist Morgen Asch und Bein
Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein.
Itzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.

Der hohen Taten Ruhm muß wie ein Traum vergehn.
Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch bestehn?
Ach! was ist alles dies, was wir für köstlich achten,

Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind;
Als eine Wiesenblum, die man nicht wiederfind't.
Noch will was ewig ist kein einig Mensch betrachten!
1637
Es ist alles Eitel- Andreas Gyrphius
Interpretationshypothese
Es ist alles eitel
Du siehst, wohin du siehst nur Eitelkeit auf Erden.
Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein:
Wo itzund Städte stehn, wird eine Wiese sein
Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden:

Was itzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden.
Was itzt so pocht und trotzt ist Morgen Asch und Bein
Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein.
Itzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.

Der hohen Taten Ruhm muß wie ein Traum vergehn.
Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch bestehn?
Ach! was ist alles dies, was wir für köstlich achten,

Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind;
Als eine Wiesenblum, die man nicht wiederfind't.
Noch will was ewig ist kein einig Mensch betrachten!
Worum geht es hier?

In dem Gedicht "Es ist alles Eitel" geschrieben von Andreas Gryphius im Jahre 1637, geht es um die Vergänglichkeit alles irdischen, genauer gesagt von Menschen, allem Menschgeschaffenem und der Natur.
Der erste Eindruck
- düster
- verzweifelt
- melancholisch
- anklagend
Andreas Gryphius
* 2.Oktober 1616 in Golgau, Schlesien
† 1664 ebenda (47 Jahre)

- deutscher Dichter und Dramatiker des Barock
- Leben geprägt durch Dreißig Jährigen Krieg, Zerstörung seiner Geburtsstadt Golgau und den frühen Verlust seiner Eltern und Geschwister
Die Epoche: Barock
1600 – 1650 Frühbarock
1650 – 1720 Hochbarock
1720 – 1770 Spätbarock
- starke Kontraste
- Diesseits - Jenseits
- "sein" und "scheinen"
1. Gattung: - hoher Stil = würdevolle Sprache
- mittlerer Stil = normale melodische Sprache
- niedere Stil = einfache Sprache
-> Anknüpfung an drei Ständegesellschaft
2. Gattung: - Gedichte des Barock in Sonettform geschrieben
-> klar gegliederte Einteilung und Struktur
3. Gattung: - wichtigstes Merkmal= genaue Einhaltung der Angaben
Motive u. Merkmale
Motive:
- "Carpe Diem" -> Nutze den Tag
- "Vanitas" = Misserfolg oder Vergänglichkeit
- "Memento Mori" = Bedenke das du stirbst
Merkmale:
- Bildsprache, "Embleme" -> Bedeutung festgelegt
- Insistierende Nennung, Idee wird mehrmals betrachtet und aufgefasst
- Besonderheiten im Satzbau (Weglassungen von Konjunktionen, Subjekten, Prädikaten)
Der Aufbau
Es ist alles eitel
Du siehst, wohin du siehst nur Eitelkeit auf Erden.
Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein:
Wo itzund Städte stehn, wird eine Wiese sein
Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden:

Was itzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden.
Was itzt so pocht und trotzt ist Morgen Asch und Bein
Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein.
Itzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.

Der hohen Taten Ruhm muß wie ein Traum vergehn.
Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch bestehn?
Ach! was ist alles dies, was wir für köstlich achten,

Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind;
Als eine Wiesenblum, die man nicht wiederfind't.
Noch will was ewig ist kein einig Mensch betrachten!
2 Quartetten
2 Terzetten
Sonett
- 4 Strophen
- 14 Verse

- umarmender/Schweifreim
- sechshebiger Jambus
a
b
b
a
a
b
b
a
c
c
d
e
e
d
Bruch
- Perspektive: auktorial
- semantische Felder: Mensch, Natur
Anapher
Personifikation
Akkumulation
Omnomatopoesie
Strophe 2
Was itzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden.
Was itzt so pocht und trotzt ist Morgen Asch und Bein
Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein.
Itzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.
Metapher
Strophe 3
Der hohen Taten Ruhm muß wie ein Traum vergehn.
Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch bestehn?
Ach! was ist alles dies, was wir für köstlich achten,
Akku-mulation
Metapher
Anapher
Alliteration
Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind;
Als eine Wiesenblum, die man nicht wiederfind't.
Noch will was ewig ist kein einig Mensch betrachten!
Strophe 4
Du siehst, wohin du siehst nur Eitelkeit auf Erden.
Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein:
Wo itzund Städte stehn, wird eine Wiese sein
Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden:
Chiasmus
Antithese
Wiederholung
Vergleich
Es ist alles Eitel- Andreas Gyrphius
Strophe 1
Der Schluss
"Unterwegs" von Hilde Domin
Der Aufbau
Unterwegs
Von Herberge zu Herberge
Vergessenheit.
Der eigene Name
wird etwas Fremdes.

Deine Mutter
lebt nirgendwo,
ist längst dein Kind geworden,
das du nie gebierst.

Und dass dich einer liebt,
dass man dich anders lieben kann
als im Vorübergehn,
das nimmt dich wunder.
- 3 Strophen
- 12 Verse

- kein Reimschema
- Perspektive: auktorial
- semantische Felder: Familie, Liebe und Reise
Das Gedicht
Von Herberge zu Herberge
Vergessenheit.
Der eigene Name
wird etwas Fremdes.

