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Räuberhände - Die Reise nach Istanbul

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Ufuk Cetinkaya

on 21 January 2014

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Transcript of Räuberhände - Die Reise nach Istanbul

Die Reise nach Istanbul
Die Hoffnungen von Janik und Samuel
Ereignisse und Orte
Wie die Reise Janik und Samuel verändert hat
Shipi, Ufuk & Nesim
Samuel
Janik
-
Identität und Heimat

"Was er aber ernst meint: er ist empfindlich bei dem Thema, bei dem großen Thema Heimat und Identität, da darf man keine Witze machen" - S.7
"Stambul, weil Samuel sich für einen Türken hält, seit er von seiner Mutter gehört hat, sein Vater sei angeblich Türke. Seitdem ist Samuel mindestens ein halber Türke, von einem Tag auf den anderen. Mich wundert, dass er es nicht selbst etwas albern findet. Samuel zelebriert diese Türkennummer ganz schön, ich kann darüber lachen" -S.6-7
-
Suche nach seinem Vater

Samuel möchte die türkisch Kultur
und Sprache lernen
"Samuel singt, die Augen geschlossen: "Haberin yok ölüyorum." Als würde er verstehen, was er da singt. Seit ein paar Monate schon lern er Türkisch und hört nur noch türkische Musik, türkisches Radio, was albern ist, er versteht ja kaum etwas. Wenn wir Döner essen, bestellt er auf Türkisch. Er singt und tanzt, wie er denkt, dass man als Türke oder halber tanzt und singt." S. 8
-
Möchte seinem geordnetem Leben entkommen
-
Schuldgefühle
-
Neuanfang
„In ungefähr dreißig Minuten geht unser Flieger nach Istanbul, die Stadt Istanbul. Türkei. In gut dreißig Minuten hört etwas auf und fängt etwas anderes an…Es ist gut, dass wir fliegen und neu starten, vielleicht sogar notwenig“ S. 14
-
Selbstständigkeit

"Fliegen wir also nach Istanbul, eröffnen wir ein Cafe, einen Imbiss oder verkaufen Maiskolben am Bosporus. " S. 14
Möchte die Freundschaft retten
Will Buße tun
Flughafen Istanbul-Atatürk
Ankunft in Istanbul
Kumkapi
Ankunft im Hostel
Galatabrücke
Samuel rennt euphorisch über Brücke
„Achtung, fertig, los!“ Seine Augen funkeln, seine Füße landen, er fetzt vorbei an den hunderten von Anglern auf der Galatabrücke…Samuel ist wendig, schnell und grazil. Er weicht den Anglern, Passanten und Ruten aus, als ginge es darum, einen Parcours hinter sich zu bringen, er dreht den Kopf, sieht mich hinter sich und schreit irgendwas..Samuel rennt und rennt und plötzlich bleibt er stehen, kurz hinter der Mitte der Brücke. Samuel zieht sein T-Shirt hoch und über den Kopf, wie ein Fußballer beim Torjubel, steht und glänzt und streckt die Arme in die Luft. S.27
Beyoglu
Der hippe Stadtteil Istanbuls
Millet Caddesi
In einem Ghetto-Viertel
Sultan-Ahmed-Moschee
Beeindruckt von historischen Gebäuden
Kücükpazar
Sitzen in einem Imbiss, sie sind schon seit zwei Wochen in Istanbul
Beşiktaş-Stadion
Janik ist gefrustet und hat Zweifel
Karaköy
Samuel rast durch die Stadt, Janik fühlt sich als Klotz an seinem Bein
„Von außen ist das Hostel kaum als solches zu erkennen. Ein bröckelndes Gemäuer, klein und zwischen zwei etwas besser erhaltenen Holzbauten geduckt, macht nur eine sehr alte Leuchtreklame auf das Hostel aufmerksam: Seasight Hostel, was gelogen ist…das Zimmer ist karg und eng und dunkel. Vollkommen egal, wir brauchen nur einen Ort, wo wir die Sachen lassen können und uns in der Nacht.“ S. 16
