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Hafen und Abenteuer: Wellengang_Seminar

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Stefan Deuß

on 9 January 2013

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Transcript of Hafen und Abenteuer: Wellengang_Seminar

Wellengang: Rausch- und Risikobalance,
im Dialog mit Jugendlichen?! Erzähle mir und ich vergesse.
Zeige mir und ich erinnere mich.
Lass es mich tun und ich verstehe.
Chinesischer Philosoph Konfuzius (553- 473 v. Chr.) Moin Moin Natur- und Risikopädagogische
Begleitung To be old and wise, you must first have to be young and stupid Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.
(Sokrates, gr. Philosoph, 470-399 v. Chr.) Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos.
Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern.
Das Ende der Welt ist nahe.
(Keilschrift aus Ur, Chaldäa, um 2000 vor Christus) Jugend benennt die unbestimmte Bezeichnung für eine Lebensphase,
die das Ende der Kindheit markiert und eine Phase des Übergangs zum Erwachsensein bildet - heißt also:
nicht mehr Kind und eben auch noch nicht erwachsen zu sein. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass Jugendliche eine Dialoggruppe darstellen, welche auf biopsychosozialer Ebene tiefgreifende Übergangsaufgaben zu leisten haben. Dies geschieht jeweils im Wechselspiel mit der inneren und äußeren Realität des jugendlichen Menschen. Schaffen es Jugendliche die mannigfaltigen Entwicklungsaufgaben zu bewältigen, kann der Sozialisationsprozess als „gelungen“ betrachtet werden (vgl. Hurrelmann 2007:157). Entwicklungsaufgaben

Dreher und Dreher (vgl. 1985: 95) beschreiben die zentralen Entwicklungsaufgaben:


• Die Ablösung von den Eltern und der Aufbau eines autonomen sozialen und emotionalen (Bindungs-) Verhaltens. Dies betrifft einerseits die Entwicklung sozialer Kontakte zu Gleichaltrigen und anderseits die Aufnahme partnerschaftlicher Beziehungen mit dem Ziel, eine Familie zu gründen.

• Der Aufbau eines eigenen Werte- und Normsystems sowie eines politischen und ethischen Bewusstseins. Diese Rahmenbedingungen dienen dem Erwerb persönlicher Handlungsmuster und –kompetenzen und der Entwicklung eines eigenen selbstverantwortlichen und verantwortungsbewussten Lebensstils, vor allem im Freizeit- und Konsumbereich.

• Die Erweiterung der intellektuellen Kompetenzen und der Aufbau schulischer und berufsvorbereitender Qualifikationen, um in das Beschäftigungssystem einzutreten und somit eine ökonomische Unabhängigkeit zu erlangen.

• Die Bewältigung veränderter Körpererfahrungen, Akzeptanz der körperlichen Erscheinung und Entwicklung der eigenen Geschlechtsrolle mit der Intention, den eigenen Körper effektiv und souverän zu nutzen.

• Auch die Entwicklung von selbständigen Konsummustern gehört zu den Entwicklungsaufgaben im Jugendalter, nicht nur von Mustern des Konsums psychoaktiver Substanzen, sondern auch anderer Waren und Dienstleistungen des kommerziellen Marktes (vgl. Hurrelmann 2003) Das Zonenmodel Risiko- bzw. Lernzone Komfortzone Panik- bzw. Überforderungszone Komfortzone Lern- bzw. Risikozone kleines Fotoalbum Jugendliches
Risikoverhalten „Jugend ist eine Lebensphase, aber „die“ Jugend als einheitliche Gruppe gibt es nicht“(Hurrelmann). Im Allgemeinen wird heute zwischen drei Entwicklungsphasen und Lebensbereichen des Jugendalters unterschieden (vgl. Böhnisch 2002). Kids: 9-11 bis 13-14 Jahren
nicht mehr Kind und noch nicht Jugendliche
erspüren der Identität als Schwerpunkt
der Raum als wichtiges Orientierungsmedium
Selbwirksamkeit wird getärkt, dass sich Dinge im Raum verändern lassen (Bauis) das mittlere Jugendalter: 14-15 hin zu 18-19 Jahren
Suche nach sozialer Orientierung
„wer bin ich im Verhältnis zu anderen“
Dies kann u.a. durch die Suche nach Integration durch Gleichaltrige sowie durch teilweise Ablösung des Elternhauses erfahren werden. Die Übergänge zwischen den einzelnen Jugendphasen sind fließend und damit nicht eindeutig abgrenzbar. Junge Erwachsenen: 18. bis 25. (KJHG auch bis 27) Lebensjahr
dem Jugendstatus Entwachsensein.
