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DAS MILGRAM EXPERIMENT

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by

Sev Ma

on 2 June 2016

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Transcript of DAS MILGRAM EXPERIMENT

DAS MILGRAM EXPERIMENT
Gliederung
Hintergrund
Stanley Milgram
Nach 2. Weltkrieg NS-Verbrechen erforschen
Täter-Bsp.: Eichmann, Gröning
Zusammenhänge Gehorsam & Autorität
Soda-Cracker-Experiment in 1940er Jahren

Ziel:
Sozialpsychologischer Erklärungsansatz für blinden Gehorsam in NS-Zeit
„The Germans-are-different“ (Charakterfehler?)

HINTERGRUND


„[Autoritätsgehorsam bezeichnet das]Befolgen der Anweisungen und Aufforderungen von Personen, die einen hohen sozialen Rang in der
Hierarchie besitzen, Folge zu leisten,
auch wenn sie gegen ethische
Wertvorstellungen
der Humanität
verstoßen.“

(Dorsch, Lexikon
der Psychologie)

Autoritätsgehorsam:
Was ist das?
Definition

Grundelement gesellschaftlicher Strukturen
Gemeinschaftsleben vs. isoliert lebende Menschen
Tiefverwurzelte Verhaltenstendenz

Experiment:
in Kooperation mit Yale University
New Haven, Connecticut (1961)

Idee:
Bestrafung falscher Antworten durch angebliche Elektroschocks
„leichter Schock“ bis Lebensgefahr bei 450 Volt
Konflikt zwischen eigener Moral & Forderungen einer Autorität
bis heute ethisch/versuchstechnisch umstritten

Gehorsam


Mehrheit geht nicht weiter als
150 Volt
(Bitte um Abbruch d. Schülers)
Weniger als
4%
gehorchen auch bei
300 Volt
noch dem Versuchsleiter
Nur
0,1%
würden wirklich bis
450 Volt
(Lebensgefahr) gehen

WAS glaubt IHR?
Wie weit werden die Probanden gehen?

Vorherige Einschätzungen von Psychiatern
Geschichte und Ziele
Definition & Überlick
Aufbau des Experiments
Ablauf des Experiments
Ergebnisse
Variationen
Erklärungsansätze
Folgen
Gütekriterien und methodische Kritik
Ethik
Aktualitätsbezug
Fazit
Quellen


Gütekriterien & Methodische Kritik
Laborexperiment
Forscher schaffen künstliche Situation
Unabhängige Variable = Anweisungen. Versuchsleiters & Reaktion Schüler
Abhängige Variable = Verhalten des Lehrers

Störfaktoren (Bsp. Befehle/Schreie) kontrollieren -> Standardisierung
Hohe interne Validität (inhaltliche Genauigkeit)


Kritikpunkt: Vpn glaubten nicht an wirkliche Schmerzen
Spannungen = Beweis für tatsächliche Einbeziehung in experimentellen Konflikt
Interviews/ Fragebögen: stets mind. 60% glauben an schmerzhafte Schocks

Schauspieler schrie bei hohen
Spannungswerten & sprach später mit
vergleichsweise normaler Stimme

(surreale Situation: irres Lachen)

Kritikpunkt: Keine Verallgemeinerbarkeit
Laborexperiment
= künstliche Situation; mangelnde externe Validität

Unterschiedliche Bedingungen,
ABER
:
Einzelner wird zu Instrument einer Autorität (Unfähigkeit sich zu entziehen)

Vorwurf: Legitimation durch Versuchsleiter
Gegenstand ist
NICHT
Gehorsamkeitsbereitschaft von Unterdrückten
Freiwillige Fügung in zugeteilte Rolle

Erwartungen des Versuchsleiters erfüllen (Ansehen Yale Uni)
Bewusstsein, Testteilnehmer zu sein verändert Verhalten

Dr. Hans Ueckert (Uni HH):

„Täuschen muss man die Versuchspersonen in der experimentellen Psychologie fast immer. Und dauerhafte Schädigung hat meiner Meinung nach nicht stattgefunden.“1


Dr. Anita Jain (Uni Köln):

„[Dass die Versuchspersonen über das wahre Ziel des Experiments getäuscht wurden] ist zwar ein ethisches Problem, aber manchmal geht es eben nicht anders. […] Man darf keine negative Veränderung ihrer Persönlichkeit verursachen. […] Bei den Versuchspersonen sind vermutlich schwere Schuldgefühle erzeugt worden.“1




Ethik
Ethische Richtlinien bei psychologischen Untersuchungen:

Täuschung verlangt Aufklärung
Risiken und Gefahren vorher bekannt
Verwirrung: jederzeit Abbruch möglich
Freiwilligkeit (kein Zwang zur Teilnahme)

Ethik
Aktualitätsbezug: Politik
Ablauf
Der „Lehrer“ konnte jeder Zeit das Experiment abbrechen/beenden