"Er lacht, ich bremse meine Schritte, komme neben ihm zum Stehen, ich reibe seinen Bauch, fühle den Wind auf der Haut. Mein Körper pumpt Schweiß aus den Poren. Das Glück ist so einfach. Wir stehen, mit Puls im Ohr, ich weiß, Istanbul war das Beste, was uns passieren konnte. Wir gehören hierher, wir schwimmen obenauf. Die Angler, die Passanten, die Autofahrer gucken, einige lächeln. Ich denke: Ihr könntet auch den Kopf schütteln. Das hier ist unser, das alles ist unser, das nimmt und keiner und es kribbelt in meinem Bauch." S.27
"Ich fühle, dass alles gut ist und noch besser wird, ich drehe mich, meine Arme fallen aus der Luft hinab um Samuel, ich drücke ihn an mich, fühle seine feuchte kühle Haut und die dahinter liegende Wärme, er atmet noch immer schnell. Meine Augen sind geschlossen, ich drücke die Seite meiner Stirn gegen seine Schläfe, krümme meinen Körper leicht, wie man seinen Körper in die Bettdecke wickelt. Und Samuel dreht sich in einer sehr exakten Bewegung aus mir heraus. Eine winzige Windung, seine Hände stoßen meine Hüfte von sich. Er sieht mich an, mit Unverständnis." S.28
"Samuel hätte lachen können, seinen Arm um meinen Hals legen und mich weiter ziehen, aber er hat mich von sich gedrückt, sich umgesehen, wie als wollte er mit dem, was ich aus dieser Situation gemacht haben, nichts zu tun haben. Wir laufen zum anderen Ende der Brücke. Das ist die neue Sensibilität. Ich beobachte, analysiere, ich bewerte, wir sind so empfindlich miteinander, als hätten wir uns aneinander wund gerieben. Ich räuspere mich, als wollte ich etwas sagen. Samuel sieht mich an, aber nur halb, er geht vor." S.28
"Am Ende der Brücke steht ein kleiner, alter Mann und verkauft von seinem winzigen Wagen Filterzigarette, Blättchen und drei verschiedene Sorten losen Tabak aus kleinen Säcken. Samuel spricht den Mann an, lässt ich, wie ich vermute, die verschiedenen Sorten erklären, sein Türkisch ist erstaunlich gut, finde ich, jedenfalls kann er Gespräche führen. Das hätte ich ihm und diesem kleinen abgegriffenen Büchlein, aus dem er gelernt hat, nicht zugetraut. Ich verstehe nicht, was sie reden, aber die viele schnellen Gesten verdichten sich zu einer Art Pantomime. " S.28 - 29
" „Oder hier“, sage ich.
„Ja…“, sagt Samuel, „obwohl.“
„Ist doch super.“
„Ja, klar, aber irgendwie so hip.“
„Ja und?“
„Na, nicht so ursprünglich. Ich mag das Schicke nicht so.“
„Ja, aber auf jeden Fall auch eher unsere Welt.“
„Deine vielleicht.“
Ich muss ihn angucken. Er meint es tatsächlich ernst. Kaum zu glauben. " S. 41
"Beyoglu, hier, so scheint es uns, treibt es am stärksten, hier ist am meisten los, hier tummeln sich die Hippen, die Coolen, die Schönen und die in ihrem Schlepptau. Wir laufen von Tünel hoch nach Taksim, durch ein französisch anmutendes Viertel, Cafes, Bäckereien, viel westliche Mode, Musikläden." S.40