Dennoch leben viele unter jugendkulturellen Bedingungen. Ohne den gesicherten Vollerwerb verfügen einige nicht über die ökonomischen Mittel, um am Erwachsenenkonsum teilhaben zu können. Solche Erwachsene orientieren sich, wie es Böhnisch beschreibt, an Statusbezügen der Erwachsenen, fühlen sich nicht mehr als Jugendliche und sind trotzdem angewiesen auf jugendkulturell ähnlichen Szenen (vgl. 2002.). Wenngleich der Übergang von der Kindheit zum Erwachsenwerden auch immer eine Phase (teils riskanten) Ausprobierens beinhaltete, so ist sie nunmehr zunehmend mit Unsicherheiten (z.B. hinsichtlich Ausbildung, Beruf), Zeitdruck, wechselnden normativen Orientierungen und gesellschaftlichem Werteverfall verbunden (vgl. Stimmer, 1999). Dass die Beschäftigung mit den Entwicklungsaufgaben bei Jugendlichen nicht nur hohes Interesse findet, sondern als Bereich des Lernens in eigener Sache auch aktiv verfolgt wird, findet sich bei Oerter und Dreher (2002: S.273). Risiko leitet sich aus dem frühitalienischen ris(i)co ab, die Klippe, die es zu umschiffen gilt. Das Wort Risiko ist etymologisch aus dem italienischen „risco“ (Wagnis, Gefahr)
im 16. Jahrhundert gebildet worden. Der Mensch, betrachtet als handelndes Subjekt, kann die Unsicherheit überhaupt erst zu Risiko umdefinieren. Demnach bedeutet Risiko die Verbindung von Ungewissheit und Bedeutsamkeit, die mit einem Ereignis einhergeht und zur Auseinandersetzung mit ihm und seinen Folgen auffordert (vgl.: Koller).Jedoch sind nicht alle künftigen oder bereits erhaltenden Schädigungen auf die eigene Entscheidung zurückzuführen. Risiko unterscheidet sich von Gefahr:
im Fall von Selbstzurechnung handelt es sich um Risiko im Fall von Fremdzurechnung um Gefahr Risiken können sowohl negativ als auch positiv gewertet werden,
denn Risiken bedeuten nicht nur Bedrohung sondern auch Chance. Risiko und Gefahr liegen im alltäglichen Verständnis eng beieinander, denn beide Konzepte sind auf Unsicherheit bezogen.
Dennoch liegt eine Unterscheidung der Begriffe aufgrund ihres Zuschreibungsvorgangs vor. Nämlich, von wem und wie etwaige Schäden zugerechnet werden. Die allgemeine Definition nach Ritz-Schulte (2008) zum risikoreichen Verhalten besagt, dass risikoreiches Verhalten aus belohnenden Handlungen besteht, deren unerwünschte Konsequenz ein Schaden oder ein Verlust sein kann. Im Hinblick auf Jugendliche definiert Raithel (2004: 27) Risikoverhalten „ (...) als ein unsicherheitsbezogenes Verhalten, das potenziell zu einer Schädigung führen kann und somit einer produktiven Entwicklung – in Bezug auf die Entwicklungsziele Individuation und Integration – entgegenwirken kann.“ Jedoch ist das, was als Risikoverhalten gilt, auch immer interaktions- und kontextabhängig. Der subjektive Risikoverhaltensbegriff der Jugendlichen erweist sich als nicht identisch gegenüber der pädagogisch-erzieherischen Umwelt (vgl. ebd.: S.25). Hinzufügend sei erwähnt, dass der Begriff Risikoverhalten - im Gegensatz zu den Begriffen Devianz und Kriminalität - die subjektive Seite in den Vordergrund rückt, ohne die soziale Seite zu vernachlässigen (vgl. Böhnisch 2002: 46). Das Phänomen des Rausches erfährt in der westlichen Welt eine ambivalente Betrachtung. Nutzen im medialen, witschaftlichen und sozialen Dinmensionen mögliche individuelle und gesellschaftliche Gefährdung von Stabilität und Gesundheit Im Sinne des Risikoverhaltens Jugendlicher soll nicht nach einer Definition im pathologischen Sinne oder gar in der Betrachtungsweise einer Orientierung an den Suchtbegriff (vgl. International Classification of Diseases and Related Health Problems 10 (ICD-10, F10-F19) gesucht werden. Vielmehr interessiert es hier den Rausch als ein Ergebnis zweckgeleiteten Handelns zu beschreiben. "Wer maximales Risiko sucht,ist dumm und bald tot.
