Enttäuschte Liebe

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Marc Scheloske

Enttäuschte Liebe
Marc Scheloske
Redakteur, ScienceBlogs.de
www.twitter.com/scienceblogs_de
4. Dezember 2009
Wie Wissenschaftler im Web 2.0 grüne Wissenschaftspositionen wahrnehmen
www.wissenswerkstatt.net
www.twitter.com/werkstatt

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Wer?
Blogautoren von ScienceBlogs.de
und ihre Leser
knapp 30 Autoren
ca. 20.000 - 25.000 Leser pro Tag
// Soziodemographie
Alter:  ø 34 Jahre
25% weiblich, 75% männlich
2/3 abgeschlossenes Hochschulstudium
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Das Leiden junger
Wissenschaftler 
an der grünen Partei
Die GRÜNEN sind ja eine Partei, mit der man gerne sympathisiert. Umweltschutz, jung, alternativ, alles super. Dass die Partei fundamental wertkonservative Ansichten vertritt (neben esoterischen in der Medizin) ist vielen Wählern vielleicht gar nicht bewusst.
25.5.2009 // Dr. Tobias Maier (Biologe)
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Bisher habe ich ja die Grünen noch als Notlösung angesehen zur Wahl, aber die Wissenschafts-feindlichkeit nimmt jetzt so arge Ausmaße an, dass ich die wohl zur Bundestagswahl endgültig zu den nichtwählbaren Parteien zählen muss.
23.5.2009 // Dr. Jörg Rings (Physiker)
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Ich bin ja echt froh (ausnahmsweise!), dass ich Österreicher bin und mir nicht überlegen muss, ob ich die deutschen Grünen wählen wollte oder nicht. Ich hab hier noch nichts gesehen, das mich wirklich davon überzeugt, dass die Grünen der Wissenschaft positiv gegen-überstehen...
21.7.2009 // Dr. Florian Freistetter (Astronom)
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"Naturheilmedizin und komplementärmedizinische Angebote müssen einen gleichberechtigten Stellenwert in der gesundheitlichen Versorgung erhalten."
Wahlprogramm 2009
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Wahnsinn. Ich bin seit ich wählen darf grüne Stammwählerin... gewesen. Diese Partei ist für mich absolut unwählbar, so lange dort Esoterik-Anhänger wie Frau Bender das Sagen haben.
28.5.2009 // Kommentatorin Jane
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Nicht erst mit Biggi Bender sind die Grünen zu einer von Post-modernismus und Ideologie geprägten Partei geworden, die für jeden rational denkenden Menschen nicht mehr wählbar ist. Die wenigen guten Leute, die sie noch haben, sollten die Partei wechseln. 
Sagt ein ehemals Grüner.
28.5.2009 // Kommentator Rincewind
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"Wir lehnen allerdings die weit verbreitete Haltung ab, dass Wirksamkeitsprüfungen ausschließlich über randomisierte und placebo-kontrollierte Doppelblindstudien [...] erfolgen könnten. Diese Haltung ignoriert die methodischen Grenzen dieser Studien und auch die besondere Wirkungsweise komplementär-medizinischer Behandlungsformen."
Birgitt Bender // Abgeordnetenwatch // 30.10.2008
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Ich halte den Schulterschluss der Grünen mit Komplementärbehandlern für populistischen Stimmenfang in trüben »alternativen« Flachgewässern.
28.5.2009 // Kommentator Radicchio
Rotes Tuch: 
Komplementärmedizin
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Merken die Grünen eigentlich nicht, dass die sich mit solchen Statements einen nicht unerheblichen Teil ihrer Wählerbasis absägen? Für Naturwissenschaftler werden die Grünen jedenfalls mehr und mehr unwählbar.
20.7.2009 // Ludmila Carone (Planetologin / Uni Köln)
Elektrosmog, Gentechnik oder: 
Das Problem der Konsistenz
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Elektrosensibilität:
Parallel zur stetigen Zunahme der elektro-magnetischen Felder nimmt auch die Zahl
derjenigen zu, die mit Beschwerden auf die Strahlungen reagieren. Eine genaue
Definition des Begriffs Elektrosensibilität 
gibt es bis heute nicht.
Reader Mobilfunk-Strahlung – 
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion // 09/2009 
Seite 8
Zwar konnten in Studien bisher keine eindeutigen wissenschaftlichen Nachweise
für die Existenz dieser Erkrankung erbracht werden, dies kann jedoch im Umkehrschluss
nicht heißen, dass die Leiden der Elektrosensiblen nicht existieren.
Positionen
ökologisch bewußt
für schonenden Umgang mit Ressourcen
für mehr Gleichberechtigung
für Abschaffung von Studiengebühren
für Stärkung von Open Access

Wissenschaftsblogger sind...
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Schizophrenerweise verhindern die GRÜNEN durch ihre Politik eine umweltfreundlichere Landwirtschaft, die durch gentechnisch veränderte Nutzpflanzen realistisch würde. Weiter werden mögliche positive Auswirkungen auf die Ernährung der Bevölkerung in der dritten Welt durch angepasste, transgene Nutzpflanzen ignoriert, solange nur auf der eigenen Karotte BIO drauf steht.
25.5.2009 // Dr. Tobias Maier (Biologe)
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Was ich ja eigentlich an den Grünen schätze, ist dass es durchaus eine ehrlichere Truppe ist als andere Parteien. Wenn es so eine Ausprägung bekommt, dass verklärte Natur-Idealisierung, Wissenschafts-feindlichkeit und Esoterik dadurch nach oben gespült werden, ist mein Vertrauen nachhaltig weg. Aber das heißt ja nicht, dass ich nicht wenigstens hoffen möchte, dass das sich mal ändert.
29.5.2009 // Dr. Jörg Rings (Physiker)
Womit die GRÜNEN punkten können:
Förderung der Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie
Verbesserung der Planbarkeit wissenschaftlicher Karriere
Förderung von Open Access bei der Publikation von Forschungsergebnissen

!
Wissenschaftler sind von den GRÜNEN enttäuscht, weil...
... sie den Eindruck haben, dass nicht klar zwischen  Wissen und Glauben unterschieden wird
... sie das Gefühl haben, dass bzgl. Pseudowissenschaften, Esoterik und Homöopathie überwiegend Klientelpolitik betrieben wird   

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