"Sein Blick geht an mir vorbei, er hat irgendetwas entdeckt, sein Gang stockt, ich sehe mich um, kann aber nichts erkennen, keine schöne Frau, kein leer stehendes Gebäude, nichts Interessantes, nur zwei Modegeschäfte und einen runtergekommenen Schuhputzer zwischen den Schaufenstern…Wie nebenbei wechselt er die Seite, geht auf den Schuhputzer zu, zieht aus seiner Tasche die Plastikkamera hervor und schießt im Gehen und aus der Hüfte ein Foto von dem alten Typen, der müde und mürrisch an der Wand lehnt. Seine Sachen alt und ungewaschen, Schnurrbart, eingefallene Mundpartie, müde Augen, bestenfalls kauzig. Dann dreht Samuel ab, als wäre nichts gewesen, läuft einfach weiter, seine Hand lässt die Kamera verschwinden, die ganze Aktion ist ihm keinen Kommentar wert“ S.41-42
"Gestern Nacht, als wir durch die Straßen liefen, war es dunkel und fremd, fremder oder vielleicht auch nur später als in den vorangegangenen Tagen und vor allem: den Nächten. Ich konnte die Situation nicht einschätzen, wusste nicht, in was für einer Gegend wir waren. Ich fühlte mich unwohl." S. 44
"Gestern Nacht sind wir durch die düsteren Straßen gezogen, nur ein paar Querstraßen von der Millet Caddesi in Richtung Meer. Das ist das Verwunderliche an Istanbul: man biegt um zwei Ecken und ist in einer anderen Welt. Eben noch auf einem Boulevard, ist man plötzlich in einem Ghetto, einem einem von Geschäftshäusern gesäumten Park, auf einem Basar. " S. 44
„..ich war, wie man ist, wenn man fremd ist, vorsichtiger, aufmerksamer, ängstlicher. Ich hatte nicht den Überblick, kannte die Regeln nicht, konnte mich nicht verständigen. Ohne Sprache ist man ein Idiot." S. 44
„Ich bin sicher, er merkt alles. Er kann es nur nicht zugeben. Der Türke unter Türken. wovor, bitteschön, sollte er Angst haben.“ S. 44
„Ich stehe an der Seite, sehe dem Treiben zu, dem Tanzen, Schütteln, den Musikern und Samuel mittendrin. Er ist so unbedingt dabei, so unbedingt Teil, so mit aller Kraft in dieser Welt, obwohl er doch auch keinen Hauch mehr Ahnung hat als ich." S. 45
"Plötzlich bleibt Samuel stehen, dreht sich um, zeigt auf die andere Straßenseite, sagt: „Tanzen“. Und verschwindet, ohne zu sehen, was ich tue, in einem übervollen, kleinen, neonlichtweißen Raum. Hier hat er seinen komischen Schütteltanz gelernt, den er jetzt und hier zum Frühstück hinter dem Palast mit mir aufführt. " S. 44
„Ich bin sauer auf Samuel, eingeschnappt irgendwie und finde es selbst etwas lächerlich. Aber es gefällt mir nicht, wie er sich gibt, dass er tut, als hätte er Istanbul, die Türkei, diese Kultur gebraucht, damit er endlich zur Entfaltung kommt, was ist das für ein lächerlicher Schwachsinn, denke ich…Am meisten ärgert mich vielleicht, dass er es schafft, dass alles hier ihm Recht gibt. Ich weiß es besser, ich kenne ihn seit Jahren, Samuel ist nicht der, für den er sich jetzt hält, nur weil er einmal tanzt, nur weil er schneller als ich in Kontakt kommt mit den Menschen hier. Das alles heißt gar nichts. " S. 46
„Die Straßen werden dunkler, immer weniger beleuchtet, plötzlich sind wir in einer Art Sachgasse…Unter einer Außentreppe lungern ein paar Gestalten. Sie stehen im Kreis…Als sie uns sehen, rufen sie nach uns. Ich sage: „Lass und abhauen, Samo.“ Samuel schnauft verächtlich. „Hey!“, ruft er und geht auf die Gestalten zu…Er redet mit den Typen. Ich nähere mich langsam, obwohl ich nichts als weg will…Ich verstehe nicht, um was es geht, aber offenbar kommt Samuel mit seien Touristensätzen auch nicht wirklich weit…Plötzlich verändert sich der Ton, der von Beginn an nicht freundlich war, sondern verächtlich und überlegen. Jetzt ist er bedrohlich. Sie bilden einen Halbkreis um uns, sind sieben oder acht…Wir fetzen los, auf Kommando, die Straße zurück. Zurück in die beleuchteten Ecken…Wenn ich ehrlich bin, freut mich seine Niederlage. Hätte er auch mit diesen Kerlen händklatschend, lachend dagestanden, ich wäre mir so dumm vorgekommen mit meinem Misstrauen, meiner Ängstlichkeit“ S.47