Wer maximale Sicherheit sucht, ist scheintot.
Denn Risiko gehört zum Leben. Leben ist Risiko."
Luis Töchterle „Unter Rausch wird hier prozesshafte Veränderung sinnlicher und sozialer Wahrnehmung hinsichtlich Eindrücken, Emotionen, Grenzen und Konventionen verstanden. (Koller)“ Bewährung vs. Bewahrung Rauschauslöser • durch körpereigene reaktive Vorgänge, hervorgerufen durch die verstärkte Ausschüttung körpereigener Hormone wie Adrenalin oder Endorphine können etwa durch Bungee-Jumping, Sex, Tanzen, Musikerleben, Meditation, oder sportliche Betätigung ausgelöst werden oder durch ... • die Zufuhr von Substanzen, die auf die Informationsübermittlung der Neuronen einwirken und den normalen Ablauf beeinflussen wie z.B. Nikotin, Alkohol, und illegalisierte Drogen wodurch werden Rauschzustände ausgelöst? Rauschwirkungen Nach Ludwig treffen für jeden veränderten Bewusstseinszustand, wenn auch mit unterschiedlicher Intensität und Dauer, zehn kennzeichnende Merkmale auf. (vgl. Korte 2007: 36). So kommt es zu Veränderungen:
im Denken,
verändertem Zeitsinn,
zu Kontrollverlust,
zu Veränderung des Körpergefühls und des emotionalen Ausdrucks,
Veränderung der sensorischen Wahrnehmung,
Veränderung von Bedeutungszuschreibungen und Wichtigkeit,
einem Gefühl von Verjüngung,
einem Sinn für das Unbegreifliche und Hypersuggestibilität (vgl. ebd.). Die Konstruktion des Rauschs Aus einer konstruktivistischen Perspektive heraus fasst Korte (2007: 26) zusammen, was den Rausch individuell erfahrbar werden lässt: „Ich verstehe den drogeninduzierten Rausch als Konstruktion und keineswegs als ein ,,Ding an sich". (...) Vielmehr ist davon auszugehen, dass Rausch als ,,subjektiver Zustand" eben auch subjektiv wahrgenommen wird und eine allgemeingültige ,,Wahrheit des Rausches" nicht existiert. (...) Das heißt der Rausch wird stets durch das Subjekt gedeutet, es entsteht ein subjektives Rauschwissen und subjektive Rauschwirklichkeit.“ (ebd.). Der Rausch kann nicht gesondert von der individuellen Ausstattung betrachtet werden, sondern neben kulturellen und gesellschaftspolitischen Determinanten, liegt er auch immer im „Auge des Betrachters“. Das Konzept "Droge, Set, Setting" Zinberg Droge Setting Set Rausch und Bedürfnis
Wie dem Risiko von verschiedenen Autoren ein Bedürfnis zugesprochen wird, finden sich ebenso in der Literatur für den Rausch Bedürfniszuschreibungen. Koller spricht davon, dass das Bedürfnis nach rauschhaften Erfahrungen im Menschen verankert sei und diesem werde täglich millionenfach in unterschiedlichster Art nachgegangen (vgl. Koller 2007: 101).Weiter verweist Kupfer (2006: 12) bezüglich des Rauschbedürfnisses in seinen Arbeiten darauf, „ (...) dass es ein menschliches Bedürfnis gibt, die eigene Individualität als eine Beschränkung des Geistes zu überwinden, und dass der Versuch dieser Überwindung von der Gesellschaft bestraft wird.