„Anspornende“ Bemerkungen

„Bitte, fahren Sie fort!“
„Bitte machen Sie weiter!“


„Auch wenn die Elektroschocks schmerzhaft sind, das Gewebe wird keine dauerhaften Schäden davontragen, also machen Sie bitte weiter!“

„Ob es dem Schüler gefällt oder nicht, Sie müssen weitermachen, bis er alle Wörterpaare korrekt gelernt hat. Also machen Sie bitte weiter!“

Ergebnisse
Von
40
Versuchspersonen gingen
26
bis zur maximalen Spannung von
450
Volt.
Nur
14
brachen vorher das Experiment ab

Aufbau des Experiments



Lernaufgabe
: Assoziationspaare lernen
Versuchsperson (Lehrer) las dem Schüler eine Reihe von Wortpaaren vor, wiederholte dann den ersten Begriff mit vier anderen Begriffen
Aufgabe
: Welches der vier neuen Wörter ist mit dem alten gepaart?
Antwort Übermittlung durch Drücken von Schaltknöpfen
Bei einem Fehler -> Stromschlag
Beispielaufgabe:

Blau
Schachtel
Schön Tag
Wild Vogel

Blau: Himmel Tinte
Schachtel
Lampe

Versuchsinventar
Elektrischer
Stuhl aussehender Apparat für Schüler mit Fesseln zur Verhinderung von heftigen Bewegungen
Elektroden
am Handgelenk des Schülers
Elektrodensalbe
zur Vermeidung von Brandblasen


Schockgenerator
Frage
: Warum gab es das Ergebnis, dass Menschen eine sehr hohe Gehorsamsbereitschaft aufzeigten und Menschen dadurch gefühllos und hart handelten?


1. Hierarchie
Vorteile hierarchisch aufgebauter sozialer Organisationen  bieten Stabilisation und Harmonie in einer Gruppe
Durch die Akzeptanz der deutlichen Statusbestimmung/ Rangordnung wird die „Überlebensfähigkeit“ gefördert und Konflikte und interne Gewalttätigkeit vermindert
Menschen gehorchen durch angeborene Instinkte

2. Normativer sozialer Einfluss
Wunsch der Testpersonen das Experiment zu beenden, um Erwartungen zu erfüllen

3. Vorbedingungen für Gehorsamsbereitschaft
Kinder wachsen in Autoritätsstrukturen auf (Eltern, Lehrer, Chef) und werden bei Gehorsam belohnt (Süßigkeiten, gute Noten, Aufstieg)
Menschen gehen in vordefinierte Situationen und fügen sich ihrer Rolle

Menschen stehen Autoritäten Macht freiwillig zu

Erklärungsansätze
Folgen
Direkte Reaktion der einzelnen Teilnehmer auf Ergebnis:
Erschrocken über eigenes Verhalten
Dankbar, da ihnen die Augen geöffnet wurden
Konsequenz ziehen, dass Versuchspersonen in Zukunft Autoritäten hinterfragen

Laut Milgram keine schädlichen Auswirkungen auf die Psyche der Versuchspersonen (Befragung nach einem Jahr)
83%
Prozent der Teilnehmer gaben an, im Nachhinein froh zu sein, an dem Experiment teilgenommen zu haben

Negative Folgen
Gefühl der Täuschung (Schauspiel)
Hoher innerer Druck
Langzeitstudien: Nervenzusammenbrüchen und posttraumatischen Belastungsstörungen
Schuldgefühle durch Annahme von Rolle des Täters

Kritikpunkt: Versuchspersonen sind nicht repräsentativ
Voruntersuchungen mit Yale-Studenten (ca. 60% gehorsam)
Vorwurf
: Rivalitäten untereinander

Folgende Versuchsreihen
Verschiedene soziale Schichten z.B. Akademiker bis Arbeitslose / relativ homogene Gruppe aus Männern (20-50 J.), gleiche Region (New Haven)

Vorauswahl durch Rekrutierungsmethoden?
Vielfältige Motive:
Neugierde, Geld, Interesse für Gedächnisforschung usw.
Angeblich Experimente zu Zusammenhang zw. Lernerfolg & Bestrafung
Freiwillige oft sogar weniger autoritätsbewusst (Rosenthal & Rosnow )

Reproduzierbarkeit
Wiederholungen in anderen Ländern/u.a. Bedingungen: ähnliche Ergebnisse


„Sie müssen unbedingt weitermachen!“


Aufgabe des Lehrers
Anzeige der Lokalzeitung in New Haven

Forschungsgegenstand:
Memory and learning
Gage:
vier US-Dollar plus 50 Cent Fahrtkosten für das bloße Erscheinen
Ort:
Labor der Yale Universität unter der Leitung von Prof. Stanley Milgram

Gesucht
sind durchschnittliche Berufe: Factory workers, City employees, Clerks, Salespeople
Alter
zwischen 20-50 Jahren

Aufbau des Experiments
Schauspiel- Inszenierung
(uneingeweihte Versuchsperson)
mit
drei Rollen
unter dem Vorwand den Zusammenhang von Bestrafung und Lernerfolg zu untersuchen