„Wir stehen zwischen den Moscheen. diesige Bauten, von denen man nicht glauben will, dass sie, so viele hunderte Jahre alt, ohne Kräne und Maschinen gebaut worden sind.“ S. 51
„Ein gutgenährter Türke Ende fünfzig. Er lächelt, ihm fehlen die meisten Schneidezähne, vielleicht deshalb der zu lange Schnurrbart…“Ich auch Deutschland. Achtzehn Jahre Frankfurtmain, Wiesbaden, München auch.“ S. 52
„Müsst ihr sehen Istanbul“, sagt er. „Ich bin Feierabend jetzt. Zeige euch Grab von Bruderwillhelmzei. Deutscher Kaiser.“ Ich schaue Samuel an. Da lacht der Mann, sagt: „Keine Angst, ich will keine Teppisch verkaufen.“ S. 52
„Kaiserwillhelmzweibruder“, sagt er. „Geschenk für Gastfreundschaft, könnt ihr lesen im Schild“. Wir lesen, obwohl es uns ehrlich egal ist. Währenddessen erzählt er von der Freundschaft der Völker, vom Hippodrom, in dem wir stehen, von den dreißig Jahren, die Istanbul inzwischen seine Stadt ist und dass er alles hier kennt.“ S. 53
„Er redet von der unterirdischen Stadt, den Griechen, den Römern, der Befreiung Istanbuls, den Kurden. Wir antworten nicht, er lässt auch keine Pausen, wir laufen nur stumm neben ihm her, versuchen Schritt zu halten“ S. 53
„Samuel fragt Yassin nach seinem Teppischhandel, den Kosten für die Ladenmiete, Gehälter, Genehmigung. Clever, denke ich. Man kommt gar nicht so einfach an solche Informationen, wenn man nur durch die Stadt läuft, aber Samuel ist schnell im Kopf und weiß, was er will.“ S. 55
„So“, sagt Yassin, „jetzt ich werde zu Familie gehen.“ Wir nicken, pressen die Lippen voller Dankbarkeit aufeinander.
„War schön“, sage ich, Samuel nickt.
„Wenn war schön, ihr könnt mir Spende machen.“
„Oh“, sage ich, „wir haben gar kein Geld dabei“, und sehe zu Samuel. Er nestelt in seiner Hosentasche, kramt ein paar kleine Münzen hervor, drei, vier Lira. „Das ist alles, was wir haben“, sagt er und hält es Yassin hin.
„Warum?“
„Wie warum?“
„Warum nur kleines Geld?“
„Wir haben nie viel Geld dabei, damit wir nicht so viel ausgeben“, sage ich, „außerdem Taschendiebe…wir haben einfach nicht so viel Geld.“
„Ah“, Yassin schnalzt mit der Zunge, „wo wohnt ihr?“
„Kleines Hostel, Kumkapi, warum?“
„Ah, kein Geld was? Ihr betrügt mich!“
„Was? Betrügen?“
„Laufe ich euch durch ganze Stadt, zeige ich Moschee und alles und jetzt habt ihr drei Lira für einen alten Mann?“
„Wir dachten, wir machen nen Spaziergang, wir dachten, Sie machen das, weil es Ihnen Spaß macht“, sagt Samuel.
„Bin ich Freund der Deutschen, zeige ich euch Stadt und ihr betrügt mich…Wenn ich Russen durch Stadt führe, ich kriege fünfhundert, tausend Euro“
„Ja, dann mach das doch, was erwartest du denn bitte von uns?“
„Wovon soll ich leben?“
„Ja, nicht von uns“, sage ich und merke, wie aufgebracht ich bin.“
„Pech für mich, Pech“ sagt Yassin…Später sitzen Samuel und ich auf einem großen Stein an der Bucht…“Komische Nummer“, sage ich.