“In kulturgeschichtlichen, soziologischen und anthropologischen Arbeiten finden sich Bezüge auf Drogengebrauch als ein universelles Phänomen. Das Verbindende der doch kulturell wie auch historisch unterschiedlichen Funktionalisierung des Drogenkonsums wird in einem antropologischen Bedürfnis nach Rausch und Ekstase gesehen (vgl. Korte 2007: 37-39).Es bestehe ein menschliches Bedürfnis nach Bewusstseinsveränderung oder nach „Selbstkenntnis durch Grenzerfahrungen“ und dieses müsse als anthropologische Konstante angesehen werden (ebd.: 38). Die Konstruktion des Rausches wird als ein universelles Phänomen eingeordnet und lässt den Rausch wie ein „natürliches“ Bedürfnis erscheinen. Somit wird dem Rausch:„ (...) eine Daseinsberechtigung als Teil der menschlichen Grundbedürfnisse zugesprochen, die ihm innerhalb der pathologisierenden Ansätze größtenteils verwehrt bleibt.“ (ebd.: 39). Bedürfnisse Jede Handlung eines Menschen ist ein Versuch, ein Bedürfnis zu erfüllen. (vgl. Rosenberg 2007) Gemäß der Betrachtungsweise des SPSA sind soziale Probleme das Ergebnis nicht befriedigter biologischer, psychischer, sozialer und kultureller Bedürfnisse „Ein Bedürfnis ist ein interner Zustand (mehr oder weniger weit) weg vom für den Organismus befriedigenden Zustand (Wohlbefinden), der innerhalb des Nervensystems registriert wird und davon (d.h. von diesem Spannungszustand) ausgehend vom Organismus (das Individuum) zu einer Kompensation des entstanden Defizits ein nach außen gerichtetes Verhalten motiviert. Mit anderen Worten geht es um die Herstellung von ’Soll-Werten’.“ (vgl. Obrecht). Eine Kompensation (v. lat.: compensare für „ausgleichen“, „ersetzen“) ist die Angleichung eines Zustandes an den gewünschten Zustand durch korrigierende Maßnahmen oder Drittmittel. Physiologische Bedürfnisse:
Atmen
Schlafen
Trinken/Essen
Entleerung: Urinieren/Stuhlgang
Sicherheit/Schutz
Obdach/Wärme
Rhythmus/Ordnung
Sensorische Anregung/Berührung/Bewegung Ichbezogene Bedürfnisse:
Selbstständigkeit/AutonomieSelbstvertrauen
Kreativität
Integrität/Authentizität
Ehrlichkeit/Echtheit
Beteiligung
Ruhe/Alleinsein Soziale Bedürfnisse:
Zugehörigkeit
Anerkennung/Wertschätzung
Unterstützung
Vertrauen
Bildung
Intimität: Nähe, Zärtlichkeit, Geborgenheit...Sexualität Ichbezogene und soziale Bedürfnisse:
Verständnis
Verstehen/Klarheit
Friede/Harmonie
Heiterkeit/Schönheit
Begeisterung/Spaß
Leichtigkeit/Freude
Ritual/Feiern
Spiritualität Die Lebensphase Jugend ist geprägt durch die Suche nach der eigenen Identität. Durch das Austesten von räumlichen, sozialen und individuellen Grenzen erproben Jugendliche ihre eigenen Handlungskompetenzen und erfahren dabei Selbstwirksamkeit. Gerade das jugendliche Risikoverhalten scheint dabei wesentliche Funktionen zu erfüllen. Zunächst ist festzuhalten, dass der überwiegende Teil der Jugendlichen in ihrem Risikoverhalten sich selbst und andere nicht schädigen. Risikoverhalten Jugendlicher ist ein menschliches Bedürfnis um Grenzerfahrungen herzustellen, um sich und das Leben besser zu spüren. Risikominimierung?
Risikooptimierung?