Deine Mutter
lebt nirgendwo,
ist längst dein Kind geworden,
das du nie gebierst.

Und dass dich einer liebt,
dass man dich anders lieben kann
als im Vorübergehn,
das nimmt dich wunder.
1959
Unterwegs- Hilde Domin
Hilde Domin
* 27. Juli 1909 in Köln
† 22.Februar 2006 in Heidelberg (96 Jahre)

- deutsche Schriftstellerin, vor allem Lyrikerin
- migrierte als Jüdin 1932 mit ihrem Mann nach Italien, 1939 Exil in der Dominikanischen Republik
- Rückkehr nach Deutschland 1954
Exilliteratur in der NS-Zeit
Motive:
- Flucht und Verfolgung
- Hoffnungslosigkeit
- Angst
NS-Zeit: 1933- 1945, viele Werke jedoch oft erst später geschrieben oder veröffentlicht
Der Schluss
Dieses Gedicht ist ein Gedicht voller Emotionen und Widersprüche. Es lässt sich problemlos mit der Interpretation auf alle möglichen Bereiche deuten.
Strophe 3
Und dass dich einer liebt,
dass man dich anders lieben kann
als im Vorübergehn,
das nimmt dich wunder.
Unwahrscheinlich
lieben ist schwer
Liebe = Hoffnung, Freude, Zuflucht
Versetzung in Verwunderung
flüchtig
unbekannt
Strophe 1
Von Herberge zu Herberge
Vergessenheit.
Der eigene Name
wird etwas Fremdes.
Ellipse
Enjambement
Pilgertour oder Flucht
"Herberge" = Exilland
steht alleine -> Erzeugt Betonung
= Verlust der Identität?
->
innerlicher Tod/ seelisches Sterben
Verzweiflung
Einsamkeit
Thematischer Bogen zu Strophe 1
Strophe 2
Deine Mutter
lebt nirgendwo,
ist längst dein Kind geworden,
das du nie gebierst.
Enjambement
Antithesen
sprache
= Tod
lebt auch nicht in der Person weiter
Hoffnung
Neubeginn
Umbruch der Atmosphäre ->
ins Bessere
Rückfall der Atmosphäre ->
Trauma
Rückschlag
Interpretationshypothese
Unterwegs
Von Herberge zu Herberge
Vergessenheit.
Der eigene Name
wird etwas Fremdes.

Deine Mutter
lebt nirgendwo,
ist längst dein Kind geworden,
das du nie gebierst.

Und dass dich einer liebt,
dass man dich anders lieben kann
als im Vorübergehn,
das nimmt dich wunder.
Worum geht es hier?

In dem Gedicht "Unterwegs" geschrieben von Hilde Domin im Jahre 1959, geht es um das Gefühl der Unendlichkeit von Zeit und Raum und die Hoffnungslosigkeit im Exil.
Der erste Eindruck
- düster
- traurig
- hoffnungslos
Enjambement
= Arroganz
Zerstörung, schneller Vorgang
Neid?
durch Zerstörung kann Natur sich die Erde wieder zurück holen
Naivität
nächste Generation
Absicht von Zerstörung
Menschenherzen
schlagartig
plötzlich
Feuertod= qualvolles Sterben
robuste Materialien
hier: selbst die Stärksten Menschen überleben nicht
erst sind Menschen glücklich
Proteste
Unruhen
Missstände
Carpe Diem/ Vanitas
Zwang
Mensch = nicht beständig
Anteilnahme/ Klageausdruck der erzählenden Person
schnelllebig
zart
vergänglich
etwas schönes

- typisches Barockgedicht mit Motiven der Vergänglichkeit
- autobiographische Aspekte
- Inspiration durch Altes Testament ("Es ist alles nichtig"
Thema/
Kernaussage:

Gryphius
Domin
Perspektive:
Stilmittel:
Atmosphäre:
-> Fazit:
Während Gedichte in der Epoche des Barocks noch
klar formulierten Regeln
folgen, haben die Gedichte der Modern diese nicht mehr. Auch das
blumige der Darstellung
ist verschwunden und das
Hauptaugenmerk
gilt dem
Inhalt
, anders bei einem Sonett, wo die
Präsentation
des Gedichtes das A und O ist. Trotz der
unterschiedlichen Motive
und auch dem
Gegensatz der Themen
(Vergänglichkeit/ Unendlichkeit) sind
Perspektive und Atmosphäre
nahe zu
identisch.

Gestaltung:
Sonett; 2 Strophen a 4 Versen + 2 Strophen a 3 Versen; Reimschema; Metrum
keine besondere Form; 3 Strophen a 4 Versen; kein Reimschema,
Gefühl der Unendlichkeit von Raum und Zeit im Exil
Nichtigkeit/ Vergänglichkeit von Menschen(, .geschaffenem) und Natur
auktorial, kein lyrisches Ich, Ansprache des Rezipienten per "Du"
auktorial, kein lyrisches Ich, Ansprache des Rezipienten per "Du"
viele verschiedene, jedoch vor allem Antithesen (Barocktypisch)
wenige, vorallem Ellipsen und Enjambements
düster, traurig, hoffnungslos, jedoch an manchen Stellen hoffnungsschimmer
düster, traurig, hoffnungslos, jedoch an manchen Stellen hoffnungsschimmer
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