„Mh.“
„Ich weiß nicht, mir gefällt diese Art nicht.“ S. 56-57
Samuel sieht sich als einen Türken
Beide
Samuel ist aufgeregt, ungeduldig und nicht ansprechbar
„Gut, Alter, haste echt gut gemacht. Perfekt, gefällt mir“, sagt er.
„Ja, ist’n Zimmer, ne.“
„Ja, aber gut. Nicht übertrieben, gute Lage, günstig. Fühl mich gleich wohl hier.“
Ich lächle und glaube, dass ihm alles Recht wäre, Hauptsache Istanbul. Ich setze mich zu ihm und freue mich.
„Mann, Mann“, sagt Samuel, „gut. Gute Sache, hier zu sein.“ S. 17
Das Hostel ist heruntergekommen
Samuel lobt Janik für Auswahl dieses Hostels
Verschiedene Vorstellungen vom Ort, an dem ein Geschäft eröffnet werden könnte
Samuel macht erstes Foto von einem türkischem Mann
Janik fühlt sich im nächtlichem Istanbul nicht wohl
Janik fühlt sich fremd
Samuel ist unbekümmert
Janik findet Samuels Verhalten unecht
Bedrohlche Situation in einer Sackgasse, beide flüchten; Janik freut sich über Samuels Niederlage
Begegnung mit Yassin
Tour durch Istanbul, Yassin erählt von sich, der Stadt und den Menschen in Istanbul
Samuel stellt praktische Fragen zu Mieten, Genehmigungen etc.
Enttäuschung über Yassins Forderung nach Geld
Janik ist glücklich, er schöpft Hoffnung für die Freundschaft
Erste homoerotische Andeutung von Janik, Samuel zeigt Unverständnis
Samuel unterhält sich auf türkisch mit einem Tabakverkäufer, Janik ist beeindruckt
Samuels Vater soll ein Türke names Osman sein
„Merhaba!“ Samuel lächelt freundlich. Der Mann in Uniform, der die Pässe kontrolliert, nickt nur einmal kurz zurück. Ich habe das Gefühl, Samuel möchte jeden Einzelnen hier umarmen und begrüßen. Er ist einen halbe Schritt schneller als ich.“ S. 16
"Was gestern, was vorgestern war - verflogen, vergessen und weg. Hier geht es, hier klappt es: wir. Ich wusste es. Wie sollte auch irgendetwas uns wirklich stören können. Istanbul wird die letzten Zweifel verwischen, Istanbul wird uns heilen“ S. 21
„Was Irene ihm einmal erzählt haben muss: Dass dieser Mann, der sein Vater sein soll, Türke ist“ S. 31
„Ohne es zu sagen, suchen wir seinen Vater, jedenfalls tun wir so. Wir suchen in Istanbul, wir suchen einen Mann, von dem wir nur wissen, dass er Osman heißt, wir suchen, ohne auch nur zu ahnen, wie er aussehen könnte. Aber es geht nicht um Logik…Machen wir eben Fotos von solchen, die Samuel sich als Vater vorstellen kann, wir brauchen nicht mal darüber zu reden.“ S. 88
Telefonat mit Janiks Mutter
Janik gratuliert seiner Mutter zum Geburtstag
„Irene war hier.“
„Was?“
„Irene war hier, bei uns.“
Ich stocke. Ich schlucke. Ich sage kein Wort, es pocht in mir, kurz und heftig. Es zieht sich ein Loch durch mich.