Risikobalance? Soziale Arbeit orientiert sich an den Menschenrechten und diese beziehen sich auf die Gewährleistung der Befriedigung menschlicher und namentlich sozialer Bedürfnisse. Hier ist das Verständnis des Systemtheoretischen Paradigma der Sozialen Arbeit (SPSA) vordergründig. Alles was existiert ist ein System oder ein Teil eines
Systems oder eines Interaktionsfeldes. Ein System besteht aus einer Anzahl von Komponenten (Zusammensetzung), welche untereinander in Beziehung sind (interne Struktur). Diese binden sich untereinander mehr als gegenüber anderen Dingen und grenzen sich gegenüber dem Rest der Welt ab oder differenzieren sich aus (System-Umwelt-Differenz). Ein System bleibt des Weiteren mit seiner Umwelt über (schwächere) Beziehungen verbunden, welche seine Komponenten außerhalb von ihm unterhalten (externe Struktur) (Staub-Bernasconi 2007). Wie entsteht aber individuelles menschliches Wohlbefinden? Für Obrecht (2005) entsteht Wohlbefinden dann, wenn die meisten Bedürfnisse befriedigt, bzw. die nicht befriedigten durch andere kompensatorisch befriedigt werden. Bewusst gemachte Bedürfnisse sind Wünsche. Es gibt grenzenlose und legitime Wünsche. Letztere sind solche, die ohne die Bedürfnisbefriedigung anderer Gesellschaftsmitglieder zu beeinträchtigen, befriedigt werden können. Bewertet das Individuum eine Struktur und Kultur als bedürfnisfeindlich und sieht keine Möglichkeit diese zu verändern, entstehen psychische Spannungen. Die Bewältigung dieser Spannung kann auf unterschiedlicher Weise erfolgen. Neben der innerpsychischen Verarbeitung, können Bewältigungsformen, welche die psychische Spannung nach außen tragen und in sozialem Verhalten umgesetzt werden genannt werden. Beispiele sind soziale Abweichung, Kriminalität oder Gewalt (vgl. Staub-Bernasconi 2007: 174). Risikoverhaltenstypen Gesundheitliches Risikoverhalten
Delinquentes Risikoverhalten
Finanzielles Risikoverhalten
Ökologisches Risikoverhalten Verhaltensbereiche bzw. Handlungsfelder? Unsicherheiten oder mögliche Schäden? Risk-behavior substanzbezogene Risikoverhalten
und Ernährungsverhalten Einflussgrößen auf das Risikoverhalten Jugendlicher Risk-taking behavior Mutproben, waghalsige Unternehmungen,
riskantes Verkehrsverhalten Person Lebensstil/Milieu Gelegenheitsstruktur Gesellschaft Jugendliches Risikoverhalten
und Bedürfnisbefriedigung Im Zusammenhang der Bedürfnisbefriedigung Jugendlicher durch riskante Verhaltensweisen fasst Raithel (2004) zusammen, dass das Risikoverhalten als eine eigenständige Entwicklungsaufgabe aufgefasst werden kann. „Es erscheint als eine aktive, zielgerichtete Handlungsweise, die zur Befriedigung der unterschiedlichsten entwicklungsbezogenen Bedürfnisse eingesetzt wird.“ Risikoverhalten scheint also den Zustand der Spannung zu verbessern. Auch wenn dieses Verhalten
mitunter, z.B. durch den Konsum von Rauschmitteln, bedürfniskompensatorisch wirkt. Bedürfnis nach selbstgewähltem Risiko anerkennen:
Veränderung des Erlebens
Lernerfahrungen
Erweiterung der Handlungsspielräume
Sicherheit selber herstellen Räume der Bewährung

angemessene/skalierbare Herausforderungen
Möglichkeit Ergebnis zu beeinflussen
Scheitern ohne fatale Folgen
Reflexion
Wiederholungsmöglichkeit Risiko als Wachstumschance Risiko
durch eigene Entscheidungen beeinflussbar Gefahr
ist von außen gegeben
entzieht sich der Einflussnahme Sicherheit = individueller Zustand Wahrnehmung Beurteilung Entscheidung Einschätzung von Risikosituationen
(Säulenmodell nach Einwanger) BREAK! „Die Kompetenz, vor dem Eingehen auf eine Risikosituation kurz inne zu halten
und innere Bereitschaft, psychische und physische Verfassung sowie soziale und Umweltfaktoren
miteinander in Abstimmung zu bringen, bevor die Handlung getroffen wird“
(Koller 2007) So schlägt risflecting als Handlungsmaxime auf Anwendung des „breaks“ vor:
„Berausche Dich nur/ geh´ nur dann in eine Risikoerfahrung, wenn du gut gestimmt bist, dein Umfeld gut gestimmt ist und die Rahmenbedingungen deinen Möglichkeiten entgegenkommen“. risflecting© Look at your friends reflect www.risflecting.at Drei Kulturtechniken Formulierung von handlungstheoretischen Hypothesen
Im Folgenden werden bezogen auf das Rausch- und Risikoverhalten Jugendlicher handlungstheoretische, nomopragmatische Hypothesen formuliert.
Das (vgl. Staub-Bernasconi 2007). Als leitende handlungstheoretische Hypothesen sollen im Kontext dieser Arbeit die Ideale in Form des Modells der obengenannten Salutogenese (vgl. Franzkowiak, 2003) und der Bedürfnishypothese stehen.