30 Kippschalter
(mit Voltbezeichnung von 15V- 450V)
Je vier Kippschalter trugen die Bezeichnung :

Leichter
Schock“, „
Mäßiger
Schock“, „
Mittlerer
Schock“, „
Schwerer
Schock“, „
Sehr schwerer
Schock“, „Gefahr:
Bedrohlicher
Schock“
Letzten zwei Schalter: Markierung
XXX
rote
Kontrolllampe bei Betätigung, elektrisches Summen hörbar





Nähe zwischen „Lehrer“ und „Schüler“
Lehrer konnte Schüler weder sehen noch hören
nahm nur einen Schlag an die Wand bei dem Erreichen der 300-Volt-Grenze wahr ->
„Fernraum“
Lehrer hörte die Reaktionen des „Schülers“ über einen Lautsprecher ->
„akustische Rückmeldung“
Lehrer und Schüler befanden sich in einem geschlossenen Raum ->
„Raumnähe“
Lehrer hatte direkten Kontakt zum Schüler ->
„Berührungsnähe“
Lehrer (geschützt durch Handschuh), drückt die Hand des Schülers auf eine Metallplatte, die vermeintlich elektrisch geladen



Variationen des Experiments: Nähe


zwei Versuchsleiter -> Uneinigkeit über die Fortsetzung des Experimentes:
das Experiment in allen Fällen von der Versuchsperson abgebrochen

zwei Versuchsleiter:
1. Rolle des Versuchsleiters
2. Rolle des „Schüler“
65 %
bis zum Maximum

„Zweiter Lehrer“ statt des Versuchsleiters drängt auf die Fortsetzung des Experimentes, während der Versuchsleiter neutral bleibt:

25

%
bis zum Maximum

Zwei weitere vermeintliche „Lehrer“ nehmen am Experiment teil und setzten dem Versuchsleiter Widerstand entgegen:

10 %
bis zum Maximum

Befürworteten die zwei „Lehrer“ die Fortführung des Experimentes:
90 %
bis zum Maximum


Autorität des Versuchsleiters

direkt im Raum
nur über Telefon erreichbar
abwesend (Instruktionen erfolgten über ein Tonbandgerät)
Abwesenheit des Versuchsleiters:
Gehorsamsrate dreimal niedriger als in der Versuchsanordnung mit seiner Anwesenheit
Frauen teilen die Elektroschocks: kein signifikanter Unterschied

70 %
der Probanden gingen bis zur Maximalstärke, bei Männern
83 %

Andere Kulturen:
in unterschiedlichen Varianten in anderen Ländern wiederholt
kulturübergreifende
Gültigkeit der Ergebnisse
Instruktionen zur Verabreichung des Schocks
Befehl bei falscher Antwort des Schülers einen Stromschlag zu verabreichen
Bei jeder falschen Antwort um 15V Stromschlag
steigern

Vor Verabreichung des Stromschlags die Volt Höhe
ankündigen


Aufbau des Experiments
Versuchsaufbau
Differenzierung nach Geschlecht und Kultur
Präsenz des Versuchsleiters
QUELLEN
?
1 Vgl. https://www.planet-schule.de/wissenspool/psychologie/inhalt/hintergrund/das-psychologische-experiment.html vom 13.5.16
mhttp://static.twoday.net/EugeneFaust/images/schockgenerator-Skala.jpg
https://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment#/media/File:Milgram_Experiment.png
http://www.milgram-experiment.com/ 13.05.16
https://www.planet-schule.de/wissenspool/psychologie/inhalt/hintergrund/das-psychologische-experiment.html 13.5.16
http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at:4711/LEHRTEXTE/Milgram.html vom 26.4.16

https://www.bing.com/images/search?q=+mensch+%C3%BCberrascht+smiley&view=detailv2&&id=F8C31A961B7EAB7628D39929AAD667D4D51F4692&selectedIndex=55&ccid=Kg4FXRF6&simid=608035540401524386&thid=OIP.M2a0e055d117a4bc5fc748f8e9f2693a1o0&ajaxhist=0
https://i.ytimg.com/vi/yr5cjyokVUs/hqdefault.jpg
http://www.milgram-experiment.com/ablauf.shtml
http://www.stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/experimentbspmilgram.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment#Ablauf
http://www.milgram-experiment.com/ergebnisse.shtml
http://static.twoday.net/EugeneFaust/images/schockgenerator-Skala.jpg
https://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment#/media/File:Milgram_Experiment.png
http://www.milgram-experiment.com/ 13.05.16
https://www.planet-schule.de/wissenspool/psychologie/inhalt/hintergrund/das-psychologische-experiment.html vom 13.5.16
http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at:4711/LEHRTEXTE/Milgram.html vom 26.4.16
https://portal.hogrefe.com/dorsch/autoritaetsgehorsam/



FAZIT
„Das Experiment erfordert,
dass Sie weitermachen!“
„Sie haben keine Wahl, Sie müssen weitermachen!“
Full transcript