„Irene, weißt du, Samuels Mutter.“
„Ja! Ich weiß, wer Rene ist.“ S. 77
Janik's Mutter erzählt, dass Irene bei ihnen war
Janik ist nervös und hat Angst
Irene macht eine Therapie und hat mit dem Trinken aufgehört
„Was hat die erzählt?“
„Dass sie eine Therapie macht und nicht mehr trinkt, das hat sie erzählt.“
„Was?“
„Ja, und dass es ihr gut geht, sehr gut sogar und dass sie es ernst meint und mal ehrlich: Sie hat sehr klar gewirkt, sehr…aufgeräumt, klug. Ja, klug, kann man sagen.“ S. 77
„Ich stocke. Ich schlucke. Ich sage kein Wort, es pocht in mir, kurz und heftig. Es zieht sich ein Loch durch mich…Mir zieht sich alles zusammen. Etwas öst sich in meinem Nacken, läuft durch meinen ganzen Leib, ein Schauer, ein Ekel, eine Angst…Woher diese Angst? Sie könnte es erzählt haben.“ S.77-78
Janik weiß nicht, wie er Samuel davon erzählen soll
„…ich überlege, wie und wann ich ihm davon erzähle…Ich kann nicht einschätzen, was es mit ihm anstellt, diese Nachricht. Eine gute Nachricht, eine sehr gute Nachricht, natürlich, aber was hat sie hier und jetzt zu suchen, bei uns, in Istanbul. Ich denke, sie wird doch nur erschweren, was uns hier gelingen soll. Dass man das Zuhause nur so mühsam abschütteln kann, dass es sich einem immer und immer wieder so hartnäckig aufdrängt und bis in den letzten Winkel der Welt nachfolgt, denke ich und werde wütend.“ S.80
Janik erzählt vom Telefonat, Samuel ist unbeeindruckt
„Samuel löffelt weiter Suppe und guckt tief in seine kleine Schale. Dann zuckt er die Schultern und lächelt mich an: „Na, läuft doch alles“
„Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, wie wir das alles überhaupt rausfinden sollen.“
Ich habe schlechte Laune, bin müde vom ganzen Rumlaufen. Mein Kopf tut weh. S. 90

Samuel versteht seine Zweifel nicht
„Wir sind einfach zwei kleine deutsche Jungs und das hier ist Istanbul und Istanbul ist nunmal einfach voll von ausgefuchsten Arschlöchern.“
„Was sind’n das jetzt für bekackte Sprüche, die du hier ablässt?“ S. 91
Samuel schlägt vor, Janiks Eltern nach Geld zu bitten
„Was’n los mit dir? Arbeiten, Kredit, wenn man das will, dann geht das schon. Zur Not deine Eltern.“
„Meine Eltern?“
„Ja.“
„Nee.“
„Warum?“
„Weil ich das nicht will. Ich will doch nicht Geld von meinen Eltern. Das ist doch voll der Quatsch. Hauen wir extra weit ab, um den ganzen Scheiß hinter uns zu lassen, um unabhängig zu sein und dann bauen wir uns was auf mit deren Geld? Blödsinn!“
„Du gehst mir auf den Sack, weißt du das?“
„Ja, du mir auch.“
„Versteh ich nicht: Die haben doch eh die Kohle.“
S. 91-92
„ Seit über zwei Wochen hetzen wir durch Istanbul. Wir machen keinen Urlaub. Vor uns eine Überführung, er nimmt zwei, drei Stufen in einem Satz, ich muss mich ranhalten, um folgen zu können… Seit zwei Tagen tut er so, als könne man Istanbul nur im Laufschritt nehmen. Er hat gar kein Ziel, er hat keinen Sinn, er läuft nur, läuft, es ist Selbstzweck, es ist, um mir eine Lehre zu erteilen, um mir irgendetwas zu beweisen.“ S. 95-96
Sie schauen sich nach einem geeigneten Laden um
Janik fragt Samuel nach seinen Schmerzen, er antwortet genervt
Samuels Krankheit
Samuel ist umgekippt
"Samuel liegt halb auf der Straße, halb auf dem Gehweg. Er ist plötzlich in sich zusammengesackt. Er wollte einfach nicht aufhören zu laufen." S. 120-121
Ein Mann hilft Janik dabei, Samuel in ein Taxi zu tragen
Wie erbärmlich, dass ich mich jetzt nach meinen Eltern sehne, die über allem stehen wrden, die es gar nicht erst so weit hätten kommen lassen, die wüssten, was zu tun wäre, die auch ohne Türkisch sprechen zu können, die Lage im Griff hätten“ S. 122
Janik ist mit der Situation überfordert
Janik zieht mit Samuel in ein Zweierzimmer.