Salutogenetische Betrachtung
• Wenn es gelingt, den jugendlichen Menschen ausreichend Widerstandsressourcen entwickeln zu lassen, diese zu fördern und zu bewahren, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass sie ein Kohärenzsinn bzw. Kohärenzgefühl aufbauen und somit Gesundheitsbalance herstellen. Bedürfnis
• Wenn „man“ das jugendliche Bedürfnis nach Rausch- und Risikoerfahrungen anerkennt, bietet dies Raum für Verständnis und Ansätze für Angebote im Bereich der Rausch- und Risikopädagogik.Im Rahmen dieser Arbeit verstehen sich die beiden Hypothesen als Leitbilder der pädagogischen Haltung und Intervention.Erreichbarkeit
• Wenn „man“ Jugendliche erreichen möchte, besuche sie mit einem motivierenden Angebot der „(Außer-)Alltäglichkeit“ in den für sie legitimen „Lebensräumen“, mit der Wahrscheinlichkeit einer Zusammenarbeit in Bezug auf die Rausch- und Risikobalance. Individuen
• Wenn „man“ Jugendlichen Erfahrungsräume bietet, in denen sie ihr Wissen und ihre Fragen offen äußern können, in denen sie motiviert sind Neues zu erfahren - sowohl durch eigenes praktisches Erleben, wie auch durch Wissensvermittlung -, in denen das Erfahrene reflektiert wird, dann besteht die Wahrscheinlichkeit Rausch- und Risikokompetenzen zu entwickeln, bzw. diese zu optimieren.
• Wenn „man“ Jugendlichen Alternativen zu selbst-, fremd und sachschädigenden Risikoverhalten anbietet, ihnen die Ausweitung ihres (Er-) Lebensraums ermöglicht, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass Komponenten des Risikobedürfnisses befriedigt werden und ein Prozess der Re-Ritualisierung der habitualisierten Verhaltensweisen initiiert wird.
Peer-Gruppe
• Wenn „man“ Mitglieder der Peer-Gruppe dafür gewinnt Rausch- und Risikoerlebnisse in einen gewalt-, drogen- und delinquenzfreien Rahmen zu erfahren, besteht die Möglichkeit, dass diese Erfahrungen in Form von Handlungsoptionen in den Alltag übertragen werden.
• Wenn „man“ einzelne Mitglieder der Peer-Gruppe dafür gewinnt an Kompetenztrainings im Bereich der Rausch- und Risikobalance teilzunehmen, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass diese innerhalb der Gruppe als Multiplikatoren wirken.
Erziehungs- und BildungseinrichtungenBeispiel Schule
• Wenn „man“ versucht innerhalb der Schule eine Atmosphäre der Kooperation und Koedukation zwischen den Schülerinnen, sowie zwischen dem Lehrkörper und den Schülerinnen dauerhaft herzustellen, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass sich Stressoren und dadurch psychosoziale Risken reduzieren.
• Wenn „man“ die Lehrerschaft gewinnen kann, jugendspezifische Angebote im Rahmen der Rausch- und Risikopädagogik in den Unterricht aufzunehmen, besteht die Möglichkeit, viele Jugendliche zu erreichen und durch diese eine Erweiterung der Risikokompetenz zu bewirken.
Organisationen und Gesellschaft
• Wenn „man“ in Organisationen und innerhalb der Gesellschaft versucht jugendliches Rausch- und Risikoverhalten in seinen unterschiedlichen Dimensionen als ein Bedürfnis darzustellen und dadurch in einen öffentlichen Diskurs gelangt, dann besteht die Wahrscheinlichkeit, dass neue Wege im Bereich der Rausch- und Risikokompetenzerweiterung gangbar gemacht werden. In vergleichbarer Weise lassen sich nun auch handlungstheoretische Hypothesen für Arbeit mit Familien, Jugendhäuser, Stadtteil, Freizeit-, Konsum- und Medienbereich etc. formulieren. Ich beschränke mich im Rahmen dieser Arbeit auf die handlungstheoretischen Hypothesen für die beschriebenen Bereiche.7.2.3 Dritter Schritt: Formulierung von normativen Aussagen und Handlungsleitlinien Staub-Bernasconi (2007) schlägt vor bei der Anwendung des dritten Schrittes - also bei der Formulierung von normativen Aussagen Handlungsleitlinien oder Regeln - den Imperativ zu wählen. Diese sind nicht als Befehl, sondern als Empfehlung und Aufforderung „ (...) etwas zu versuchen, ja zu wagen“ zu verstehen (ebd.: 210).Hier geht es darum, aus den ermittelten Gesetzmäßigkeiten Ressourcen und Methoden für die Erweiterung der jugendlichen Risikokompetenz zu formulieren.
Erreichbarkeit
• Finde und kreiere Orte, in denen es für Jugendliche in vertraulicher und stimulierender Form möglich ist, neuer Erfahrungen im Umgang mit Rausch und Risiko zu erleben.I
ndividuen• Gestalte Erfahrungsräume so, dass in diesen eine vertrauensvolle„ offene“ Dialogatmosphäre entsteht. Wähle Mittel und Verfahren hinsichtlich der Kompetenzförderung, in denen Lernen gelingt - dies vor dem Hintergrund eines ganzheitlichen Lernens bestehend aus einer Mischung aus Erfahrungslernen und lebensweltorientiertem Input. Biete dem Erlebten genügen Reflexionsraum, damit eine Übertragung des Erlebten in das Bewusstsein stattfinden werden kann.
Peer-Gruppen
• Biete Mitgliedern von Peer-Gruppen im Bereich der Rausch- und Risikopädagogik Kompetenztrainings an.
Erziehungs- und Bildungseinrichtungen - Beispiel Schule
• Gewinne die Schulbehörden, die Schulen und die Lehrerschaft dafür, Angebote zum Thema Rausch- und Risikokompetenz regelmäßig im Lehrplan zu integrieren. Nutze die vorhandenen Ressourcen (Eltern- und Schülervertretung, Räume, Freiflächen, Sportgeräte, Projektzeiten etc.), um eine teilnehmende, gesundheitsfördernde Intervention durchzuführen.
Organisationen und Gesellschaft
• Bilde Netzwerke und Gremien. Vertrete öffentlich das jugendliche Bedürfnis nach Rausch und Risiko. Verwende zur Darstellung Forschungsergebnisse Informationen und Stellungsnahmen (vgl. Staub-Bernasconi 2007). Führe einen öffentlichen Diskurs mit Organisationen, wie etwa Krankenkassen, Behörden und Medien und stelle den saltutogenetischen Nutzen einer Rausch- und Risikopädagogik dar. In vergleichbarer Weise lassen sich nun auch Handlungsleitlinien für Arbeit mit Familien, Jugendhäuser, Stadtteil, Freizeit-, Konsum- und Medienbereich etc. formulieren. Ich beschränke mich im Rahmen dieser Arbeit auf Handlungsleitlinien für die beschriebenen Bereiche. Für Franzkowiak (1996) beinhaltet Risikokompetenz den „Erwerb von Erfahrungen und Entwicklungen von Entscheidungs- und Handlungskompetenzen im Umgang mit gesundheitlichstbezogenen Risikoverhaltensweisen bzw. Risikosituationen“ Der von Koller entwickelte „risflecting – Ansatz“ der Rausch- und Risikopädagogik bezieht sich u.a. auf kulturgeschichtlichen Erkenntnissen, die besagen, dass die in Gesellschaften integrierte Risiko- und Rauscherfahrungen - sowohl für das Individuum wie auch für die Gesellschaft - nutzbar gemacht werden können und damit auch Problementwicklungen vorbeugen. Ebenso geht der Ansatz davon aus, dass Rausch- und Risikoerfahrungen dem präkonventionellen Bewusstsein entspringen. So müsse auch der pädagogische Umgang mit Rausch- und Risikoerfahrungen die unmittelbaren Erlebnisebenen des Körpers, der Emotionen und der Symbolhandlungen mit einschließen (vgl. 2007.: 102). risflecting© ist ein pädagogisches Handlungs- und Kommunikationsmodell zur Entwicklung von Rausch- und Risikobalance. Rausch und Risikobalance meint die Souveränität und Kompetenz von Individuen und Gruppen, Rauscherleben und selbst gewählte Risikosituationen bewusst und somit gefahrenreduzierend zu gestalten und daraus Nutzen zu ziehen. Der risflecting© ExpertInnenpool
Nahe an der Lebenswelt ihrer Dialoggruppen nehmen die 120, auf der Grundlage von risflecting© tätigen, risikopädagogischen BegleiterInnen die Rausch- und Risikobedürfnisse (junger) Menschen als Erkundungswege wahr und unterstützen sie dabei, diese zu kultivieren. 1.Risikovermeidung, Verdrängung- Risikoabstinenz
2.Vernunftzugang, Kontrolle, Sicherheit – Risikominimierung
3.Risikokonsumhaltung – Risiko eingehen ohne Reflexion und bewusstem Lustgewinn
4. Risikoambivalenz
5.Risikosuche als bewusste Bestätigung der Lebenskompetenz – Flowtyp