Samuel redet wirres Zeug
"Es kratzt am Knochen. Es ist so trocken, mein Arm tut weh, es ist so weich und so hart und man denkt, es wäre so weich und es ist so hart" S. 128
„Laufe, hocke, schlafe nur, wiederhole die täglichen Gänge, die Besorgungen, das Waschen von Samuels Körper, das Pressen der Orangen, ich summe ihm Melodien vor, damit wir beide einen Klang im Raum haben, krümele mit gedehnter Ruhe Salzstangen und getrocknetes Brot in seinen Mund, tröpfele Wasser auf seine harte Zunge.“ S. 133
„Ich war immer der Zögerliche gewesen, er hat ja immer schon, seit zwei Jahren bestimmt, von Istanbul gefaselt und dass wir nach dem Abitur gleich rüber sollten und dort gucken, suchen neu anfangen. Jaja, war immer meine Antwort gewesen, jaja und ein etwas verächtliches Lächeln. Was sollten wir da drüben, ich fand, es war einer seiner typischen kitschigen Einfälle. Sein Identitätsquatsch. Aber jetzt geht es um uns.“ S. 153
Janik kümmert sich die darauffolgenden Tage um Samuel
Samuel wird nach 2 Wochen wieder gesund, er kann sich an kaum etwas erinnern. Es kommt zum Streit, Samuel zeigt keine Dankbarkeit sondern kritisiert Janik
„Du hast echt nicht mal einen verdammten Termin in einer Wohnung abgemacht? Hast du dir gar nichts angeguckt? Du bist ja echt ein so unglaublich fauler Mensch, kann ich gar nicht fassen“ S. 170
„Weißt du was? Du kannst mich mal! Wer hat dich denn die ganze Zeit gepflegt, wer hat sich um dich gekümmert, als es dir so beschissen ging?“
„Soll ich jetzt danke, danke sagen, oder was? Hast dich ja toll gekümmert: nicht mal zu nem Arzt haste mich gebracht.“
„Weil du nicht wolltest, du Arschloch. Ich hätte dich doch hingebracht.“
„jetzt haben wir zwei Wochen verloren, weil du nur rumgesessen hast. Hättest ja wenigstens mal ein paar Preise erfragen können“ S. 170

Irenes Tod
Samuel will, dass Janik seine Eltern um Geld bittet
„Ich brauch noch zweitausend Euro oder so“, Samuels Stimme ist fest, als hätte er einen Plan und alles bereits durchgerechnet.
„Mehr brauch ich gar nicht. Zweitausend Euro, damit komme ich entweder durch oder ich komme auch zurück. Aber ich kann hier jetzt noch nicht weg. Mir fehlen die zwei Wochen, mir fehlt alles, ich hab hier noch was vor. So kann ich hier nicht weg.“
„Aber wo sollen wir zweitausend Euro hernehmen?“
„Frag deine Eltern“, sagt Samuel und guckt mich an. S. 190
Samuel kauft eine Telefonkarte, Janik ruft seine Mutter an
Janiks Mutter erzählt weinend, dass Irene gestorben ist
Samuel tut so, als würde es ihm nichts ausmachen. Sie gehen am Abend ins Kino.
„Samuel hat nicht geweint, wir haben nicht weiter darüber gesprochen. Er hat nur die Schultern gezuckt, so als sei es nicht anders zu erwarten gewesen. Der mit den Räuberhänden weint nicht.“ S.202
Janik fliegt zurück nach Deutschland, Samuel bleibt
-Janik wünscht sich nach der Reise sein altes Leben zurück

-Die Freundschaft geht endgültig kaputt
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