6.Risiko als Möglichkeit, Intensität zu erleben – Kicktyp
7.Risikomissbrauch zur Selbstzerstörung Strategie 1: Risikovermeidung, Verdrängung-Risikoabstinenz„ Ich möchte nüchtern sein und mein Bewusstsein nicht von Alkohol beeinflussen lassen.“ ... AM BEISPIEL ALKOHOLKONSUM Strategie 2: Vernunftzugang, Kontrolle, Sicherheit – Risikominimierung„ Man muss schon sehr vorsichtig sein mit Alkohol, es kann ja viel passieren.“ Strategie 6:
Risiko als Möglichkeit, Intensität zu erleben – Kicktyp„ Ich gehe gerne an die Grenze beim Trinken. Was vertrage ich noch, wie lange kann ich die Wirkung im Griff haben, ab wann bin ich dann wirklich zu, das ist ein spannendes Spiel.“ Strategie 5:
Risikosuche als bewusste Bestätigung der Lebenskompetenz Flowtyp „Für mich ist die Vorfreude, das Ritual, der Geschmack, der ganze sinnliche Genuss beim Trinken sehr wichtig.“ Strategie 3:
Risikokonsumhaltung – Risiko eingehen ohne Reflexion und bewusstem Lustgewinn„ Ich trinke ab und zu ein Glas zum Essen oder wenn ich in Gesellschaft bin, es gehört halt einfach dazu.“ Strategie 4:
Risikoambivalenz Strategie 7:
Risikomissbrauch zur Selbstzerstörung„Ich bin am Wochenende immer total zu. Ich brauch das, mir geht alles auf die Nerven. Ein paar Mal habe ich schon Glück gehabt, wenn ich bewusstlos war nach einem Exzess, die Leute im Spital kennen mich aber schon und sind sehr nett.“ Strategien im Umgang mit Risiko (Michael Guzei) Neben der Gestaltung einer zukunftsfähigen Welt und vielfältiger Festkultur haben Erwachsene jedoch vorwiegend eine Aufgabe: im Gespräch mit Kindern und Jugendlichen zu bleiben und als lernfähige Vorbilder zu dienen. „Ein guter Rausch braucht eine Unterlage“ „Ein guter Rausch braucht seine Zeit“ „Prävention“ ist keine isolierte Einzeldisziplin mehr – weder auf eine spezielle „Problemstellung“ noch auf ein einzelnes „Handlungsfeld“ focusiert. In der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen geht es immer um Verantwortungsübernahme und –übergabe, um Persönlichkeits- und Kompetenzentwicklung.
Gesellschaft muss Begleitung übernehmen und Freiräume geben – sonst schaffen wir eine Generation der Verantwortungslosigkeit. Risiko-Balance für Jugendliche sollte:
Selbstwertgefühl stärken und Gruppenphänomene durchschauen helfen.
Die Attraktivität von Risiko akzeptieren.
Die Struktur von Risikosituationen verständlich machen.
Die Fähigkeit zur Einschätzung von Natur- und Umweltsituationen fördern.
Kommunikation in der Gruppe fördern, die Reflexion und Spaß verbindet.
Körperbewusstsein erhöhen und damit Kompetenzen zur persönlichen Kontrolle vermitteln. Genuss und Lebensqualität Das Lebensqualitätsmodell (Gerald Koller) Soziale Wahrnehmung wird auf zweifache Weise vermittelt.
Zum einen bezieht sich dieses auf die Betrachtung des Freundeskreises, der Peer-Gruppe „schau, wer deine Freunde sind“,
zum anderen „schaut aufeinander, wenn ihr gemeinsam unterwegs seid“. Menschen brauchen sowohl Geborgenheit als auch Abenteuer:
So wie Schiffe für die Fahrt am offenen Meer gebaut sind und nicht für den Hafen, so ist auch für Menschen ein Rhythmus zwischen dem Wellengang voll aufregender – auch: berauschender – Erlebnisse und erholsamen Auftanken im Hafenbecken zu finden. Literatur zum Thema Risiko:
Einwanger, Jürgen (Hrsg.), Mut zum Risiko
Gerald Koller, spring ... und lande, Buch und Film zum Thema risflecting
Jürgen Raithel, Jugendliches Risikoverhalten: Eine Einführung

Für das zwinkernde Auge:
James Nestor, Opium bringt Opi um

Spiele und Übungen:
Gilsdorf und Kistner, Kooperative Abenteuerspiele I und II
Christoph Sonntag, Abenteuer Spiel 2 Die Reise geht weiter...
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